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1, 2, 3 uuund Shitstorm! Das «Nido»-Magazin zeigt, wies geht

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1, 2, 3 uuund Shitstorm! Das «Nido»-Magazin zeigt, wie's geht

Ein Journalist schreibt, dass es okay sei, sein Kind zum Mobbing zu erziehen. Oder sowas in der Art. Er kriegt dafür die Kraft des Mobs zu spüren.
21.03.2017, 20:0722.03.2017, 14:50

Das deutsche «Nido»-Magazin ist dazu da, um Hipstern von heute das Phänomen Kind schmackhaft zu machen. Aktuell mit Artikeln wie «33 Dinge, die mit Kindern erst so richtig Spass machen». Oder «Vater vs. Kater». Oder «10 Hörspiele auf Spotify». Also lauter lustige Ideen, auf die wir von watson auch kommen könnten. 

Besonders lustig fand «Nido» nun die Idee, einen Mitarbeiter und Vater eine Kolumne über das gemeinsame Lästern mit dem Kind schreiben zu lassen. Das hier kam dabei heraus:

«Lästern hat einen schlechten Ruf. Macht mit dem Kind aber trotzdem Spass. Und verbindet. Neulich stehe ich mit meiner Tochter in der Apotheke, neben uns eine sehr korpulente Frau. Wir sehen uns an, grinsen und reden danach minutenlang darüber, dass sie sehr, sehr dick war. Und dass wir froh sind, keine Dicken zu sein. Zusammen lästern ist super. Ich weiss schon, das macht man nicht, verletzt die Menschenwürde und so. Aber das stimmt nicht. Die anderen Menschen sind ja nicht dabei. Die Wahrheit ist, dass es das Band zwischen meiner Tochter und mir stärkt. Ich glaube, jede gute Beziehung braucht einen gemeinsamen Feind. Da sind wir nicht anders als die Nato.»
Aus der «Nido». 

Sie ist nicht dick

Bild
bild: nido

Na? Was ist daran total ungeschickt? Was hätte der Journalist, der sicher auch gerne ruhig schläft, unbedingt lassen sollen? Es beginnt mit «Bo». Und es hat weder mit DJ Bobo noch mit «Bonding mit der Tochter» zu tun, sondern ... 

Genau, Bodyshaming! Schon mal gehört? Sollte man als Mann einfach unterlassen, sonst gibt's sowas von aufs Dach. Zumal öffentliches Bodyshaming und Fatshaming aktuell sehr bewusst als Zermürbungsstrategie eines politischen Gegners benutzt wird. Siehe Glarner, Andreas. Oder Sargnagel, Stefanie.  Wer dies – gerade als zeitgeistsensibler Journalist – nicht gecheckt hat, ist dumm.

Kein bisschen erstaunlich war deshalb, dass die kleine Kolumne in den frühen Morgenstunden zum Politikum wurde. Marina Weisband von der deutschen Piratenpartei mischte sich ein:

Und weil Marina Weisband 60'000 Twitter-Follower hat, geriet die Sache dann so richtig in Wallung. Sie nahm zwei Wege: 1. Bodyshaming von Frauen, 2. Das Verderben unschuldiger Kinder im Zeitalter zynischer Gewissenlosigkeit. Frauen und Kinder also. Was hatte sich der Autor beim Verfassen seiner Kolumne bloss gedacht? Nichts? Ich will Hass?

Models mimen Familie

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bild: nido

Und so kam das auf Twitter an: 

Gegen Abend reagierte die «Nido»-Redaktion:

«Wir können euren Punkt sehr gut nachvollziehen. Wir haben in der Redaktion auch lange und intensiv darüber diskutiert. Natürlich sind wir für Bodyshaming nicht zu haben. Und natürlich heissen wir Abgrenzung nicht gut. Und trotzdem haben wir uns dafür entschieden, das von einem Autor und Vater vorgeschlagene Thema ins Heft zu heben, ganz einfach, weil es ehrlich ist.

Ja, wir lästern manchmal und manchmal sogar mit unseren Kindern. Wir sind weit davon entfernt​, perfekt zu sein. Aber wir wollten mit dem Text ganz sicher niemandem zu nahe treten. Sollte sich jemand persönlich angegriffen gefühlt haben, dann tut uns das leid.»
Die «Nido»-Redaktion 

Mit grotesk grossem Feingefühl gestaltete sie ihre Message nach der Art konventioneller Todesanzeigen.

Logisch, dass sie sich damit sofort in neue Fettnäpfe stürzte:

Seien wie ehrlich: Journalismus ist heute nur ein anderes Wort für Zynismus. Die Medienlandschaft ist obszön. Das ist nicht schön. Aber wer Mobbing andeutet, kriegt halt die Macht des Mobs zu spüren. Die sozialen Medien sind das neue Korrektiv. Wer das nicht weiss, ist echt naiv. Gute Nacht, «Nido».

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Worin Kinder wirklich ganz miserabel sind: im Verstecken

Blöder Anfängerfehler.

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