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Houston versinkt nach dem Hurrikan Harvey in den Fluten

28'000 Personen durch Hurrikan «Harvey» obdachlos ++ weiteres Ungemach droht

Land unter in der texanischen Metropole. Tausende Bewohner warten auf die Evakuierung. Nun droht weiteres Ungemach. 



Video: Nico Franzoni

Unablässiger Starkregen in der Folge des Hurrikans «Harvey» hat in der texanischen Metropole Houston Tausende Menschen zur Flucht gezwungen. Im Grossraum Houston waren am Montagmorgen mehr als 220'000 Menschen ohne Strom.

Allein das Rote Kreuz bereitete sich in der Nacht zum Montag auf die Versorgung von bis zu 28'000 Personen vor, die durch die Fluten obdachlos geworden sind. Das Sheriffsbüro des Landkreises Harris setzte zur Rettung Motorboote ein, andere Menschen wurden auf Lastwagen in Sicherheit gebracht.

n den Rettungseinsätzen vor Ort beteiligten sich ausser Feuerwehr und Polizei auch tausende Nationalgardisten sowie die Zivilbevölkerung.Die städtische Katastrophenschutzbehörde forderte die Einwohner auf, sich aufs Dach zu retten, wenn das oberste Stockwerk ihres Hauses nicht mehr sicher sei. Die Stadt bot öffentliche Gebäude als Notunterkünfte für Menschen an, deren Häuser überflutet wurden.

Die genaue Zahl der Obdachlosen war unklar. Die Behörden rechneten damit, dass sie mehr als 30'000 Menschen in Notunterkünften unterbringen müssen.

Im Grossraum Houston waren am Montagmorgen mehr als 220'000 Menschen ohne Strom. Der Flugbetrieb an den beiden Flughäfen der texanischen Metropole kam zum Erliegen, darunter auch das vielgenutzte Luftverkehrsdrehkreuz George Bush Intercontinental Airport. Auch die Schulen wurden geschlossen. Zwei Spitäler mussten evakuiert werden. Bis in die Innenstadt Houstons hinein sind Strassen unpassierbar, nach Behördenangaben sind alle Autobahnen in der Umgebung überschwemmt.

Auch ausserhalb Houstons machte der Sturm viele Häuser dem Erdboden gleich. Verschmutzes Trinkwasser wurde mehr und mehr zum Problem. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Trinkwasser abzukochen.

Dallas will Flutopfer aufnehmen

Laut Vorhersagen soll die viertgrösste Stadt der USA auch in den kommenden Tagen von schweren Regenfällen heimgesucht werden. Die Stadt Dallas bereitet sich auf Tausende Gestrandete vor. Sie machte ihr Kongresszentrum zu einer Herberge für Flutopfer, wie CNN berichtete. Bis zu 5000 Menschen können dort unterkommen.

Präsident Donald Trump will sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der Lage machen. Auf Ersuchen des texanischen Gouverneurs Greg Abbott hatte Trump bereits am Freitag für Teile von Südtexas den Notstand ausgerufen. Damit können rascher Bundeshilfen ins Katastrophengebiet fliessen.

Noch nie dagewesene Regenmengen

Die Behörden sprachen zunächst von zwei Todesopfern: Eine Frau aus Houston blieb mit ihrem Auto in den Fluten stecken und ertrank beim Aussteigen. Das zweite Todesopfer fanden Helfer in der Küstenstadt Rockport bei Corpus Christi.

«Wir sehen noch nie dagewesene Niederschlagsmengen», sagte der Chefmeteorologe Steve Bowen vom Rückversicherer Aon Benfield. Die Experten gehen von weiter steigenden Wasserständen bis Ende der Woche aus. An mehreren Staudämmen wurde in der Nacht zum Montag zur Entlastung der Anlagen Wasser abgelassen, was die Überflutungen weiter verschärfte.

«Harvey» bedeutet auch für die in der Region von Houston vorherrschende Ölindustrie einen schweren Schlag. Viele Raffinerien sind geschlossen, teilten unter anderem die Ölkonzerne Shell und Exxon mit. Experten gehen davon aus, dass derzeit 22 Prozent der Ölförderung im Golf von Mexiko stillstehen und täglich eine Million Barrel (je 159 Liter) Öl nicht verarbeitet werden.

Höchste Marke seit 800 Jahren

Im Landkreis Fort Bend wurden 50'000 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, um sich vor den steigenden Pegelständen des Flusses Brazos in Sicherheit zu bringen. Die Behörden sprachen von der höchsten Marke seit mindestens 800 Jahren.

«Harvey» war in der Nacht zum Samstag als Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern in der Stunde über die Küste von Texas hinweggefegt. Damit war er der stärkste Sturm in dem US-Bundesstaat seit 1961. Zwar hat er sich über Land abgeschwächt und wurde in der Nacht auf Montag zum Tropensturm zurückgestuft.

Allerdings bringt er riesige Regenmengen mit sich und bewegte sich zunächst kaum vom Fleck. Experten gehen davon aus, dass einige Teile der betroffenen Region in einer Woche so viel Regen erhalten könnten wie sonst im ganzen Jahr. 

Neues Ungemach

Das Zentrum des Sturms lag am Montagmorgen etwa 150 Kilometer von Houston entfernt und sollte sich bis Mittwoch in einem Bogen langsam auf die Stadt zubewegen.

Zudem bahnte sich über die Flüsse neues Ungemach an. Etwa 240 Kilometer von Houston entfernt gingen heftige Schauer auf die stromaufwärts gelegenen Abschnitte nieder. Auch diese Wassermassen bewegen sich auf die Stadt zu.

Das Weisse Haus verkündete am Montag die Entscheidung, auf deren Grundlage Bundesmittel zur Behebung von zu erwartenden Sturmschäden freigegeben werden können. Zuvor hatte Trump bereits den Katastrophenfall für den Bundesstaat Texas ausgerufen, der bislang am stärksten von den Sturmfolgen betroffen ist. (sda/reu/dpa/afp)

Tausende fliehen in Australien vor Zyklon «Debbie»

Video: watson

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • forest high 28.08.2017 22:04
    Highlight Highlight Angesichts der aktuellen Situation sind viele Kommentare hier erbärmlich und peinlich. Ich wünsche euch, dass ihr nie so etwas erleben müsst, dann würde eure zynische, grosse Klappe schnell verstummen.

    Und noch etwas, nachdenken bevor man etwas postet hilft ungemein.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 28.08.2017 18:46
    Highlight Highlight Auf nach Amerika für humanitäre Hilfe wuheee
  • Willkommen 28.08.2017 17:31
    Highlight Highlight Ich finde überschwemmungen recht unterhaltsam, die Versicherung bezahlt mir ja den schaden, ich lege kein wert auf Materiele dinge. Alles kann ersetzt werden.
    • öpfeli 28.08.2017 18:23
      Highlight Highlight Sonst gehts noch?
    • papaya 28.08.2017 18:31
      Highlight Highlight Ja wahnsinnig "unterhaltsam" sein Heim zu verlieren!!! Mit ihrer Schweizer Versicherung wird so ein Schaden bezahlt... in den USA läuft dies etwas anders.
    • Hierundjetzt 28.08.2017 20:13
      Highlight Highlight @W: Es wird der Zeitwert ersetzt nicht der Neuwert. Heisst: Du kriegst für Deine Wohnwand noch 50.- und nicht 2000.- Dann kauf Dir mal für n 50.- eine neue Wohnwand..

      PS: Deine Liebesbriefe an Kurt / Hans sind ebenso verloren. Für immer.

  • Grundi72 28.08.2017 17:25
    Highlight Highlight Hatte da jetzt wirklich kein Seitenhieb gegen Trump mehr Platz? Bin enttäuscht...
  • Toerpe Zwerg 28.08.2017 17:07
    Highlight Highlight 90% widerliche Kommentare hier. Abstossed, kaltherzig, menschenverachtend, dumm - könnten glatt von Trump auf Twitter verfasst worden sein.
  • Fulehung1950 28.08.2017 17:04
    Highlight Highlight Hey, Mr. President, you forgot to stop an illegal immigrant, a real terrorist named Harvwey! Aiaiai!
  • TheCloud 28.08.2017 16:32
    Highlight Highlight Zum Glück kommt die Mauer, die Mexiko vor der Sintflut schützt.
  • Thomas Rohrer 28.08.2017 15:45
    Highlight Highlight Die Ruhe bewahren, keine Mauer sondern den obdachlosen Leuten Häuser bauen.
    • TheCloud 28.08.2017 19:47
      Highlight Highlight Da hast du wohl die letzten 7 Monate verpennt. Das ist das neue GOP-Trumpeske Amerika: Wer arm, obdachlos, krank etc. ist, ist ganz selber Schuld und soll gefälligst für sich selbst sorgen, statt dem Saat zur Last zu fallen. Der ist schon mit Schenken an die Superreichen genug ausgelastet.
  • Denk nach 28.08.2017 10:32
    Highlight Highlight Wer einmal eine richtige Überschwemmung erlebt hat, und nur erahnen kann, was die Leute durchmachen, könnte die "Trump" und "Klimawandel" Kommentare als stossend empfinden.

    Zudem finde ich es auch irgendwie schizophren den Amis Vorträge zu halten, und selber nach Thailand in die Ferien zu fliegen.
    • Patrick Felder 28.08.2017 15:16
      Highlight Highlight Wer sich seit Jahren für echten Umweltschutz einsetzt und sich darum auch die Thailandreise verkneift, könnte diesen Whataboutismus als stossend empfinden.
  • Scaros_2 28.08.2017 09:28
    Highlight Highlight Und was tut die US-Regierung? Kein Tweet von Trump oder so? Wenn ja, hab noch nicht selbst geschaut.
    • TheCloud 28.08.2017 16:38
      Highlight Highlight Er geht morgen vorbei und erklärt den Leuten, dass das alles von Obama, den Homosexuellen und der Fake-News verursacht wurde.
    • Baba 28.08.2017 17:26
      Highlight Highlight @The Cloud: Sie haben Hillary vergessen! Hillary ist ganz bestimmt mitschuldig 😠. Oder gar alleine schuld daran?


      Nun aber ernsthaft: Es ist den betroffenen Menschen in Houston zu wünschen, dass die Rettungskräfte besser auf die Katastrophe vorbereitet waren als damals bei Katrina in New Orleans... Es muss der blanke Horror sein, sowas zu erleben. Oder sowas wie letzte Woche in Bondo...
  • Kuunib 28.08.2017 08:42
    Highlight Highlight Keine Bange Fett treibt auf Wasser.
    • Hierundjetzt 28.08.2017 12:20
      Highlight Highlight Fett wird man, weil man sich kein gesundes Essen leisten kann, da der Mindestlohn bei 7.- liegt und du max 5.- / stunde bekommst.

      Du kriegst darum nur soviel, weil die theoretische Arbeitslosigkeit bei 12% liegt, die reale bei 20%. Weil keine lustige "EU" da ist und einem verarmten US-Bundesstaat unter die Arme greift (wie bei uns geschehen bei den PIGS-Staaten)

      Aber als reiches arrogantes Schweizerlein hast Du ja so viel Ahnung.
  • bcZcity 28.08.2017 08:37
    Highlight Highlight Da lohnt sich ein Atombunker nun so richtig, gibt gleich noch U-Boot Feeling! Trump's Mauer hätte da aber sicher schlimmeres verhindert!
  • naherrawan 28.08.2017 07:02
    Highlight Highlight Hat man davon wenn man einen Wahnsinnigen als Präsident wählt.
    • Denk nach 28.08.2017 10:26
      Highlight Highlight Ich verstehe den Zusammenhang nicht.... Die Stadt Houston hat 54% für Clinton gevoted.
    • Hierundjetzt 28.08.2017 12:21
      Highlight Highlight naherrawan: weil der Trump ja auch innerhalb von 6 Monaten die globale Klimaerwärmung stoppen kann. Klar. Logisch.
    • Baba 28.08.2017 17:28
      Highlight Highlight Ich bin ja nun tatsächlich keine Anhängerin von Nr. 45. Aber für Harvey kann er nun effektiv nix...
  • Pana 28.08.2017 06:30
    Highlight Highlight Thanks!?
    • HAL9000 28.08.2017 07:34
      Highlight Highlight Voll... xD
    • Toerpe Zwerg 28.08.2017 09:02
      Highlight Highlight Für den Spirit.
    • α Virginis 28.08.2017 09:33
      Highlight Highlight @Pana: Das ist nur so eine Floskel von Trump. Der wird es ja wohl kaum schaffen, mal vor Ort zu gehen und den Leuten Mut zuzusprechen. Da geht er lieber irgendwo Golfen und Twittert fröhlich von seiner Suite aus. Ein Schelm, wer da böses denkt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • uku 28.08.2017 06:29
    Highlight Highlight So lange der orangefarbene Mann sagt, dass es den Klimawandel nicht gibt und etwas dagegen unternimmt, wird sich in dieser Tendenz auch nichts ändern. Arme Leute, die das wortwörtlich ausbaden müssen.
    • Firefly 28.08.2017 08:48
      Highlight Highlight Die Leute haben ihn gewählt
    • α Virginis 28.08.2017 09:35
      Highlight Highlight Nee, das ist kein Klimawandel, das Klima hat sich ganz einfach gegen Trump persönlich gewendet und deshalb muss es ja zerstört werden, ist ja ein Demokrat, wenn nicht schlimmeres! Oder so, frei nach Trump...
    • Ursus ZH 28.08.2017 09:42
      Highlight Highlight Du meinst den braunen Mann?
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