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Saudischer Dissident betritt saudisches Konsulat – und verschwindet spurlos

04.10.2018, 08:4824.10.2018, 13:42

Das Rätselraten um den verschwundenen saudiarabischen Regierungskritiker und Journalisten Jamal Khashoggi hält an. Die saudiarabischen Behörden erklärten am Donnerstag, Khashoggi habe das Konsulat des Landes in Istanbul verlassen, bevor er verschwunden sei. Ein Sprecher der türkischen Präsidentschaft sagte dagegen, der Journalist befinde sich offenbar immer noch in dem Gebäude.

Der 59-jährige Khashoggi, der unter anderem Meinungsbeiträge für die angesehene US-Zeitung «Washington Post» schreibt, war am Dienstag in das saudiarabische Konsulat in Istanbul gegangen. Der bekannte Kritiker von Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman benötigte Papiere, um seine türkische Verlobte heiraten zu können. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Das saudiarabische Konsulat in Istanbul.
Das saudiarabische Konsulat in Istanbul.Bild: AP/AP

Die saudiarabischen Behörden erklärten nun, das Konsulat arbeite mit den türkischen Behörden zusammen, um die Umstände von Khashoggis Verschwinden, «nachdem er das Konsulatsgebäude verlassen hat», aufzuklären.

Der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalin sagte dagegen: «Laut den Informationen, die uns vorliegen, befindet sich der saudiarabische Staatsbürger immer noch im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul».

Der frühere Regierungsberater Khashoggi war vergangenes Jahr aus Furcht vor einer Festnahme ins US-Exil gegangen. Er hatte wiederholt die Politik des mächtigen Kronprinzen bin Salman sowie die Militärintervention des saudiarabischen Königreichs im Jemen kritisiert. Bin Salman hat zwar weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen eingeleitet, doch geht er mit harter Hand gegen Kritiker und Oppositionelle vor.

Khashoggis Verschwinden hat auch die USA auf den Plan gerufen: Das US-Aussenministerium erklärte, sich um weitere Informationen zu dem Fall zu bemühen. (sda/afp)

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Video: srf
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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dirk Leinher
04.10.2018 12:27registriert Februar 2017
Wo sind die Rufe nach Sanktionen oder Bombardierung Riads? Nicht dass ich es richtig fände aber wenn sowas zum Beispiel in einer Botschaft Russlands passieren würde, wären die Urteile schnell gefällt.
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