International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

US-Migrationspolitik: Kleinkinder leiden weiter – nur 4 wurden Eltern übergeben



Im Streit um die Trennung von Flüchtlingsfamilien an der Südgrenze der USA gibt es weiter Probleme: Auch nach Ablauf einer gerichtlichen Frist sind zahlreiche Kinder unter fünf Jahren nicht mit ihren Eltern zusammengekommen.

epa06850019 People enter the United States walk past two year old Jennifer and her mother Evelyn sleeping along with other immigrants from Guatemala and Cuba seeking asylum waiting in the middle of the bridge to get into the United States from Matamoros, Mexico, 29 June 2018. Immigration along the Rio Grande in Texas has become a political issue, due to the controversy surrounding the US Justice Department's suspended 'Zero Tolerance' policy of criminally prosecuting all migrants entering the country illegally and the now-reversed policy of separating migrant children from their parents.  EPA/LARRY W. SMITH

Viele Kinder sind nach wie vor von ihren Eltern getrennt. (Symbolbild) Bild: EPA/EPA

Vier von 102 dieser Kinder in Obhut des Gesundheitsministeriums seien bis Dienstagmittag (Ortszeit) wieder mit Familienmitgliedern zusammengebracht worden, teilte das Heimatschutzministerium (DHS) mit. In 50 weiteren Fällen sollte die Zusammenführung möglicherweise noch vor Ablauf der Frist am Dienstag geschehen.

In 20 weiteren Fällen sei das aus logistischen Gründen nicht rechtzeitig möglich gewesen - meist, weil die Eltern aus den USA abgeschoben wurden. DHS teilte weiter mit, einige Eltern seien «wegen Aspekten, die während krimineller Hintergrundprüfungen aufgedeckt wurden, ungeeignet für eine Zusammenführung». Dazu gehörten beispielsweise Gewalt gegen Kinder, Kinderschmuggel oder Drogenvergehen. In einigen Fällen habe sich herausgestellt, dass sich Personen fälschlich als Eltern eines Kindes ausgegeben hätten.

Gericht fordert Erklärung

Ein Gericht in Kalifornien hatte die Behörden am Montag aufgefordert zu erklären, wie viele Kinder «wegen legitimer logistischer Hindernisse, die die fristgerechte Erfüllung unmöglich machen», nicht mit einem Elternteil zusammengeführt werden können. US-Medienberichten zufolge erkannte das Gericht an, dass dafür in einigen Fällen über die Frist hinaus Zeit notwendig sei.

US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag in Washington zu den Familientrennungen: «Ich habe eine Lösung: Sagt den Leuten, dass sie nicht illegal in unser Land kommen sollen.» Er fügte hinzu: «Wir haben Gesetze. Wir haben Grenzen.»

Aufenthaltsort der Eltern unklar

Besonders in einem Fall spiegelt sich das Chaos wieder, das die Trennungen verursacht haben - und die Überforderung der Behörden. «Ein Kind kann derzeit nicht zusammengeführt werden, weil der Aufenthaltsort des Elternteils seit mehr als einem Jahr unklar ist», teilte das Ministerium mit. Es gebe Hinweise darauf, «dass das Elternteil und das Kind US-Bürger sein könnten».

Die Trennungen sind Teil der «Null-Toleranz-Politik» Trumps, mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollen. Trump hatte die Praxis zwar vorübergehend beendet - jedoch nur, um Eltern und Kinder gemeinsam einzusperren. Ein neues Migrationsgesetz scheiterte bislang an Widerständen im Parlament. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mehr als 2500 Minderjährige von ihren Familien getrennt. Nach Angaben der Behörden sind 102 davon jünger als fünf Jahre.

Wenn sich Kleinkinder vor Gericht selbst verteidigen müssen

Video: watson

Strassenproteste gegen Einwanderungspolitik

Ende Juni hatte das Gericht in Kalifornien angeordnet, dass Kinder, die an der Grenze von ihren Eltern getrennt wurden, bis zum 26. Juli wieder mit ihnen zusammengeführt werden müssen. Für Kinder unter fünf Jahren galt eine Frist bis Dienstag. Vorläufig stoppte das Gericht zudem die Praxis der Familientrennungen. Ausnahmen soll es nur geben, wenn Eltern als ungeeignet angesehen werden, die Kinder zu betreuen.

Am vergangenen Samstag waren Zehntausende Menschen in Dutzenden US-Städten auf die Strasse gegangen, um gegen Trumps Einwanderungspolitik zu demonstrieren. Die Demonstranten, darunter zahlreiche Politiker der oppositionellen Demokraten, wandten sich unter dem Motto «Familien gehören zusammen» vor allem gegen das Trennen von Flüchtlingsfamilien. (sda/dpa/vom)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

US-Waffenlobby NRA meldet aus Kalkül Insolvenz an

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Donald Trumps christliche Dschihadisten

Christliche Fundamentalisten waren mit dabei, als das Kapitol gestürmt wurde. Sie bilden einen zentralen Bestandteil von Trumps Kampftruppen – und sie sind brandgefährlich.

Kuhhörner, die Flagge der Südstaaten, Wikinger-Felle und Runen: All dies bringen wir in Verbindung mit den Chaoten, welche das Kapitol in Washington gestürmt haben. Wir denken an Neo-Nazis und weisse Herrenmenschen. Gerne übersehen wir die Vielzahl von christlichen Symbolen, die ebenfalls mitgeschleppt wurden, etwa Fahnen, auf denen die Liebe zu Christus verkündet wird.

Die gewalttätigen Proud Boys sind vor dem Sturm gar zum Gebet niedergekniet. Das ist kein Zufall. «Die Extremisten unter den …

Artikel lesen
Link zum Artikel