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Schiff rechtsextremer Flüchtlingsgegner vor Tunesien blockiert

Schiff rechtsextremer Flüchtlingsgegner vor Tunesien blockiert

07.08.2017, 17:3307.08.2017, 17:56
epa06116017 People take part in the event 'City Flotilla, at Sea Against Racism' in Catania, Sicily Island, Italy, 29 July 2017. Canoes, pedal boats and boats of all kinds are mobilized to b ...
Für die C-Star ist in Tunesien Endstation.Bild: EPA/ANSA

In Tunesien hat sich die mächtige Gewerkschaftszentrale UGTT an der Blockade eines Schiffs rechtsextremer Flüchtlingsgegner aus Deutschland, Frankreich und Italien beteiligt. Der mit dem Friedensnobelpreis 2015 ausgezeichnete Gewerkschaftsdachverband UGTT rief am Montag dazu auf, die Landung der von sogenannten Identitären gecharterten «C-Star» abzuwehren.

Zuvor hatten bereits tunesische Fischer in zwei Häfen verhindert, dass das Schiff dort anlegen konnte.

epa06112799 The far-right group Defend Europe 'C-Star' ship is seen in the port of Famagusta, Northern Cyprus, 27 July 2017. The C-Star is a ship hired by a European far-right movement aimin ...
Bild: EPA/EPA

In dem Gewerkschaftsaufruf hiess es: «Lasst nicht das Rassismus-Schiff die tunesischen Häfen besudeln! Vertreibt sie, wie es eure Brüder in Zarzis und Sfax getan haben!» Die «C-Star» befand sich unterdessen nach Angaben von Tracking-Portalen zur Auswertung maritimer Daten südöstlich des Hafens Sfax am Rand der tunesischen Hoheitsgewässer und bewegte sich nicht.

Seenotretter verfolgt

Die rechtsextreme Identitäre Bewegung will Flüchtlinge und Migranten mit dem Schiff «C-Star» abfangen und in ihre Heimatländer zurückbringen. Am Wochenende verfolgten die Identitären vor der libyschen Küste das zur Seenotrettung eingesetzte Schiff «Aquarius» der beiden Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen.

Über Funk forderten die rechtsextremen Aktivisten die Besatzungen der Aquarius und der Golfo Azzuro der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms auf, das Gebiet im Mittelmeer zu verlassen. Dort ertranken seit 2014 Tausende Menschen, viele gelten als vermisst.

Die Identitären behaupten, dass die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Schleppern zuarbeiten. Diese würden an den Migranten «Millionen» verdienen. In einem Funkspruch hiess es: «Wir werden euch überwachen. Die Zeiten, als niemand sah, was ihr macht, sind vorbei».

An den Flanken der «C-Star» haben die Identitären zwei grosse Banner befestigt, auf denen es in englischer Sprache heisst: «Schluss mit dem Menschenhandel!» und «Ihr werdet Europa nicht zu eurer Heimat machen».

Das Schiff war vergangene Woche im zyprischen Hafen Famagusta festgesetzt worden. Später nahm es Kurs auf Nordafrika.

Internationale Mitglieder

Hinter der Aktion «Defend Europe» stehen deutsche, französische, italienische und schweizerische Mitglieder der Identitären Bewegung. In Deutschland werden die Identitären wegen ihrer völkischen Ideologie vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Rechtsextremisten hatten ihre Kampagne Mitte Mai im Internet gestartet. (sda/afp)

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