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epa07282531 Former far-left militant Cesare Battisti (C) arrives escorted by Italian police at Rome's Ciampino airport, Italy, 14 January 2019. Cesare Battisti, 64, a former member of the far-left terrorist group Armed Proletarians for Communism (PAC), was arrested in Bolivia after 38-years as a fugitive of the Italian justice. He is set to serve a life sentence for four murders committed in Italy's 'years of lead' of political violence in the 1970s and 1980s, media reported.  EPA/ETTORE FERRARI

Cesare Battisti ist nach 40 Jahren zurück in seiner Heimat – ihn erwartet eine lebenslängliche Haftstrafe. Bild: EPA/ANSA

«Elender Mörder»: Ex-Linksterrorist Battisti nach 40 Jahren an Italien ausgeliefert



Nach jahrzehntelanger Flucht durch mehrere Länder ist der frühere Linksterrorist Cesare Battisti an Italien ausgeliefert worden. Der einstige Anführer der Gruppe «Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus» landete am Montag in Rom und soll nun in einem Gefängnis auf Sardinien eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüssen.

FILE  - This March 19, 2007 file photo, shows Italian leftist fugitive activist Cesare Battisti, center, as he is escorted by Federal Police officers upon his arrival at Brasilia's airport. Brazil’s federal police announced Thursday, March 12, 2015, tha they have arrested the former Italian militant Cesare Battisti on a judge’s order. The arrest on Thursday of Battisti, who is now being held in Sao Paulo, comes despite his being granted asylum in 2010 by former President Luiz Inacio Lula da Silva and having the Supreme Court approve that asylum in 2013. Battisti had been convicted in Italy for four murders (AP Photo/Eraldo Peres, File)

Battisti in Begleitung brasilianischer Polizisten im Jahr 2007. Bild: AP/AP

Battisti hatte lange Zeit mit Duldung linker Regierungen erst in Frankreich und später in Brasilien gelebt und dabei zwischenzeitlich als Roman-Autor («Le Cargo sentimental») Geld verdient. Er war nach Bolivien entwichen, als der neu gewählte rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Auslieferung als «kleines Geschenk» an Italien angekündigt hatte.

Am Samstag war der 64-Jährige in Santa Cruz in Bolivien festgenommen worden. Auf dem Auslieferungsflug nach Rom wurde er von mindestens zehn Polizisten begleitet.

epa07282591 Italian Deputy Prime Minister and Interior Minister Matteo Salvini (L) and Italian Justice Minister Alfonso Bonafede (R) deliver a joint statement after former far-left militant Cesare Battisti' arrival at Ciampino Airport in Rome, Italy,14 January 2019. Cesare Battisti, 64, a former member of the far-left terrorist group Armed Proletarians for Communism (PAC), was arrested in Bolivia after 38-years as a fugitive of the Italian justice. He is set to serve a life sentence for four murders committed in Italy's 'years of lead' of political violence in the 1970s and 1980s, media reported.  EPA/ALESSANDRO DI MEO

Matteo Salvini (links) mit Alfredo Bonafede Bild: EPA/ANSA

Innenminister Matteo Salvini und Justizminister Alfredo Bonafede kamen eigens zum Flughafen Ciampino. «Die Opfer dieses elenden Mörders werden nicht wieder lebendig, aber nach 40 Jahren ist wenigstens Gerechtigkeit getan», sagte Salvini.

Doch nicht in Rom

Entgegen früheren Plänen soll Battisti seine Strafe nun doch nicht im Rebibbia-Gefängnis in Rom, sondern in Oristano auf Sardinien absitzen, wie Bonafede erklärte.

In Italien war Battisti 1993 in Abwesenheit wegen Mordes verurteilt worden. Da hatte er schon mehrere Jahre Zuflucht in Frankreich gefunden. Als auch die französische Justiz ihn bedrängte, tauchte er 2004 unter, um später in Brasilien wieder aufzutauchen. Auch dort wurde er zeitweise geduldet.

epa06761982 A handout photo made available by 
Flammarion publishing house in Paris on 25 May 2018 shows French writer Fred Vargas posing for photographs. Princess of Asturias Award for Literature announced on 24 May 2018 that French writer Fred Vargas won the Princess of Asturias Award for Literature 2018.  EPA/ASTRID DI CROLLALANZA / FLAMMARION / HANDOUT HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Fred Vargas Bild: EPA/FLAMMARION

Er soll als Mitglied seiner Untergrundgruppe Ende der 1970er Jahre an vier Morden beteiligt gewesen sein. Die Teilnahme am Untergrundkampf gab Battisti zu; er bestritt jedoch, die Morde begangen zu haben.

Unter den Linksextremisten, die in den 70er Jahren Italien mit Terror überzogen, war Battisti keiner der bekanntesten. Seine Flucht durch mehrere Staaten sowie die Unterstützung, die er vor allem in Frankreich zeitweise von Intellektuellen wie der Krimi-Autorin Fred Vargas bekam, machten aber international Schlagzeilen und brachten ihn ins Zentrum politischer Auseinandersetzungen.

Unter dem Schutz Lulas

In Brasilien lebte Battisti im Untergrund, bis er 2007 in Rio de Janeiro gefasst wurde. Zwei Jahre später stimmte Brasiliens Oberster Gerichtshof Battistis Auslieferung an Italien zu. Doch der linksgerichtete Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva lehnte Italiens Antrag auf Auslieferung ab. Er begründete dies damit, dass Battisti Opfer politischer Verfolgung werden könnte.

FILE - In this April 5, 2018 file photo, Brazil's former President Luiz Inacio Lula da Silva waves to supporters, in Sao Bernardo do Campo, Brazil.  Lawyers representing the former leader say they have applied for his release following a legal ruling from a Supreme Court judge. Judge Marco Aurelio ruled Wednesday that individuals who have been convicted, but are at early stage of appeals, should be set free. The judge's decision would apply to da Silva who has been in prison since April and is appealing a conviction for corruption that led to a sentence of just over 12 years in prison.  (AP Photo/Nelson Antoine, File)

Luiz Inácio Lula da Silva Bild: AP/AP

Im Juni 2011 wurde Battisti aus dem Hochsicherheitsgefängnis Papuda in der Nähe von Brasília entlassen, in dem er wegen des italienischen Auslieferungsantrags seit vier Jahren eingesessen hatte. Danach gewährte ihm Brasilien ständiges Aufenthaltsrecht und eine Arbeitsgenehmigung.

Weil Battisti später unter Brasiliens rechtskonservativem Präsidenten Michel Temer die Auslieferung nach Italien drohte, setzte er sich in das vom linksgerichteten Präsidenten Evo Morales regierte Bolivien ab. Dort nahm ihn die Polizei am vergangenen Wochenende fest und lieferte ihn an Italien aus.

Salvini will auch die anderen jagen

Sein Land werde sich bemühen, weitere einstige Terroristen im Ausland aufzuspüren und einzusperren, kündigte Salvini an.

Nach Angaben der Mailänder Zeitung «Corriere della Sera» sollen rund 40 frühere links- und rechtsextremistische Terroristen im Ausland untergetaucht sein, viele von ihnen in Frankreich, wo radikale Linke in den 1980er Jahren unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand gegen das Versprechen politischer Enthaltsamkeit Schutz gefunden hatten. (sda/dpa/afp/reu)

Wie alles begann: Italiener in der Schweiz

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Füdlifingerfritz 15.01.2019 06:21
    Highlight Highlight Hach, da geht mir immer das Herz auf, wenn Linke Politiker und "Intellektuelle" linksextreme Mörder schützen.
  • Kubod 15.01.2019 02:37
    Highlight Highlight Hat keinen umgebracht, war Mitläufer.
    Die Politik bläht den Casus auf, weil er in den Medien bekannt wurde.
    Berlusconi und seine Spezies aus Rom haben so viele auf dem nicht existierenden Gewissen. (Falcone, Borsellino und alle anderen cadaveri eccellenti und all die namenlosen "gemeinen" Toten)
    Es geht wohl darum, zu zeigen, dass man sich nicht gegen das Gesetz der Macht stellen sollte.
    Eine Schande. Berlusconi ist immer noch faltenfrei und geniesst mafiageschützt sein Geld.
    Er hatte die Mittel, sich aus der Schusslinie zu kaufen.

    Play Icon
  • Cédric Wermutstropfen 15.01.2019 02:12
    Highlight Highlight Frankreich hat es wieder einmal (bzw damals) verkackt. Seit Napoléon bekommen die irgendwie auch nichts mehr gebacken. Politisch sind sie auch ziemlich erratisch. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, die haben überhaupt keinen Plan, was sie da überhaupt machen, sowie die in der Weltgeschichte herumeiern - das sucht schon seinesgleichen.
  • Angelo C. 15.01.2019 01:55
    Highlight Highlight Wie man sieht, hat die internationale linke Solidaridät erwartungsgemäss jahrzehntelang optimal funktioniert....

    Honi soit qui mal y pense 😉!
    • FrancoL 15.01.2019 16:57
      Highlight Highlight Ja und wer genau deckt die rechtsextremen Terroristen die der Corriere della Sera erwähnt?
  • FrancoL 15.01.2019 00:46
    Highlight Highlight “Nach Angaben der Mailänder Zeitung «Corriere della Sera» sollen rund 40 frühere links- und rechtsextremistische Terroristen im Ausland untergetaucht sein, . . ."

    Nun wissen wir wer den linken Terroristen Schutz gewährt hat, wie steht es nun mit den rechtsextremistischen Terroristen, die ebenfalls auf der Flucht sind? Haben die sich in Luft aufgelöst? Oder ist da die heutige Regierung in Italien auf einem Auge blind?
    • Scott 15.01.2019 11:06
      Highlight Highlight Welche rechtsextremistischen Terroristen sind denn konkret auf der Flucht?
    • just sayin' 15.01.2019 11:25
      Highlight Highlight https://de.wikipedia.org/wiki/Whataboutism

      zum nachlesen
    • FrancoL 15.01.2019 16:56
      Highlight Highlight Ein Teil der Leute um Freda zB!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scott 15.01.2019 00:06
    Highlight Highlight Linksterroristen gibt's doch nicht. Ah ja stimmt, ist ja bloss ein "Ex".

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