DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Oct. 7, 2016 file photo, actress and singer Jennifer Holliday poses for a photo during an interview in New York. Holliday, who will perform at Donald Trump's inaugural welcome concert next week, supported Hillary Clinton in the election and says her decision to participate is not a political statement.. (AP Photo/Richard Drew, File)

Wollte bei Trumps Amtsantritt singen, krebst nun aber zurück: Jennifer Holliday.   Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Nach massiven Protesten – Jennifer Holliday sagt Trump-Konzert wieder ab

Die negativen Schlagzeilen um Trumps Amtseinführung reissen nicht ab. Derweil leistet sich der zukünftige US-Präsident ein Wortgefecht mit einem respektierten Bürgerrechtler. 



Nach heftigen Protesten ihrer Fans hat die afroamerikanische Broadway-Sängerin Jennifer Holliday ihre Teilnahme an einem Konzert zum Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump abgesagt.

In einem auf der Website TheWrap am Samstag veröffentlichten Brief erklärte Holliday, sie habe in einem Artikel gelesen, dass der geplante Auftritt ihren homosexuellen Anhängern das Herz breche. Das wolle sie auf keinen Fall.

Das Organisationskomitee für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung hatte zuvor verkündet, dass die 56-jährige Sängerin als eine der wenigen schwarzen Künstler bei einem für Donnerstag geplanten Konzert am Washingtoner Lincoln Memorial auftreten werde.

Holliday, die schon für Ronald Reagan, Bill Clinton sowie für George Bush und George W. Bush gesungen hatte, hatte zunächst erklärt, sie setze mit dem neuerlichen Auftritt nur ihre «Tradition als Singvogel aller Parteien» fort.

«Falsche Einschätzung»

In den sozialen Netzwerken sorgte ihre Entscheidung jedoch für heftige Reaktionen – insbesondere die homosexuelle Gemeinschaft, in der die Sängerin viele Fans hat, zeigte sich entsetzt. Nun entschuldigte sich Holliday für ihre uninformierte und «falsche Einschätzung». Sie betonte, sie sei insbesondere mit ihren homosexuellen Fans eng verbunden, denen sie in ihrer Karriere viel verdanke.

Das Trump-Team hat Probleme, namhafte Stars für die Amtseinführung des Rechtspopulisten zu finden. Für das Konzert am Donnerstag sagten demnach noch die Country-Stars Toby Keith und Lee Greenwood zu.

Deren Kollege Willie Nelson kündigte derweil für das Frühjahr ein neues Album mit einem Trump-kritischen Song an. Das Lied «Delete and Fast-Forward» spiegle seine Auffassung wider, wie man mit Trump und seiner neuen Regierung umgehen sollte, verriet Nelson dem «Rolling Stone»-Magazin: «Lösche und spule vor, mein Freund/Die Wahlen sind vorbei und niemand gewinnt». (sda/afp)

Streit mit John Lewis

Derweil hat Donald Trump mit einem Tweet erneut für Aufsehen gesorgt. Der zukünftige US-Präsident hat einen Streit mit dem demokratischen Abgeordneten John Lewis vom Zaun gebrochen, der als Beispiel für den Umgang des künftigen Präsidenten mit unliebsamer Kritik politischer Gegner gewertet wird.

FILE - In this Sept. 19, 2016 file photo, Rep. John Lewis, D-Ga., reacts after being presented with the Liberty Medal for his dedication to civil rights during a ceremony in Philadelphia. Colson Whitehead's

Eine wichtige Figur in der Bürgerrechtsbewegung: John Lewis.  Bild: Matt Slocum/AP/KEYSTONE

Wenige Tage vor der Amtseinführung war die Diskussion über Trumps Reaktion in den USA eines der beherrschenden Themen am Wochenende. Der 76-jährige Lewis ist eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung, eine wichtige Figur im Kongress und auch bei den Republikanern sehr anerkannt. Er hatte Trump als illegitimen Präsidenten bezeichnet und das mit einem etwaigen Einfluss Russlands auf die Wahl begründet. Er werde auch nicht zur Inauguration kommen.

Trump antwortete auf Twitter, Lewis solle sich lieber um seinen Bezirk kümmern, in dem alles den Bach runtergehe – ausserdem stehe Lewis für «reden, reden, reden und nur nichts tun».

Auch Republikaner bezeichneten das als ungeschickt. Lewis verbrachte im Kampf für die Gleichheit der Schwarzen viele Tage im Gefängnis und wurde verletzt. Auch ist es sachlich falsch, dass Lewis Wahlbezirk im US-Bundesstaat Georgia, in dem viele Schwarze leben, in schlechtem Zustand wäre. Trumps Reaktion wurde als weiterer Beleg dafür kritisiert, dass er an einem Überwinden gesellschaftlicher Gräben kein Interesse habe.

Der Republikaner Ben Sasse schrieb: «An John Lewis, einen meiner Helden – bitte kommen Sie zur Inauguration. Es geht nicht um einen Mann. Es ist ein Fest der friedlichen Übergabe der Macht.» (cma/sda/dpa)

Donald Trump

Selbst das amerikanische Wappentier ist vor Trump nicht sicher

Link zum Artikel

Trump hat die USA in eine nationale Sicherheitskrise gestürzt

Link zum Artikel

Make America Weak Again: Trump beschleunigt den Niedergang der USA

Link zum Artikel

Trump bleibt Trump: Bei der Richterwahl denkt er nur an sich selbst

Link zum Artikel

«F**k July 4th»: Kritische Stimmen und Proteste gegen Trump am Unabhängigkeitstag

Link zum Artikel

Warum US-Medien besessen sind von Donald Trump

Link zum Artikel

Harry-Potter-Autorin macht sich via Twitter über Donald Trump lustig

Link zum Artikel

Trump kann sein giftiges Erbe auf Jahre hinaus zementieren

Link zum Artikel

Gestern hatte Trump einen «Wow!»-Tag – aber diese Frau könnte ihm den Spass noch verderben

Link zum Artikel

Donald Trump ätzt gegen 2 US-Comedians – und die schiessen so zurück 😅

Link zum Artikel

Harley-Davidson ist nur der Anfang: Wie Trump sich im Handelskrieg verfahren hat

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

38-Jähriger nach Erstürmung des Kapitols zu Haftstrafe verurteilt

Gut ein halbes Jahr nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump ist in Florida Berichten zufolge ein Mann zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 38-Jährige aus Florida hatte zuvor eingeräumt, in das Kapitol eingedrungen zu sein und die Arbeit des Kongresses behindert zu haben, berichtete am Montag unter anderem die Zeitung «Washington Post». Demnach handelt es sich bei diesem Fall um das erste Verfahren eines Schwerverbrechens im …

Artikel lesen
Link zum Artikel