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epa05623472 The FOX News jumbotron TV shows the results of the Florida election in Times Square during the 2016 US presidential election in New York, New York, USA, 08 November 2016. Americans vote on Election Day to choose the 45th President of the United States of America to serve from 2017 through 2020.  EPA/JASON SZENES

Live in der Wahlnacht: Fox News auf dem Times Square. Bild: EPA/EPA

Kommentar

Ein Jahr Trump-Wahl: Wie ich den Glauben an die Menschheit verlor

Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten war mehr als ein Erdbeben. Sie hat die politische Tektonik der USA auf den Kopf gestellt. Ein Versuch, das Undenkbare mit Abstand von einem Jahr einzuordnen.



Plötzlich steht man da und versteht die Welt nicht mehr. Man schaut hoch zum gigantischen Videoscreen am New Yorker Times Square, auf dem Fox News in der Wahlnacht sendet. Und erlebt, wie das Lieblingsmedium der Republikaner Donald J. Trump zum Sieger im Bundesstaat Wisconsin erklärt. In diesem Moment weiss man: Er wird es schaffen!

Die anderen Fernsehsender zögern noch, wohl weil sie selbst nicht glauben können, was sich am späten Abend des 8. November 2016 ereignet. Wie die Menschen hier im Herzen von Manhattan, deren Gesichter Fassungslosigkeit und Leere ausdrücken. Wie konnte das passieren?

Des einen Freud ist des anderen Leid ...

Kurz nach Mitternacht steht fest: Donald Trump ist der 45. Präsident der USA.

Wenige Stunden zuvor hatte kaum etwas auf einen solchen Ausgang hingedeutet. Als ich von meiner Airbnb-Absteige in Brooklyn Richtung Manhattan aufbrach, ging ich davon aus, über Hillary Clintons Wahlsieg zu berichten. Zur Entlastung sei angeführt, dass ich nicht allein war. Im Gegenteil: Mit wenigen Ausnahmen gingen alle halbwegs seriösen US-Politauguren von diesem Szenario aus, angefangen beim vermeintlichen Demoskopie-Guru Nate Silver.

Clinton hatte zur grossen Party ins Javits-Kongresszentrum geladen. Mit seinem Glasdach war es der perfekte Ort für die symbolische gläserne Decke, die sie als erste US-Präsidentin durchstossen wollte. Donald Trump hingegen hatte sich mit seinen Getreuen im Hotel Hilton in Midtown verschanzt. Es schien, als würden die beiden damit das Wahlergebnis vorwegnehmen.

Je später der Abend, umso mehr geriet diese Überzeugung ins Wanken. Auf meinem Streifzug durch Manhattan stiess ich auf enthusiastische Trump-Wähler, die überzeugt waren, dass ihr Kandidat Amerika wieder gross machen würde. Eine ähnliche Begeisterung beim Clinton-Anhang war weit und breit nicht zu erkennen. Irgendetwas geschieht hier, musste ich mir eingestehen.

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Video: watson

Die Kurven für Clinton und Trump in Nate Silvers scheinbar narrensicherem Prognose-Modell bewegten sich fast im Minutentakt in die Gegenrichtung. Der am frühen Abend noch klare Vorsprung der Demokratin verwandelte sich in einen Rückstand. Auch die «normalen» Umfragen erwiesen sich als untauglich. Der Republikaner siegte in fast allen Swing States.

Man hätte gewarnt sein müssen

Trumps Siegesrede verfolgte ich auf dem Laptop in Brooklyn. Die Redaktion verlangte nach einer Einschätzung, dabei konnte ich mir selber keinen Reim auf das Geschehen machen. Wie konnte es sein, dass ein aufgeblasenes Grossmaul mit einem gestörten Verhältnis zur Wahrheit, ein Frauengrapscher mit zweifelhaftem Leistungsausweis als Unternehmer die Wahl gewann?

Ich verlor in dieser Nacht nicht nur meinen Glauben an die USA, die ich immer bewundert hatte, sondern an die Menschheit.

So richtig zurückgekehrt ist er bis heute nicht. Dabei hätte man gewarnt sein müssen. In den zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl reiste ich durch die Südstaaten der USA. Sie sind eine Bastion der Republikaner, es war stets klar, dass Trump hier gewinnen würde. Und doch war ich erstaunt, wie frustriert viele Menschen über den Zustand ihres Landes und die Untätigkeit der Classe politique in Washington waren. Und wie sie auf den «Erlöser» hofften.

Kein aalglatter Politiker

Donald Trump verkörperte ihn nicht obwohl, sondern weil er «anders» war, keiner dieser aalglatten Politiker. Er redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Er pfeift auf politische Korrektheit. Er verkauft sich als erfolgreicher Dealmaker, nicht zuletzt dank der Reality-Show «The Apprentice», die ihn über seine Heimatstadt New York hinaus zur national bekannten Figur gemacht hat.

Trumps Amerika

Damit gelang es ihm, ein Wählersegment zu mobilisieren, das sich scheinbar aus dem politischen Prozess abgemeldet hatte: Weisse Menschen mit geringer Bildung, deren gut bezahlte Jobs in der Industrie verschwunden sind und die sich abmühen, den Anschluss an die Mittelklasse zu halten. Ihnen verdankt Trump den – knappen – Sieg in den Staaten des «Rust Belt» wie Wisconsin.

Frustration über Niedergang

Wie gross die Misere dort ist, stellte ich im Wahljahr 2012 selber fest. Ich fuhr damals durch die Kohle- und Stahlreviere im Süden des Bundesstaats Ohio. Die meisten Fabriken standen still, in den Stadtzentren war der Verfall nicht zu übersehen. Ich sprach mit dem Boss einer Stahlarbeiter-Gewerkschaft, die fast alle Mitglieder verloren hatte, und spürte seine Frustration über den Niedergang.

Es war der perfekte Nährboden für einen «Heilsbringer» wie Donald Trump. Trotzdem konnte und wollte ich nicht glauben, dass ein solcher Typ Präsident werden konnte. Seine Wahlchancen seien «gleich null», schrieb ich, nachdem er im Sommer 2015 seine Kandidatur erklärt hatte. Hatte nicht Barack Obama trotz widriger Umstände die Wahl 2012 gewonnen, auch in Ohio?

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Natürlich lag das auch an Hillary Clinton. Sie verkörperte das verhasste Establishment und schleppte zu viele Skandale mit sich herum. Als Wahlkämpferin konnte sie weder ihrem Mann noch Obama das Wasser reichen. Am Ende hatte sie unterschätzt, wie sehr Trumps Slogan «Make America great again» den Nerv der Menschen traf.

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Video: watson

Und nun? Macht er Amerika wieder gross? Bislang ist Präsident Trump vor allem dadurch aufgefallen, dass für ihn keine Schublade zu tief ist, wenn es darum geht, Menschen zu beleidigen. Er feuert jeden Morgen einige Salven auf Twitter ab und mokiert sich dann gegenüber seinen Mitarbeitern, er sei wohl wieder «zu wenig präsidial» gewesen. Wie bei vielen Gerüchten um Trump kann man dazu nur sagen: Ist es nicht wahr, so ist es gut erfunden.

Ein Mann des 20. Jahrhunderts

Das Paradoxe daran: Trotz seines virtuosen Umgangs mit Twitter ist der Präsident ein Mensch des 20. Jahrhunderts. In ihrer Furcht vor den Zumutungen der Gegenwart haben die Amerikaner einen Mann ins Weisse Haus gewählt, der mit dem Wählscheiben-Telefon aufgewachsen ist. Und der China und Mexiko für den Verlust von Millionen Industriejobs verantwortlich macht, die in Wirklichkeit Automatisierung und Digitalisierung zum Opfer gefallen sind.

Auf der Habenseite kann man einwenden, dass Trump in der Sachpolitik bislang kaum Schaden angerichtet hat. Das Gesundheitsgesetz Obamacare existiert noch immer, und zum Atomkrieg mit dem «kleinen Raketenmann» Kim Jong Un ist es (noch) nicht gekommen. Ein Baustart für die Mauer an der Südgrenze, sein wohl wichtigstes Wahlversprechen, ist nicht in Sicht.

Bannons Kriegserklärung

Also alles halb so wild? Das wahre Problem findet man quasi in der zweiten Reihe. Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon, der bei der Mobilisierung der Wähler eine zentrale Rolle spielte, hat dem Establishment der Republikaner den Krieg erklärt. Er will die Partei auf einen stramm rechtsnationalistischen Kurs bringen und ist dabei schon bedenklich weit gekommen.

Bannons Geschichtsverständnis: Krieg ist unausweichlich

Donald Trumps Rolle in diesem Spiel ist diffus. Ist er Mittel zum Zweck oder aktiv daran beteiligt? Er verfügt über kein ideologisch gefestigtes Weltbild und eignet sich auch aus diesem Grund bestens als Projektionsfläche. Seine Beliebtheitswerte sind national auf einem Tiefpunkt, aber der harte Kern seiner Wählerschaft glaubt weiter, dass er das Land zu alter Grösse zurückführen wird.

Donald Trump im Weissen Haus ist eine Anomalie. Werden die USA und ihre Selbstheilungskräfte in der Lage sein, sie zu korrigieren? Früher wäre ich davon überzeugt gewesen. Nach der Erfahrung von vor einem Jahr habe ich den Glauben daran nicht gänzlich verloren. Aber sicher bin ich mir nicht mehr.

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116Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 08.11.2017 16:10
    Highlight Highlight Eines muss man ihm lassen.
    Er hat Systemkritik(er) auf ein neues Level gehoben.

    Ob du dich Links, Rechts oder Diagonal einordnest kommt nicht drauf an.
  • Fabian Mangels 08.11.2017 15:51
    Highlight Highlight Anstrengend, wie Trump immer wieder benutzt wird, um davon abzulenken, dass es in Europa viel schlimmer zugeht, als es in Amerika jemals werden kann. Man kann den Titel daher gern umformulieren, "Wie ich den glauben an die Menschheit verlor, weil ich keine Ahnung von Politik habe und weil mich Europa nicht interessiert und ich mich nur an den Schlagzeilen aufgeile"
    • Juliet Bravo 08.11.2017 16:07
      Highlight Highlight Was ist denn so schlimm hier in Europa?
    • Fabio74 08.11.2017 21:30
      Highlight Highlight Liefere doch mal Fakten was denn sooo schlecht in Europa ist und was Trump gutes in der Welt schafft?
    • sheimers 09.11.2017 07:01
      Highlight Highlight Also mir gefällt es hier in Europa.
  • PrivatePyle 08.11.2017 13:24
    Highlight Highlight Ich erlaube mir mal die kritische Frage zu stellen: Würde denn die Welt heute besser aussehen wenn Clinton gewählt worden wäre?? Am Sieg Trumps sind in allererster Linie die Demokraten schuld, das sollte man immer im Hinterkopf behalten...
    • Alex23 08.11.2017 13:55
      Highlight Highlight Oh je, habe durrr aus Versehen ein Herz gedrückt.
      Ja, Amerika stünde besser da mit Clinton, was ganz einfach daran liegt, dass die USA mit fast jedem besser dastünden als mit dem unfähigen, gemeingefährlichen Psychopathen Trump.
    • Asmodeus 08.11.2017 15:26
      Highlight Highlight Yep. Die USA und die Welt stünden mit Hillary besser da.

      Niemand würde Freudensprünge machen aber man wüsste "es hätte schlimmer kommen können".
    • PrivatePyle 08.11.2017 16:06
      Highlight Highlight @alex23: besten Dank für das Herzchen! Das weiss ich zu schätzen;) sehe das innenpolitisch auch so.
      In Sachen Aussenpolitik trifft "gemeingefährlich" jedoch wohl eher auf Hillary zu...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Majoras Maske 08.11.2017 12:46
    Highlight Highlight Trump ist ohne Zweifel der Worst Case, und seine Nachahmer werden auch nichts verbessern. Aber man muss einfach sagen, dass die Republikaner und die Demokraten gewaltig was falsch machen, wenn so viele Wähler zu Trump gewechselt sind. Aktuell scheinen sieuja die Hausaufgaben wieder nicht zu machen. Für mich ist das ein Zeichen, dass die Demokratie funktioniert, wenn auch nicht so, wie ich es gerne hätte.
    • NWO Schwanzus Longus 08.11.2017 13:20
      Highlight Highlight Ich finde Clinton wäre der Worst Case gewesen in dieser Wahl. Trump wäre gegen Sanders der Worst Case gewesen wäre er nicht übergangen worden.
  • Pirat der dritte 08.11.2017 12:37
    Highlight Highlight Die Wirtschaft boomt, Syrien beruhigt sich und Nordkorea scheint auch unter Kontrolle zu kommen. Die Mauer zu Mexiko ist und bleibt notwendig, da Mexico ein beispielloser Mafiastaat ist. Wo ist das Problem mit Trump? Er ist ein Rüpel, ok - na und .... wenigstens ist er klar und direkt.
    • 4kant 08.11.2017 14:45
      Highlight Highlight "Klar und direkt" ist genau das Problem.
      Das ist nicht so bequem, wie mit Politischemkorrektheitsgeschwafel die Welt schön zu labern. Das erzeugt bei den Realitätsverweigerern links von Trump schmerzhafte, geistige Druckstellen.
    • Tomjumper 08.11.2017 15:02
      Highlight Highlight Etwas klar und direkt Sagen und danach nichts machen, ist eine tolle Leistung.
    • Asmodeus 08.11.2017 15:28
      Highlight Highlight Er lügt klar und direkt. Das muss man ihm lassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gondeli 08.11.2017 12:24
    Highlight Highlight In einer Sache muss man Trump und Bannon recht geben. Der Kampf um unsere Heimat gegen den Islam wird uns noch lange beschäftigen. Und es könnte sehr wohl sehr blutig werden, was es eigentlich auf den zweiten Blick schon ist... Nur (noch) nicht vor unserer Haustür.
    • Fabio74 08.11.2017 21:37
      Highlight Highlight Unser Kampf, ist der Kampf gegen den Hass. Und dieser kommt von Faschisten wie Bannon die glauben Oberwasser zu haben, von Mitläufern die Faschisten wie Orban zujubeln
      Und von Rechten, die gegen Ausländer und Minderheiten treten, weil sie nach oben buckeln müssen.
  • Zarzis 08.11.2017 12:18
    Highlight Highlight Wie konnte das geschehen?
    Einfach, dank Crosscheck!
    http://www.n-tv.de/politik/Wie-bei-US-Wahlen-betrogen-wird-article18316756.html

    Es wird von allen Seiten die einfachste Erklärung ausgeblendet. Seit jahren Bescheissen die Republikaner die Wahlen. Sie Schliessen Systematisch minderheiten aus. Letztes Jahr nur ca. 6Mio.
    Vorallem in Swingstaats wird das gerne angewand.
    Es war ein Betrug mit Ansage, aber keiner will die hässliche Wahrheit aussprechen.
    Aber es ist so. Die Reps tretten die Demokratie mit Füssen um an die Macht zu kommen. Und das seit der etsten Wahl G.W.Bush.
    • Imagine 08.11.2017 16:36
      Highlight Highlight Danke, @Zarzis, auf den Punkt gebracht. Wenn die Wahlgebiete gerechter (resp. nicht zu Gunsten der Republikaner) eingeteilt wären, hätten die Amis diesen Schlamassel heute nicht.
  • Alex23 08.11.2017 12:05
    Highlight Highlight Kann Blunschis Empfindungen der Beklemmungen teilen. Auch oder gerade, weil die Hinwendung vieler Wähler zu dubiosen Heilsbringern oder Parteien mit deutlich nationalistisch verblendeten Inhalten auch in anderen Nationen zu konstatieren ist: Eine Art kleiner Trump in Tschechien, Rechtsruck in Österreich, AFD, Erdogan, Brexit .... Reihenfolge beliebig gewählt.
    Die Demagogen haben gerade Hochkonjunktur.
    • Paddiesli 08.11.2017 13:25
      Highlight Highlight Du hast Berlusconi vergessen, der wieder am Start steht. Ebenfalls ein eingebildeter Oberklasse-Sexist, bekannt für seine Steuerbetrüge und ordinären Ausschweifungen. Und was machen die Italiener? Sie wollen ihn wieder. Bei ihm zusätzlich fatal, weil ihm schon alle grossen Medien gehören.
    • 4kant 08.11.2017 14:48
      Highlight Highlight Fragt sich nur, wer letztendlich hier verblendet ist.

      Nein, eigentlich ist das keine Frage. Verblendet ist immer die unterlegene Minderheit.
      Aber: Aus Mehrheiten können Minderheiten werden. Dann wird das Etikett eben umgeklebt.
    • PrivatePyle 08.11.2017 16:14
      Highlight Highlight @Paddiesli: völliger Quatsch! Die Italienner wollen Berlusconi auf keinen Fall zurück. Weder der Wahlsieg von Mitte-Rechts auf Sizilien noch Cinque Stelle hat was mit Berlusconi zu tun. Der alte Silvio hat den Sieg einfach genutzt um sich in Szene zu setzen.
  • Wald Gänger 08.11.2017 12:03
    Highlight Highlight Rührend, wie Watson es in letzter Zeit nicht mehr fertigbringt, Kritik an sich im Allgemeinen oder an den vermeintlich "grossen Köpfen" wie Blunschi, zuzulassen.
  • rudolf_k 08.11.2017 11:02
    Highlight Highlight Trump ist nur ein Symptom, das Grundproblem ist ein anderes. Das amerikanische System ist mit Filibuster, Gerrymandering etc. völlig blockiert. In wichtigen politischen Fragen vertritt die Mehrheit des Parlaments die gegenteilige Haltung der überragenden Mehrheit der Bevölkerung. Das spielt aber gar keine grosse Rolle, da der Präsident in dieser Blockade nicht viel mehr als ein Verwalter ist - selbst mit einer Mehrheit in beiden Parlamentskammern bringt er kaum tiefgreifende Reformen durch. An die Selbstheilungskräfte glaube ich dann wieder, wenn Big Money aus Washington verbannt wurde.
  • 4kant 08.11.2017 10:41
    Highlight Highlight Die letzten Präsidentschaftswahlen waren gekennzeichnet durch eher knappe Wählerentscheide, angefangen mit Bush gegen Al Gore im Jahre 2000.
    Diese Unentschiedenheit war schon lange ein Vorbote für unbemerkt aufkeimende Alternativen. Das ist in Europa nicht anders mit FN, AfD, PVV, FPÖ, u.v.a.
    Diese Alternativen mussten aufkommen, weil keine etablierte Partei die Interessen des Durchschnittsbürgers mehr vertritt. Oder schlimmer: sie verrieten dessen Interessen sogar (z. B. Agenda 21).
    Deshalb ist Trump das Symptom einer bestens funktionierenden Demokratie, und alles andere als eine Anomalie.
  • Snowy 08.11.2017 10:32
    Highlight Highlight Man kann (und muss) es auch ein Jahr nach der grössten Pleite der Demokraten wiederholen: Diese Niederlage ist in erster Linie dem Establishment der demokratischen Partei anzulasten.

    Clinton war im November 2016 die am meisten gehasste Person in den USA (ob zu Recht oder nicht - es ist nun mal einfach Fakt). Wie kann man nur so hochmutig sein und genau diese Frau aufstellen?? Zumal schon im Vorwahlkampf klar war, dass die Basis NULL Feuer für Clinton hat - ganz im Gegensatz zu Sanders...

    Jede/r andere fähige Demokrat (z.B. Sanders! ) hätte die Wahl gegen Trump gewonnen.
    • Saraina 08.11.2017 19:29
      Highlight Highlight Das Problem von Sanders ist, dass er tatsächlich Links ist. Das finden auch die Demokraten nicht so gut. Mit ihm wäre kein Sieg zu holen gewesen.
  • Amadeus 08.11.2017 10:20
    Highlight Highlight Die Wahl von Donald Trump war tatsächlich ein Ereignis, das man nicht erwartet hat und das unvorhersehbare Konsequenzen haben könnte. Meine Sorge gilt da vor allem der politischen Kultur und Spaltung der Gesellschaft. Mittlerweile ist der Graben zwischen Trump-Anhängern und Gegner fast unüberwindbar. Und die Medien helfen auch noch mit. Damit verunmöglicht man aber sachliche Politik.
    • 4kant 08.11.2017 14:59
      Highlight Highlight Nein, dadurch wird sachliche Politik überhaupt nicht verunmöglicht.
      Das Problem ist nicht der politische Graben an sich. Das Problem ist, dass die Kräfte sich fast ebenbürdig gegenüberstehen und keine Mehrheitsentscheide möglich sind, ohne ein paar Stimmen der Gegenpartei. Der Graben macht Kompromisse schwieriger, ja. Aber das ist nicht weitet tragisch. Das Land wäre zwar handlungsfähiger, wenn das Kräfteverhältnis sich so verschöbe, so dass eine Partei in Kongress und Senat das absolute Mehr inne hätte.
      Aber das würde die Politik nicht unbedingt besser machen, bloss schneller.
    • Tomjumper 09.11.2017 11:30
      Highlight Highlight @4kant Falls es dir entgangen ist, die Republikaner haben in beiden Häusern die Mehrheit.
    • 4kant 09.11.2017 17:25
      Highlight Highlight @Tomjumper
      Ist mir entgangen. Habe meine Überlegung losgelost von der konreten Situation in den USA gemacht.
      Aber das heisst, dass der Graben zu den Demokraten eigentlich jetzt gerade überhaupt keine Rolle spielt. Die Republikaner sind demnach höchsten sich selbst im Wege.
  • Gleis3Kasten9 08.11.2017 10:11
    Highlight Highlight Wir haben zwei Weltkriege überstanden, waren nah am atomaren Weltuntergang und des öfteren auch sonst nah am Ende - da werden die nächsten drei Jahre mit Trump auch vorbei gehen. Vor allem wenn er weiterhin vor allem heisse Luft priduziert.
  • Rick_it 08.11.2017 10:10
    Highlight Highlight Jetzt hat Watson in einem Jahr etwa 400 negative Artikel gegen Trump abgesetzt und nach einem Jahr Präsident geht es der Amerikanischen Wirtschaft um einiges besser, das Volk hat mehr Jobs und die Kriege wurden auch weniger! Der Böse Mann mag zwar ethisch und moralisch hinter dem Mond sein und sicher auch nicht sympathisch aber er hat doch einiges bewirken können! Hätte Obama nach 1 Jahr die Wirtschaft so angekurbelt den Krieg vermindert und mehr Jobs geschaffen hätte er eine Watson Sonderedition bekommen! Trump ist ein schamloser Spinner aber so schlimm ist er nicht. Nicht 400 Artikel schlimm
    • Zarzis 08.11.2017 13:05
      Highlight Highlight WOW, Danke das Sie Obamas Wirtschaftspolitik so Loben. Den das ist der Mann der diesen Erfolg erziehlt hat. Trump hat ausser den Wahlbetrug letztes Jahr nur selbst Lob hinbekommen. Wirtschaftlich läuft immer noch das Programm Obama ab.
    • Tomjumper 08.11.2017 13:23
      Highlight Highlight Welche tiefgreifenen Reformen von Trump haben denn die Wirtschaft so angekurbelt und welche Kriege hat er beendet?
    • Juliet Bravo 08.11.2017 13:29
      Highlight Highlight Dann ist also in Europa Jean-Claude Juncker für den wirtschaftlichen Aufschwung verantwortlich?
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  • IMaki 08.11.2017 09:55
    Highlight Highlight Im Konsum verwahrloste Gesellschaften - zu denen auch die Schweiz gehört - spalten sich zwangläufig in zwei Klassen auf. In jene, die am Konsum teilhat und in jene, die daran nicht (mehr) teilhat. Es genügt, wenn den einen versprochen wird, zu behalten, was man hat, und den anderen, (wieder) dazu zu gehören. Wir sollten uns deshalb hüten, uns über die Amis zu stellen. Die Verarmung nimmt auch hier in erschreckender Weise zu, so wie der Hedonismus. Und die Heilsversprecher der Herrliberger Sekte sind bereit, auf beiden Seiten die Ernte einzufahren. Mithilfe freisinniger Erntehelfer.
    • Proletario 08.11.2017 10:53
      Highlight Highlight @ IMaki: Ich gebe Ihnen vollkommen recht, die Wahrscheinlichkeit, dass von dieser Situation konservative und neoliberale Kräfte profitieren werden, ist sehr hoch. Nun kann man sich fragen, warum dies so ist? Und da muss man dann leider einen sehr kritischen Blick auf unsere linken Parteien werfen, welche schlicht und einfach die Zeichen der Zeit nicht zu erkennen scheinen und komplett an den genannten Bevölkerungsgruppen vorbeipolitisieren. Damit will ich nicht sagen, dass die bürgerlichen Parteien, gute Lösungen anbieten, aber anscheinend fühlen sich die Betroffenen von diesen eher verstanden
    • rudolf_k 08.11.2017 10:57
      Highlight Highlight So ein grenzenloser Schwachsinn. Die Schweiz mit den USA zu vergleichen ist an Absurdität nicht zu übertreffen. Selbst jeder ungefragt Zugewanderte kriegt in der Schweiz (gratis) eine Luxus-Gesundheitsbehandlung, von welchem die armen Amis (ganz zu schweigen vom der Rest der Welt) nur träumen können. Ein Kollege aus Osteuropa hat es kürzlich treffend gesagt: Armut in der Schweiz bedeutet, statt das neuste ein zwei Jahr altes iPhone zu haben.
    • häfi der Spinat 08.11.2017 12:53
      Highlight Highlight "Verarmung" in der Schweiz ist ein, haupsächlich durch die Medien hervorgerufener Phatomschmerz.
      Armut wird sich in der CH dann wieder einstellen, wenn wir weiterhin Tür und Tor offen halte für nicht intergrierbare Zuwanderer, die die Sozialwerke kurzschliessen werden.

      Die Grenzen zu öffnen und gleichzeitig den Wohlstand zu erhalten, geht nicht.
      Wir dürfen entscheiden was uns wichtiger ist.
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  • Asmodeus 08.11.2017 09:49
    Highlight Highlight Wenn es positiv zu erwähnen ist, dass ein Präsident (noch) keinen Atomkrieg vom Zaun gebrochen hat, dann ist das sehr bezeichnend.
    • 4kant 08.11.2017 14:40
      Highlight Highlight Ja, bezeichnend für den Autor.
  • Luca Brasi 08.11.2017 09:46
    Highlight Highlight Keine Sorge, Herr Blunschi. Es gibt ja noch andere Länder auf der Welt. ;)
    Freuen Sie sich doch über eine neue Regierung in Österreich und die kommenden Wahlen in Italien, Russland und Ungarn...Oh...
    Trump könnte in der Tat wieder gewählt werden, da sich die Gegenseite nicht auf einen Kandidaten einigen kann.
    • Angelo C. 08.11.2017 12:34
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen - ein Allzeithoch an der US-Börse wechselt seit einem Jahr mit dem nächsten ab 🤔

      https://www.cash.ch/news/top-news/boersen-ticker-us-boersen-klettern-auf-allzeithochs-1086234
    • Luca Brasi 08.11.2017 13:04
      Highlight Highlight Die Demokraten würden jetzt wahrscheinlich argumentieren, dass die Vorraussetzungen dafür unter Präsident Obama gegeben wurden. 😉
      Ich denke aber, dass auch die Ankündigungen von Steuerreduktionen, etc. eine Rolle spielen könnten. Eine weitere Frage dürfte die Nachhaltigkeit dieses Aufschwungs betreffen.
      Die Frage, ob ein Aufschwung an der Börse wirklich der breiten Bevölkerung zugute kommt oder die Einkommensunterschiede noch akzentuiert, dürfte wohl im Raum stehen bleiben und zu unterschiedlichen Auffassungen der je nach politischem Couleur gefärbten Lagern führen.
    • Tikvaw 08.11.2017 13:14
      Highlight Highlight Das machten die Börsenkurse schon vor Trump und zwar ganz einfach weil die Weltwirtschaft wieder auf Touren kam. Weder Trump noch Obama sind/waren dafür verantwortlich. Wenn überhaupt hatten noch die US-Nationalbanken und die ECB eine gewichtige Rolle.

      https://www.cash.ch/indizes/nasdaq-998356/nai/usd/chart
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  • Sir Jonathan Ive 08.11.2017 09:34
    Highlight Highlight "Kurz nach Mitternacht steht fest: Donald Trump ist der 45. Präsident der USA."

    Fun Fact:
    Donald Trump ist eigentlich der 44. Präsident der Vereinigten Staaten.
    Er tritt nur die 45. nicht konsekutive Präsidentschaft an.

    Grover Cleveland ist nämlich der 22. und der 24. Präsident gleichzeitig, was auch nur in Amerika Sinn machen kann.

    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Presidents_of_the_United_States
    • NWO Schwanzus Longus 08.11.2017 13:16
      Highlight Highlight Ja das stimmt.
  • ATHENA 08.11.2017 09:32
    Highlight Highlight "Wie konnte es sein, dass ein aufgeblasenes Grossmaul mit einem gestörten Verhältnis zur Wahrheit, ein Frauengrapscher mit zweifelhaftem Leistungsausweis als Unternehmer die Wahl gewann?" ... Ja, ich bin auch kein Fan von ihm. Aber ein Kommentar mit Abstand ist das definitiv nicht. (Und damit meine ich nicht nur diese Textstelle.
    • Snowy 08.11.2017 10:25
      Highlight Highlight Was genau stimmt an der Bezeichnung Grossmaul, Lügner, Frauengrapscher und Mensch mit zweifelhaftem Leistungsausweis als Unternehmer nicht?

      Alles mehrfach bewiesen.
    • Burdleferin 08.11.2017 11:38
      Highlight Highlight Deswegen ist es ja auch ein Kommentar.
    • äti 08.11.2017 11:43
      Highlight Highlight ... was exakt ist jetzt falsch am Kommentar?
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  • Wolfsangel 08.11.2017 09:21
    Highlight Highlight Noch nicht mal 1 jahr her gg so rip
  • Triumvir 08.11.2017 09:19
    Highlight Highlight Remember Bernie Sanders!
    • Paddiesli 08.11.2017 13:30
      Highlight Highlight Bernie Sanders ist trotz bester Wahl in meinen Augen einfach zu alt. Bei seinen Auftritten hatte ich oft die Befürchtung, er bricht gleich aus Altersschwäche oder Herzinfarkt zusammen. Wie sollte er dann mit dem Druck erst zurecht kommen, wenn er gewählt worden wär? Man sieht ja den jeweiligen Präsidenten an, wie schnell sie in ihrem Amt altern. Eine jüngere Version von Bernie wäre nötig gewesen.
    • Luca Brasi 08.11.2017 13:44
      Highlight Highlight @Paddiesli: Bei Sanders glaubten Sie er würde zusammenbrechen.
      Wie war das denn bei Clinton?
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    • Paddiesli 08.11.2017 14:37
      Highlight Highlight Hallo Luca,
      das war ein einzelner Schwächeanfall und nicht mit Sanders zu vergleichen. Bei Sanders schien mir das ein Dauerzustand zu sein. Ich möchte ihn damit ja nicht beleidigen, aber ich zweifle, ob er das gesundheitlich durchgestanden hätte - trotz seiner guten Ansichten, die FÜR das Volk sind.
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  • Wald Gänger 08.11.2017 09:17
    Highlight Highlight Das ganze Dilemma der heutigen Politik in a nutshell.
    Blunschi, vollversorgt im Planschbecken des schweizerischen Journalismus, kann einfach nicht begreifen, dass die Menschen im Rust Belt, die glaubten, dass die harte Arbeit ihrer Hände etwas wert ist, nicht Hillary wählten. Und verliert darob gar den Glauben an die Menschheit, weil er noch nie ein Geschichtsbuch in den Händen hielt und darum nicht wissen konnte, dass der Mensch seit ewig einfach der Mensch ist.
    Schön auch das Wording: Clinton hat "geladen", Trump hat sich "verschanzt".
    Armer Blunschi...
    • Fabio74 08.11.2017 21:42
      Highlight Highlight Viel geschrieben, wenig gesagt um deinen Kommentar zusammenzufassen.
      Ja die Menschen im Rustbelt haben Trump gewählt. Mal schauen ob diese Menschen in 3 Jahren dann mehr haben als heute. Ob Trump den Strukturwandel aufhalten kann und umdrehen kann.
      Und wer die marode Infstruktur drüben saniert, wenn er Steuern senkt und damit weniger Geld in der Kasse hat.
    • Wald Gänger 09.11.2017 09:56
      Highlight Highlight Für das, dass ich so wenig gesagt habe, musst du aber viel schreiben, Fabio.
      Darüber hinaus habe ich das starke Gefühl, dass du eigentlich noch nie irgendeinen meiner Kommentare inhaltlich erfassen konntest. Soll ich es in Zukunft mit "einfacher Sprache" versuchen für dich?
  • Perwoll 08.11.2017 09:07
    Highlight Highlight @Blunschi werden auf Watson die Ermittlungen gegen Clinton mit Absicht ignoriert?
    • opwulf 08.11.2017 10:36
      Highlight Highlight Ville: Watson, der Spiegel, die Zeit & FAZ haben über die Anschuldigungen der ex Präsidentin der DMC gegenüber Clintons Wahlteam in den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur berichtet! Erschreckend dass es nur diese Medien sind, aber nicht etwa die NZZ, Süddeutsche, Welt, Blick, oder zB die BBC! Wenn man den Vergleich mit Trump zieht, wo man sich selbst über die Wahl der Krawatte mockiert und dies quer durch den ganzen Medienwald, verwundert einem gewisse Vorwürfe der Simplisten nicht wirklich. Jedoch sprichst du von Ermittlungen! Wurden die vom FBI nicht eingestellt, da gegenstandslos?
    • phreko 08.11.2017 10:52
      Highlight Highlight Von denen Trump die ganze Zeit spricht?
    • äti 08.11.2017 11:44
      Highlight Highlight ... oh, Clinton ist Präsidentin?
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  • thompson 08.11.2017 09:05
    Highlight Highlight war anfangs sommer in den usa und war sehr erfreut, wie die infrastruktur im öffentlichen raum verbessert wird. great again
    • Scaros_2 08.11.2017 10:57
      Highlight Highlight Beispiele?
    • LaPaillade #BringBackHansi 08.11.2017 11:42
      Highlight Highlight Wo und was?
      Welche Infrastruktur? In welchem Staat? Kam die Imitative vom State oder vom Staat (Föderales System).
      Wann wurde die Infrastruktur-Verbesserung initialisiert, wer waren die beteiligten Akteure?
    • zombie woof 08.11.2017 11:59
      Highlight Highlight Welcher oeffentlicher Raum?
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Greta Thunberg zur «Person of the Year» gekürt

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wurde vom US-amerikanischen «Time»-Magazin zur Person des Jahres gekürt. Damit ist sie die jüngste Person, die je mit diesem Titel gewürdigt wurde.

Zur Begründung erklärte das US-Nachrichtenmagazin am Mittwoch, der 16-Jährigen sei es gelungen, «Sorgen über den Planeten in eine weltweite Bewegung zu verwandeln, die einen globalen Wandel verlangt».

Edward Felsenthal, CEO und Chefredaktor des «Time»-Magazins, schrieb zu der Entscheidung auf Twitter:

Thunberg …

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