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Kamala Harris macht mit «Fortnite»-Karte Jagd auf junge Wähler

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USA! USA! USA!Bild: Epic Games

US-Wahl trifft Videospiel: Kamala Harris macht mit «Fortnite»-Karte Jagd auf junge Wähler

05.11.2024, 10:1305.11.2024, 23:29
Tim Kröplin / watson.de

Hin und wieder werden politische Wahlkämpfe in die Welt der Videospiele verlagert. So richtete das demokratische Wahlkampfteam zur vergangenen US-Wahl (2020) ein Inselchen mit Biden-Schwerpunkt in «Animal Crossing: New Horizons» ein. Während in der realen Welt das Coronavirus grassierte, grasten dort die Kühe neben freundlichbestimmten «Geht wählen»-Schildern.

In diese joypadgrossen Fussstapfen tritt nun auch US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris. Anders als US-Präsident Biden lockt ihr Name jedoch nicht auf ein nettes Idyll, sondern in einen eher kompetitiven Shooter, wenngleich dieser nicht wirklich brutal ist.

So hat Harris' Wahlkampfteam eine «Fortnite»-Karte im entsprechenden «Wählt Kamala»-Stil erstellt. Offenbar verspricht sich die Kampagnenführung davon, möglichst viele junge Menschen anzusprechen. Ein naheliegender Gedanke, immerhin ist Joe Biden US-Präsident, geschadet hat ihm der Ausflug ins Gaming-Gefilde offensichtlich nicht.

Anders als im sonst verniedlichten Wilden Westen, den «Fortnite» bietet, geht es bei der Kamala-Karte aber nicht um Schiessereien, bis nur noch eine Figur übrig ist. Stattdessen sollen Spielerinnen und Spieler in «Freedom Town USA» einige Missionen absolvieren. Als Belohnung gibt es Informationen zur Wahlkampagne der Kandidatin.

Spielerinnen und Spieler müssen sich etwa Baugeräte besorgen und ein Haus bauen. Es geht dabei vor allem um Harris Wohnungspolitik. Ihr erklärtes Ziel: den Bestand um drei Millionen erhöhen. Eine nette Idee.

Zum einen lag das Wohnungsdefizit in den USA 2022 bei rund drei Millionen, zum anderen dürfte der angespannte Wohnungsmarkt die jungen Wählerinnen und Wähler gegen US-Präsident Biden aufgebracht haben. In den vergangenen Jahren legten die Mieten um 24 Prozent zu, die durchschnittlichen Stundenlöhne stagnierten jedoch nahezu in den vergangenen zehn Jahren.

Ein Bastelspiel, das «Fortnite» eben auch ist, bietet sich also als Vehikel für politische Vorhaben im Kampf gegen die Wohnungskrise an. Da die Aufgaben jedoch so einfach sind, die Karte selbst offensichtlich das Ziel hat, Werbung für Harris zu machen, war die Resonanz eher verhalten.

Harris-Strategie unter jungen Menschen nicht wirklich populär

So stromerten lediglich um die 300 Spielerinnen und Spieler in den ersten 24 Stunden durch «Freedom Town USA». Zum Vergleich: In derselben Zeit waren es bei beliebten Karten wie «Ranked Reloaded» mehr als 300'000 Spielerinnen und Spieler.

Vielleicht waren es nicht nur die Aufgaben, die etwas abschreckten. In der Harris-Stadt gibt es auch ein Waffenverbot. So clever das auch sein mag, «Fortnite» hat auch einen Actionfokus, ausserdem ist Harris ohnehin nicht für ein umfassendes Waffenverbot. Falls dich die Karte trotzdem interessiert, kannst du sie über den Code 7331-5536-6547 in der «Fortnite»-Datenbank finden.

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