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epa05380471 US Democratic Senator from Connecticut Chris Murphy (C) speaks to the media after a series of procedural votes on gun legislation in the US Capitol in Washington, DC, USA, 20 June 2016. The four amendments (two from Republicans and two from Democrats) all of which failed, were proposed in the wake of the Orlando Pulse Nightclub shooting, during which a total of 50 people, including the suspect gunman, were killed and 53 were injured in a mass shooting attack at an LGBT club in Orlando, Florida, in the early hours of 12 June. The shooter was killed in an exchange of fire with the police after taking hostages at the club.  EPA/JIM LO SCALZO

Der demokratische Senator Chris Murphy spricht nach der Abstimmung zu den Medien.  Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Trotz Massaker in Orlando: US-Senat will keine Verschärfung des Waffenrechts

Nach dem Attentat in Orlando sind mehrere Entwürfe zur Verschärfung des US-Waffenrechts im Senat gescheitert. Mithilfe der neuen Regeln hätte verhindert werden sollen, dass Menschen, die auf einer Terror- oder Flugverbotsliste geführt werden, Waffen kaufen können.



Zur Abstimmung standen insgesamt vier Vorschläge zur Änderung bestehenden Rechts. Sie verfehlten am Montagabend (Ortszeit) jeweils die nötige Mehrheit von 60 Stimmen.

Den Demokraten gingen die Vorschläge der Republikaner nicht weit genug; die Konservativen kritisierten die Massnahmen der anderen Seite als zu strikt. Es gilt als äusserst unwahrscheinlich, dass es im laufenden Wahljahr zu einer Verschärfung des Waffenrechts kommt.

Wenige Tage vor der Abstimmung hatte ein Mann in einem Nachtclub in Orlando 49 Menschen getötet. Der Attentäter war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Terrorverdachts von der Bundespolizei FBI vernommen worden. Trotzdem konnte er sich völlig legal ein Gewehr und eine Pistole kaufen, mit denen er das Blutbad anrichtete.

Demokraten und Republikaner legten am Montag jeweils eigene Entwürfe vor, um zu verhindern, dass Terroristen an Waffen kommen. Der demokratische Vorschlag hätte es den Sicherheitsbehörden ermöglicht, Menschen, die auf einer Flugverbotsliste geführt werden, vom Kauf auszuschliessen. Dieses «No Fly, No Buy» war schon nach dem Terrorattentat von San Bernardino im Senat gescheitert.

64'000 Flugverbote

In den USA gibt es mehrere Datenbanken mit Terrorverdächtigen. Die Flugverbotsliste ist Teil einer FBI-Erhebung und umfasst etwa 64'000 Namen.

Das Scheitern der Vorlagen war erwartet worden, da die Demokraten im Senat nicht die erforderliche Mehrheit für die Verabschiedung hatten. Sie zeigten sich verärgert, dass auch dieser neuerliche Anlauf für schärfere Waffengesetze gescheitert ist. «Heute Abend hat der Senat den Opfern der Schusswaffengewalt den Rücken zugedreht», kritisierte der demokratische Senator Dick Durbin.

Der aus Texas stammende Republikaner John Cornyn kritisierte im Senat, dass die Vorlagen der Demokraten zu weit gingen. «Jeder einzelne Senator will Terroristen den Zugang zu Waffen verwehren, mit denen sie unbescholtenen Zivilisten Gewalt antun können», sagte Cornyn. «Aber man kann das auf falsche oder auf richtige Weise erreichen.»

Der republikanische Vorstoss sah vor, dass die Behörden zunächst alarmiert werden, wenn jemand, der auf einer solchen Liste steht, eine Waffe kaufen will. Ein Staatsanwalt hätte dann drei Tage Zeit bekommen, ein Gericht davon zu überzeugen, warum der Käufer keine Waffe bekommen sollte. Kritiker erklärten, das sei nicht ausreichend. Die mächtige Waffenlobby NRA stellte sich hinter den Vorschlag der Konservativen.

Grundrecht auf Waffenerwerb

Eine weitere Initiative der Demokraten hätte die sogenannten Background Checks bei allen Waffenkäufen zur Pflicht gemacht. Bei Privatverkäufern sowie manchen Messen sind solche Überprüfungen bislang nicht vorgesehen. Der vierte Entwurf – eingebracht von einem republikanischen Senator – hätte es Menschen mit ernsthaften psychischen Erkrankungen erschwert, Waffen zu kaufen.

Der republikanische Senator Chuck Grassley wies im Plenum darauf hin, dass der Waffenerwerb ein in der Verfassung festgeschriebenes Grundrecht sei, das nicht einfach aufgeweicht werden könne. (cma/sda/afp/dpa)

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