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Obwohl Cyntoia Brown zur Tatzeit erst 16 Jahre alt war, wurde sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. bild: Department of corrections/MEGA

«Er sagte, ich müsse lernen, eine gute Hure zu sein» – die Geschichte der Cyntoia Brown

Cyntoia Brown sitzt seit 13 Jahren im Gefängnis. Mit 16 erschoss sie einen 43-jährigen Freier. Jetzt erhält ihr Fall internationale Aufmerksamkeit: Stars wie Snoop Dogg, Kim Kardashian und Cara Delevingne setzten sich für Browns Freilassung ein. 



Cyntoia Browns Start ins Leben war kein einfacher. Browns leibliche Mutter war drogen- und alkoholabhängig. Cyntoia kam mit Crack im Blut auf die Welt. Mit zwei Jahren gab ihre Mutter sie zur Adoption frei. Eine Suchtbetreuerin nahm sie auf, doch das Mädchen flüchtete als Teenager von zu Hause. 

Auf ihrer Flucht landete sie in den Armen eines Mannes mit dem Spitznamen «Cut-Throat», übersetzt «Kehlenaufschlitzer». Der damals 24-Jährige wurde ihr Freund. Als 16-Jährige lebte Brown zusammen mit ihm in einem Motel. Über ihn kam sie an Drogen, wurde abhängig und in die Prostitution gedrängt. In einer der zahlreichen Gerichtsverhandlungen, die folgten, sagte Brown: «Er hat mir erklärt, dass es Menschen gibt, die als Huren geboren werden. Und da ich nunmal so ein Mensch sei, sei es das Beste, wenn ich lerne, eine gute Hure zu sein.»

Der verhängnisvolle Abend

An einem Abend im August 2004 forderte Browns Freund sie auf, anschaffen zu gehen. Die 16-Jährige gehorchte und traf sich mit einem 43-jährigen Makler vor einem Fast-Food-Imbiss in Nashville. Der 43-Jährige nahm sie mit zu sich nach Hause. 

Als Brown zusammen mit dem Freier im Bett lag, griff der unters Bett. Das Mädchen hatte das Gefühl, er wolle sie erschiessen, wie die «New York Times» berichtet. Darauf zog sie eine Handfeuerwaffe aus ihrer Handtasche und erschoss den 43-Jährigen. Bevor sie das Haus verliess entwendete sie zwei Waffen und Geld des Verstorbenen. 

2006 wurde Cyntoia Brown zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes und Prostitution verurteilt. Das ist jetzt 13 Jahre her. Brown hat noch 38 Jahre im Gefängnis vor sich.  

#FreeCyntoiaBrown

Doch jetzt erhält ihr Fall prominente Unterstützung. Auf Twitter kursieren unter dem Hashtag #FreeCyntoiaBrown zahlreiche Forderungen, den Fall neu zu beurteilen. Darunter sind auch Tweets von nahmhaften Personen zu finden. So schreibt Kim Kardashian: «Das System ist gescheitert. Es bricht mir das Herz zu sehen, dass ein junges Mädchen zur Prostitution gezwungen wird und dann, als sie die Courage findet, um sich zu wehren, lebenslang ins Gefängnis muss.» Auch Stars wie Rihanna, LeBron James, Snoop Dogg und Cara Delevingne setzten sich für die heute 29-Jährige ein. 

Charles Bone, ein Anwalt aus Nashville, der sich vor sieben Jahren begann, um Browns Fall zu kümmern, sagte gegenüber der «New York Times»: «Wir waren sehr dankbar, als wir erfuhren, dass so viele Prominente unsere Forderungen unterstützen.» Bones sagte auch, Brown sei begeistert von der Tatsache, dass sich so viele Leute für sie einsetzen. Mit der prominenten Unterstützung kämpfen Brown und ihr Anwalt dafür, die verhängte Strafe soweit wie möglich zu verkürzen. «Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht den Fall neu beurteilen wird», so Bones. (ohe)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
ATHENA
24.11.2017 19:52registriert October 2017
Kurze Frage: War unter dem Bett eine Waffe des Freiers?
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cola 3.2.1..
24.11.2017 18:52registriert August 2016
Sie hatte das GEFÜHL, er wolle sie erschiessen. Da erschiesst sie ihn glatt und raubt ihn danach aus. Spätestens beim ausrauben ist es dann vorbei mit der Opferrolle und dem fight-back.
Die Geschichte löchriger als Emmentaler.
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raues Endoplasmatisches Retikulum
24.11.2017 20:27registriert July 2017
Weshalb eigentlich Gerichte?
Man könnte die Justiz auch um eine Reality-Show herumbauen. Nicht mehr ein unabhängiges Justizsystem entscheidet über die Strafe, sondern diese wird direktdemokratisch per Telephonvoting festgelegt. Je besser man sich präsentieren kann, desto tiefer Fällt die Strafe aus. Wer keine sympathische Geschichte zu erzählen hat, hat halt Pech gehabt.
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