DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08413612 A women stands outside one of the main cemeteries in Mexico City waiting to visit the graves of her relatives to celebrate Mother's Day, in Mexico City, Mexico, 10 May 2020. These places were closed by the health authorities as a security measure due to the COVID-19 pandemic.  EPA/Jose Pazos

Eine Frau vor einem Friedhof in Mexico City: Die Corona-Pandemie fordert auch indirekte Todesopfer. Bild: EPA

Mexikaner weichen in der Corona-Krise auf gepanschten Schnaps aus – mit fatalen Folgen



Mehr als 40 Menschen sind seit dem vergangenen Wochenende in Mexiko mutmasslich nach dem Konsum verunreinigten Schnapses gestorben. Das geht aus Mitteilungen von Lokalregierungen sowie Medienberichten aus vier verschiedenen Bundesstaaten hervor. In einigen der betroffenen Gegenden ist der Verkauf von Alkohol wegen der Corona-Krise derzeit verboten.

Allein in der Gemeinde Chiconcuautla starben nach einer Mitteilung des Bundesstaates Puebla mehr als 20 Menschen. Diese hatten den Angaben zufolge Refino - eine häufig privat destillierte Art Agavenschnaps - getrunken. Dieser sei in der armen Gegend beliebt, weil er billig sei, sagte der Assistent des örtlichen Bürgermeisters, Eduardo Soto, der Zeitung «La Jornada de Oriente». Berichte über Feiern zum Muttertag am Sonntag wies er zurück.

Die Regierung des benachbarten zentralmexikanischen Morelos meldete 15 Tote. Es seien sieben Behältnisse ohne Kennzeichnung mit insgesamt 86 Litern eines Getränks zweifelhafter Herkunft gefunden worden. In der südostmexikanischen Halbinsel Yucatán gab es nach Berichten der Zeitung «Diario de Yucatán», die sich auf die örtliche Polizei berief, seit vergangenem Freitag insgesamt sieben weitere Todesfälle.

Die Regierung des westlichen Bundesstaates Jalisco teilte in der Nacht zum Mittwoch mit, dass auch dort sechs Todesfälle mutmasslich auf den Konsum gepanschten Schnapses zurückführen seien. Seit dem 26. April waren es dort insgesamt 34 Tote und 80 weitere Menschen, die in Krankenhäusern behandelt werden mussten. In ganz Mexiko starben nach Berechnungen der Zeitung «Reforma» in den vergangenen zwei Wochen rund 100 Menschen, die verunreinigte Getränke zu sich genommen hatten.

Corona-Krise trifft Mexiko hart

Gemein haben die Vorfälle in den verschiedenen Regionen, dass die Behörden sie auf das Trinken von Schnaps zurückführen, der unter unprofessionellen Umständen destilliert wurde. Solche Getränke werden vor allem von armen Menschen konsumiert. Mindestens 685 000 Menschen verloren in Mexiko ihre Arbeitsplätze, seit Ende März zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus der Betrieb in Unternehmen, die als nicht unerlässlich eingestuft wurden, vorübergehend eingestellt wurde. Nicht berücksichtigt ist dabei der informelle Sektor, zu dem 57 Prozent der Arbeit in dem nordamerikanischen Land mit rund 130 Millionen Einwohnern gezählt wird. (sda/dpa)

Video des Tages: Häftlinge wollen sich mit Coronavirus infizieren

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Spritze direkt im Klassenzimmer: So wollen die Kantone die Jungen fürs Impfen motivieren

Seit Anfang dieser Woche können auch 12- bis 15-jährige Jugendliche geimpft werden. Wo schon geimpft wird, sind die Anmeldungen verhalten – auch bei den älteren Jugendlichen. Neben Online-Kampagnen überlegen sich einige Kantone, nun nach den Sommerferien direkt in den Schulen zu impfen.

Seit dieser Woche dürfen sich auch die 12- bis 15-Jährigen zur Covid-Impfung anmelden. Im bevölkerungsreichsten Kanton Zürich liegen 10'000 Pfizer/BioNTech-Dosen für die unter 16-jährigen Impfwilligen bereit. Bis Dienstagmittag wurden rund 6000 Termine gebucht, wie es bei der Zürcher Gesundheitsdirektion auf Anfrage heisst. Ein wirklicher Ansturm auf die freien Termine sieht anders aus.

Ähnlich sieht es auch im Kanton Zug aus. 623 Jugendliche zwischen 12 und 15 hätten sich für die Impfung …

Artikel lesen
Link zum Artikel