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Skandal um Weinstein beschäftigt nun auch Polizei und Oscar-Akademie



Harvey Weinsteins Glamour-Welt ist in den letzten Tagen zerbrochen. Dutzende Frauen – prominente und weniger prominente – haben von sexuellen Übergriffen berichtet und so ein ziemlich eindeutiges Bild von einem der mächtigsten Männer Hollywoods gezeichnet: Er habe seine Macht und seinen Einfluss ausgenutzt, um Frauen sexuell zu belästigen.

Am Donnerstag hat sich Weinstein – der aus seiner eigenen Produktionsfirma geflogen ist – erstmals zu den Vorwürfen geäussert.

epa06254009 (FILE) - US producer Harvey Weinstein arrives for the Jury Cinecoles ceremony during the 13th annual Marrakech International Film Festival in Marrakech, Morocco, 06 December 2013 (reissued 09 October 2017). According to media reports on 09 October 2017, Hollywood producer Harvey Weinstein was fired from The Weinstein Company, which he co-founded, after additional information surfaced concerning his conduct amid accusations of decades of sexual harassment.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO / POOL

Im Visier der Ermittler: Harvey Weinstein. Bild: EPA/EPA POOL

«Leute, es geht mir nicht gut», sagt der 65-Jährige beim Verlassen des Hauses seiner Tochter in Los Angeles gemäss eines Videos von ABC News. «Aber ich versuche es. Ich muss mir Hilfe besorgen. Wisst ihr was? Wir alle machen Fehler ...»

Zuletzt fügt er an, er hoffe auf eine zweite Chance.

Über einen Sprecher liess Weinstein weiter verbreiten, er habe keine Frauen benachteiligt, die seine Avancen abgelehnt hätten. Zu den Anschuldigungen meint der Sprecher: «Herr Weinstein glaubt, dass er im gegenseitigen Einverständnis gehandelt habe.» 

Doch die Sex-Vorwürfe beschäftigen nun auch die Polizei in New York und London sowie die Oscar-Akademie. Eine eigentlich bereits abgeschlossene Ermittlung gegen Weinstein aus dem Jahr 2004 solle neu aufgerollt werden, sagte eine Sprecherin der New Yorker Polizei am Donnerstag. Es werde untersucht, ob es zusätzliche Beschwerden und Hinweise zu dem Fall gebe. Einzelheiten wollte die Polizei nicht nennen. Laut einem Zeitungsbericht soll es um den Vorwurf der Vergewaltigung gehen.

Auch die Polizei in London erwägt britischen Medien zufolge ein Ermittlungsverfahren gegen den Produzenten. Scotland Yard bestätigte, dass die Polizei den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs prüfe, der von den Kollegen in Liverpool weitergeleitet worden sei. Es handle sich um einen Vorfall aus den 80er Jahren, teilte die Polizei in Liverpool mit, ohne Details zu nennen.

Video: Audiomitschnitt von sexueller Belästigung

abspielen

Video: YouTube/MSNBC

Weinstein soll jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Anscheinend war Weinsteins Verhalten in Hollywood kein Geheimnis. 

Hier sind dafür vier Beweise:

Video: Angelina Graf

Drei Frauen werfen dem 65-Jährigen gar vor, sie vergewaltigt zu haben, wie das Magazin «New Yorker» berichtete. Unter ihnen ist der italienische Filmstar Asia Argento.

Weinstein wehrte sich gegen die Vergewaltigungsvorwürfe. Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung. 

Oscar-Akademie tagt am Samstag

Die Oscar-Akademie in Los Angeles hat mitgeteilt, dass bei einer Dringlichkeitssitzung am Samstag über den möglichen Ausschluss von Weinstein beraten werden solle. Das in Vorwürfen beschriebene Verhalten Weinsteins sei «widerlich, abscheulich und gegensätzlich zu den hohen Standards der Akademie und der kreativen Gemeinschaft, für die sie steht», zitierte der «Hollywood Reporter» aus einem Statement der Academy. (kün/aeg/mlu/sda)

Lindsay Lohan verteidigt Harvey Weinstein in Instagram-Video

Video: Angelina Graf

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • walsi 13.10.2017 05:45
    Highlight Highlight Man sollte nun aber auch nicht überreagieren. Zuerst in Ruhe die Untersuchung abwarten. Es würde mich nicht wundern, wenn sich nun einige Frauen melden die Behaupten von Weinstein genötigt zu worden sein, es aber nicht so war. Die wollen einfach die Gunst der Stunde ausnutzen für ein bisschen mehr Ruhm.
  • elias776 12.10.2017 21:21
    Highlight Highlight Ich hoffe schwer es kommt wenigstens zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 100 Jahre.
  • Flexon 12.10.2017 19:20
    Highlight Highlight Nein, nicht alle machen solche Fehler.
  • Kunibert der Fiese 12.10.2017 19:01
    Highlight Highlight Da hab ich vor jahren mal einen bericht gelesen. Glaube das war im "facts".

    Da war schon zu lesen von seinen machenschaften, jedoch nur die macht und druckausübung auf konkurrenten oder die oscar academy. Das er seine macht auch für sexuelles ausnutzte, erstaunt mich nicht mehr.
  • N. Y. P. D. 12.10.2017 17:59
    Highlight Highlight «Wir alle machen Fehler»
    Fuck you, Weinstein !

    «Leute, es geht mir nicht gut»
    Hoffentlich !

    «Herr Weinstein glaubt, dass er im gegenseitigen Einverständnis gehandelt habe.»
    Fuck you, Anwalt !
    Vergewaltigung in gegenseitigem Einverständnis ? Gibt es nicht.

  • dracului 12.10.2017 17:56
    Highlight Highlight Eine zweite und sogar dritte Chance finde ich wirklich unterstützenswert! Aber für mich gibt es Grenzüberschreitungen, die man nicht dermassen banalisieren darf und eine zweite Chance erhalten sollte. Wer in seiner Abhängigkeitsposition andere Menschen, Kinder und Tiere ausbeutet, begeht keinen Fehler, sondern ein Verbrechen. In den USA begegnet man weissen, reichen Karrieremenschen jedoch mit viel Toleranz und seine Frau kommt irgendwann sicher auch wieder zu Sugardaddy nach Hause.
    • Andi Amo 12.10.2017 21:07
      Highlight Highlight Wieso nur Weissen? Tiger Woods geht's eigentlich auch nicht sehr schlecht obwohl er seine Frau sowas von hintergangen hat! Mehr geht gar nicht und trotzdem läuft der wieder auf Golfplätzen umher als wäre nie etwas gewesen...
    • ChiliForever 13.10.2017 11:18
      Highlight Highlight @Andi Amo: Tiger Woods mag ein A........ sein, das ist aber vielleicht doch etwas anderes als Weinstein und auch nicht strafbar, so viel Zeit für Unterscheidung sollte schon sein...
    • Andi Amo 13.10.2017 23:44
      Highlight Highlight @ThomasHiller
      okay stimmt, hat was.
  • ChiliForever 12.10.2017 17:16
    Highlight Highlight "Wir alle machen Fehler"
    Ja, wenn's ihm einmal passiert wäre und er sich leicht daneben benommen hätte, könnte ich die Aussage akzeptieren.

    Aber so? Nimmt der Drogen? Realitätsstörungen? Für so eine Aussage gleich noch mal drei Jahre mehr...
    • Kunibert der Fiese 12.10.2017 20:09
      Highlight Highlight "Wir alle machen fehler" 30 jahre lang, systematisch... jaja genau😑

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