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«Wie heissen die 12 Apostel?»: Christliche Asylbewerber in England müssen «Bibel-Quiz» bestehen



Wer in seiner Hemat wegen seiner Religion verfolgt wird, erhält in der Regel Asyl, so auch in der Schweiz. Doch wie beweisen, dass man tatsächlich einer bestimmten Glaubensgemeinschaft angehört? In Grossbritannien machen es sich manche Migrationsbeamte offenbar sehr einfach: Sie unterziehen angeblich christliche Asylbewerber, vor allem aus muslimischen Ländern, einem «Bibel-Quiz».

Dies geht aus dem Bericht einer parteiübergreifenden britischen parlamentarischen Gruppe für Religionsfreiheit hervor. Demnach werden unter anderem folgende Fragen gestellt:

Wie heissen die zwölf Apostel?

Wann ist Pfingsten?

Aus wievielen Büchern besteht die Bibel?

Wer verriet Jesus an die Römer?

Wieviele Kapitel enthält das Johannesevangelium?

Was ist Aschermittwoch?

Die fragwürdige Praxis soll dazu geführt haben, dass sich christliche Asylbewerber wie auf eine Prüfung vorbereiten und möglichst viele Fakten über das Christentum auswendig lernen. Dasselbe tun offenbar einige Migrationsbeamte, welche die Antworten auf diese Fragen selbst nicht kennen, sie vor der Befragung noch kurz googlen und dann auf einem Spickzettel notieren. 

Selbst Einwanderungsrichter verfügen offenbar nicht unbedingt über das nötige Fachwissen: Einer lehnte die Beschwerde eines indischen Katholiken ab, weil dieser das freitägliche Fleischverbot nicht kannte. Schliesslich kam ein katholischer Pfarrer dem Asylbewerber zur Hilfe, indem er erklärte, das sei selbst unter sehr frommen Katholiken Indiens völlig normal. Der Fall zeige beispielhaft, wie ein Richter eine Entscheidung aufgrund seines subjektiven Verständnisses des Katholizismus fälle, heisst es in dem Bericht.

Wie die Überprüfung der Religionszugehörigkeit bei entsprechenden Asylanträgen in der Schweiz ablaufen, will das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage von watson nicht im Detail erläutern. «Eine asylsuchende Person muss ihre Vorbringen – dazu gehört auch eine Konversion und allfällige diesbezügliche Verfolgungsmassnahmen bzw. Befürchtungen – glaubhaft machen», erklärt SEM-Sprecherin Brigit Zuber und verweist auf das Handbuch Asyl und Rückkehr, wo es zum Beispiel heisst:

«Gemäss Rechtsprechung ist die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlichen Verfolgung gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung.»

Die Überprüfung werde in der Regel durch Sachbearbeiter des SEM vorgenommen. Diese könnten aber im Bedarfsfall Experten beiziehen.

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