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Die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden, war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit um ein Vielfaches höher als heute. (Handy-Nutzer können die Grafik antippen, um sie zu vergrössern.)
grafik: amnesty international Quelle: Eisner 2003

11 Grafiken, die uns beweisen, dass die Menschheit immer besser wird

Gewalt, Krieg und Terror sind in den Medien allgegenwärtig. Doch der Eindruck täuscht. Wir leben heute in der friedlichsten Epoche, seit unsere Spezies existiert. Eine Übersicht in elf leicht verständlichen Grafiken.



Alles wird immer schlimmer? Von wegen! Wir leben in der besten Epoche der Menschheit. Diese verblüffende These vertritt zumindest der renommierte Evolutionspsychologe und Bestseller-Autor Steven Pinker. Ein paar Beispiele:

Im Zweiten Weltkrieg starben 65 Millionen Menschen, im Ersten Weltkrieg 17 Millionen, im Vietnamkrieg gegen 4 Millionen und im Koreakrieg geschätzt rund 3 Millionen. Und aktuell?

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Kriege und Terror in Syrien, Afghanistan oder dem Irak fordern Zehntausende Tote. Doch die Jahrzehnte und Jahrhunderte davor waren weit blutiger.
bild: amnesty international quelle: uppsala conflict data project program

Die Kriege der jüngsten Zeit fordern im Vergleich zu früheren Epochen einen weit geringeren Blutzoll: Anfang der 90er-Jahre forderte der Bosnienkrieg etwa 100'000 Opfer, der Kroatienkrieg geschätzt 25'000 und der Zweite Golfkrieg rund 30'000. Im extrem blutigen Dritten Golfkrieg im Irak starben von 2003 bis zum Ende der Besatzung 2011 zwischen 150'000 und 600'000 Menschen. Zum Vergleich: Dem Sezessionskrieg (Amerikanischer Bürgerkrieg) fielen zwischen 1861 und 1865 rund eine Million Menschen zum Opfer. 

Die Opferzahlen sinken, da heute immer mehr Konflikte auf diplomatischem Weg gelöst werden. Bestes Beispiel ist das Atomabkommen mit dem Iran oder die Versöhnung zwischen den USA und Kuba.

Lesetipp zum Thema Kriege: So blutig waren Amerikas Kriege.

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Seit Beginn der amerikanischen Kolonialzeit wurden in den USA über 15'000 Menschen hingerichtet, Tendenz seit dem 17. Jahrhundert stark abnehmend.
bild: amnesty international

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Auch Gewalt in der Partnerschaft, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt nimmt seit 20 Jahren ab.
bild: amnesty international

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Einst verboten, heute vor allem in westlichen Ländern legal und normal: Seit 1960 wird Homosexualität mehr und mehr entkriminalisiert.
bild: amnesty international

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Die Jugendkriminalität in der Schweiz hat von 2009 bis 2014 um 40 Prozent abgenommen.
bild: bundesamt für statistik

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Seit 1990 konnte die weltweite Armut drastisch verringert werden. Die Weltbank will den Anteil extrem Armer an der Weltbevölkerung von derzeit 20 Prozent auf 1 Prozent bis 2030 senken.
bild: iwkoeln 

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Die Kindersterblichkeit hat sich seit 1990 in allen Weltregionen halbiert. Darunter fallen Todesfälle je 1000 Lebendgeburten von Kindern unter fünf Jahren.
bild: statista

Terroropfer in der EU pro Jahr von 1970 bis 2014

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Europa wurde von 1970 bis Mitte der 90er-Jahre wiederholt von Terrorwellen heimgesucht. Aktuell gilt in einigen EU-Staaten wieder erhöhte Terrorgefahr. Doch das subjektive Gefühl täuscht, dass der Terror in Europa effektiv zugenommen hat.
grafik: fivethirtyeight

Zusammengefasst in einer Grafik sieht die Terror-Statistik für Europa für die letzten 45 Jahre wie folgt aus:

Terroropfer in Europa nach Ländern [1970 bis 2015]

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Die meisten europäischen Terrororganisationen des letzten Jahrhunderts haben sich aufgelöst oder den bewaffneten Kampf aufgeben. Das widerspiegelt sich in den Opferzahlen, die in Europa seit den 90ern stark gesunken sind.
bild: statista

Terroristische Vorfälle in der Schweiz von 1970 bis 2014

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Wie in Europa nehmen auch in der Schweiz als terroristisch eingestufte Vorfälle ab. Nach einem Hoch um 1980 gibt es inzwischen null bis drei Ereignisse jährlich, die seit 1995 allesamt nicht tödlich endeten.
bild: global terrorism database

In der Schweiz forderte der Terrorismus seit 1898 60 Tote, was statistisch gesehen 0,5 Opfern pro Jahr entspricht. Eine Übersicht über den Terror in der Schweiz hat die Berner Zeitung publiziert.

Lesetipp zum Thema: Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Warum wir die Welt schlechter sehen, als sie ist, erklärt der Evolutionspsychologe Steven Pinker in diesem Interview: «Friedensprophet mit Taschenrechner».

Steven Pinker, 61, zählt zu den massgeblichen Intellektuellen der USA. Seit 2003 ist er Professor für Psychologie an der Universität Harvard. Seine Forschungen zur Evolution von Sprache und Denken machten ihn Anfang der 90er-Jahre weltberühmt. Pinker ist Autor mehrerer Bestseller und schreibt regelmässig für die «New York Times». Sein Werk «Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit» ist 2011 im Fischer-Verlag erschienen.

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Übrigens: Auch wenn viele das Gefühl haben, auf der Welt gehe alles den Bach hinunter: Das abgelaufene 2015 war das vermutlich beste Jahr in der Geschichte der Menschheit

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quelle: x02750 / parwiz
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