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Trump überrascht bei grosser Rede – plötzlich hat sein Ton gewechselt



Mit grosser Spannung wurde die erste Rede von Donald Trump vor dem Kongress erwartet. Bereits vor der Ansprache war durchgesickert, dass die Tonalität optimistisch sein werde.

Doch würde sich Trump auch tatsächlich an das Skript halten und nicht wie zuletzt scharf gegen seine Kritiker feuern? Nach den giftigen Auftritten in den vergangenen Wochen durfte daran stark gezweifelt werden.

Doch der Präsident überraschte. Nicht einmal seinen Lieblingsfeind, die Presse, attackierte er. Trump gab sich bei seiner Rede präsidentiell, der aggressive Ton war weitestgehend verflogen. Darin waren sich nach der Rede eigentlich alle Kommentatoren einig.

Und als er die Witwe eines kürzlich verstorbenen Navy Seals würdigte, gab es gar eine minutenlange Standing Ovation. Auch von den Demokraten.

Der Inhalt seiner Rede wich indes kaum von den bisher angekündigten Plänen des US-Präsidenten ab. Trumps Agenda bleibt trotz milden Auftretens dieselbe. 

Obamacare soll ersetzt werden

Donald Trump rief den Kongress auf, ihn bei einem Ersatz für die Gesundheitsversicherung Obamacare zu unterstützen. In der Nacht zu Mittwoch sagte Trump in Washington, für eine bessere Gesundheitsvorsorge müssten der Zugang ausgeweitet, die Wahlmöglichkeiten vergrössert und die Kosten gesenkt werden. Weiter ins Detail ging Trump nicht.

Die so gesteckten Ziele alle gleichzeitig zu erreichen, wäre sehr ambitioniert. Ausserdem widersprechen sie in wesentlichen Teilen grundsätzlich den Vorstellungen der Republikaner im Senat und Abgeordnetenhaus. Streit ist vorprogrammiert.

«Ich rufe alle Demokraten und Republikaner im Kongress auf, die Amerikaner vor dem implodierenden Desaster von Obamacare zu beschützen», sagte Trump. Er erntete damit besonders starken Applaus.

Historische Steuerreform

Präsident Trump versprach eine «historische Steuerreform» für sein Land. Sein Wirtschaftsteam arbeite daran, sagte Trump. US- Unternehmen sollten weniger Steuern bezahlen, um überall wettbewerbsfähig zu sein und florieren zu können.

Gleichzeitig solle die Mittelschicht in den USA von massiven Steuererleichterungen profitieren. Der Motor der amerikanischen Wirtschaft müsse wieder angeworfen werden. Ins Detail ging Trump nicht.

Strikte Einwanderungspolitik

Der Präsident machte sich erneut für eine strikte Einwanderungspolitik stark. Er werde die nationale Sicherheit wiederherstellen. Das umstrittene Einreiseverbot für Staatsbürger aus sieben mehrheitlich islamisch geprägten Ländern verteidigte er.

Dollar gibt nach Trump-Rede nach

Aus Enttäuschung über die Rede von Donald Trump haben Anleger Dollar verkauft. Die US-Währung gab im asiatischen Handel bis auf 112,80 Yen je Dollar nach. Kurz vor der Rede hatte der Kurs noch bei 113,13 Yen gelegen.
Händler begründeten die Entwicklung damit, dass Trump zunächst keine Details zu seinem angekündigten Programm zur Ankurbelung der US-Wirtschaft nannte. (sda/reu)

Es sei gefährlich, Menschen unkontrolliert ins Land zu lassen. Das Einreisedekret liegt derzeit auf Eis. Trump kündigte aber erneut an, bald eine neue Massnahme zu erlassen.

Der Präsident machte sich zugleich für eine Reform des Einwanderungssystems stark. Die USA bräuchten ein System, das sich an Leistungen orientiere, so wie es etwa in Kanada der Fall sei, sagte Trump.

«Es ist ein Grundprinzip, dass diejenigen, die ein Land betreten wollen, sich finanziell versorgen können», fügte der Präsident hinzu. «Aber in Amerika setzen wir diese Regel nicht um, und belasten unsere öffentlichen Ressourcen, auf die unsere ärmsten Bürger angewiesen sind.»

Kamp gegen «IS»-Terrormiliz

Im Kampf gegen die Terrormiliz «IS» will Trump auf die Zusammenarbeit mit arabischen Verbündeten setzen. «Wir werden mit unseren Partnern zusammenarbeiten, einschliesslich unseren Freunden und Verbündeten in der muslimischen Welt, um diesen schändlichen Feind vom Antlitz unserer Erde auszulöschen», sagte er. Seine Worte entsprechen der Linie, die Verteidigungsminister James Mattis in den vergangenen Wochen vorgegeben hatte.

Trump bekannte sich in der Rede in deutlicher Form zur NATO. Die US-Regierung unterstütze das Bündnis entschieden, sagte er. Er wiederholte zugleich seine Forderung, dass alle Mitglieder der NATO ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen müssten.

Die NATO hat als offizielles Ziel ausgegeben, spätestens bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts der jeweiligen Mitglieder für Verteidigungsausgaben zu verwenden. Doch die meisten Europäer liegen darunter. Trump hatte die NATO in der Vergangenheit wiederholt als obsolet bezeichnet.

Neue Bündnisse

Der Präsident zeigte sich auch für neue Bündnisse offen. «Amerika ist bereit, neue Freunde zu finden und neue Partnerschaften zu schmieden, wenn es im Einklang mit gemeinsamen Interessen liegt», sagte Trump.

Es liegt nahe, dass er damit auf die Beziehung zu Russland anspielte. In der Vergangenheit hatte der Republikaner sich wiederholt dafür ausgesprochen, das Verhältnis zu Moskau zu verbessern.

In seiner Rede zur Amtseinführung hatte Trump ein deutlich düstereres Bild der Lage in den USA gezeichnet. Seine Ansprache vor dem Kongress schloss er mit einem optimistischen Appell: «Die Zeit für Denken in kleinen Dimensionen ist vorbei.» (cma/sda/dpa/reu/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gummibär 01.03.2017 19:33
    Highlight Highlight Endlich sind sie im Weissen Haus aufgewacht und haben ihrem Präsidenten eine anständige Rede geschrieben.
    Wenn er jetzt auch noch seine Twitter vom speech writer redigieren lässt wird er ein ganz gewöhnlicher, langweiliger Präsident.
  • solo31 01.03.2017 17:11
    Highlight Highlight Langsam gehts ins lächerliche wie Trump absolut nichts machen kann ohne dafür kritisiert zu werden. Finde es dem gefallenen Soldaten gegenüber respektlos zu sagen, dass Trump das nur zu Propagandazwecken gesagt hat. Jeder andere Präsident hätte das problemlos sagen dürfen, aber bei Trump ist es anscheinend schrecklich wenn er einem Soldaten die letzte Ehre erweist. Unverständlich für mich.
  • Schlaumüller 01.03.2017 16:55
    Highlight Highlight Ich weiss es ist aufgewärmt. Aber beim ständigen frenetischen Klatschen und Johlen der Republikaner konnte ich nur an folgendes Denken.

    P.S. schaut euch mal den Dow Jones und den SP 500 an. Bye bye Mutter Natur :(
    Benutzer Bild
  • yellowastra 01.03.2017 14:29
    Highlight Highlight Herr Trump hat wohl mal abgelesen was geschrieben wurde für ihn.
  • Butzdi 01.03.2017 08:24
    Highlight Highlight Er hat ausnahmsweise vom Skript abgelesen. Bald geht das Twittern und Beleidigen wieder los.
    Gestern hat er behauptet Obama hätte die Proteste gegen ihn persönlich oder als Mitwisser organisiert & hätte den misslungenen Raid in Yemen geplant und abgesegnet und den Generälen (welche dagegen waren) dafür die Schuld in die Schuhe geschoben. Er hat den Angriff beim Nachtessen mit Bannon und Kushner bewiligt und während diesem dann TV geschaut und gewittert, statt im Situation Room zu sein. Dann führt er die Witwe als Opfer vor und benutzt sie in seiner Rede. Pfui. Trump bleibt Trump.
  • Linus Luchs 01.03.2017 08:16
    Highlight Highlight Was ist eigentlich "optimistisch" an Trumps Schlusssatz, die Zeit für Denken in kleinen Dimensionen sei vorbei? Bei ihm heisst das, die Zeit für differenziertes Denken, das angesichts der hohen Komplexität in unserer Welt gefordert wäre, ist vorbei. Jetzt legen wir den Schraubenzieher beiseite und greifen zum Vorschlaghammer. Trumps Schlusssatz ist vor allem bedrohlich.
  • Stichelei 01.03.2017 08:15
    Highlight Highlight Da schafft es der POTUS endlich mal, die ganze für ihn vorbereitete Rede vom Teleprompter abzulesen, ohne nach 30 Sekunden in sein chaotisches Geschwafel zu fallen und die ganze Welt ist gerührt. Was für eine Zeit!
  • Randy Orton 01.03.2017 08:07
    Highlight Highlight Moment? Im Wahlkampf erzählt Trump Obamacare am ersten Tag im Amt zu streichen, jetzt redet er davon, die Versicherung müsse für mehr Menschen zugänglich sein, mit mehr Optionen und zudem noch billiger? Das widerspricht doch diametral den Ansagen die er getätigt hat und dem Wunsch der Repuplikaner.
  • Zeit_Genosse 01.03.2017 08:06
    Highlight Highlight Trump hat gemerkt, dass durch die Wand für den Wahlkampf gereicht hat, er jetzt aber durch Türen gehen muss, um in der Wählergunst zu bleiben. Zudem wurde er für diese PR-Show gezähmt und als Polit-Marionette seiner selbst - er zieht immer noch seinen eigenen Fäden - manipuliert er, in dem er seine expressive Persönlichkeit verbal und rhetorisch zurückhält. Das ist ein Fake-Präsident, denn das was wir vorher erlebten, liess tief in seine "wahre" Psyche blicken. Jetzt versuchen noch andere an den Fäden der Präsidenten-Marionette zu zupfen und das Präsidentenamt zu instrumentalisieren.
  • Froggr 01.03.2017 08:05
    Highlight Highlight Wurde hier auf Watson eigentlich mal über die Geschehnisse in Schweden berichtet, welche in der Nacht passierten, in der Trump (natürlich fälschlicherweise) die Drammatischen Zustände in Schweden schilderte? Ich glaube nicht oder? Ist ja auch nicht wichtig.
    • wossname 01.03.2017 09:23
      Highlight Highlight Dochdoch, Immigranten haben randaliert und Autos angezündet, wurde berichtet.
    • ChiliForever 01.03.2017 09:53
      Highlight Highlight So am Rande, ja.... ich glaube, irgendwo in Schweden ist ein Sack Reis umgefallen...

      ;)
    • Butzdi 01.03.2017 12:16
      Highlight Highlight @ wossname: das war einen Tag später. Trump hat wohl kaum eine Zeitmaschine... obwohl er das Rad der Zeit zurückdrehen will.
  • Töfflifahrer 01.03.2017 08:00
    Highlight Highlight War nichts weiter als eine Wahlkampfrede!
  • Linus Luchs 01.03.2017 07:47
    Highlight Highlight Der Wolf im Schafspelz. Trump kann den Kongress und seine Wählerschaft als Zielpublikum offenbar unterscheiden. An den fatalen Zielen seiner Regierungsbande hat sich dadurch überhaupt nichts geändert. Dass sich Trump bei Bedarf auch präsidialer geben kann, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er Mehrheiten findet. Keine gute Nachricht.
  • ChiliForever 01.03.2017 07:38
    Highlight Highlight Jetzt habe ich noch mehr Angst... So lange ihn seine Rhetorik für alle als Feind erkennen läßt, macht er sich selbst letztendlich ehr kaputt als allen anderen. Mit gemäßigter Sprache könnte er seine Ideen (und die von Bannon) noch umsetzen.

    Seine Vorstellungen von einer Krankenversicherung (besser, mehr Zugang, mehr Möglichkeiten und günstiger) klingen nach der eierlegenden Wollmichsau. Das "wie" würde mich interessieren.
    • Against all odds 01.03.2017 08:48
      Highlight Highlight Wahrscheinlich mit Steuersenkungen für Unternehmen und Mittelschicht...
    • ChiliForever 01.03.2017 09:51
      Highlight Highlight Stimmt!
      Und dazu noch Investitionen in Infrastruktur und Militär.
      Mensch, daß ich da nicht von selbst drauf gekommen bin...
  • René Obi (1) 01.03.2017 07:20
    Highlight Highlight Das nennt man glaubs Kreide essen.
  • saukaibli 01.03.2017 07:18
    Highlight Highlight Hach wie schön, hat sich Trump geändert? Wohl kaum. Morgen erzählt er wieder etwas komplett anderes. Trump ist nun mal ein notorischer Lügner, so einer ändert sich nicht von einem auf den anderen Tag. Haben wir bis jetzt irgendwelche Taten gesehen odere wenigstens konkrete Pläne gehört wie er irgend etwas verbessern will? Nope! Don't trust a Trump!
  • DocM 01.03.2017 07:12
    Highlight Highlight Neue Bündnisse, wenn es im Interesse.... zu deutsch: Mach so wie ich will und gut ist; Steuerreform: Erleichterung für Mittelklasse und Unternehmen.... will er nun die Armen ausbeuten?? Ja nur NATO: sieht er darin eine Chance die Waffenexporte zu erhöhen? Strikte Einwanderungspolitik: haben sie ja heute schon...

    In Summa, nicht einmal Managementblabla und nach seiner Vorleistung, 0% glaubewürdig aber 100% frei interpretierbar.
  • pamayer 01.03.2017 07:10
    Highlight Highlight Wenn du weniger brüllst und fluchst heisst das noch lange nicht, dass du gute Absichten hast. Die Leisen sind viel gefährlicher.
  • KING FELIX 01.03.2017 06:58
    Highlight Highlight Militärputsch attentat, absetzung, in einer rede einen toten soldaten abusen, 8jahre präsident. Die spinnen die amis.
    • Roterriese #DefendEurope 01.03.2017 07:27
      Highlight Highlight Lol.
  • Triumvir 01.03.2017 06:53
    Highlight Highlight Wer einmal lügt und einen Teil der freien Presse aussperrt, dem glaubt man nicht auch wenn er verharmlosende Reden schwingt. Zur Erinnerung: Kurz nach seiner Wahl, hatte er auch viele mit einem präsidialen Auftritt bei einem Interview milde gestimmt, wie seine reale Politik dann aussah, wissen wir alle. Mich kann er mit seinen Lügen und patriotischem Gequatsche jedenfalls nicht milde stimmen. Er ist und bleibt ein Desaster als POTUS (um seine primitive Wortwahl zu gebrauchen)!
    • walsi 01.03.2017 08:34
      Highlight Highlight Wer einmal lügt .... Unter dieser Prämisse gehört die Mehrheit der Politiker auf dieser Welt ausgewechselt. Der Unterschied zwischen Trump und dem Rest? Trump versucht gar nicht die Illusion er sei ehrlich und seriös zu erzeugen.
  • who cares? 01.03.2017 06:35
    Highlight Highlight Gut, er hat einen neuen Redenschreiber, aber an seiner Einstellung hält er fest. Die Nazis bleiben im Weissen Haus (Steve Bannon etc.) Ich bleibe misstrauisch.
  • Grundi72 01.03.2017 05:49
    Highlight Highlight Macht Sinn.

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