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Terrorismus

So lebte der Attentäter von Manchester

Stiller Typ mit «hasserfülltem Gesicht»: So lebte der Attentäter von Manchester

22 Menschen riss Salman Abedi in den Tod. Was ist das für ein Mensch? Abgebrochenes Wirtschaftsstudium, in Syrien radikalisiert: Wie ein grosses Puzzle setzt sich nun Teil für Teil ein Bild des Attentäters zusammen.
24.05.2017, 15:3224.05.2017, 17:36

Terroranschlag an Ariana-Grande-Konzert in Manchester

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Terroranschlag an Ariana-Grande-Konzert in Manchester
Eine Konzertbesucherin von Ariana Grande. Am Konzert der US-Sängerin in Manchester ist es am Montagabend (22.30 Uhr Ortszeit) zu einer Explosion gekommen.
quelle: epa/epa / nigel roddis
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Wer war Salman Abedi, der Attentäter von Manchester? Stündlich kommen mehr Details zu dem jungen Briten mit libyschen Wurzeln ans Tageslicht. Mindestens 22 Menschen hat er vor einer Konzerthalle mit in den Tod gerissen. Besonders beunruhigend: Er war womöglich kein Einzeltäter. Es könnte eine grössere Gruppe von Personen hinter der Tat stecken, wie die britische Premierministerin Theresa May und ihre Innenministerin Amber Rudd betonten.

Salman Abedi, der Attentäter von Manchester.
Salman Abedi, der Attentäter von Manchester, auf einer undatierten Aufnahme. handout

«Hier hat es noch nie Ärger gegeben», berichtet eine Nachbarin am Mittwoch über den Gartenzaun hinweg der Nachrichtenagentur DPA. Sie lebt in der Elsmore Road in Manchester, in der auch Abedi in einem roten Backsteinhaus gewohnt haben soll. Das Haus mit dem kleinen Vorgarten ist weiträumig von der Polizei abgesperrt, ein grosser Teil der Strasse gleich mit. Sie kenne den Attentäter nicht, sagt die blonde Frau, die dort seit zwei Jahren lebt. Nach Medienberichten war Abedi gleich in mehreren Wohnungen im Viertel registriert.

Eltern flüchteten vor Gaddafi

Abedi kam 1994 in Grossbritannien auf die Welt und wuchs in Manchester auf. Seine Eltern sind Berichten zufolge vor dem Gaddafi-Regime aus Libyen geflohen und kamen so in das Vereinigte Königreich. Vor einigen Jahren sollen sie wieder in ihre nordafrikanische Heimat zurückgezogen sein. Abedi hat zwei Brüder und eine Schwester.

Der 22-Jährige war dem Geheimdienst bereits aufgefallen, wie Innenministerin Rudd am Mittwoch einräumte – ohne Details zu nennen. Ihr französischer Kollege Gérard Collomb plauderte dagegen mehr aus: Der Brite habe sich «plötzlich nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert und (...) entschieden, diesen Anschlag zu begehen», sagte der Minister dem Sender BFMTV.

Terroranschlag an Ariana-Grande-Konzert in Manchester

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Terroranschlag an Ariana-Grande-Konzert in Manchester
Eine Konzertbesucherin von Ariana Grande. Am Konzert der US-Sängerin in Manchester ist es am Montagabend (22.30 Uhr Ortszeit) zu einer Explosion gekommen.
quelle: epa/epa / nigel roddis
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Salman Abedis Vater und einer seiner Brüder, Ismail, hatten sich stark in der Gemeindearbeit der Didsbury-Moschee engagiert. Der Zugang zum Gotteshaus ist inzwischen unmöglich. Viele Polizisten schirmen die Moschee ab.

Der Imam erinnert sich an Salmans Reaktion auf einen Vortrag von 2015, in der Terrororganisationen kritisiert worden seien. Mit einem «hasserfüllten Gesicht» habe ihn Salman damals angeschaut, zitierte die Zeitung «The Telegraph» den Geistlichen. Diese Person habe ihn definitiv nicht gemocht.

Ruhig, respektvoll, freundlich

Der Attentäter war ein stiller Zeitgenosse, der unauffällig und zurückgezogen lebte. Ruhig, respektvoll, freundlich. So lauten Beschreibungen von Menschen, die ihn von früher kannten. Mit wem hat er zusammengelebt? Womit hat er überhaupt sein Geld verdient? Es gibt viele Fragezeichen. Bekannt ist, dass er ein Wirtschaftsstudium an der Salford University in Manchester nach zwei Jahren geschmissen hat.

Anfangs soll die Familie in London gewohnt haben. Dort wurde Salman Abedis älterer Bruder Ismail geboren. Sein jüngerer Bruder heisst Hashim, die Schwester Jomana. Die meiste Zeit lebte die Familie in Manchester. Es wird spekuliert, dass mit den Eltern auch Jomana nach Libyen zurückkehrte. Der Attentäter soll dort oft hingereist sein.

Parallelen zum Westminster-Attentäter

Khalid Masood erschoss fünf Menschen
Einiges erinnert an den Attentäter, der vor zwei Monaten den Anschlag im Londoner Regierungsviertel Westminster verübt hatte, den 52-jährigen Khalid Masood. Auch er lebte zurückgezogen, wurde von Nachbarn als freundlich und unauffällig bezeichnet. Doch näheren Kontakt hatte kaum jemand zu ihm. Seine dunkle Seite: Er war mehrfach verurteilt wegen gewalttätiger Übergriffe, schwerer Körperverletzung, unerlaubten Waffenbesitzes und Störung der öffentlichen Ordnung. Solche Vorstrafen sind von Abedi nicht bekannt. Einem Mann hatte Masood im Streit sogar das Gesicht aufgeschlitzt. Wie Abedi war er mit seiner extremistischen Haltung dem Geheimdienst aufgefallen. Genützt hat es nichts: Masood tötete fünf Menschen.

 (sda/dpa)

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