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Nach der «Ich habe mich bloss versprochen»-Begründung legt Trump nach



Es soll bloss ein Versprecher gewesen sein. Nachdem er bereits früher am Tag eingeräumt hatte, dass Russland sich in die US-Wahl 2016 eingemischt hat und er am Gipfel in aus Versehen «would» statt «wouldn't» gesagt habe, ist US-Präsident Donald Trump erneut dem Vorwurf entgegengetreten, er hege zu grosse Sympathien für Russland.

«Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden», sagte Trump am Dienstag in einem Interview des Senders Fox News. «Ich möchte nur, dass unser Land sicher ist.» Die USA und Russland kontrollierten rund 90 Prozent aller Atomwaffen. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte Angelegenheit.

President Donald Trump, center, accompanied by House Ways and Means Committee chairman Rep. Kevin Brady, R-Texas, left, and Rep. Diane Black, R-Tn., right, gestures as he listens to a question from a reporter as the media is escorted out of the Cabinet room of the White House, Tuesday, July 17, 2018, in Washington. Trump says he meant the opposite when he said in Helsinki that he doesn't see why Russia would have interfered in the 2016 U.S. elections. (AP Photo/Andrew Harnik)

Rudert zurück: Donald Trump. Bild: AP/AP

Auf die Frage, ob er Russland als grössten Widersacher der USA sehe, sagte Trump: «Ich würde nicht einmal das Wort Widersacher benutzen. Wir können alle zusammenarbeiten.» Es könne allen gut gehen und alle könnten in Frieden leben.

Trump erinnerte in diesem Zusammenhang an die Rolle Russlands während des Zweiten Weltkrieges: «Russland hat 50 Millionen Menschen verloren und uns geholfen, den Krieg zu gewinnen.»

Verheerende Presse

Trump steht wegen seiner Äusserungen während einer Pressekonferenz mit Kremlchef Wladimir Putin am Montag in Helsinki in der Kritik. Angesichts der massiven Vorwürfe und eines verheerenden Presseechos sah sich der Präsident am Dienstag bereits zu einer Klarstellung gezwungen.

«Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 stattgefunden hat», sagte Trump. In Helsinki hatte Trump Putins Dementi einer Einmischung noch als «extrem stark und kraftvoll» bezeichnet.

Trump stellte den ganzen Streit als grosses Missverständnis dar. Er habe bei einer Durchsicht einer Abschrift seiner Aussagen gemerkt, dass er sich versprochen habe. Trump hatte zu Vorwürfen, dass Russland sich in die Präsidentenwahl 2016 eingemischt habe, geantwortet: «Ich sehen keinen Grund, warum es (Russland) wäre.»

Dies legte den Schluss nahe, dass Trump auf einer Linie mit Putin liegt, der eine Einmischung vehement bestreitet, und seinen eigenen Geheimdiensten öffentlich in den Rücken fällt. Trump stellte dann am Dienstag klar, dass der Satz richtig lauten müsse: «Ich sehe keinen Grund, warum es nicht Russland wäre.»

Zeichen der Schwäche?

Als Reaktion auf Trumps Klarstellung sagte der Oppositionsführer im US-Senat, der Demokrat Chuck Schumer: «Es ist 24 Stunden zu spät, und am falschen Ort. Wenn der Präsident (Trump) Präsident Putin nicht direkt sagen kann, dass er Unrecht hat und wir Recht und dass unsere Geheimdienste Recht haben, ist es ineffektiv und schlimmer, ein weiteres Zeichen der Schwäche.»

Der Trump nahe stehende Fernsehsender Fox News titelte in seiner Online-Ausgabe: «Trump macht einen Rückzieher.» Fox-News-Moderatorin Dana Perino, damalige Sprecherin von Ex-Präsident George W. Bush, sagte: «Ich würde das in 24 Minuten klarstellen und nicht in 24 Stunden.»

Trump trat am Dienstag auch dem Eindruck entgegen, er sei in Helsinki von Putin über den Tisch gezogen worden. Dieses Bild zeichneten Politiker und Kommentatoren nach Trumps Pressekonferenz.

Der Kommentar zum Gipfel:

Er sei bei dem Treffen mit Putin in einer Position der Stärke gewesen, sagte Trump. Er fügte hinzu: «Es war ein sehr, sehr gutes Treffen». In der Nacht zum Mittwoch twitterte Trump: «Das Treffen zwischen Präsident Putin und mir war ein grosser Erfolg, ausser bei den Fake-News-Medien.» Mit diesem Begriff meint Trump pauschal alle Medien, die ihm kritisch gegenüber eingestellt sind.

Bunter Strauss an Themen

Auch nach Trumps Klarstellung kehrt keine Ruhe ein. Der Präsident attackierte in dem Fox-Interview einen seiner schärfsten Kritiker, den früheren Direktor des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan. Dieser hatte Trumps Auftritt in Helsinki am Montag als «verräterisch» bezeichnet. «Ich glaube, er ist ein sehr schlechter Mensch», sagte Trump.

Trump ging in dem Fox-Interview auch die oppositionelle demokratische Partei in den USA scharf an. «Die Demokraten wollen offene Grenzen. Womit sie im Grunde sagen, wir wollen offene Grenzen, wir wollen Kriminalität.» Auf die Frage von Moderator Tucker Carlson nach dem Grund sagte Trump: «Vielleicht ist es eine politische Philosophie, mit der sie gross geworden sind. Vielleicht haben sie das in der Schule gelernt. Vielleicht sind sie Dummköpfe. Ich weiss es nicht.» (sda/dpa)

«Idiot» oder «Fanboy» – Kritik an Trumps Auftritt mit Putin

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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • brudi 18.07.2018 12:44
    Highlight Highlight Es scheint mir doch recht seltsam wie viele Berichte über Trump erscheinen. Wahrscheinlich die einfachste Art um Leser bzw Klicks zu generieren. Als würden seine entscheide verheerende Auswirkungen auf die Schweiz oder die Welt an sich haben . Was Putin betrifft, er hat einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung. Das ist was zählt und nicht unsere Vorstellungen von Werten und Staatsführung. Die Russen haben eine andere Mentalität. Das gilt es zu akzeptieren. Ist ja nicht so ,dass unsere westlichen Wertvorstellungen perfekt sind. Zb Lohngefälle, Ausbeutung der Rohstoffe in Afrika, undundund
    • Demo78 18.07.2018 14:42
      Highlight Highlight Ähm Sorry
      Korruption und Oligarchentum sagen Dir wohl nichts.
      Die Russen haben eine ziemlich effiziente Propagandamaschine, daher der Rückhalt in der Bevölkerung. Zum Glück gibt es auch in Russland Menschen die differenziert Denken können, leider Leben diese aber ziemlich gefährlich.
    • Erba 18.07.2018 15:43
      Highlight Highlight Putin hat eine grosse Unterstützung weil er jegliche Opposition im Keim erstickt.
      Und es ist unsere Aufgabe undemokratische Diktatoren oder Autokraten anzuprangern.
    • brudi 18.07.2018 17:21
      Highlight Highlight Ähm sorry. Nur weil dir dieses System nicht gefällt musst du nicht meinen die Russen lassen sich für dumm verkaufen. Oder bist du einer von jenen Menschen welche denken die Wahrheit mit löffeln gefressen zu haben
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pumba 18.07.2018 11:34
    Highlight Highlight "Die USA und Russland kontrollierten rund 90 Prozent aller Atomwaffen"

    Und zwei Clowns die somit die Kontrolle über Massenvernichtungswaffen haben. Wenn das gut kommt..
  • Black Cat in a Sink 18.07.2018 10:41
    Highlight Highlight Pappnase!
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 18.07.2018 13:13
      Highlight Highlight *mit ABC-Waffen*
  • Arneis 18.07.2018 10:18
    Highlight Highlight "Deshalb sei es wichtig mit den Russen gut auszukommen".
    Bisher habe ich die Erpressungsvorwürfe für Blödsinn abgetan, so langsam aber fehlen mir die Gegenargumente, oder glaubt irgendjemand das sich Donald um etwas anderes schert als Donald?
  • Erba 18.07.2018 09:51
    Highlight Highlight “Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden“.
    Nicht für das amerikanische Volk, Nicht für dich und deine Familie?
    • Saraina 18.07.2018 10:31
      Highlight Highlight Trump ist eben nicht niemand...
  • Cpt. Jeppesen 18.07.2018 09:26
    Highlight Highlight Ich war nie ein grosser Freund von John Brennan, aber in diesem Fall muss ich ihm Recht geben. Trumps Stunt von Helsinki war eigentlich Hochverrat. Stelle man sich vor ein anderer Präsident hätte das gebracht, er würde sofort abgesetzt werden. Vor Helsinki aber hatte Trump 90% Zustimmung bei den Reps und die haben nun Angst, wenn Trump fällt, fällt auch die Partei in Bodenlose. Mid-Terms lassen grüssen...
  • Fulehung1950 18.07.2018 09:25
    Highlight Highlight Nach fake News und „alternative facts“ sind wir wohl jetzt bei „externally conducted slip of the tongue“ gelandet....
  • Alfio 18.07.2018 09:21
    Highlight Highlight Lange musste ich mich fremdschämen im Bezug auf Italien und Berlusconi. Aber im Vergleich zu diesem Troll war Silvio wirklich ein Genie ;-)
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 18.07.2018 10:53
      Highlight Highlight Ich sag's echt nicht gerne, da ich Berlusconi nicht möchte, aber der hatte im Gegensatz zu Trump Intelligenz und politische Fähigkeiten, die sich Trump nicht mal in seinem wildesten Träumen vorstellen könnte. Ganz zu schweigen von einer gewissen, nicht unbedingt positiven, Klasse.
  • Watcher 18.07.2018 09:13
    Highlight Highlight Es scheint, als hätte die amerikanische Regierung keine Interesse an guter Zusammenarbeit und Frieden. Ist ja auch verständlich, schliesslich kann man keine Waffen verkaufen wenn Frieden herrscht. Also liebe Medien: Angst und Schrecken verbreiten, damit alle nach mehr Sicherheit (Waffen, Krieg und Tote) schreien.
    • Saraina 18.07.2018 10:36
      Highlight Highlight Angst und Schrecken sollte sich eigentlich in Europa verbreiten. Immerhin macht Trump klar, dass er sich Putin nicht in den Weg zu stellen beabsichtigt. Trump bezeichnet die EU als Feind, und fordert, dass die europäischen Länder massiv mehr in (amerikanische) Waffen investieren.
      Ich glaube nicht, dass Putin trottelige Aussagen und Arschkriecherei als „gute Zusammenarbeit und Frieden“ sieht, eher als Freipass für weitere antidemokratische Interventionen.
    • Sebastian Wendelspiess 18.07.2018 15:57
      Highlight Highlight @seraina welche antidemokratischen Intervention meinst du? Gemäss der Angstmachung der Medien seit 4 Jahren vor Russland, müsste Putin schon längst ins Baltikum einmarschiert sein, wieso auch immer er das tun sollte. Passiert ist nix, macht euch doch nicht so in die Hosen, solange man Russland nicht provoziert, tun die niemandem was.
    • Fabio74 18.07.2018 20:47
      Highlight Highlight @wendelspiess: Argumentation aus dem Kindergarten. Putin hat die Krim ins Reich geholt, führt Krieg im Donbass, hat Truppen in Transnistrien, was zu Moldau gehört; hat Truppen in Abchasien und Südossetien was georgisches Territorium ist
      Und warum Menschen in freien demokratischen Rechtsstaaten lebend, einen Diktator anhimmeln, muss glaub kein Mensch verstehen.
  • PatsNation 18.07.2018 09:04
    Highlight Highlight "Ich möchte nur, dass unser Land sicher ist.» Die USA und Russland kontrollierten rund 90 Prozent aller Atomwaffen. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte Angelegenheit."
    WOW der erste vernünftige Satz aus dem Mund des Trumpeltier :o
  • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 18.07.2018 08:20
    Highlight Highlight Wer jetzt noch zu Trump hält, ist entweder prinzipiell blind gegenüber der Realität, das werden etwa 0,1% sein, oder ein Troll, was einen Anteil von 99,9% ausmachen dürfte.
    Wobei der Anteil an realen Personen bei den Trollen etwa ein Drittel aller Pro-Trump-Beiträge abdeckt. Der Rest sind alles mehrfach Profile. Wie man ja hier auch sieht.
  • Pafeld 18.07.2018 08:16
    Highlight Highlight Die Demokratie nach dem Trumpismus wird klare Automatismen brauchen, wann ein gewählter Politiker wieder automatis aus dem Amt enthoben wird. Und zwar nicht nur in den USA.
  • Mr. Spock 18.07.2018 07:58
    Highlight Highlight Wir können alle Zusammenarbeiten. Mit Trump zwar schwierig jedoch einmal etwas aus seinem Mund, dass ich effektiv unterstützen würde! Nicht das es bei Trump die selbe Bedeutung hätte wie bei anderen Staatspersonen...
    • Hexentanz 18.07.2018 09:13
      Highlight Highlight Ach andere Staatspräsidenten labern auch nur was öffentlich und tun dann meistens was anderes.

      Solange das gesamte Chaos irgendwie bei diplomatischem Tauziehen bleibt, wird uns schlimmeres erspart.

      Man sagt doch, Hunde die bellen, beißen nicht :)
    • swisskiss 18.07.2018 11:30
      Highlight Highlight Hexentanz: Iran Deal in die Tonne zu treten, Paris Abkommen zu kündigen, Botschaft in Israel zu verlegen, die Saudis mit Waffen für 100 Milliarden zu beliefern, Strafzölle für alle Handelspartner zu erheben ist nicht bellen, sondern Allen ans Bein zu pinkeln.

      Glauben zu wollen, dass Trump es nicht ernst meint in seinem Wahn ist die typische "der macht doch nichts, der will doch nur spielen" Naivität.
  • Maranothar 18.07.2018 07:53
    Highlight Highlight "Er habe bei einer Durchsicht einer Abschrift seiner Aussagen gemerkt, dass er sich versprochen habe."

    Das bezweifle ich. Der liest doch nichts das länger als ein Tweet ist.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 18.07.2018 10:54
      Highlight Highlight Kann er ja noch nicht einmal.
      Seine Aufmerksamkeitsspanne reicht gerade 160 Zeichen.
  • N. Y. P. D. 18.07.2018 07:52
    Highlight Highlight «Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 stattgefunden hat», sagte Trump.

    Dass er das überhaupt erwähnen muss, stellt einen weiteren absoluten Tiefpunkt seiner Präsidentschaft dar.

    Wieso äussern sich seit ein paar Tagen keine Trumpsupporter mehr in diesen Spalten ?

    Alle in den Ferien ?

    😁
    • N. Y. P. D. 19.07.2018 07:44
      Highlight Highlight Gregor, vielleicht ist es so.

      Oder es hat zuwenige Kommentare.

      ;-)
  • Bruno S.1988 18.07.2018 07:44
    Highlight Highlight Trump ist wie ein Kind. Er traut sich nur gegen die kleineren Kindern stärke zu zeigen. Wie am letzten G7-Treffen. Da war er noch das Alpha Tier.
    Gegenüber Putin muss er sich aber als Beta unterwerfen 😂 kein rumgezerre während dem Handschlag und keine sprüche von wegen der Andere würde bestimmt einen besseren Job machen.
    Benutzer Bild
  • Hades69 18.07.2018 07:23
    Highlight Highlight Die Medienlandschaft wuenscht sich so sehr einen Konflikt und versucht alles daran um es eskalieren zu lassen. Wer spricht da zu uns? Der gesunde Menschenverstand oder die Werbrtrommel der Waffenlieferanten?
    • Blades 18.07.2018 09:40
      Highlight Highlight Da gebe ich dir absolut recht ,
      diese Frage sollten sich mehr Leute stellen.
      Hier stellt sich aber langsam die Frage wie wichtig es wäre, dass man einem Mann der so viel Macht hat, der so viele Möglichkeiten hätte ...., trauen könnte.
      Wer will noch mit jemandem zusammen arbeiten wenn er jedes, aber wirklich jedes mal im Nachhinein das Gegenteilbehauptet oder sich korrigieten muss.
      Dieser Herr sollte sich langsam seiner Verantwortung bewusst werden und akzeptieren dass er kein Imobilienimperium mehr führt!!!!
    • Sauäschnörrli 18.07.2018 09:58
      Highlight Highlight Wer zwingt seine Partner massiv mehr in Rüstung zu investieren? Ich glaube nicht die Medien.

      Frei nach dem (trumpschen) Motto: Wer Frieden will, muss (amerikanische) Waffen kaufen.
    • Watcher 18.07.2018 10:03
      Highlight Highlight Bravo, absolut richtig - leider.
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