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epaselect epa05654539 A person holding a candle and wearing a religious amulet and a tribute t-shirt attends an event commemorating the victims of a plane crash in Medellin, Colombia, 30 November 2016. Thousands of people gathered at Atanasio Girardot Stadium in Medellin to pay tribute to players of the Brazilian soccer club Chapecoense, who died when an aircraft crashed late 28 November 2016 with 77 people on board. Six people survived the incident. The plane crashed in a mountainous area outside Medellin, Colombia as it was approaching the Jose Maria Cordoba airport. The Chapecoense were scheduled to play in the Copa Sudamericana final against Medellin's Atletico Nacional on 30 November 2016.  EPA/LUIS EDUARDO NORIEGA A.

Kerzen für die Opfer: Anhänger des Fussballclubs Chapecoense trauern in Brasilien. Bild: EPA/EFE

Überlebender des Flug 2933: «Passagiere standen in Panik auf und schrien»



Beim Absturz eines Flugzeugs sind 71 Menschen in Kolumbien gestorben, darunter 19 Profis des brasilianischen Fussballteams Chapecoense. Die Mannschaft sollte in Medellín das Finalhinspiel des Südamerika-Cups gegen Atlético Nacional Medellín bestreiten.

Die Maschine ist wohl wegen Treibstoffmangels abgestürzt. Das teilte die kolumbianische Luftfahrtbehörde auf Basis vorläufiger Untersuchungen am Unglücksort mit. «Wir haben Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, warum es nicht genug Treibstoff gab», sagte der für Luftsicherheit zuständige Sekretär Freddy Bonilla nach Angaben der Zeitung «El Tiempo». Bei dem Absturz waren 71 Menschen ums Leben gekommen, sechs Insassen der Maschine überlebten.

«Das Flugzeug hat einen Total-Ausfall und keinen Treibstoff mehr»

Pilot der verunglückten LAMIA 2933

Zuvor war der Funkverkehr zwischen Piloten und dem Tower des Flughafens bei Medellín bekannt geworden, der dramatische Szenen unmittelbar vor dem Absturz am Montagabend offenbart. «Flug Lamia 2933 hat Totalversagen, totales elektronisches Versagen, kein Treibstoff», sagt der Sprecher, bei dem es sich um den Piloten handeln soll.

Bereits zuvor habe der Pilot den Kontrollturm darum gebeten, wegen «Treibstoffproblemen» bei der Erteilung der Landegenehmigung bevorzugt zu werden, geht aus dem Mitschnitt hervor. Der Kontrollturm am Flughafen Medellín kam dieser Bitte nach, dann brach aber der Funkkontakt ab.

Update

watson hat das Flugzeugunglück in Kolumbien von Beginn weg journalistisch begleitet und berichtet fortlaufend über die neusten Erkenntnisse. Am Tag nach dem Absturz berichteteten brasilianische und internationale Medien, der Pilot habe kurz vor dem Aufprall offenbar Treibstoff abgelassen, um eine Explosion zu verhindern. Auch watson hat diese Meldung aufgenommen. Sie erwies sich indes als unhaltbar – die Unglücksmaschine vom Typ Avro RJ 85 verfügt nämlich über keinen Treibstoffschnellablass (Fuel Dumping). U.a. haben uns mehrere User darauf aufmerksam gemacht. 

Spekulation um Zwischenlandung

Bolivianische Medien hatten zuvor unter Berufung auf den Vertreter der Fluggesellschaft Lamia, Gustavo Vargas, berichtet, das Flugzeug hätte zwischen dem Start im bolivianischen Santa Cruz und der Landung im kolumbianischen Medellín noch einmal in Bogotá zwischenlanden und tanken müssen. Der Pilot sei aber der Meinung gewesen, dass der Treibstoff reiche.

Nur sechs Menschen überlebten das Unglück, darunter drei brasilianische Fussballspieler. Der Verein will eine kollektive Beerdigungsfeier im Stadion der südbrasilianischen Stadt Chapecó abhalten, zu der zehntausende Menschen erwartet werden.

«Passagiere standen in Panik auf und schrien»

Unter den sechs Überlebenden des Unglücks befinden sich auch zwei bolivianische Besatzungsmitglieder. Sie sassen beide zum Zeitpunkt des Absturzes im hinteren Teil des Fliegers und erlitten nur leichte Verletzungen. Wie Luis Perez, Gouverneur von Antioquia, dem Portal «Infobae» erklärte, hätte eine der Überlebenden miterlebt, dass in den letzten Flugminuten die Licht er im Flugzeug immer wieder an- und ausgingen und sie gespürt habe, wie die Maschine «komplett ausschaltete und stark sank.»

Das zweite überlebende Besatzungsmitglied berichtete selbst von den letzten Augenblicken vor dem Crash. Er hätte nur überlebt, weil er sich genau an die Flugsicherheits-Richtlinien hielt. «Als die Passagiere merkten, dass etwas mit der Maschine nicht stimmt, sind viele in Panik aufgestanden und haben geschrien, so Tumirí zu «El Columbiano». Er aber hätte ein Gepäckstück zwischen seine Beine geklemmt und sich mit dem Kopf über die Knie gebeugt. 

(kad/sda/dpa)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gabbo 01.12.2016 15:41
    Highlight Highlight Die Antwort auf Alles:

    s. Kommentar 12.13 Uhr

    Danke Phi :D
  • Hugo Wottaupott 01.12.2016 14:02
    Highlight Highlight besser mit dem segelflugzeug in die ferien!
  • John Smith (2) 01.12.2016 11:26
    Highlight Highlight Soviel zum Thema Qualitätsjournalismus. Man muss nun wirklich überhaupt nicht von der Luftfahrt oder vom konkreten Flugzeugtyp verstehen, um unmittelbar zu erkennen, dass es überhaupt keinen Sinn macht, dass ein Pilot im Anflug auf seinen Zielflughafen noch Treibstoff ablässt. Bei so einer Meldung müssten bei jedem einigermassen wachen Zeitgenossen sofort alle Bullshit-Alarme losgehen, und ein Journalist müsste die Meldung wenigstens vertieft überprüfen. Aber klar, wenn der Blick die Schlagzeile «Held» bringt, dann kann Watson natürlich nicht zurückstehen.
    • Philipp Dahm 01.12.2016 12:15
      Highlight Highlight s. Kommentar 12.13 Uhr
    • Yelp 01.12.2016 16:41
      Highlight Highlight Da gebe ich dir nicht Recht. Treibstoff ist sehr schwer. Wenn Treibstoff abgelassen wird ist die Möglichkeit viel kleiner, dass das Flugzeug beim Absturz explodiert. Anderes Beispiel: Merkt z. B. ein Pilot kurz nach dem Abflug, dass etwas nicht stimmt, lässt er zuerst noch das Kerosin heraus weil sonst das Flugzeug auseinander brechen würde wegen dem Gewicht. Älso war es keine blöde Idee von Watson (sie haben die Idee ja nur übernommen und die Quelle klar gemacht)
  • Hans der Dampfer 01.12.2016 10:41
    Highlight Highlight Was soll denn das von wegen "Dicker Hund"? Mal ehrlich, so eine Sprache passt doch hier einfach nicht hinein! Ich weiss das Watson mittlerweile ein Boulevard Blatt à la Blick ist aber hier sind 71 Menschen gestorben. Ein wenig mehr Pietät wäre schon angebracht..
  • gs_elevator 01.12.2016 09:26
    Highlight Highlight Way to go, Watson, way to go...
    Benutzer Bild
    • Philipp Dahm 01.12.2016 12:15
      Highlight Highlight s. Kommentar 12.13 Uhr
  • TheBean 01.12.2016 09:19
    Highlight Highlight Kürzlich hiess es doch, dass der Pilot noch 2 Runden gedreht hat, um Treibstoff abzulassen?
    • Philipp Dahm 01.12.2016 12:15
      Highlight Highlight s. Kommentar 12.13 Uhr
  • Nonqi 01.12.2016 09:17
    Highlight Highlight Gestern wurde noch berichtet, dass der Pilot der Held sei, der Treibstoff abgelassen hat, um eine Explosion beim Aufprall zu verhindern...
    • Philipp Dahm 01.12.2016 12:16
      Highlight Highlight s. Kommentar 12.13 Uhr
  • Thomas_v_Meier 01.12.2016 09:10
    Highlight Highlight Ich wundere mich gerade etwas. Wurde gestern hier auf Watson der Pilot nicht als Held gefeiert weil er vor dem Crash Kerosin abgelassen hatte?
    Dies beisst sich doch etwas mit dieser Meldung, nicht?
    • Philipp Dahm 01.12.2016 12:16
      Highlight Highlight s. Kommentar 12.13 Uhr
  • Töfflifahrer 01.12.2016 09:07
    Highlight Highlight Sorry, wenn man letzte Berichte liest, hat der Pilot versucht Treibstoff abzulassen um sich so auf eine Crashlandung vorzubereiten und eine möglich Explosion zu verhindern.
    Also was war zuerst, der komplette Ausfall der Systeme oder fehlender Treibstoff?
    • 7immi 01.12.2016 10:54
      Highlight Highlight das flugzeug kann gar keinen treibstoff ablassen. ausserdem liegt die maximale reichweite unter der bewältigten flugstrecke, daher hätte er gar nicht mehr viel zum ablassen gehabt. das war wohl eine falsch/gar nicht recherchierte meldung und ziemlich erbärmlicher journalismus.
    • Philipp Dahm 01.12.2016 12:16
      Highlight Highlight s. Kommentar 12.13 Uhr
  • Anded 01.12.2016 08:54
    Highlight Highlight Gestern war der Pilot hier auf Watson noch der Held, weil er Treibstoff abgelassen hat, und dadurch Menschen überlebt haben. Heute ist er der Idiot dem der Treibstoff ausging. Well done, Watson...
  • amore 01.12.2016 08:42
    Highlight Highlight Ein typisches Beispiel von schludrigem Journalismus. Gestern wurde der Pilot noch in vielen Medien als Held gefeiert. Doch wenn man nur ein bisschen recheriert hätte, hätte man wissen können, dass diese Story keinen Sinn macht. Dieser Flieger kann nicht fuel dumpen und seine Reichweite ist zu kurz für diese Strecke. Fuel hätte ja knapp ausgereicht. Aber es kommt noch Holdingfuel dazu sowie fuel für die Strecke zu einem Ausweichflughafen (gesetzlich vorgeschrieben für gewerbliche Flüge). Wenn ein Pilot solch elementare Fehler macht ist er kein Held, sondern ein Verbrecher.
  • Wehrli 01.12.2016 08:19
    Highlight Highlight Wo auf der Checkliste vor dem Flug steht eigentlich "genug Treibstoff"? An 1. Stelle oder an 0.er? Komplexes technisches Versagen? Unwetter? Terror? Nein, einfach nur keinen Sprit mehr ... tragisch
    • 7immi 01.12.2016 09:52
      Highlight Highlight an mehreren stellen. idr vor dem triebwerkstart und vor dem takeoff, ausserdem während dem flug immer wieder (cruise check)... hier lief wohl so einiges schief.
  • Domino 01.12.2016 01:31
    Highlight Highlight Laut Wikipedia ist die maximale Reichweite der Avro RJ85 2'600 km.
    Die Luftlinie zwischen Medellín und Santa Cruz ist 3'006 km.
    • UncleHuwi 01.12.2016 07:00
      Highlight Highlight wenn sich das wirklich so abgespielt hat, ist der Pilot ein riesen Idiot! Er muss sich doch sicher sein ob es reicht oder nicht!?!
    • bebby 01.12.2016 10:18
      Highlight Highlight ganz spekulativ: vielleicht waren da Drogen an Board, die er nicht unbedingt in Bogota zeigen wollte. In Santa Cruz wird da viel für Medellin produziert.
  • canoe58 30.11.2016 23:42
    Highlight Highlight Kein Kerosen mehr - keine funktionierende Triebwerke - also auch keine Generatoren mehr. Also der totale elektrische Ausfall ist die Folge von leeren Tanks, und nicht umgekehrt.
    Traurig für all diese Menschen, nicht nur die Fussballer.
    • undduso 01.12.2016 11:57
      Highlight Highlight Wäre interessant zu wissen, ob der Avro über eine Ram-Air-Turbine verfügt, welche in einem solchen Fall einen Teil der Elektrik und Hydraulik aurechterhalten kann.
    • Ericg 02.12.2016 10:39
      Highlight Highlight @undduso - Hat er nicht, braucht er aber auch nicht. Die RAT ist vor allem dazu da, Elektronische Flugsysteme wie Fly-by-Wire am laufen zu halten bei komplettem ausfall. Da bei der Avro Serie viel mechanisch abläuft, ist der Flieger auch ohne Strom kontrollierbar. Für ein Elektronikbackup sind eigentlich Batterien an Board - ob die noch Richtig funktioniert haben wird sich zeigen.

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