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Puigdemont will zurück nach Katalonien: «Ich bin der Präsident – und ich werde es bleiben»



Der von Madrid entmachtete Regierungschef Kataloniens, Carles Puigdemont, hat nach dem Wahlsieg der Separatisten die spanische Regierung darum gebeten, bald heimkehren zu dürfen. «Ich möchte so schnell wie möglich nach Katalonien zurückkehren.»

Puigdemont sagte am Samstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters weiter: «Das wären gute Nachrichten für Spanien.» Er wäre gerne noch vor der Eröffnungssitzung des Regionalparlaments am 23. Januar wieder in Katalonien.

«Ich bin der Präsident der Regionalregierung und ich werde der Präsident bleiben, wenn der spanische Staat die Ergebnisse der Wahl respektiert», ergänzte er.

Puigdemont sei bereit, sich jeden Vorschlag von Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy anzuhören, auch wenn dieser kein Angebot für eine Unabhängigkeit der Region enthalte. «Sollte der spanische Staat eine Anregung haben, sollten wir hinhören», sagte Puigdemont, der einen Dialog zwischen gleichberechtigten Partnern fordert.

epa06402884 Ousted Catalan leader Carles Puigdemont smiles at the end of a press conference after the Catalunia's election results, at the Press Club in Brussels, Belgium, 22 December 2017. Ciutadans, Catalan faction of Ciudadanos party, was the most voted party, with 37 seats, in the Catalan regional elections the previous day. While the pro Spanish union parties obtained a total of 57 seats between Ciudadanos, 37, Socialist party, 17, and People's Party (PP), 3; the pro-independence parties obtained 40 seats divided between left wing pro-independence ERC party, 32, right wing pro-independence Junts per Catalunya, 34, and extreme left wing pro-independence CUP party, 4. Parties will have to negotiate to form Government before 06 February 2018 to avoid new elections.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Carles Puigdemont will zurück Bild: EPA/EPA

Gespräche ja, aber …

Nach der Wahl in Katalonien wollten Rajoy und die Separatisten aufeinander zugehen. Gleichzeitig stellten sowohl Rajoy als auch Puigdemont aber am Freitag Bedingungen für Verhandlungen.

Während der Ministerpräsident eine erneute Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens kategorisch ablehnte, sieht Puigdemont die Separatisten durch ihren Wahlsieg bestätigt. Sie errangen trotz leichter Verluste erneut die absolute Mehrheit und fügten damit Rajoy eine krachende Niederlage zu.

Spain's Prime Minister Mariano Rajoy pauses during a news conference in Madrid, Spain, Friday, Dec. 22, 2017. Catalonia's secessionist parties won enough votes Thursday to regain a slim majority in the regional parliament and give new momentum to their political struggle for independence from Spain. (AP Photo/Paul White)

Wie weiter mit Katalonien? Spaniens Premierminister Mariano Rajoy Bild: AP/AP

Rajoy bot der künftigen Regionalregierung eine Zusammenarbeit an, liess aber offen, ob er damit seinen Gegenspieler Puigdemont meinte. Dieser ist vor Ermittlungen der spanischen Justiz ins belgische Exil geflüchtet.

Puigdemont zeigte sich bereit zu Verhandlungen mit Rajoy. Allerdings verlangte er Garantien für eine Straffreiheit, sollte er nach Spanien zurückkehren. Ihm droht eine Haftstrafe, da er mit der Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens vergangenen Oktober gegen die spanische Verfassung verstossen hatte. Rajoy hatte daraufhin seine Entmachtung durchgesetzt. (sda/reu)

Das weinigste «Wein doch!»

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Video: watson/Michelle Marti, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gogl Vogl 24.12.2017 05:50
    Highlight Highlight Bei Gesprächen hilft es ungemein, wenn man sich die Inputs seines Kontrahenten anhört ohne bereits eine Gegenargumentation aufzubauen. Sonst hört man ja nicht aktiv zu. Jungs, erstmal das schaffen, dann handeln und es kommt auch was gescheites zu Stande. Mehr Sturköpfe braucht die Welt nicht, sondern Lösungen. Lösungsorinentiert, nicht problemfixiert. Das ist der Weg, den es einzuschlagen gilt.
  • FrancoL 23.12.2017 22:01
    Highlight Highlight Sorry: Das sind doch 2 Knalltüten, beide nicht brauchbar für ein wichtiges Amt.
    Rajoy sollte die demokratischen Regeln beherzigen und das Resultat mit der üblichen Fairness akzeptieren.
    Puigdemont sollte entweder eine gewisse Flexibilität in der Sache andeuten oder nicht den Heuchler spielen, indem er zwar sich zwar zu Verhandlungen bereit erklärt in der Sache aber kein Jota von der Separation abweicht. Mit einem solchen Verhalten macht er sich strafrechtlich klar strafbar und wird wohl bis auf Weiteres nicht in Spanien erscheinen.
    Es sollte auch Puigdemont klar sein dass die Verfassung gilt.
    • rodolofo 24.12.2017 10:58
      Highlight Highlight FrancoL Presidente!
      Auch wenn der im Neckname enthaltene Name Franco für die Katalanen eine Kröte sein dürfte, welche sie aber im Namen der "Grösseren Sache" schlucken müssten.
    • rodolofo 24.12.2017 11:03
      Highlight Highlight @ R. Peter
      Solange die Katalanische Gesellschaft dermassen "gespalten" ist und die Separatisten nur über eine knappe Mehrheit verfügen, sind Radikal-Lösungen nicht angesagt, da sie ca. die Hälfte der Gesellschaft gegen sich aufbringen würden.
      Das ist "Demokratie für Fortgeschrittene" und gilt auch für unsere Rechtsbürgerliche, knappe Mehrheit und für die Republikanische, äusserst knappe Mehrheit in den USA, welche noch dazu nicht einmal auf einer zahlenmässigen Mehrheit beruht, sondern nur auf einer Mehrheit bei den Wahlmännern...
    • FrancoL 24.12.2017 11:04
      Highlight Highlight NEIN! Noch immer gilt dass eine Verfassung durch die Mehrheit der Bürger abgeändert werden kann das ist eines der höchsten demokratischen Prinzipien! Spanien ist nicht die EU, die Szenerien für einen Austritt in den Statuten festhält.
      Ich muss mich schon wundern wie Kommentatoren wie Du die Verfassung missachten und ihr garde mal keine Wert beimessen.
      Sollte dies Schule machen dann brauchen wir gar keine Verfassungen, wenn eh jeder das machen kann was er will. Katalonien ist nicht Spanien und 53% der Katalanen sind erst recht nicht Spanien! Irre dieser Umgang mit der Verfassung.
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