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Spanien

Amnestie für katalanische Separatisten in Spanien in Kraft

Umstrittene Amnestie für katalanische Separatisten in Kraft getreten

11.06.2024, 09:5011.06.2024, 09:50

Die umstrittene Amnestie für katalanische Separatisten ist am Dienstag in Kraft getreten. Das «Gesetz für die institutionelle, politische und soziale Normalisierung in Katalonien» wurde am Dienstag im spanischen Amtsblatt veröffentlicht.

Damit können Separatisten, die vor der spanischen Justiz ins Ausland geflüchtet waren, allen voran der frühere Regionalregierungschef Carles Puigdemont, auf eine Rückkehr in die Heimat hoffen, ohne dort eine Festnahme befürchten zu müssen. Zuvor müsste die Justiz jedoch Haftbefehle aufheben, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. Der Verabschiedung des Amnestiegesetzes im Parlament Ende Mai waren hitzige Debatten und mehrere Abstimmungen in beiden Parlamentshäusern vorangegangen.

epa11382409 Former Catalan Regional President Carles Puigdemont speaks to the media in Brussels, Belgium, 31 May 2024. Puigdemont's appearance comes a day after the Amnesty Law was approved in Sp ...
Darf auf eine Rückkehr hoffen: Carles Puigdemont.Bild: keystone

Die Amnestie und andere Zugeständnisse hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez den «Catalanistas» zugesagt, um sich die Stimmen von zwei separatistischen Parteien für seine Wiederwahl im November zu sichern. Die liberale Junts von Separatistenführer Puigdemont und die linke ERC streben beide weiterhin die Abspaltung Kataloniens von Spanien an. Sánchez möchte das aber verhindern und den Konflikt durch Dialog entschärfen.

Die Amnestiepläne hatten in den vergangenen Monaten in der viertgrössten EU-Volkswirtschaft viel Unmut ausgelöst. Es gab Proteste mit Tausenden Teilnehmern. Oppositionsführer Alberto Núñez Feijoó von der konservativen Volkspartei PP bezeichnete die Massnahme als «nationale Schande» und «internationale Blamage». Sánchez warf er politische «Korruption» vor, da er sich mit der Amnestie seine Wiederwahl «erkauft» habe.

Die Amnestie gilt für alle, die im Zusammenhang mit den Unabhängigkeitsbestrebungen seit 2012 mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Nur wenige Verbrechen wie Terrorismus sind ausgeschlossen.

Zu den gut 400 Begünstigten zählt auch Puigdemont, unter dessen Ägide Katalonien nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum und einem Beschluss zur Abspaltung von Spanien im Herbst 2017 ins Chaos gestürzt war. Die damalige konservative Zentralregierung setzte die Region unter Zwangsverwaltung. Puigdemont konnte mit einigen Mitstreitern fliehen und lebt seither in Belgien im Exil. (rbu/sda/dpa)

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