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Seit Januar 2016 keine Bestellungen für den Airbus A380 – jetzt droht das Aus



Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat seinen Rivalen Boeing bei den Flugzeugbestellungen 2017 ein weiteres Mal abgehängt. Während sich die A320neo-Mittelstreckenjets bestens verkauften, sieht es beim weltgrössten Passagierjet A380 aber immer düsterer aus.

Der scheidende Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Fabrice Brégier, fasste am Montag eine weitere Produktionskürzung ins Auge. Verkaufschef John Leahy, kurz vor der Rente, sprach in einer Telefonkonferenz von einem zwangsläufigen Ende der A380-Produktion, falls Grosskundin Emirates keine neuen Maschinen bestellt.

Dabei befindet sich Airbus insgesamt eigentlich im Aufwind. 2017 verbuchte der Hersteller Aufträge über 1109 Verkehrsflugzeuge und damit 197 mehr als sein US-Konkurrent Boeing.

Zwar blieben die Amerikaner mit 763 Auslieferungen auch 2017 der weltgrösste Flugzeugbauer. Airbus gelang mit einer Steigerung von 688 auf 718 ausgelieferte Maschinen dennoch ein eigener Produktionsrekord. Im laufenden Jahr könnten es dann an die 800 Flugzeuge werden, sagte Brégier. Damit würde Airbus endgültig an Boeings Thron rütteln.

Technische Probleme

Noch im Herbst hatte die Airbus-Führung bezweifelt, die angepeilte Marke von gut 700 ausgelieferten Jets 2017 zu schaffen. Grund waren vor allem technische Probleme beim Triebwerksbauer Pratt & Whitney, der Antriebe für den modernisierten Mittelstreckenjet A320neo beisteuert.

Der zu United Technologies gehörende Hersteller musste technische Probleme an seinen neuen Hightech-Antrieben lösen. Die Triebwerke sind massgeblich für den geringeren Treibstoffverbrauch der A320neo verantwortlich, der das Flugzeug für Fluggesellschaften attraktiv macht.

Erneut zeichneten die Mittelstreckenjets für den Löwenanteil bei Aufträgen und Auslieferungen verantwortlich. Airbus verbuchte Bestellungen über 926 «neos» und 128 Jets aus der herkömmlichen A320-Modellfamilie. Für die zweistrahligen Langstreckenjets der Typen A330, A330neo und A350 kamen zusammen nur 57 Aufträge herein.

Stornierungen statt Bestellungen

Beim weltgrössten Passagierjet A380 setzte sich die Flaute fort. 2017 lieferte Airbus 15 Maschinen des Typs aus, verbuchte aber keine einzige Bestellung und kassierte obendrein zwei Stornierungen. Airbus will die Produktion in laufenden Jahr auf 12 Maschinen und im nächsten Jahr auf nur noch acht A380 herunterfahren. Der Konzern könne auf bis zu sechs Flieger pro Jahr heruntergehen, sagte Brégier.

Ohne eine neue Bestellung der Golf-Airline Emirates steht die A380 nach Aussage von Verkaufschef Leahy jedoch über kurz oder lang vor dem Aus. «Ganz ehrlich: Wenn wir keinen Deal mit Emirates aushandeln können, gibt es glaube ich keine andere Wahl, als das Programm zu beenden», sagte er. Emirates sei derzeit wahrscheinlich die einzige Airline im Markt, die für einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren mindestens sechs Flugzeuge jährlich abnehmen könne.

Grosse Flugzeuge kaum gefragt

Boeings Konkurrenzmodell, der Jumbo-Jet 747-8, hat aber ähnliche Absatzprobleme. Er verkauft sich fast nur noch in der Frachtversion. Im Passagiergeschäft setzen Airlines inzwischen vor allem auf mittelgrosse Langstreckenjets wie die Boeing 787 «Dreamliner» und den Airbus A350, die sich auch auf weniger stark gefragten Strecken rentabel einsetzen lassen.

So sieht sich Airbus auf Kurs, von seinem jüngsten Spross A350 von Ende 2018 an monatlich zehn Exemplare auszuliefern. Im abgelaufenen Jahr waren es insgesamt 78 Maschinen.

Brégier und Leahy werden dann nicht mehr an Bord sein. So gibt der 67-jährige Leahy seinen Posten als Verkaufschef Ende Januar nach rund 24 Jahren an den bisherigen Rolls-Royce-Manager Eric Schulz ab. Brégier verlässt den Konzern im ersten Schritt eines Management-Umbaus im Februar. Sein Nachfolger an der Spitze des Verkehrsflugzeug-Geschäfts wird Guillaume Faury, bisher Chef der Hubschrauber-Sparte. (sda/dpa)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Juliet Bravo 16.01.2018 01:04
    Highlight Highlight Das Emirates–Modell scheint langsam an seine Grenzen zu stossen. Wenn es schon gross sein muss und Langstrecke–Langstrecke verbinden soll, reichen 777 vielleicht in Zukunft ganz aus.
  • Don Alejandro 15.01.2018 21:53
    Highlight Highlight Wer hätte das gedacht. Bei den immer mehr steigenden Passagierzahlen und den vielen Hub's eigentlich rätselhaft....
  • Saraina 15.01.2018 12:45
    Highlight Highlight Was ist eigentlich aus dem Verbot, Laptops etc. in der Kabine mitzuführen geworden? Und könnte möglicherweise die eine oder andere Bestellung der betroffenen Airlines zu Boeing gewandert sein, bevor das Verbot letzten Sommer sang- und klanglis aufgehoben wurde?
  • Posersalami 15.01.2018 11:08
    Highlight Highlight Ein kleinerer Flieger wie die A350 XWB ist zwar nicht ganz so effizient wie ein A380, aber dafür einfacher voll zu bekommen. Das ist das Problem beim A380, es gibt einfach nicht so viele Strecken wo der Flieger immer ausgelastet ist.

    Die Zukunft auf der Langstrecke gehört Fliegern wie der A350 XWB oder der 787, also 300-350 Plätze.
  • Dharma Bum(s) 15.01.2018 10:32
    Highlight Highlight A400 und der A380 sind das Schwarze Loch bei der Kasse von Airbus.
  • derEchteElch 15.01.2018 10:31
    Highlight Highlight Der Flieger ist wohl einfach nur zu gross. Man baut ja schliesslich auch nicht immer längere Busse (oder Züge).

    Ist wohl auch der Grund, warum man nie etwas grösseres als die AN-225 baute. Der Bedarf an so grossen Flugzeugen ist gut abgedeckt und nicht viel benötigt..
    • Dharma Bum(s) 15.01.2018 10:48
      Highlight Highlight Der Flieger wurde entwicklet als "Hubs" noch als einziges Zukunftsmodell galten, heute kommt vermehrt die Point-to-Point Stratgien zum Zug, weil die Passagiere Direktflüge wollen.
    • ghawdex 15.01.2018 11:18
      Highlight Highlight Das zu gross wie du es meinst ist nicht direkt das Problem. Oder zumindest nur ein Teil.
      Das andere grosse wird sein, das der A380 2 Triebwerke zu viel hat. Die kommende B777-9 wird nur zwei Triebwerke haben und es werden vermutlich nicht viel weniger Passagiere Platz darin finden wie sie heute in einem A380 transportiert werden. Den in den letzten Jahren hat die Verdichtung von Sitzen pro m2 auch Fortschritte gemacht.
    • El Vals del Obrero 15.01.2018 13:07
      Highlight Highlight Bei Bussen oder Trams oder Zügen gibt es das schon. Früher waren die Trams ja viel kürzer als heute und Doppelgelenk-Trolleybusse gab es schon gar nicht. Und es werden ja laufend Perrons verlängert, damit längere Züge halten können.

      Aber es ist natürlich einfacher, einen Tramtakt von 5 auf 7.5 Minuten zu reduzieren um die längeren Fahrzeuge voll zu kriegen, als eine Flugstrecke nicht mehr einmal täglich anbieten zu können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tilman Fliegel 15.01.2018 10:21
    Highlight Highlight Schade, als Passagier schätze ich den A380 sehr.
    • Franzl 15.01.2018 11:05
      Highlight Highlight Kein Problem, Tilman
      Du kannst noch viele Jahre 380er fliegen auch wenn der nicht mehr hergestellt würde!
    • Juliet Bravo 15.01.2018 14:52
      Highlight Highlight Würde mich interessieren, wie voll oder eben leer die Emirates A380 jeweils von Zürich nach Dubai fliegt.
    • flying kid 15.01.2018 20:08
      Highlight Highlight @ Juliet Bravo
      Mehrheitlich sehr voll. Natürlich ab und zue mal ein Ausreisser wo es eher etwas mager aussieht. Aber die Strecke läuft für Emirates...
    Weitere Antworten anzeigen

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