International
Spanien

Carles Puigdemont will zurück nach Katalonien: «Ich bin der Präsident»

Puigdemont will zurück nach Katalonien: «Ich bin der Präsident – und ich werde es bleiben»

23.12.2017, 21:0023.12.2017, 21:12
Mehr «International»

Der von Madrid entmachtete Regierungschef Kataloniens, Carles Puigdemont, hat nach dem Wahlsieg der Separatisten die spanische Regierung darum gebeten, bald heimkehren zu dürfen. «Ich möchte so schnell wie möglich nach Katalonien zurückkehren.»

Puigdemont sagte am Samstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters weiter: «Das wären gute Nachrichten für Spanien.» Er wäre gerne noch vor der Eröffnungssitzung des Regionalparlaments am 23. Januar wieder in Katalonien.

«Ich bin der Präsident der Regionalregierung und ich werde der Präsident bleiben, wenn der spanische Staat die Ergebnisse der Wahl respektiert», ergänzte er.

Puigdemont sei bereit, sich jeden Vorschlag von Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy anzuhören, auch wenn dieser kein Angebot für eine Unabhängigkeit der Region enthalte. «Sollte der spanische Staat eine Anregung haben, sollten wir hinhören», sagte Puigdemont, der einen Dialog zwischen gleichberechtigten Partnern fordert.

epa06402884 Ousted Catalan leader Carles Puigdemont smiles at the end of a press conference after the Catalunia's election results, at the Press Club in Brussels, Belgium, 22 December 2017. Ciuta ...
Carles Puigdemont will zurückBild: EPA/EPA

Gespräche ja, aber …

Nach der Wahl in Katalonien wollten Rajoy und die Separatisten aufeinander zugehen. Gleichzeitig stellten sowohl Rajoy als auch Puigdemont aber am Freitag Bedingungen für Verhandlungen.

Während der Ministerpräsident eine erneute Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens kategorisch ablehnte, sieht Puigdemont die Separatisten durch ihren Wahlsieg bestätigt. Sie errangen trotz leichter Verluste erneut die absolute Mehrheit und fügten damit Rajoy eine krachende Niederlage zu.

Spain's Prime Minister Mariano Rajoy pauses during a news conference in Madrid, Spain, Friday, Dec. 22, 2017. Catalonia's secessionist parties won enough votes Thursday to regain a slim majo ...
Wie weiter mit Katalonien? Spaniens Premierminister Mariano RajoyBild: AP/AP

Rajoy bot der künftigen Regionalregierung eine Zusammenarbeit an, liess aber offen, ob er damit seinen Gegenspieler Puigdemont meinte. Dieser ist vor Ermittlungen der spanischen Justiz ins belgische Exil geflüchtet.

Puigdemont zeigte sich bereit zu Verhandlungen mit Rajoy. Allerdings verlangte er Garantien für eine Straffreiheit, sollte er nach Spanien zurückkehren. Ihm droht eine Haftstrafe, da er mit der Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens vergangenen Oktober gegen die spanische Verfassung verstossen hatte. Rajoy hatte daraufhin seine Entmachtung durchgesetzt. (sda/reu)

Das weinigste «Wein doch!»

Video: watson/Michelle Marti, Emily Engkent
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
FrancoL
23.12.2017 22:01registriert November 2015
Sorry: Das sind doch 2 Knalltüten, beide nicht brauchbar für ein wichtiges Amt.
Rajoy sollte die demokratischen Regeln beherzigen und das Resultat mit der üblichen Fairness akzeptieren.
Puigdemont sollte entweder eine gewisse Flexibilität in der Sache andeuten oder nicht den Heuchler spielen, indem er zwar sich zwar zu Verhandlungen bereit erklärt in der Sache aber kein Jota von der Separation abweicht. Mit einem solchen Verhalten macht er sich strafrechtlich klar strafbar und wird wohl bis auf Weiteres nicht in Spanien erscheinen.
Es sollte auch Puigdemont klar sein dass die Verfassung gilt.
297
Melden
Zum Kommentar
9
Bestimmt diese Debatte unsere Zukunft?
Beim bevorstehenden TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump steht sehr viel auf dem Spiel.

Für einmal ist das weder Clickbaiting noch journalistische Übertreibung: Wenn sich am kommenden Donnerstag Joe Biden und Donald Trump am TV duellieren, dann könnte dies mittelfristig den Lauf der Geschichte beeinflussen. In der «Financial Times» spricht daher US-Korrespondent Edward Luce von der «Mutter aller Präsidentschafts-Debatten», und im «Wall Street Journal» erklärt Kevin Madden, ein ehemaliger Stratege der Grand Old Party (GOP): «Die politische Welt wird anhalten, stillsitzen und ihre Aufmerksamkeit auf diese Debatte konzentrieren.»

Zur Story