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US-Migrationspolitik: Kleinkinder leiden weiter – nur 4 wurden Eltern übergeben

11.07.18, 01:40 11.07.18, 04:52


Im Streit um die Trennung von Flüchtlingsfamilien an der Südgrenze der USA gibt es weiter Probleme: Auch nach Ablauf einer gerichtlichen Frist sind zahlreiche Kinder unter fünf Jahren nicht mit ihren Eltern zusammengekommen.

epa06850019 People enter the United States walk past two year old Jennifer and her mother Evelyn sleeping along with other immigrants from Guatemala and Cuba seeking asylum waiting in the middle of the bridge to get into the United States from Matamoros, Mexico, 29 June 2018. Immigration along the Rio Grande in Texas has become a political issue, due to the controversy surrounding the US Justice Department's suspended 'Zero Tolerance' policy of criminally prosecuting all migrants entering the country illegally and the now-reversed policy of separating migrant children from their parents.  EPA/LARRY W. SMITH

Viele Kinder sind nach wie vor von ihren Eltern getrennt. (Symbolbild) Bild: EPA/EPA

Vier von 102 dieser Kinder in Obhut des Gesundheitsministeriums seien bis Dienstagmittag (Ortszeit) wieder mit Familienmitgliedern zusammengebracht worden, teilte das Heimatschutzministerium (DHS) mit. In 50 weiteren Fällen sollte die Zusammenführung möglicherweise noch vor Ablauf der Frist am Dienstag geschehen.

In 20 weiteren Fällen sei das aus logistischen Gründen nicht rechtzeitig möglich gewesen - meist, weil die Eltern aus den USA abgeschoben wurden. DHS teilte weiter mit, einige Eltern seien «wegen Aspekten, die während krimineller Hintergrundprüfungen aufgedeckt wurden, ungeeignet für eine Zusammenführung». Dazu gehörten beispielsweise Gewalt gegen Kinder, Kinderschmuggel oder Drogenvergehen. In einigen Fällen habe sich herausgestellt, dass sich Personen fälschlich als Eltern eines Kindes ausgegeben hätten.

Gericht fordert Erklärung

Ein Gericht in Kalifornien hatte die Behörden am Montag aufgefordert zu erklären, wie viele Kinder «wegen legitimer logistischer Hindernisse, die die fristgerechte Erfüllung unmöglich machen», nicht mit einem Elternteil zusammengeführt werden können. US-Medienberichten zufolge erkannte das Gericht an, dass dafür in einigen Fällen über die Frist hinaus Zeit notwendig sei.

US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag in Washington zu den Familientrennungen: «Ich habe eine Lösung: Sagt den Leuten, dass sie nicht illegal in unser Land kommen sollen.» Er fügte hinzu: «Wir haben Gesetze. Wir haben Grenzen.»

Aufenthaltsort der Eltern unklar

Besonders in einem Fall spiegelt sich das Chaos wieder, das die Trennungen verursacht haben - und die Überforderung der Behörden. «Ein Kind kann derzeit nicht zusammengeführt werden, weil der Aufenthaltsort des Elternteils seit mehr als einem Jahr unklar ist», teilte das Ministerium mit. Es gebe Hinweise darauf, «dass das Elternteil und das Kind US-Bürger sein könnten».

Die Trennungen sind Teil der «Null-Toleranz-Politik» Trumps, mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollen. Trump hatte die Praxis zwar vorübergehend beendet - jedoch nur, um Eltern und Kinder gemeinsam einzusperren. Ein neues Migrationsgesetz scheiterte bislang an Widerständen im Parlament. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mehr als 2500 Minderjährige von ihren Familien getrennt. Nach Angaben der Behörden sind 102 davon jünger als fünf Jahre.

Wenn sich Kleinkinder vor Gericht selbst verteidigen müssen

Video: watson

Strassenproteste gegen Einwanderungspolitik

Ende Juni hatte das Gericht in Kalifornien angeordnet, dass Kinder, die an der Grenze von ihren Eltern getrennt wurden, bis zum 26. Juli wieder mit ihnen zusammengeführt werden müssen. Für Kinder unter fünf Jahren galt eine Frist bis Dienstag. Vorläufig stoppte das Gericht zudem die Praxis der Familientrennungen. Ausnahmen soll es nur geben, wenn Eltern als ungeeignet angesehen werden, die Kinder zu betreuen.

Am vergangenen Samstag waren Zehntausende Menschen in Dutzenden US-Städten auf die Strasse gegangen, um gegen Trumps Einwanderungspolitik zu demonstrieren. Die Demonstranten, darunter zahlreiche Politiker der oppositionellen Demokraten, wandten sich unter dem Motto «Familien gehören zusammen» vor allem gegen das Trennen von Flüchtlingsfamilien. (sda/dpa/vom)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gregor Hast 11.07.2018 19:45
    Highlight Es ist sehr traurig wie man hier wieder über die Regierung Trump herzieht - nur weil man keine Geduld aufzeigen kann! Natürlich ist es schlimm, wenn Kinder von ihren Eltern getrennt werden. Doch Präsident Trump und sein Team tun alles, um die Familien wieder zusammenzuführen!
    1 2 Melden
    • Klaus07 11.07.2018 23:53
      Highlight Sie tun Alles? Wenn das alles ist was die Trump Regierung hinbekommt, dann gute Nacht Welt! Selten so eine unfähige Regierung gesehen.
      1 0 Melden
  • Klaus07 11.07.2018 08:37
    Highlight Eine Schande sondergleichen für die US Regierung. Man schiebt Menschen ab und vergisst dabei die Kinder im eigenen Land! Trump ist ein abartiger Unmensch!
    17 3 Melden
    • Gregor Hast 11.07.2018 19:47
      Highlight Herr Trump ist kein Unmensch und er hat die Menschen im eigenen Land nicht vergessen! Er kann seine Augen nicht überall haben!!!
      0 1 Melden
    • Klaus07 11.07.2018 23:57
      Highlight @Gregor Hast
      Ja klar kann Trump seine Augen nicht überall haben, das bewies er der Welt mit seiner Steuersenkung für sich und seine Freunde ausdrücklich, oder bei seinem Kampf gegen eine Krankenversicherung für seine Menschen, oder beim massiven Budgetkürzungen bei den öffentlichen Schulen. Trump sind die Menschen (ausser sehr Reiche) im eigenen Land völlig Scheiss egal.
      1 0 Melden

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