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Klima

Der Ölkonzern ExxonMobile wusste früher von Klimakrise als Forscher

Der Ölkonzern ExxonMobile wusste früher von Klimakrise als Forscher – und schwieg

Dem Ölkonzern ExxonMobile war einer Studie zufolge schon vor der Forschung klar, dass das eigene Handeln eine Klimakrise verursacht. In der Öffentlichkeit wurde das geleugnet.
13.01.2023, 06:4213.01.2023, 06:42
Ein Artikel von
t-online

Klimaforscher der Harvard University und des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) machen dem Ölkonzern ExxonMobile schwere Vorwürfe. Das US-Unternehmen habe die globale Erderwärmung als Folge des Ausstosses von Treibhausgasen seit Ende der 1970er Jahre genau vorhergesagt, schreiben die Forscher in einem Artikel im Fachjournal «Science». Zugleich habe das Unternehmen, das zu den grössten Luftverschmutzern der Welt zählt, diesen Zusammenhang jahrzehntelang systematisch heruntergespielt.

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Exxon wusste in einem hohen Detailgrad über die Folgen des Ausstosses von Treibhausgasen Bescheid.Bild: keystone

Dass Exxon schon lange von der Bedrohung durch die globale Erwärmung wusste, war bereits grundsätzlich bekannt. Die Klimaforscher werteten nun die dem Unternehmen intern vorliegenden Daten und darauf basierenden Prognosen von 1977 bis 2003 aus – das Ergebnis nannten sie «verblüffend».

Die Exxon-Experten waren der Klimaforschung offenbar weit voraus: «Wir stellen fest, dass die meisten ihrer Projektionen eine Erwärmung vorhersagen, die mit späteren Beobachtungen übereinstimmt», heisst es in dem Bericht. «Ihre Vorhersagen stimmten auch mit denen unabhängiger akademischer und staatlicher Modelle überein und waren mindestens so gut wie diese.»

Besser als die NASA

Die Prognosen waren demnach deutlich besser als die, die der Nasa-Wissenschaftlers James Hansen 1988 dem US-Kongress vorlegte. Hansen gilt als Pionier der modernen Klimaforschung und warnte in den 1980er Jahren als einer der ersten vor den Gefahren der globalen Erwärmung.

«Eine Exxon-Projektion sagte sogar schon 1977 korrekt voraus, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe ein ‹kohlendioxidinduziertes Superinterglazial› verursachen würde», erklärte Stefan Rahmstorf vom PIK, Ko-Autor der Studie. «Das ist eine Warmzeit, die nicht nur viel wärmer ist als alles in der Geschichte der menschlichen Zivilisation, sondern sogar wärmer als die letzte Warmzeit vor 125'000 Jahren.»

Die Analysen von Exxon hätten auch «genau vorausgesagt, wann die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zum ersten Mal in den Messdaten festgestellt werden würde». Sie berechneten demnach sogar recht präzise ein «Kohlenstoffbudget» für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad.

Exxon habe «Unwissenheit vorgetäuscht»

In öffentlichen Erklärungen habe das Unternehmen «seinen eigenen wissenschaftlichen Daten» jedoch systematisch widersprochen, kritisieren die Forscher. ExxonMobile habe «Unsicherheiten übertrieben, Klimamodelle kritisiert, den Mythos globaler Abkühlung verbreitet und Unwissenheit darüber vorgetäuscht, wann – oder ob – die vom Menschen verursachte globale Erwärmung messbar sein würde», erklärte der Hauptautor der Studie, Geoffrey Supran von der Harvard University.

Heute ist die Klimakrise bereits so weit fortgeschritten, dass Forscher die Erde eindeutig auf dem Weg zu der zuvor genannten Rekordwarmzeit sehen – mit all ihren katastrophalen Folgen. ExxonMobil könne daher mit Recht der «bewussten Klimavergehen» beschuldigt werden, schloss Supran. (t-online/afp)

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