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Police secure the scene of a shooting at an office building housing The Capital Gazette newspaper in Annapolis, Md., Thursday, June 28, 2018. (AP Photo/Susan Walsh)

Bild: AP/AP

Nach der gezielten Zeitungsattacke in den USA: 5 Dinge, die du jetzt wissen musst



Was ist passiert?

Ein bewaffneter Mann drang am Donnerstag in die Redaktion der Lokalzeitung «Capital Gazette» in der US-Stadt Annapolis ein. Dort erschoss er fünf Menschen, zwei weitere wurden verletzt. Der Schütze wurde nach seiner Tat festgenommen, die Polizei geht momentan von einem Einzeltäter aus.

epaselect epa06848942 Police respond outside the scene of a shooting at the Capital Gazette building (seen behind) in Annapolis, Maryland, USA, 28 June 2018. Five were killed and several injured in the shooting. Authorities have taken a suspect into custody.  EPA/JAY FLEMING

Die Polizei sperrt den Tatort weiträumig ab. Bild: EPA/EPA

Es wird vermutet, dass die Tat aus einem Rechtsstreit heraus entstand, den der Täter mit der Zeitung ausfocht. Genaueres müsse die Polizei aber erst ermitteln. Der Täter zeige sich nur bedingt kooperativ.

Wer sind die Opfer?

Bei allen fünf Opfern handelt es sich um Mitarbeiter der Zeitung. Vier von ihnen waren zwischen 55 und 65 Jahre alt, das fünfte Opfer war 34 Jahre alt. Die Zeitung zeigt die fünf Opfer auf der Frontseite der heutigen Ausgabe:

Auf ihrem Twitter-Account postete die Zeitung heute die Biografien der Verstorbenen:

Wendi Winters (65)

«Nach einer Karriere in Mode und Public Relations hat sich Wendi Winters einen guten Ruf als produktive Freelance-Reporterin und wichtiger Teil der Community der ‹Capital Gazette› gemacht.»

Rebecca Smith (34)

«Rebecca Smith wurde erst kürzlich bei der ‹Capital Gazette› eingestellt, aber zeigte sich bereits als wertvollen Gewinn.»

John McNamara (55)

«Seine Kollegen erinnern sich an John McNamara für seine flexible, prägnante Art, zu schreiben, und sein grosses Wissen über den regionalen Sport.»

Rob Hiaasen (59)

«Rob Hiaasens ironisch beobachtender Schreibstil und sein grosszügiges Mentoring junger Journalisten sicherten ihm Aufgaben in verschiedensten Newsrooms, so auch in der ‹Capital Gazette›.»

Gerald Fischman (61)

«Gerald Fischmans Persönlichkeit war so ruhig und zurückgezogen, dass sie einen brillanten Kopf, Humor und eine gefährliche Schreibweise versteckte, die seine Kollegen wertschätzten.»

Zwei weitere Mitarbeiter wurden verletzt. Dies geschah wahrscheinlich durch herumfliegende Glassplitter. Sie wurden bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen. 

Die Überlebenden der Redaktion in Annapolis haben ihren Job heute wieder aufgenommen. Auch – und gerade – am Tag nach den schrecklichen Ereignissen sollte die «Capital Gazette» erscheinen.

Was wissen wir über den Täter?

Laut Polizei und verschiedenen US-Medien handelt es sich bei dem mutmasslichen Täter um einen 38-jährigen Mann aus der Region. Er habe mit dem Lokalblatt schon seit längerer Zeit einen erbitterten Rechtsstreit wegen übler Nachrede ausgefochten, nachdem dieses einen Bericht über einen Belästigungs-Fall veröffentlicht hatte, in welchen er verwickelt war. Auch habe er bereits in der Vergangenheit über Social Media Drohungen gegenüber der Zeitung ausgesprochen.

epa06848929 Anne Arundel County Deputy Police Chief William Krampf (R) briefs the media on the situation outside the scene of a shooting at the Capital Gazette building in Annapolis, Maryland, USA, 28 June 2018. Five people were killed and several injured in the shooting. Authorities have taken a suspect into custody.  EPA/JAY FLEMING

Polizeichef Bill Kramps informiert die Medien über den Stand der Ermittlungen. Bild: EPA/EPA

Vor der Tat verstümmelte sich der mutmassliche Schütze die Finger, damit die Polizei seine Fingerabdrücke nicht erkennen kann. Seine Identität wurde allerdings rasch aufgrund von Gesichtserkennungstechnologie bestimmt.

Was waren die Reaktionen?

Die wohl stärkste Reaktion kam aus der Reaktion der «Capital Gazette» selbst. Reporter Chase Cook schrieb kurze Zeit nach dem Attentat trotzig: «Eines kann ich euch sagen: Wir werden morgen eine verdammte Zeitung veröffentlichen.»

Pat Furgurson, preisgekrönter Reporter der «Capital Gazette», pflichtet dem bei und ergänzt: «So etwas erwartet man in Afghanistan oder im Irak, aber nicht in einem verschlafenen Büro gegenüber einer Shopping Mall.»

Gefragt danach, was er anderen Zeitungen nach dieser Situation mitgeben möchte, nimmt sich Furgurson einen Moment Zeit und sagt danach sichtlich bewegt: «Was ist an Friede, Liebe und Verständnis so lustig?»

Vorsichtig reagierte auch die New Yorker Polizei: Sie markierte Präsenz vor allen grossen Medienhäusern.

epaselect epa06848849 New York City police are seen out front of the New York Times Building on Eighth Avenue in New York, New York, USA, 28 June 2018.    New York City police are taking precautionary measure of assigning officers at news outlets in the wake of the shooting today at the Capital Gazette newspaper in Annapolis, Maryland.  EPA/PETER FOLEY

Polizei vor den Büros der «New York Times». Bild: EPA/EPA

Auch wenn das Motiv allem Anschein nach ein persönliches war, äusserten sich viele Beobachter ähnlich wie die 27-jährigen Journalistin Lauren Duca: Die Schiesserei könne nicht «von der Mission des Präsidenten getrennt werden, die Presse als ‹Feind des amerikanischen Volkes› zu dämonisieren.»

Und Trump?

US-Präsident Donald Trump wollte sich vor laufenden Kameras noch nicht zum Vorfall äussern, wie dieses CBS-Video zeigt:

Via Twitter drückte Trump sein Mitgefühl für die Hinterbliebenen aus und bedankte sich bei den Einsatzkräften:

Seine Sprecherin Sarah Sanders schrieb: «Ein gewalttätiger Angriff auf unschuldige Journalisten ist ein Angriff auf alle Amerikaner.»

«Thoughts and prayers»? Eine «Capital Gazette»-Reporterin hat darauf eine deutliche Antwort:

(doz/mlu)

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