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epa06940921 (FILE) - US President Donald J. Trump (R) speaks beside then Director of Communications for the Office of Public Liaison Omarosa Manigault-Newman (L) during a meeting on African American History Month in the Roosevelt Room of the White House in Washington, DC, USA, 01 February 2017 (reissued 10 August 2018). Former White House aide Omarosa Manigault-Newman in a new book claims that Trump had repeatedly used a racial slur during making of one of his TV shows.  EPA/MICHAEL REYNOLDS / POOL

Trumps ehemalige Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman erhebt schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten.  Bild: EPA/EPA POOL

«Omarosa, was ist los?» – 7 Dinge, die du über die Trump-Geheimaufnahmen wissen musst



Wer ist eigentlich Omarosa Manigault Newman?

Omarosa Manigault Newman wurde durch Trumps Reality-Show «The Apprentice» bekannt und tritt häufig als Gast in amerikanischen Talkshows auf. Nach Trumps Wahlsieg wurde sie im Januar 2017 zur Kommunikationsdirektorin des Büros des Weissen Hauses für öffentliche Beteiligung ernannt. Nach nicht ganz einem Jahr wurde sie allerdings bereits wieder entlassen.

This image released by NBC Today shows reality TV personality and former White House staffer Omarosa Manigault Newman during an interview on the

Omarosa Manigault Newman am 13. August bei einem Interview mit NBC. Bild: AP/NBC Today

Und was hat Manigault Newman getan?

Nun, zwei Dinge: Ein Buch geschrieben – und geheime Tonaufnahmen veröffentlicht.

In ihrem Buch «Unhinged» (auf deutsch etwa: «Gestört» oder «Aus den Angeln gehoben»), das heute Dienstag in die Buchläden kommt, beschreibt Manigault Newman den Präsidenten als «Rassisten, einen Fanatiker und einen Frauenfeind», berichtet der «Guardian».

Die Autorin selber habe gehört, wie Trump über den philippinisch-stämmigen Ehemann einer Mitarbeitern rassistische Anmerkungen gemacht habe. Haiti habe er als «beschissenes Land» bezeichnet. Sie habe zudem aus drei verschiedenen Quellen gehört, dass es aus der Zeit von Trumps Moderatorentätigkeit bei der TV-Show «The Apprentice» Aufnahmen gebe, wo er mehrfach das «N-Wort» gesagt habe, sich also rassistisch über Afroamerikaner geäussert habe.

Vor dem Erscheinen ihres Enthüllungsbuchs hat Manigault Newman heimliche Tonbandaufnahmen aus dem Weissen Haus veröffentlicht. Manigault Newman machte am Sonntag einen Mitschnitt ihres Entlassungsgesprächs mit Stabschef John Kelly publik. Er wirft der 44-jährigen Afroamerikanerin «bedeutende Integritätsprobleme» vor.

Ein Ausschnitt aus den heimlichen Aufnahmen:

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Video: YouTube/NBC News

Am Montag veröffentlichte NBC noch einen zweiten Mitschnitt. Zu hören ist demnach eine Unterhaltung, die Manigault Newman nach ihrer Entlassung mit Trump führte; der US-Präsident scheint von der Entlassung seiner engen Mitarbeiterin gerade erst gehört zu haben. 

Der zweite Mitschnitt:

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Video: YouTube/CNN

«Omarosa? Omarosa, was ist los?», fragt Trump in der Aufnahme. «Ich habe gerade in den Nachrichten gesehen, dass du darüber nachdenkst wegzugehen? Was ist passiert? Niemand hat mir etwas davon erzählt.» Trump fügt hinzu: «Ich wusste es nicht. Ich mag es gar nicht, dass du gehst.»

Die Veröffentlichung der Mitschnitte ist ungewöhnlich, denn der «Situation Room» im Weissen Haus, in dem Manigault Newman 2017 von Kelly gefeuert wurde, ist ein Ort höchster Vertraulichkeit. Elektronische Geräte sind dort normalerweise verboten.

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Video: watson

Und Trump?

Nach der Veröffentlichung der Mitschnitte bezeichnete Trump seine langjährige Bekannte als «Abschaum» und schrieb eine Serie wütender Tweets. Die «verrückte Omarosa» sei schon bei «The Apprentice» drei Mal gefeuert worden, schrieb Trump. Nun sei sie «zum letzten Mal gefeuert worden».

Manigault Newman habe bei ihm «mit Tränen in den Augen» um einen Job «gebettelt», berichtete Trump. «Ich sagte ok.» Im Weissen Haus hätten die Leute sie aber «gehasst». Manigault Newman sei «bösartig» und «nicht klug» gewesen. Er selbst habe sie nur selten gesehen, aber «wirklich schlimme Sachen» über sie gehört, fügte Trump hinzu. Sie sei zu anderen Mitarbeitern «gemein« gewesen und habe «ständig Meetings verpasst» oder sei nicht zur Arbeit gekommen.

Kelly habe ihm nach seiner Ernennung zum Stabschef gesagt, dass sie eine «Verliererin» sei und «nichts als Probleme» mache. Trump berichtete, er habe Kelly darum gebeten, die Sache – wenn möglich – zu klären, «weil sie nur grossartige Sachen über mich gesagt hat – bis sie gefeuert wurde».

Und so reagiert das Weisse Haus offiziell

Das Weisse Haus hat die Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump pauschal zurückgewiesen. «Das Buch ist durchsetzt mit Lügen und falschen Anschuldigungen», sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Freitag in Bedminster. «Es ist traurig, dass eine verärgerte ehemalige Mitarbeiterin des Weissen Hauses versucht, aus diesen falschen Angriffen Profit zu schlagen.»

Sanders kritisierte auch das Vorgehen der Ex-Mitarbeiterin scharf. «Schon der Gedanke, dass eine Mitarbeiterin ein Aufnahmegerät in den Situation Room des Weissen Hauses schleust, ist eine eklatante Missachtung unserer nationalen Sicherheit.» Dass Manigault Newman nun im Fernsehen darüber prahle, zeige einmal mehr, dass es ihr an Charakter und Integrität mangele, fügte sie hinzu.

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Video: watson

Wieso tut Manigault Newman das?

Manigault Newman zeigte sich reumütig über ihre Mitarbeit in der Trump-Regierung. Sie sei «mitschuldig» daran, dass das Weisse Haus die Nation «betrügt». «Sie täuschen die Nation weiter darüber, wie rückständig er geistig ist», sagte sie über Trump. «Wie schwer es ihm fällt, komplexe Informationen zu verarbeiten. Wie wenig er mit den wichtigsten Entscheidungen befasst ist, die unser Land betreffen. Ich war mitschuldig und das bedauere ich.»

Manigault Newman rechtfertigte sich zur Veröffentlichung der Aufnahmen bei NBC: «Ich habe mich selbst geschützt, denn das ist ein Weisses Haus, in dem jeder lügt», sagte die 44-Jährige. «Der Präsident belügt das amerikanische Volk». Auch Trumps Sprecherin Sarah Sanders «steht vor dem Land und lügt jeden Tag.»

Manigault Newman schreibt laut «Washington Post», nach ihrer Entlassung aus dem Weissen Haus im Dezember habe Trumps Wahlkampfteam ihr einen mit monatlich 15'000 Dollar dotierten Job angeboten – im Gegenzug hätte sie sich zum Schweigen verpflichten müssen. Das tat sie offensichtlich nicht.

Wie geht es weiter?

FILE - In this June 21, 2017, file photo, special counsel Robert Mueller departs after a meeting on Capitol Hill in Washington. America has waited a year to hear what Mueller concludes about the 2016 election, meddling by the Russians and _ most of all _ what Donald Trump did or didn't do. (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

US-Sonderermittler Robert Mueller Bild: AP/AP

Manigault Newman hat ihren Willen zu einer Zusammenarbeit mit dem US-Sonderermittler in der Russlandaffäre, Robert Mueller, erklärt. Sie sei bereits von Muellers Büro kontaktiert worden, sagte Manigault Newman am Montag im Sender MSNBC. «Wenn sein Büro erneut anruft, werde ich alles mit ihnen teilen, was sie wollen», sagte sie weiter.

In den Ermittlungen Muellers geht es schwerpunktmässig um mutmassliche russische Wahlkampf-Einmischungen zugunsten Trumps in den US-Wahlkampf sowie den Verdacht einer möglichen Verwicklung von Trump-Mitarbeitern in diese Interventionen. Die Ermittlungen haben bisher zu Anklageerhebungen gegen 31 Verdächtige geführt, darunter vier frühere Trump-Mitarbeiter und 26 Russen. Trump prangert die Ermittlungen regelmässig als «Hexenjagd» an.

Noch was?

Während seiner Tiraden erwähnt US-Präsident Trump beiläufig, Manigault Newman habe eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet.

Damit räumte er erstmals ein, dass Regierungsmitglieder zur Unterzeichnung derartiger potenziell illegaler Vereinbarungen aufgefordert wurden. Die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) erklärte, wenn Regierungsmitarbeitern damit ein Preisgeben aller bei der Arbeit erworbener Informationen untersagt werde, verstiessen solche Abmachungen gegen die Verfassung.  (sda/dpa/vom/mlu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Slypher 14.08.2018 10:09
    Highlight Highlight "7 Dinge, die du über die Trump-Geheimaufnahmen wissen musst":

    Nr. 1: Sie werden Trump genau so wenig schaden wie "Fire and Fury", geschweige denn ihn des Amtes entheben.

    Nr. 2 - 7: Sie sind in einem Monat bereits wieder irrelevant und vergessen.
  • Steimolo 14.08.2018 08:35
    Highlight Highlight das wird sicher ein super buch sein —> lächerlich.
  • rodolofo 14.08.2018 08:18
    Highlight Highlight Das erinnert mich an die Recherchen von Günther Wallraff in seinem Kult gewordenen Enthüllungs-Bestseller "Ganz Unten".
    Nur müsste es hier wohl "Ganz Oben" heissen...
  • Sanduuh 14.08.2018 08:11
    Highlight Highlight Und jedes mal wenn man von einem ehemaligen Mitarbeiter Trump das erste mal etwas hört, erscheint von eben diesem in der selben Woche ein Buch darüber wie schlimm Trump ist.
    Diese Aufnahmen haben nur einen Zwek. Die brauchen irgend etwas, dass die Medien über sie und ihr neues Buch berichten.
    $$$
  • felixJongleur 14.08.2018 07:47
    Highlight Highlight Das erste Mal das ich Trump ganz normal sprechen höre, krass.

    Von dieser Frau halte ich gar nichts, da muss ich mich eher fremdschämen.
  • Göschene-Eirolo 14.08.2018 07:26
    Highlight Highlight Ist doch herrlich, diese Schlammschlacht. Das Weisse Haus ist ein Kindergarten!
  • Kronrod 14.08.2018 07:18
    Highlight Highlight Ein Sturm im Wasserglas. Bei Google muss sogar jeder Besucher ein NDA unterschreiben. Wäre noch lustig, wenn sich das als illegal herausstellen würde.
    • zsalizäme 14.08.2018 09:44
      Highlight Highlight NDA sind grundsätzlich für einzelne Bereiche der Arbeit erlaubt und auch üblich, so viel ich weiss. Problematisch wird es, wenn einfach mal pauschal ein NDA für die gesamte Tätigkeit unterzeichnet werden muss. Dies zumindest meines Wissens nach, kann mich auch täuschen.
    • Herren 14.08.2018 11:07
      Highlight Highlight Na ja. Google ist eine private Firma. Das WH ist eine öffentliche Institution. Das ist ein entscheidender Unterschied.
  • Madmessie 14.08.2018 07:14
    Highlight Highlight Langweilig. Wird an Trump abperlen wie alles andere auch.
  • swisskiss 14.08.2018 06:48
    Highlight Highlight Ein weiteres Ex-Mitglied des "besten Teams" der Trump Administration. Wiwso wundert man sich über diese Aufnahmen? Omarosa hat nicht nur den Fahrdienst des secret service als Gratistaxi missbraucht, sondern auch widerrechtlich ihre Hochteitsfotos samt gesamter Gesellschaft auf dem Gelände des Weissen Haus gemacht.

    Inkompetent und korrupt. Wie der gesamte Staff des grossen Führers.

    Aber was will man von Untergebenen erwarten, wenn an der Spitze der grösste korrupte Selbstbereicherer steht.
  • The Origin Gra 14.08.2018 06:32
    Highlight Highlight Warum tun es sich eigentlich noch an im Saustall White House zu Arbeiten?
    Die Fluktation ist jenseits von Gut und Böse und das Klima scheint vergifteter zu sein als in einer Schlangengrube.

    Also, wieso sollte man dort Arbeiten?
    • Menel 14.08.2018 07:31
      Highlight Highlight 15'000 Dollar / Monat 😅
    • rodolofo 14.08.2018 08:22
      Highlight Highlight Das Lohn-Leistungs-Verhältnis soll dort extrem hoch sein (Mega Lohn für Null bis Minus X Leistung)!
      Da lohnt sich bereits eine kurzzeitige Anstellung.
    • Slavoj Žižek 14.08.2018 08:49
      Highlight Highlight Minus Leistung? Erklär mir das mal rodolofo, du scheinst dich damit auszukennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 14.08.2018 06:28
    Highlight Highlight Wenn ich mir das Entlassungsgespräch so anhöre ist da nicht anrüchiges dabei. Kelly erklärt ihr, dass er mit ihrem Verhalten nicht einverstanden ist und sie deshalb entlassen wird. Was der Skandal an dieser Entlassung sein sollte erschliesst sich mir nicht.
    • The Origin Gra 14.08.2018 10:54
      Highlight Highlight @Radiokopf: Manning wurde von Obama Freigesprochen, also bitte.
    • Herren 14.08.2018 13:20
      Highlight Highlight Skandal #1: Omarosa hat ein Gespräch im "Situation Room" aufgenommen, was streng verboten ist.
      Skandal #2: Trump wurde wiedermal beim Lügen erwischt ... Im anderen aufgenommenen Gespräch wirkt er, als hätte er keine Ahnung davon, was gerade passiert. Später behauptet er, er hätte den Entscheid gefällt.
    • walsi 14.08.2018 16:07
      Highlight Highlight @Herren: Skandal Nr 1 sehe ich auch so. Da es aber gegen Trump geht ist das kein Skandal. ;-)

      Bei Nr 2 ist das Problem, dass wir nicht alles kennen. Mit weglassen von wichtigen Details kann man die Meinung steuern.
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