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An Kurdish security forces fighter is rushed to the hospital after being injured in clashes against Federal Iraqi security forces in Alton Kupri town, outskirts of Irbil, Iraq, Friday Oct. 20, 2017. Iraqi and Kurdish forces are exchanging fire at the border between federal and Kurdish lands, days after Kurds withdrew from disputed territories across northern Iraq. (AP Photo/Khalid Mohammed)

Ein Transporter bringt einen verletzten Kurden in der Nähe von Altin Köprü ins Spital. Bild: AP/AP

Schwere Gefechte und viele Tote: Was ist im Irak los? – 4 Fragen und Antworten

Nach dem Unabhängigkeits-referendum der Kurden verkündet die irakische Armee die Einnahme einer weiteren Stadt im Nordirak. Die Peschmerga-Kämpfer bestreiten das. Was ist alles passiert? Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.



1. Was ist passiert?

Irakische Regierungstruppen haben in der Provinz Kirkuk im Norden des Iraks das letzte von den kurdischen Peschmerga gehaltene Gebiet zurückerobert. Dabei lieferten sich irakische Truppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer schwere Gefechte. Wie das gemeinsame Einsatzkommando der irakischen Armee am Freitag mitteilte seien Armee, Polizei und Anti-Terror-Einheiten in die Stadt Altin Köprü im Norden der Provinz Kirkuk vorgedrungen.

epaselect epa06278640 Kurds from Kirkuk stage a protest in front of the US consulate in Erbil, the capital of Kurdistan Region, Iraq, 20 October 2017. The protesters hold banners reading 'Kurds are under attack by Shiite Hashd al-Shaabi militants using American weapons'. Iraqi forces and Shiite-led pro-government Hashd al-Shaabi militias moved to reclaim control over Kirkuk from the local Kurdish authority following the 25 September independence referendum in Kurdistan.  EPA/GAILAN HAJI

Kurden in Erbil. Bild: EPA/EPA

In Altin Köprü hätten die Peschmerga versucht, die Brücke über den Fluss Sab zu sprengen und sie dabei beschädigt. Die irakischen Truppen hätten aber die Landesflagge auf einem Verwaltungsgebäude gehisst und kontrollierten die Stadt.

A picture of Massoud Barzani, the President of Iraq's autonomous Kurdish region, and a Kurdish flag are displayed as Kurdish security forces stand guard in Altun Kupri, on the outskirts of Irbil, Iraq, Thursday, Oct. 19, 2017. Kurdish media said Thursday that Iraqi Kurdish officials have postponed elections for parliament and president of the autonomous region originally slated for November 1, in the wake of the withdrawal of Kurdish forces from disputed regions across northern and eastern Iraq. (AP Photo/Khalid Mohammed)

Ein Bild von Massoud Barzani, Präsident der autonomen kurdischen Region und eine kurdische Flagge in Altin Köprü, Irbil am 19. Oktober 2017. Bild: AP/AP

2. Was sagen die Kurden?

Der Sicherheitsrat der Kurden warf Armee und Milizen vor, sie hätten Altin Köprü am Morgen angegriffen. Auf Videos im Internet war Gefechtslärm zu hören. Bilder zeigten, wie Truppen und gepanzerte Fahrzeuge in den Ort fahren. Von Seiten der Peschmerga-Kämpfern hiess es jedoch, sie hätten die Angriffe abwehren können.

Ein Kommandant der Peschmerga sagte, es gebe in der Region Gefechte mit den schiitischen Hasched-al-Schaabi-Milizen (Volksmobilisierungseinheiten), die vom Iran unterstützt werden. Sie versuchten, auf die Ortschaft Sirawa vorzustossen.

Aus seinem Umfeld hiess es, der Peschmerga-General Ghasi Dolemri sei bei den Kämpfen getötet worden. Nach kurdischen Angaben kamen etwa 30 Peschmerga-Kämpfer ums Leben.

3. Warum ist das Gebiet wichtig?

Die ländliche Region Altin Köprü war das letzte Gebiet in der Provinz Kirkuk, das noch von den Peschmerga gehalten wurde. Die Region von 520 Quadratkilometern, die von Kurden und Turkmenen bewohnt ist, liegt nur 50 Kilometer von Erbil entfernt, der Hauptstadt der Kurden im Nordirak. Die irakische Regierung kündigte an, die Offensive gegen die Kurden fortzusetzen.

4. Was ging den Gefechten voraus?

Iraks Truppen hatten Anfang dieser Woche bereits grosse Gebiete eingenommen, die bisher unter Kontrolle der Peschmerga waren, darunter die ölreiche Provinz Kirkuk. Aus den meisten Orten zogen sich die Kurden ohne Widerstand zurück.

Die Spannungen zwischen Bagdad und der kurdischen Regionalregierung in Erbil waren nach dem Referendum der Kurden vom 25. September eskaliert. Die Kurden hatten dabei fast geschlossen für die Unabhängigkeit gestimmt. Bagdad hatte das Ergebnis des Volksentscheids aber nicht akzeptiert.

(dwi/sda/dpa)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Denk-mal
20.10.2017 19:31registriert August 2015
Bin kein Kurde, kein Muslim, aber die Kurden wurden "versecklet", im Stich gelassen. Das haben die nicht verdient!! Bin einmal mehr von den Amerikanern und dem Westen enttöuscht!
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mrmikech
20.10.2017 19:54registriert June 2016
3. Warum ist das Gebiet wichtig?
Öl! Falls Kurdistan einen Land wäre würde es sehr reich sein weil es dort sehr viel öl und mineralien gibt.
403
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Samurai Gra
20.10.2017 20:12registriert June 2016
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