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UNO-Soldaten winkten syrische Polizisten in einen Hinterhalt und filmten deren Ermordung

Österreichische Blauhelm-Soldaten liessen 2012 syrische Geheimpolizisten auf den Golanhöhen in einen Hinterhalt von Schmugglern laufen – und filmten deren Ermordung. Dies zeigt ein «verstörendes» Video, das nun publik wurde.



Die Regierung in Wien hat am Samstag eine Untersuchung zu einem tödlichen Zwischenfall auf den Golanhöhen eingeleitet, in den österreichische UNO-Soldaten im Jahr 2012 verwickelt gewesen sein sollen. Damals sollen österreichische Blauhelmsoldaten syrische Polizisten bewusst in einen Hinterhalt haben fahren lassen.

Die Wochenzeitung «Falter» brachte den Vorfall durch die Veröffentlichung eines von den Blauhelm-Soldaten gefilmten Videos ans Licht. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, teilte auf Twitter mit, eine Untersuchungskommission habe am Samstag ihre Arbeit aufgenommen. Die UNO werde zur Mitarbeit eingeladen.

In dem vom Falter veröffentlichten Video sind nach Angaben des Blattes Schmuggler zu sehen, die sich hinter Felsen verschanzt haben. Eine Stunde später kommt ein Geländewagen der syrischen Polizei angefahren. Die Österreicher lassen die Polizisten passieren.

Die Bilder zeigen dann, dass die syrischen Sicherheitskräfte erschossen werden. Nach UNO-Angaben wurden neun Polizisten von 13 Bewaffneten getötet.

In dem Video ist laut dem «Falter»-Bericht zu hören, dass die Österreicher wussten, was auf die Polizisten zukommen würde. Es ist ein Wortwechsel im österreichischen Dialekt zu hören. Einer sagt zu einem Kameraden, er sollte die Polizisten warnen. Ein anderer sagt: «Jetzt geht's gleich los.»

«Falter»-Chefredaktor Florian Klenk erläutert das «Massaker am Golan» im Video:

abspielen

Der «Falter» bekam dieses Video zusammen mit Fotos und weiteren Dokumenten von einem unbekannten Whistleblower per Post zugespielt. Video: YouTube/FALTER

Die österreichische Nachrichtenagentur APA zitierte einen UNO-Sprecher mit den Worten, das Video sei «verstörend». Die UNO werde bei der Aufklärung des Vorfalls mit den österreichischen Behörden zusammenarbeiten. Der Vorfall selbst war demnach bekannt: Er sei dem UNO-Sicherheitsrat gemeldet und in einem Bericht festgehalten worden, sagte der Sprecher.

Die «Salzburger Nachrichten» zitierten am Samstag in ihrer Online-Ausgabe einen österreichischen Soldaten, der selbst als UNO-Soldat auf den Golanhöhen stationiert war. «Der Befehl lautete: Nicht einmischen», sagte der Mann. Seine Kollegen hätten «zu 100 Prozent korrekt gemäss unserem Auftrag gehandelt». Bei dem Vorfall war er selbst den Angaben zufolge nicht dabei.

Israel hatte einen Teil der syrischen Golanhöhen 1967 besetzt und später annektiert. Der Waffenstillstand wird von der UNO überwacht. Wegen der Verschlechterung der Sicherheitslage nach Beginn des Syrien-Kriegs 2011 zog Österreich seine Blauhelm-Soldaten 2013 von dort ab.

(sda/afp)

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42
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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 30.04.2018 23:07
    Highlight Highlight Der Krieg und der Journalismus sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Und die Moral hat im Krieg nichts verloren.

    Die Moral ist die Moral, und der Krieg ist der Krieg.

    So einfach ist das.
  • Kilgore 29.04.2018 15:09
    Highlight Highlight Wieso schreibt ihr verstörend in Anführungs und Schlusszeichen im Leadtext? Wirkt etwas "verstörend" auf mich
  • Bronko 29.04.2018 10:52
    Highlight Highlight Grundsätzlich eine der üblen Geschichten, wie sie im Krieg laufend vorkommen...
    Dieses Video wurde, wie wir wissen, der Wiener Zeitung Falter anonym zugespielt.
    Ich bin der Meinung, wir sollten nicht alles immer gleich kritiklos glauben. Es könnte sich durchaus auch um eine Fälschung handeln, das wissen wir einfach nicht. Man muss sich fragen: Welche höheren Interessen könnten eine Rolle spielen? Möche jemand der UNO oder der österreichischen Blauhelme-Mission Schaden zufügen? Was sind die Auswirkungen solcher News?
    • swisskiss 29.04.2018 13:20
      Highlight Highlight Bronko: Schaden zufügen? Seit 5 Jahren ist Oesterreich nicht mehr Teil der UNDOF Mission.
      Dieser Vorfall ist im Jahresbericht der Beobachtermission an die UNO 2012 dokumentiert.

      Es wäre sehr hilfreich und zielführend, wenn Du Dich nur schon mit wesentlichen Fakten auseinandersetzt und daraus Deine Meinung bildest, statt solchen Unsinn zu verbreiten.

      Tragisch sowas!
  • swisskiss 29.04.2018 10:34
    Highlight Highlight Klarstellung: Die UNDOF Mission auf den Golanhöhen ist KEINE "peacekeeping" Mission sondern eine Beobachtungsmission in der Pufferzone zwischen Syrien und Israel.

    Die getöteten Syrer waren widerrechtlich in diese Pufferzone eingefahren. Die Oesterrreicher hatten klaren Auftrag im Rahmen des UNO Mandats, sich völlig neutral und passiv zu verhalten.

    Meinung: Man hätte trotz Auftrag und Einsatzbefehl die Syrer warnen sollen!

    Aber nachvollziehbar ist das Handeln schon, wenn man sich vergegenwärtigt, dass seit Beginn der Mission alleine 27 österreichische Beobachter getötet wurden.
  • Palais des Nations 29.04.2018 10:28
    Highlight Highlight Mit Sicherheit hat man diesen Vorfall protokolliert und bei der UNO ausgewertet.
    Die Leichen und der PKW wurden doch von irgendjemandem abgeholt.
    Und in diesem Protokoll müsste doch auch geschrieben stehen wie die Blauhelme diesen Vorfall wahrgenommen haben.
    Untersuchungen abwarten!
  • Palais des Nations 29.04.2018 09:15
    Highlight Highlight Um hier objektiv urteilen zu können, braucht man zu diesem Video noch die UN-Regularien bei solchen Vorfällen.
  • Caturix 29.04.2018 07:58
    Highlight Highlight So wie es im Video gesagt wurde. Es ist ein Wachposten und sie sind davon ausgegeangen das sie Masakriert werden. Es wird ja noch befürchtet das einer überlebt und auf sie schiesst. Also irgendwie ist das Verhalten komplett daneben.
  • Incendium 29.04.2018 00:34
    Highlight Highlight Da kommt mir nur dieses Bild in den Sinn.
    Benutzer Bild
  • walsi 28.04.2018 22:44
    Highlight Highlight Diese "Friedenssoldaten" haben eine interessante Interpretation von Frieden.
  • Kong 28.04.2018 22:44
    Highlight Highlight Ohne Moral und Werte. Da ist der Job als Blauhelm verfehlt worden. Wirkt wie Beihilfe zum Mord. Das es nach Einsatzbefehl korrekt gewesen wäre, macht es für uns als Westen nicht sauberer.
    • balzercomp 29.04.2018 14:17
      Highlight Highlight Eher wie Mord in mittelbarer Täterschaft.
  • Spooky 28.04.2018 21:44
    Highlight Highlight Also sorry! Was ist eigentlich los mit euch? Glaubt ihr in der Tat, im Krieg gehe es mit rechten Dingen zu und her? Das, was da passiert ist, ist courant normal, Tagesgeschäft.
    • auslandbasler 29.04.2018 08:31
      Highlight Highlight Wenn einem sowas nicht mehr schockieren darf, stimmt etwas nicht. Tagesgeschäft? Sorry, der gewaltsame Tot darf nie zum Tagesgeschäft werden.

      Krieg ist verwerflich. Und unter dem Deckmantel der Neutralität wissentlich Menschen in den Tot zu schicken zumindest verwerflich.
    • Palais des Nations 29.04.2018 11:29
      Highlight Highlight Der Vorgang ist doch bestimmt bei der UNO protokolliert worden.
      Das einzige was wohl schockiert ist, daß man diesen Hinterhalt gefilmt hat und uns als „Beweis“ vorliegt.
      Von solchen Begegnungen können wohl etliche Blauhelme erzählen; ob aus Sarajevo, Beirut oder sonstigen Missionen...
    • Spooky 30.04.2018 18:45
      Highlight Highlight Im Krieg gilt das Gesetz des Schlaueren oder Stärkeren. Mehr ist da nicht dahinter.
  • Blutgrätscher 28.04.2018 20:31
    Highlight Highlight Als Wachposten ist es doch ihre Aufgabe, die Sicherheit im Gebiet festzustellen?
    Die haben dann den Befehl mMn genau nicht erfüllt, wenn sie der Polizei dann einen Hinterhalt als sicheres Gebiet verkaufen.

    Die machen sich doch so nur zum Handlanger der Schmuggler.

    "Normal musst das de Hund sagen, Oida. Wenn das da aner überlebt, kommt er umma und schiesst uns ab."
    • Konstruktöhr 28.04.2018 21:48
      Highlight Highlight Naja sonst machen sie sich zum Handlanger fürs Assad Regime, welches zu dieser Zeit schon im Bürgerkrieg war und keinen guten Ruf hatte. Ich finde es sehr schwierig diese Situation zu Beurteilen. Wenn die Österreicher den Polizisten bescheid gesagt hätten wären garantiert die Schmuggler gestorben.
    • ands 28.04.2018 21:50
      Highlight Highlight Wachposten? Das ist eine Beobachtermission. Der Aufrag lautet Beobachten.
    • rodolofo 29.04.2018 08:10
      Highlight Highlight Das Wort "Polizist" tönt in unseren Schweizerischen Ohren völlig anders, als in einem Grossteil der sogenannten 2. und 3.Welt!
      In den Philippinen zum Beispiel gehören Polizisten zur Staats-Mafia, die wiederum von einer Allianz mächtiger Landlord-Familien dirigiert wird, mit einer durch und durch korrupten Günstlings-Vetterliwirtschaft.
      NIEMAND holt diese Polizei, weil sie Kriminalfälle weder aufklärt noch ernsthaft verfolgt!
      Stattdessen werden vor laufender Kamera "kleine Fische" abgeführt, oder mit einer Dampfwalze illegale DVD's zerstört. (Alles Fake-Show...)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bene86 28.04.2018 20:15
    Highlight Highlight Ach was, wie überaschend.. Dann sind zumindest einige der Schauer-Geschichten über die Blauhelme möglicherweise gar nicht so unwahr?

    Mich überascht das jetzt ehrlich gesagt nicht mehr sonderlich, aber einigen dürfte es zumindest ein wenig die Augen öffnen.
    • rodolofo 29.04.2018 08:01
      Highlight Highlight Es nützt nichts, wenn wir nur ein Auge öffnen!
      Beide Augen auf!
      Oder anders gesagt:
      Blinde sehen mehr, als Einäugige, weil sie ihr Gehör und ihren Tastsinn maximal entwickeln (müssen).
  • Kunibert der fiese 28.04.2018 20:12
    Highlight Highlight Die hätte man warnen müssen!

    Das eribnert irgendwie an das versagen der blauhelme bei srebrenica 1995...
    • Ueli der Knecht 28.04.2018 20:56
      Highlight Highlight Das ist nicht zu vergleichen. Die UN-Truppen in Srebrenica hatten einen Schutzauftrag und sie sind feige davon gerannt (nachdem sie von der NATO im Stich gelassen wurden).

      Die UNDOF-Truppen in Syrien haben "nur" einen Beobachtungsauftrag (der sie auch zu Neutralität verpflichtet).

      Ich stimme dir aber zu, dass in beiden Fällen UN-Truppen versagt haben.
    • Kunibert der fiese 28.04.2018 21:01
      Highlight Highlight Ja natürlich, der vergleich hinkt schon nur wegen der anzahl toten. Trotzdem erinnert mich dieser vorfall hier daran.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 28.04.2018 21:13
      Highlight Highlight Zivilisten und die menschenverachtende Geheimpolizei sind schon nicht dasselbe, aber ja, es war nicht Okay.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Olifant 28.04.2018 20:12
    Highlight Highlight Ernsthaft Watson, warum müsst Ihr dieses Video zeigen? Das ist doch nur noch sensationsgeil.
    • Oliver Wietlisbach 28.04.2018 20:28
      Highlight Highlight Das Video ist das Gegenteil von sensationsgeil. Im Video-Beitrag erklärt der Falter-Chefredaktor die Hintergründe des Vorfalls. Der Falter ist eine linksliberale, österreichische Wochenzeitung und hat nichts mit Boulevard am Hut.
    • Olifant 28.04.2018 21:00
      Highlight Highlight Danke Oliver. Ich hab vorschnell kommentiert, tut mir leid.
    • Kunibert der fiese 28.04.2018 21:03
      Highlight Highlight @scylla

      Musst ja nicht draufklicken..
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