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Chaos in Deutschland wegen Bahn-Streik

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Reisende am Kölner Hauptbahnhof: Erst im Verlauf des Nachmittags wird der Bahnverkehr in Deutschland wieder geregelt ablaufen.Bild: EPA/EPA

Streik in Deutschland: Bahn stellte Fernverkehr ein ++ Auswirkungen auch nach Streik-Ende 

10.12.2018, 06:4710.12.2018, 09:50
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Die Deutsche Bahn hat heute Morgen wegen der Warnstreiks landesweit den Fernverkehr eingestellt. Betroffen seien ICE- und IC-Züge, sagte eine Bahnsprecherin. Im süddeutschen Bundesland Bayern fahren vorerst gar keine Züge mehr. Auch in Nordrhein-Westfalen ist der Zugverkehr komplett eingestellt worden.

Der für 5.00 bis 9.00 Uhr angekündigte bundesweite Warnstreik lief bereits rund eine Stunde früher an. Die Bahn empfahl ihren Kunden, nach Möglichkeit Reisen auf Dienstag zu verlegen.

Mittlerweile ist der Bahnverkehr wieder angelaufen. Es ist aber weiter mit Einschränkungen zu rechnen:

epa07220852 Passengers wait at the railway track during a warning strike in railway operations in Germany at Cologne Central Railway Station in Cologne, Germany, 10 December 2018. The Railway and Tran ...
Nichts geht mehr im Fernverkehr.Bild: EPA/EPA

Die Eisenbahn- und Transportgewerkschaft (EVG) hatte angekündigt, mit einem Streik S-Bahnen wie auch Regional- und Fernzüge lahmlegen zu wollen. Die Auswirkungen würden sich voraussichtlich über den Tag hinziehen. Auch die Güterbahn sei betroffen. Vom Karlsruher Hauptbahnhof fuhr nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kein Zug mehr. In Berlin sollten ab 6.00 Uhr alle S-Bahnen ausfallen, hiess es von der Deutschen Bahn.

Regionen unterschiedlich betroffen

Besonders betroffen war davon zunächst Bayern: In dem Bundesland wurde der Zugverkehr nahezu vollständig eingestellt. Auf der Stammstrecke der Münchner S-Bahn fuhren aber noch einige wenige Züge, wie ein DB-Sprecher sagte.

Weitere regionale Schwerpunkte des Streiks waren laut Bahn der Grossraum Mannheim und die Strecke Karlsruhe-Pforzheim in Baden-Württemberg, der Grossraum Essen/Dortmund in Nordrhein-Westfalen, die Strecke Schwerin-Rostock in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Norddeutschland die Strecke Hamburg-Harburg-Cuxhaven.

Die Frankfurter S-Bahn stellte den Betrieb ein. Bei der Berliner S-Bahn erwartete die Bahn einen «flächendeckenden Ausfall».

Erst am frühen Nachmittag sei eine Rückkehr zum normalen Fahrplan zu erwarten, sagte ein EVG-Sprecher. «Wenn der Fahrplan erst einmal durcheinander ist, dauert das eine Weile, bis alles wieder läuft.» Er kündigte weitere Warnstreiks für die kommenden Tage an, sollte die Bahn kein verbessertes Angebot vorlegen.

Der Streik hat auch Auswirkungen auf den Strassenverkehr: Focus.de meldet mehr als 650 Kilometer Stau in ganz Deutschland. Alleine im Bundesland Nordrhein-Westfalen staut sich der Verkehr gemäss einer Meldung des WDR auf rund 380 Kilometern.  

Perfektes Timing in Berlin: Auf dem S-Bahn-Netz sind heute Morgen die Lautsprecher-Anlagen ausgefallen:

Auch Verbindungen in die Schweiz betroffen

Die SBB rechnen damit, dass auch die Verbindungen mit der Schweiz betroffen sind. Im Onlinefahrplan weist sie bei den betroffenen Zügen darauf hin, dass aufgrund des Streiks mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen ist.

Der Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will damit im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen. Am Samstag hatte die EVG die Tarifverhandlungen für rund 160'000 Beschäftigte abgebrochen. Bei der Lohnerhöhung war der Konzern der Gewerkschaft aus deren Sicht nicht weit genug entgegengekommen. Die Gewerkschaft fordert 7.5 Prozent mehr Geld. Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben ein «7-Prozent-Paket» vorgelegt. Lokführergewerkschaft GDL.

Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis Dienstag gültig bleiben, wie die Bahn mitteilte. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Streiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant. (sda/dpa/afp)

Ein Werbespot spaltet Deutschland:

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MaskedGaijin
10.12.2018 07:48registriert Oktober 2014
Ein Warnstreik von 5.00 bis 9.00 Uhr. Dafür hat die SNCF nur ein müdes lächeln übrig.
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c_meier
10.12.2018 07:56registriert März 2015
es fährt kein Zug nach Irgendwo....

das Vertrauen in die Deutsche Bahn wird nicht gerade gestärkt. wohl wieder einige Tausend, die aufs Auto umsteigen...
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Das Katzenparlament
10.12.2018 08:43registriert April 2015
Der Streik ist und bleibt nun mal die letzte Waffe der lohnabhängigen Arbeitenden. Natürlich ist es unangenehm, wenn der Montag damit beginnt, dass man sich ein alternatives Transportmittel suchen muss. Löhne für ManagerInnen (die notabene meist kein persönliches finanzielles Risiko für internationale Konzerne tragen) stiegen in den letzten Jahren teilweise ins Unermessliche (bei der DB sind es 900'000€/J. + Zusatzleistungen) - in diesem Kontext ist ein Verhandlungsabbruch auch als Zeichen gegen die immer weiter auseinanderklaffende Lohnschere zu werten und in meinen Augen berechtigt.
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