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Katalonien in Aufruhr
quelle: epa/efe / santi donaire
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Liveticker

Katalonien: 90 Prozent stimmen für Unabhängigkeit ++ FC Barcelona beteiligt sich am Streik

Mit einer umstrittenen Volksabstimmung über die Loslösung von Spanien fordert die katalanische Region die Zentralregierung in Madrid heraus.
02.10.2017, 04:1512.10.2017, 11:42

Das Wichtigste

  • Die Katalanen haben beim «illegalen» Referendum mit 90 Prozent für die Abspaltung von Spanien gestimmt. Damit hat die Region laut dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont das Recht auf einen eigenen Staat gewonnen. Die Unabhängigkeit werde innert 48 Stunden ausgerufen. 
  • Die Polizei versuchte am Wahltag mit massiver Gewalt, das Referendum zu verhindern. Laut jüngsten Angaben wurden dabei über 890 Personen verletzt. 
  • Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy rechtfertigte derweil den harten Einsatz der Polizei. Der Rechtsstaat habe sich durchgesetzt. Er appellierte an die katalanische Regionalregierung, nicht mehr weiter diesen Weg zu gehen, der nirgendwo hinführe. Es sei keine Volksabstimmung, «sondern eine Inszenierung» gewesen.
  •  Puigdemont forderte die Europäische Union auf, sich direkt in den Konflikt zwischen Barcelona und Madrid einzuschalten. «Wir sind europäische Bürger und leiden unter Verletzungen von Rechten und Freiheiten». Die EU müsse daher «schnell handeln».
  • Gewerkschaften in Katalonien haben für Dienstag einen Generalstreik angekündigt. 

Wahllokal in Katalonien gewaltsam gestürmt

Video: srf

Die aktuellen Ereignisse:

Liveticker: Referendum in Katalonien

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18:58
FC Barcelona beteiligt sich am Streik
Für Dienstag riefen die wichtigsten Gewerkschaften zu einem Generalstreik gegen die spanische Polizei auf. Nun wird publik – auch der FC Barcelona wird sich daran beteiligen. «Kein Profiteam und auch keine Jugendmannschaften werden morgen trainieren», teilte der Verein mit. Bereits am Sonntag hatte der Club aus Protest Polizeigewalt ohne Zuschauer gegen Las Palmas gespielt.
epa06238902 Players leave the empty Camp Nou stadium after the Spanish Primera Division match between FC Barcelona and UD Las Palmas, in Barcelona, Spain, 01 October 2017. The board of the FC Barcelona decided to play behind closed doors. The club released a statement on their official website which reads: "FC Barcelona condemns the events which have taken place in many parts of Catalonia today in order to prevent its citizens exercising their democratic right to free expression. Given the exceptional nature of events, the Board of Directors have decided that the FC Barcelona first-team game against Las Palmas will be played behind closed doors following the Professional Football League's refusal to postpone the game."  EPA/Alejandro Garcia
Bild: EPA/EFE
17:27
Auch Sigmar Gabriel fordert Gespräche
Der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel meldete sich wie folgt zu Wort: «Die Bilder, die uns gestern aus Spanien erreicht haben, zeigen wie wichtig es ist, die Ekalationsspirale jetzt zu unterbrechen. Ich rufe daher dringend zu Gesprächen auf – Gespräche zwischen beiden Seiten, um zu einer politisch tragfähigen Lösung zu kommen. Es gilt, nun Ruhe zu bewahren, und im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit und der spanischen Verfassung zu handeln.»
German Foreign Minister and Vice Chancellor Sigmar Gabriel arrives to lead the cabinet meeting of the German government at the chancellery in Berlin, Wednesday, Aug. 2, 2017. (AP Photo/Markus Schreiber)
Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE
17:15
Katalanischer Präsident fordert Vermittlung im Konflikt mit Madrid
Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hat eine internationale Vermittlung im Konflikt zwischen Barcelona und Madrid gefordert. Er selbst habe keinen Kontakt zum spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Es müsse ein «Dritter» vermitteln, am sinnvollsten sei ein internationaler Vermittler, sagte Puigdemont. Zudem verlangte Puigdemont von Madrid, alle Polizeieinheiten aus Katalonien abzuziehen. Gleichzeitig müssten Verfahren gegen diejenigen angestrengt werden, die für die Gewalt während der Abstimmung verantwortlich seien, sagte Puigdemont. Ein Sonderausschuss werde die Vorwürfe der Grundrechtsverletzungen prüfen.
epa06239943 Catalan President, Carles Puigdemont, gives a press conference, in Barcelona, northeastern Spain, 02 October 2017. Puigdemont asked for an 'international mediation' to deal with the current situation in Catalonia and claimed for the 'withdrawal of the police forces' deployed in the region. Catalonia held the previous day an independence referendum, that was celebrated in spite of it had been banned by the Constitutional Court. A day after of the illegal referendum, a high tension atmosphere is present between the Catalan Government and the Spanish central Government after the consequent police forces' actions, with an open door to a possible unilateral declaration of independence by the Catalan Government.  EPA/ALBERTO ESTEVEZ
Bild: EPA/EFE
16:32
UNO-Menschenrechtler fordert unabhängige Untersuchung
Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Raad al-Hussein, hat die Regierung in Madrid aufgefordert, die Gewaltakte schnellstens und umfänglich zu untersuchen und den UNO-Menschenrechtsexperten Zutritt zu gewähren. Er sei «sehr beunruhigt über die Gewalt» am Sonntag, erklärte al-Hussein am Montag. Die Reaktion der Polizei müsse «jederzeit verhältnismässig» und der Notwendigkeit entsprechend erfolgen. Von spanischer Seite erwarte er «gründliche, unabhängige und unparteiische Untersuchungen zu allen Gewalttaten». Die Behörden in Madrid müssten Ermittlungen wegen möglichen Fehlverhaltens aufnehmen. (sda)
15:53
«Wir haben keine Stimme»
Die Demonstranten liefen mit einem Schweigemarsch durch Barcelona. Die Aktion stand unter dem Motto: «Wir haben keine Stimme».

Andere Demonstrationszüge sorgten dann doch noch für Stimmung.
15:12
Die katalanische Regierung veröffentlicht Resultate
14:45
Spaniens Börse auf Talfahrt
Nach dem Votum der Katalanen für eine Unabhängigkeit haben die Anleger am Montag den spanischen Finanzmärkten und dem Euro den Rücken gekehrt. «Es ist nicht klar, ob es tatsächlich zu einer Unabhängigkeit der Region kommt. Aber klar ist, dass Spanien vor einer tiefen politischen Krise steht», sagte Analyst Padhraic Garvey von der Bank ING.

Während der deutsche Aktienmarkt sich weiter in Richtung Rekordhoch bewegte, ging die Börse in Madrid in die Knie. Der Leitindex verlor 1,5 Prozent auf 10'223 Zähler. An den Rentenmärkten gerieten die spanischen Staatsanleihen unter die Räder, so dass die Renditen anzogen, was für die Regierung die Refinanzierungskosten erhöht.

«Die Stimmung im Land ist jedenfalls gründlich vergiftet. Es wird dauern, die Wunden des 1. Oktober zu heilen», sagte Ulrich Stephan, Anlagestratege bei der Deutschen Bank. (sda)
epa04505476 A general view of Madrid's Stock Market in Madrid, Spain, 27 November 2014. Spain's main index IBEX 35 rose a 0.11 per cent to 10,656 points at the start of the trading session. EPA/Zipi  EPA/ZIPI
Bild: EPA/EFE
14:35
Spanische Journalisten demonstrieren gegen Zensur
Journalisten des spanischen Senders TVE demonstrieren gegen die Zensur durch ihrer Direktoren bei der Berichterstattung zum Referendum.
14:13
Fliegt der FC Barcelona aus der Liga?
Wie weiter mit dem FC Barcelona, wenn Katalonien unabhängig wird? --> Hier gehts zu den möglichen Szenarien.
epaselect epa06214509 FC Barcelona fans hold signs supporting the Catalan independence referendum during the Spanish Primera Division soccer match between FC Barcelona and SD Eibar at the Camp Nou in Barcelona, Spain, 19 September 2017.  EPA/ALEJANDRO GARCIA
Bild: EPA/EFE
13:55
EU-Kommission: «Gewalt kann nie ein Mittel der Politik sein»
Nach der Gewalt beim Referendum über die Abspaltung Kataloniens von Spanien hat die EU-Kommission alle Beteiligten zu Dialog statt Konfrontation aufgerufen. «Gewalt kann nie ein Mittel der Politik sein», sagte die Sprecher der Kommission. Es sei an der «Zeit für Einheit und Stabilität und nicht für Spaltung und Zersplitterung». Sie kündigte für Montagnachmittag ein Telefonat des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy an. (sda)
12:22
EU-Kommission erklärt Referendum für ungültig
Die EU Kommission hat in einer Stellungnahme erklärt, dass das Unabhängigkeits-Referendum in Katalonien gemäss der spanischen Verfassung nicht legal sei.
12:16
Ein kleiner Blick in die Medien
So berichten spanische Medien über das Katalonien-Referendum
13 Bilder
Spaniens grösste Tageszeitung ist «El Pais». Das linksliberale Blatt titelt:  «Die Regierung verhindert mit Gewalt die Abstimmung über das illegale Referendum.»
Zur Slideshow
12:03
893 Verletzte während Referendum
Gemäss katalanischer Regionalregierung wurden während der Referendumsabstimmung insgesamt 893 Personen verletzt.
11:55
Reportage aus Barcelona
Den Bösewicht gab der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy, der sich nicht entblödete, seine Guardia Civil auf Senioren einprügeln, Wahlurnen beschlagnahmen und das Internet zensieren zu lassen. Flankiert wurde er von einer Handvoll spanischer Loyalisten, die in Barcelona mit einem alten Banner der Franco-Diktatur marschierten. Und so stand die katalanische Unabhängigkeitsbewegung als Siegerin fest, bevor die Stimmen ausgezählt waren.

--> Hier gehts zur ganzen Reportage aus Barcelona von Pascal Ritter
10:12
Chef der katalanischen Regionalregierung beruft Sondersitzung ein
Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, hat für den Montagvormittag eine Sondersitzung der Regierung einberufen. Das Treffen solle um 10.30 Uhr hinter verschlossenen Türen stattfinden, berichteten spanische Medien.

Die Regionalregierung hatte am späten Sonntagabend nach dem umstrittenen Referendum zur Unabhängigkeit der Region mitgeteilt, mehr als zwei Millionen der 5,3 Millionen Wahlberechtigten hätten an der Abstimmung teilgenommen.

Von ihnen hätten sich 90 Prozent für die Abspaltung von Spanien ausgesprochen. Nach den Worten von Puigdemont hat Katalonien damit «das Recht gewonnen», einen unabhängigen Staat zu gründen. (sda/dpa)
Catalan President Carles Puigdemont, centre, speaks to the media at a sports center, assigned to be a polling station by the Catalan government and where Puigdemont was originally expected to vote, in Sant Julia de Ramis, near Girona, Spain, Sunday, Oct. 1, 2017. Scuffles earlier erupted as voters protested as dozens of anti-rioting police broke into a polling station. (AP Photo/Francisco Seco)
Bild: Francisco Seco/AP/KEYSTONE
8:29
Referendum belastet den Euro
Der Euro ist nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum an den Devisenmärkten unter Druck geraten. Die EU-Gemeinschaftswährung rutschte kurzerhand ab auf 1,1776 Dollar. Der Kurs erholte sich später wieder auf 1,1793 Dollar, ein Minus von knapp 0,2 Prozent.
6:49
[KOMMENTAR] Aufruhr in Katalonien: Sucht endlich den Kompromiss
«Die hässliche Situation in Katalonien ist das Ergebnis einer Eskalation, die der Katalane Carles Puigdemont und Spaniens Mariano Rajoy zuliessen. Statt Dialog setzen beide auf Konfrontation. Das muss sich ändern. »

Hier gehts zum Kommentar von Spiegel-Autor Claus Hecking
05:35
Europäische Staatschefs schweigen weiter
Nach den schweren Krawallen bleiben die europäischen Staatschefs bislang mehrheitlich stumm. Belgiens Premierminister Charles Michel war einer der wenigen, der sich kritisch äusserte.




Der gescheiterte deutsche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gab ebenfalls seine Meinung ab:


Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, kritisierte das Vorgehen des spanischen Staats: «Die spanische Regierung befördert mit Gewalt das, was sie verhindern will», erklärte er. Der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbin, warf der spanischen Polizei «schockierende Gewalt gegen die Bürger» vor.
04:36
Spanische Polizei feiert sich auf Twitter
Unzählige Polizisten prügelten am Sonntag mit Schlagstöcken auf Stimmbürger in Katalonien ein, über 800 Menschen wurden verletzt. Auf Twitter feiert die spanische Polizei den Einsatz. «Das war unser Tag, wir sehen uns morgen wieder», steht in einem Tweet der Policia National.

03:30
Tausende singen Anti-Franco-Lied
In der Nacht haben sich auf dem Plaça de Catalunya tausende Menschen versammelt, um den Triumph beim Referendum zu feiern. Sie sangen gemeinsam «L'Estanca», ein berühmtes katalanisches Lied gegen den früheren Diktator Franco.

02:00
«Wer ist der Diktator?»: Maduro stichelt gegen spanische Regierung
Nach den harten Polizeieinsätzen in Katalonien hat Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro die frühere Kritik von Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy zurückgewiesen. «Wer ist der Diktator?», stichelte er.

Bei dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens habe es am Sonntag brutale Repression gegeben, sagte Maduro im venezolanischen Fernsehen. Mitte Juli habe seine Regierung dagegen immerhin ein nicht anerkanntes Plebiszit der Opposition zugelassen.
epa06235277 A handout photo made available by Miraflores Press shows Venezuelan President Nicolas Maduro speaking during a televised address, in Caracas, Venezuela, 29 September 2017. 
Venezuelan President Nicolas Maduro was critical of the Spanish Prime Minister Mariano Rajoy statements. Maduro has faced international criticism that he has turned Venezuela into a dictatorship and for the ongoing humanitarian crisis in the country.  EPA/PRESS MIRAFLORES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: EPA/PRESS MIRAFLORES / EFE
00:40
90 Prozent der Wähler für Abspaltung von Spanien
Beim umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien haben sich nach Angaben der regionalen Behörden 90 Prozent der Wähler für eine Loslösung von Spanien ausgesprochen.

Nur knapp sieben Prozent der Wähler stimmten gegen die Loslösung von Spanien.

Die Regierung erklärte, dass knapp 2,3 Millionen Menschen einen Stimmzettel eingelegt hätten. 90 Prozent davon stimmten demnach für die Abspaltung. Die Stimmbeteiligung lag bei 42,3 Prozent. Katalonien zählt insgesamt 5,3 Millionen Wähler.

00:05
Unabhängigkeit wird innert 48 Stunden ausgerufen
Nach der umstrittenen Unabhängigkeitsabstimmung in Katalonien haben sich die Fronten verhärtet. Der katalanische Regierungschef öffnete in einer Ansprache am Sonntagabend die Tür für eine potenzielle Unabhängigkeitserklärung seiner Region.

Mit ihrer Teilnahme am Referendum vom Sonntag haben sich die Katalanen nach Ansicht ihres Regierungschefs Carles Puigdemont das Recht auf Unabhängigkeit erworben. «Mit diesem Tag der Hoffnung und auch des Leidens haben die Bürger von Katalonien, haben wir uns das Recht verdient, einen unabhängigen Staat zu haben», sagte Puigdemont in einer Fernsehansprache. Dieser solle die Form einer Republik erhalten.

Nach Informationen der Zeitung «El País» gewannen die Separatisten die vom Verfassungsgericht in Madrid verbotene Abstimmung mit rund 87 Prozent der Stimmen. Eine offizielle Bestätigung der Ergebnisse gab es nicht. Nach einem vom katalanischen Parlament verabschiedeten «Abspaltungsgesetz» soll die Unabhängigkeit bei einem Sieg des «Ja»-Lagers innerhalb von 48 Stunden ausgerufen werden.
Catalan President Carles Puigdemont, centre, speaks to the media at a sports center, assigned to be a polling station by the Catalan government and where Puigdemont was originally expected to vote, in Sant Julia de Ramis, near Girona, Spain, Sunday, Oct. 1, 2017. Scuffles earlier erupted as voters protested as dozens of anti-rioting police broke into a polling station. (AP Photo/Francisco Seco)
Bild: Francisco Seco/AP/KEYSTONE
23:36
Am Dienstag droht ein Generalstreik
Rund zwei Stunden nach Schliessung der Wahllokale riefen dutzende Gewerkschaften und separatistische Gruppen für Dienstag zu einem Generalstreik in Katalonien auf.

Zu den Initiatoren des Generalstreiks zählen die beiden einflussreichen spanischen Gewerkschaften UGT und CCOO sowie die Bürgerrechtsorganisation Katalanische Nationale Versammlung, die sich für eine Unabhängigkeit der Region einsetzt. 41 weitere politische und soziale Organisationen schlossen sich dem Aufruf an.
22:51
Katalanische Regierung: «Wir haben das Recht auf einen eigenen Staat»
Die katalanische Regionalregierung stuft die umstrittene Abstimmung für eine Unabhängigkeit von Spanien als erfolgreich ein. Die Katalanen hätten das Recht auf einen eigenen Staat gewonnen, teilte die Regionalregierung am späten Sonntagabend nach der Abstimmung mit.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont beansprucht nach Abstimmung über die Abspaltung von Spanien das Recht auf Unabhängigkeit seiner Region. «Wir haben das Recht gewonnen, einen unabhängigen Staat zu haben», sagte Puigdemont in Barcelona. Er machte keine Angaben zum Ergebnis oder zur Wahlbeteiligung. (sda/reu)
22:26
Weinender Piqué
Auch Fussballstar Gerard Piqué vom FC Barcelona hat beim Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien seine Stimme abgegeben. «Ich habe abgestimmt», schrieb der Innenverteidiger im Kurzbotschaftendienst Twitter zu einem Foto aus seinem Wahllokal. Nach der Abstimmung zeigte sich der Fussballstar emotional:




«Ich bin stolz auf Katalonien. Wenn das Nationalteam mich nicht will, verlasse ich es.»
22:21
Generalstreik am Dienstag?
Rund zwei Stunden nach Schliessung der Wahllokale riefen mehrere Gewerkschaften und separatistische Gruppen für Dienstag zu einem Generalstreik in Katalonien auf.
21:23
Ruhiger Abstimmungsverlauf in katalanischer Exklave
Im Gegensatz zu der von Gewalt überschatteten Unabhängigkeitsabstimmung in Katalonien ist der Urnengang in der in Frankreich gelegenen spanischen Exklave Llívia ruhig verlaufen. Von den rund 1500 Einwohnern durften am Sonntag etwa 1000 abstimmen.

Die spanische Gemeinde liegt einige Kilometer hinter der Grenze und ist vom französischen Departement Pyrénées Orientales umgeben. Als Wahllokal diente das Apotheken-Museum.

Llívia, das verwaltungstechnisch zu Katalonien gehört, ist dafür bekannt, eine Unabhängigkeit der Region vom Königreich Spanien zu unterstützen. Vor einigen Tagen hatten die Einwohner aus Kerzen eine riesige katalanische Flagge gebildet. (sda/afp)
21:03
Rajoy verteidigt Vorgehen der Polizei
Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy (Bild), der am Abend das Land zur Einheit aufrief, dankte der Polizei für ihren Einsatz. Die Einheit Spaniens müsse so rasch als möglich wieder hergestellt werden, sagte Rajoy kurz nach Schliessung der Wahllokale vor den Medien in Madrid. Der Rechtsstaat habe sich in Katalonien durchgesetzt, sagte er mit Blick auf den Polizei-Einsatz. Rajoy kündigte an, ein Treffen aller politischen Parteien einzuberufen und die gemeinsame Zukunft zu erörtern.

Er appellierte an die katalanische Regionalregierung, nicht mehr weiter diesen Weg zu gehen, der nirgendwo hinführe. In Katalonien sei ohnehin die grosse Mehrheit der Stimmberechtigten nicht abstimmen gegangen. Es sei keine Volksabstimmung, «sondern eine Inszenierung» gewesen.
epa06238987 Spanish Prime Minister Mariano Rajoy gives a press statement on the Catalonia independence referendum '1-O Referendum' in Madrid, Spain, 01 October 2017. Spanish National Police officers and Civil guards have been deployed to prevent the people from entering to the polling centers to vote in the Catalan independence referendum, that has been banned by the Spanish Constitutional Court, but many people have managed to do it. The police action has provoked clashes between pro-independence people and the police forces in some polling stations.  EPA/JJ GUILLEN
Bild: EPA/EFE
20:43
«Schande Europas»
Die «Unterdrückung durch den spanischen Staat» kritisierte Generalitat-Sprecher Turull als «Schande Europas» und als «internationalen Skandal».

Das Innenministeriums in Madrid teilte mit, Demonstranten hätten Polizisten mit Steinen beworfen. Neun Polizisten und drei Gendarme der Guardia Civil seien verletzt worden. Der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido nannte den Polizeieinsatz «verhältnismässig» und forderte die katalanischen Behörden auf, dem «echten Irrsinn» ein Ende zu setzen.
20:42
2000 Wahllokale sind zur Stimmabgabe offen gestanden
Von den vorgesehenen 2315 Wahllokalen seien nur 319 geschlossen geblieben, sagte der Sprecher der Generalitat genannten Regionalregierung, Jordi Turull, am Sonntagabend.

Die Wahllokale schlossen nach elf Stunden wie vorgesehen um 20.00 Uhr (MESZ). Turull versicherte allerdings, dass diejenigen Stimmberechtigten, die zur Schliessung der Lokale noch in den Schlangen stünden, ihre Stimme würden abgeben dürfen. Die Auszählung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, betonte er.
18:20
EU-Politiker reagieren
Belgiens Premierminister findet deutliche Worte: Gewalt könne nie die Antwort sein, kritisiert Charles Michel das Vorgehen der spanischen Polizei.



Der deutsche SPD-Chef Martin Schulz hat sich ebenfalls kritisch geäussert:
17:37
Mobilisiert wird per WhatsApp
Die gut 5,3 Millionen eingetragenen Wahlberechtigten sollen ihre Stimme bis 20.00 Uhr abgeben dürfen. Wie viele Wahllokale tatsächlich den Wählern offen stehen, ist unklar.

Via WhatsApp versuchen die Organisatoren, die Leute zu mobilisieren. Man will verhindern, dass die Polizei noch mehr Wahlurnen beschlagnahmt.
epa06238250 Spanish National Police officers seize a ballot box during a raid at a health clinic during the '1-O Referendum' in Cappont, Lleida, Catalonia, northeastern Spain, on 01 October 2017. National Police officers and Civil guards have been deployed to seize voting material and to prevent the people from entering to the polling centers and vote in the Catalan independence referendum, that has been banned by the Spanish Constitutional Court, what has provocked clashes between pro-independence people and the police forces in some polling centers.  EPA/Adria Ropero
Bild: EPA/EFE
Hier ein Aufruf, der weiterverbreitet wurde.

16:23
Der Blick ins fast leere Stadion
Trotz der Unruhen beim umstrittenen Referendum findet das Fussballspiel des FC Barcelona gegen UD Las Palmas in diesen Minuten statt.
Barcelona Las Palmas
Das grösste Fussballstadion Europas, das Camp Nou, würde fast 100'000 Zuschauern Platz bieten. An diesem Sonntagnachmittag ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Wegen der Auseinandersetzung rund um das katalanische Unabhängigkeitsreferendum und daraus folgenden Sicherheitsbedenken werden keine Zuschauer ins Stadion gelassen.
16:13
Neue Berichte zu Verletzten
Bei den Polizeiaktionen zur Verhinderung des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums in der spanischen Region Katalonien sind zahlreiche Menschen verletzt worden. Die katalanische Regionalregierung sprach am Sonntagnachmittag von 337 Verletzten.

Die Betroffenen seien überwiegend wegen Schwächeanfällen und leichteren Beschwerden in Kliniken und Gesundheitszentren behandelt worden, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörden der katalanischen Regionalregierung am Sonntag.

Bei 91 sei eine Verletzung bestätigt, darunter eine schwere Augenverletzung, fügte sie hinzu. Auch die Rettungsdienste Kataloniens sprachen von mindestens 91 Verletzten.

Die Betroffenen wurden aufgerufen, bei der katalanischen Polizei Anzeige gegen die staatliche Polizeieinheit Guardia Civil zu erstatten.
epa06238138 Officers of the National Police remove material from a polling center set at Can Vilumara Secondary School in LŽHospitalet Llobregat, Barcelona, Catalonia, northeastern Spain, on 01 October 2017. Spanish National Police officers and Civil guards have been deployed to prevent the people from entering to the polling centers to vote in the Catalan independence referendum, that has been banned by the Spanish Constitutional Court, but many people have managed to do it. The police action has provocked clashes between pro-independence people and the police forces in some polling centers./Quique García  EPA/Quique García
Bild: EPA/EFE
(sda)
15:59
Mit Spanien-Flagge ins Wahllokal
Bei Twitter sehen wir einen jungen Spanier, der sich eine Spanien-Flagge um die Hüften geschlungen hat, um zur Referendums-Abstimmung zu gehen.



Er gibt seine Stimme ab, und marschiert friedlich raus.
15:40
Verwirrung um Barcelona-Spiel
Zuerst hiess es, der FC Barcelona sage sein Heimspiel ab. Nun erreichen uns Meldungen, wonach die Partie als «Geisterspiel» durchgeführt werde.

Hier gehts zur watson-Story.
15:01
Angeblich über 330 Verletzte
Bei den Polizeiaktionen zur Verhinderung des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums in der spanischen Region Katalonien sind nach amtlichen Angaben hunderte Menschen verletzt worden. Die katalanische Regionalregierung sprach am Sonntagnachmittag von 337 Verletzten.

Die Betroffenen wurden aufgerufen, bei der katalanischen Polizei Anzeige gegen die staatliche Polizeieinheit Guardia Civil zu erstatten. Die Rettungsdienste Kataloniens sprachen ihrerseits von mindestens 91 Verletzten.

Zur Verhinderung der Abstimmung hat Madrid rund 4000 staatliche Polizisten nach Katalonien geschickt. Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid wurden auch mindestens elf spanische Polizisten verletzt. Die Einsatzkräfte wurden demnach mit Steinen beworfen.
Spanish riot police shoots rubber bullet straight to people trying to reach a voting site at a school assigned to be a polling station by the Catalan government in Barcelona, Spain, Sunday, 1 Oct. 2017. Spanish riot police have forcefully removed a few hundred would-be voters from several polling stations in Barcelona. (AP Photo/Emilio Morenatti)
Bild: Emilio Morenatti/AP/KEYSTONE
14:56
Spiel des FC Barcelona abgesagt
Jetzt ist es laut Spiegel Online offiziell bestätigt: Das Spiel zwischen dem FC Barcelona und Las Palmas heute im Camp Nou Stadion werde abgesagt.
14:50
Fussballstar Piqué nimmt an Referendum teil
Auch Fussballstar Gerard Piqué vom FC Barcelona hat beim Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien seine Stimme abgegeben. «Ich habe abgestimmt», schrieb der Innenverteidiger am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter zu einem Foto aus seinem Wahllokal.
epa06236468 FC Barcelona's Spanish defender Gerard Pique arrives for a training session at the team's Joan Gamper facilities, in Barcelona, northeastern Spain, on 30 September 2017. FC Barcelona will face Union Deportivo Las Palmas in a Spanish Primera Division League's soccer match on 01 October 2017.  EPA/Alejandro Garcia
Bild: EPA/EFE
«Zusammen lassen wir uns beim Verteidigen der Demokratie nicht aufhalten», fügte der spanische Nationalspieler hinzu. Piqué hatte sich bereits am Donnerstag für die Teilnahme an der umstrittenen Abstimmung ausgesprochen.

Auch die Barça-Legenden Carles Puyol und Xavi Hernandez stellten sich hinter das Referendum. «Abstimmen ist Demokratie!», schrieb Ex-Kapitän Puyol am Sonntag bei Twitter.

Xavi kritisierte in einem Video, das der katalanische Radiosender Rac1 veröffentlichte, das massive Vorgehen der spanischen Polizei gegen das Referendum. «Was heute in Katalonien passiert, ist eine Schande», sagte Xavi auf Katalanisch, Spanisch und Englisch.
FC Barcelona's Xavi Hernandez wipes his eye during a press conference at the Sports Center FC Barcelona Joan Gamper in San Joan Despi, Spain, Thursday, May 21, 2015. Barcelona midfielder Xavi Hernandez says he will leave the Catalan club after 17 trophy-laden seasons in which he set club records for appearances and titles won. The 35-year-old Xavi, who has played 764 matches for Barcelona, says he will cut his contract short by one year and leave after this season to go play for Qatari club Al-Sadd on a two-year contract. (AP Photo/Manu Fernandez)
Bild: Manu Fernandez/AP/KEYSTONE
Es sei «inakzeptabel», dass in einem demokratischen Land die Menschen an der Stimmabgabe gehindert würden. Xavi, der mittlerweile in Katar spielt, versicherte den Unabhängigkeitsbefürwortern seine «ganze Unterstützung».

(sda)
14:00
Elf verletzte Polizisten
Die spanische Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy forderte die katalanische Regionalregierung auf, die vom Verfassungsgericht untersagte Abstimmung zu stoppen, berichtet Spiegel Online.

Das Referendum sei eine «Farce», habe der Vertreter der spanischen Regierung für Katalonien, Enric Millo, gesagt. Carles Puigdemont und seine Regierung seien «allein verantwortlich für alles, was heute passiert ist und was noch passieren könnte, wenn sie diese Farce nicht beenden».

Die spanischen Behörden hätten elf verletzte Polizisten gemeldet. Die Gewalt gehe zumindest vereinzelt von beiden Seiten aus.

Spaniens Innenminister Juan Ignacio Zoido (Archivbild) liess verlauten, das Handeln der Polizei sei angemessen und professionell.
epa06214913 Spanish Interior Minister, Juan Ignacio Zoido, gives a speech during the question time at the Spanish Lower House in Madrid, Spain, 20 September 2017. The session has been focused on the Catalonian referendum and the situation in the region.  EPA/Emilio Naranjo
Bild: EPA/EFE
13:06
Regionalpolizei verweigert den Befehl
Die katalanische Regionalpolizei Mossos d'Esquadra, die in der Region verwurzelt und angesehen ist, war vor dem Referendum Madrid unterstellt worden. Dem Befehl, Schulen und andere Wahllokale abzuriegeln, kam sie am Morgen dennoch nicht nach und blieb passiv.
epa06237401 Catalan Deputy Premier, Oriol Junqueras (L), greets a Catalan policeman or Mosso d'Esquadra as he arrives to the Sant Jordi School to vote in the '1-O Referendum' in Sant Vicent dels Horts, Catalonia, northeastern Spain, on 01 October 2017. Meanwhile, National Police officers and Civil guards have been deployed to prevent the people from entering to the polling centers and vote in the Catalan independence referendum, that has been banned by the Spanish Constitutional Court, what has provocked clashes between pro-independence people and the police forces in some polling centers. EFE/Alejandro Garcia  EPA/ALEJANDRO GARCIA
Bild: EPA/EFE
An vielen Orten war überhaupt keine Polizei zu sehen, und die Wähler standen in langen Schlangen vor den Urnen an. «Bei uns läuft alles rund, die Wahllokale sind offen und die Bürger wollen wählen», sagte der Bürgermeister des Ortes Arenys de Munt nordöstlich von Barcelona der Nachrichtenagentur dpa. «Das ist Demokratie.»

Insgesamt seien 73 Prozent der insgesamt 3215 Wahllokale funktionstüchtig, erklärte der Sprecher der katalanischen Regionalregierung, Jordi Turull. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angabe war zunächst nicht möglich.

(sda)
11:59
Mindestens 38 Verletzte bei Polizeieinsätzen
In Katalonien sind nach Angaben der Rettungskräfte bei Polizeieinsätzen am Rande der Unabhängigkeits-Abstimmung mindestens 38 Menschen verletzt worden. Dabei handle es sich überwiegend um kleinere Verletzungen, erklärten die Rettungskräfte am Sonntag.

Die spanische Polizei ging nach Beginn eines von der Zentralregierung für illegal erklärten Unabhängigkeitsreferendums gewaltsam gegen Demonstranten vor, die Beamte am Betreten von Wahllokalen hindern und den Abtransport beschlagnahmter Wahlurnen verhindern wollten.




Einem Bericht der Zeitung «El Periodico» zufolge setzte die Polizei an einer Kreuzung in Barcelona Gummigeschosse ein. Davon hätten mehrere Menschen berichtet, hiess es.

Der Chef der Regionalregierung Carles Puigdemont sagte, der Einsatz von Schlagstöcken und Gummigeschossen durch die Polizei sei eine «nicht zu rechtfertigende Gewalt». Dies erzeuge ein schreckliches Bild von Spanien.

(sda/afp/reu)
11:27
Polizisten stürmen Wahllokal
Die Polizei stürme immer wieder in Wahllokale und beschlagnahme die Wahlurnen, berichtet Spiegel Online. In der Schule Ramon Llull scheinen die Auseinandersetzungen besonders heftig zu sein.

10:48
Katalonienchef trickst Polizei aus
Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, hat am Sonntag im umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Region seine Stimme abgegeben. Nachdem aus Madrid entsandte Polizeieinheiten sein Wahllokal in dem Ort Sant Julià de Ramis (Provinz Girona) gestürmt hatten, sei der 54-Jährige zur Stimmabgabe in das nahe gelegene Dorf Cornellá de Terri gefahren, berichtete das spanische Fernsehen.
Catalonia's President Carles Puigdemont stands before giving a closing speech during the 'Yes' vote closing campaign in Barcelona, Spain, Friday, Sept. 29, 2017. Catalonia's planned referendum on secession is due be held Sunday by the pro-independence Catalan government but Spain's government calls the vote illegal, since it violates the constitution, and the country's Constitutional Court has ordered it suspended.(AP Photo/Felipe Dana)
Bild: Felipe Dana/AP/KEYSTONE
Bei der Befragung können die Wähler Berichten zufolge in jedem Wahllokal abstimmen, unabhängig davon, wo sie gemeldet sind. Wie mehrfache Stimmabgaben verhindert werden sollen, war unklar.

Puigdemont war im Januar 2016 zum Chef der Generalitat (Regionalregierung) gewählt worden. Im Juni 2017 hatte er bekanntgegeben, dass er am 1. Oktober ein Referendum über die Abspaltung der Region abhalten wolle. Seither hatte er gegen den Widerstand aus Madrid eisern an dem Plan festgehalten.

(sda/dpa)
10:33
Krawalle zwischen Polizisten und Wählern
Die Hoffnungen auf einen friedlichen Ablauf waren vergebens: Mit Beginn des Referendums über Kataloniens Unabhängigkeit kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Wählern.




Pressefotos zeigen, wie Dutzende Polizisten ihre Schilde einsetzen, um den Menschen den Zugang zu den Wahllokalen zu verwehren. Befürworter des Referendums riefen «Wir sind das Volk des Friedens» und «Wir haben keine Angst».

Carles Puyol, ein ehemaliger Spieler des FC Barcelona und Ex-Nationalspieler, schreibt via Twitter, Abstimmen sei Demokratie.

9:33
Beeindruckende Live-Bilder
AZ-Reporter Pascal Ritter ist vor Ort und übermittelt via Twitter packende Eindrücke.



Hier ein Video-Tweet, der zeigt, wie ältere Menschen zum Wahllokal durchgelassen werden.

9:28
Polizei beschlagnahmt Wahlurnen
Zum Auftakt des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien hat die spanische Polizei Wahlurnen und Stimmzettel beschlagnahmt. Die Polizei setze ihren Einsatz fort, erklärte das Innenministerium in Madrid am Sonntagmorgen via Twitter.

In Girona riegelten Polizisten eine als Wahllokal genutzte Sporthalle ab, in der Regionalpräsident Carles Puigdemont seine Stimme abgeben sollte.

Die katalanische Regierung erklärte, Wähler könnten zu jedem offenen Wahllokal gehen, wenn das eigentlich vorgesehene abgeriegelt sei. Zudem würde auch solche Stimmzettel akzeptiert, welche die Wähler zuhause ausgedruckt hätten.

(sda)
07:40
Seperatisten wollen Wahllokale beschützen
Hunderte von Menschen haben sich am Sonntagmorgen rund um die Wahllokale in Katalonien versammelt, um die Gebäude für das an diesem Tag vorgesehene Referendum über die Unabhängigkeit der Region von Spanien zu beschützen. Nach Medienberichten soll damit ein Eingreifen der Polizei verhindert werden.

Die auf Schiffen im Hafen von Barcelona untergebrachten Angehörigen der staatlichen Polizeieinheit Guardia Civil brachen am Morgen in grösseren Fahrzeugkolonnen zu unbekannten Zielen auf.

Das Verfassungsgericht Spaniens hat die von der Regionalregierung Kataloniens ausgerufene Abstimmung verboten. Dagegen halten die Organisatoren an dem Referendum fest und wollen dieses trotz der Gegenmassnahmen der Staatsbehörden durchziehen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Polizei angewiesen, die Wahllokale abzusperren und die Stimmabgabe am Sonntag zu verhindern
Pro-referendum supporters gather at the Escola Industrial, a school listed to be a polling station by the Catalan government, in Barcelona, Spain, Sunday, Oct. 1, 2017. Catalan pro-referendum supporters vowed to ignore a police ultimatum to leave the schools they are occupying to use in a vote seeking independence from Spain.(AP Photo/Felipe Dana)
Bild: Felipe Dana/AP/KEYSTONE
06:30
Menschen stehen Schlange vor Wahllokalen
Trotz strömenden Regens sind bereits auf frühen Morgen unzählige Leute vor den Wahllokalen erschienen. Manche haben gar in Schlafsäcken übernachtet.

Vielerorts friedlich

Auf Fotos war zu sehen, dass die Polizei zum Teil auch Gummigeschosse einsetzte. Mehrere Menschen bluteten im Gesicht, darunter auch ältere Bürger. Die katalanische Regierung sprach von über 330 Verletzten, darunter mehrere Schwerverletzte.

Die Guardia Civil ist seit der Unterdrückung der Region unter dem Franco-Regime in Katalonien äusserst unbeliebt.

Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, erklärte, die Sicherheitskräfte hätten auch Gummigeschosse und Schlagstöcke eingesetzt und sprach von einem «ungerechtfertigten, irrationalen und unverantwortlichen» Gewalteinsatz. Er sagte an die Adresse der Regierung des spanischen Regierungschefs Mariano Rajoy: «Es ist alles gesagt, die Schande wird sie auf ewig begleiten.»

Die Menschen reagierten friedlich auf die Aktionen der Polizei, hielten ihre Hände in die Höhe und stimmten Lieder an. Einige gingen mit Blumen in den Händen auf die Sicherheitskräfte zu. «Wir sind friedliche Leute!», riefen die Bürger in Sprechchören.

Bild: EPA/EPA

An vielen Orten war überhaupt keine Polizei zu sehen, und die Wähler standen in langen Schlangen vor den Urnen an. «Bei uns läuft alles rund, die Wahllokale sind offen und die Bürger wollen wählen», sagte der Bürgermeister des Ortes Arenys de Munt nordöstlich von Barcelona. «Das ist Demokratie.»

Insgesamt seien 73 Prozent der insgesamt 3215 Wahllokale funktionstüchtig, erklärte der Sprecher der katalanischen Regionalregierung, Jordi Turull. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angabe war zunächst nicht möglich.

Puigdemont ist seit Anfang 2016 Chef der Generalitat (Regionalregierung). Im Juni 2017 hatte er bekanntgegeben, dass er am 1. Oktober ein Referendum über die Abspaltung der Region abhalten wolle. Seither hatte er gegen den Widerstand aus Madrid eisern am Plan festgehalten.

Unter Berücksichtigung der Störungsaktionen aus Madrid würde die Abgabe von einer Million Stimmen «einen überragenden Erfolg» darstellen, sagte am Samstag Jordi Sánchez, der Präsident der separatistischen Bürgerinitiative ANC. Bei einem Sieg des «Ja»-Lagers will Barcelona schon in den Tagen nach der Abstimmung die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen.

Zornige Bürger stehen am Sonntag einer Übermacht von Polizisten gegenüber... 
Zornige Bürger stehen am Sonntag einer Übermacht von Polizisten gegenüber... Bild: EPA/EFE

(dsc/sda/dpa/reu)

Spanische Grenzpolizei überwältigt Angreifer

Video: srf/SDA SRF
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