ICE-Proteste in Minnesota: Demonstrierende werfen mit Dildos
Der US-Bundesstaat Minnesota ist nach den Worten einiger Republikaner voller «krimineller illegaler Einwanderer» und «inländischer Terroristen». Präsident Donald Trump kündigte vor einigen Wochen entsprechend «Abrechnung und Vergeltung» an, im Zuge der höchst umstrittenen «Operation Metro Surge» werden seitdem Migrant:innen festgenommen und Opfer von teils brutalster Gewalt.
Demgegenüber steht in Minnesota ein Protest, dessen wohl gewaltsamste Aktion das Werfen mit Dildos ist.
ICE-Protest in Minneapolis: Dildos fliegen durch die Luft
Einen Monat nach den tödlichen Schüssen auf Renee Good in Minneapolis waren am Samstag erneut Hunderte Menschen auf die Strasse gegangen. Als Zeichen des Protests hatten viele von ihnen Sexspielzeuge mitgebracht, um diese auf vorbeifahrende Autos zu werfen, in denen mutmasslich Bundesbeamt:innen sassen.
Konkret hatten sich die Protestierenden in Minnesota vor dem Whipple Federal Building versammelt. Das Gebäude dient in vielen Fällen als vorübergehender Aufenthaltsort für Menschen, die durch ICE festgenommen wurden. Auch die Bearbeitung von Asyl- und Abschiebungsverfahren erfolgt hier.
Sobald ein Auto das zugehörige Gelände verliess oder hineinfuhr, kamen scharenweise Dildos über die Zäune geflogen, die die Protestierenden vom Gelände trennten. Videos zeigen kuriose Szenen, in denen Polizeibeamt:innen einen Dildo nach dem anderen aufheben, um sie zurück in die Menge zu werfen.
Warum genau die Wahl des Protestmittels auf Sexspielzeuge fiel, ist nicht ganz klar. Auf Social Media jedenfalls zeigen sich viele begeistert von der Aktion. «Das ist die lustigste Art zu protestieren. Setzt einen ganz neuen Massstab», schreibt etwa ein Reddit-User.
«Wer hat denn bitte das Geld, um einen Dildo wegzuwerfen? Kosten die Dinger nicht mindestens 60 Dollar pro Stück?», beschwert sich ein anderer. In einem Kommentar wird er darauf hingewiesen, dass für die Protestaktion womöglich sehr günstige Produktionen von Billiganbietern genutzt wurden.
Minneapolis zeigt Widerstand gegen ICE
Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass Sexspielzeug mit den ICE-Protesten in Verbindung gebracht wird. Zuletzt erregte der Sexshop «Smitten Kitten» in Minnesota grosse Aufmerksamkeit, als die Besitzer:innen ihn kurzfristig zu einer Sammelstelle für Hilfsgüter umfunktionierten. Dort werden nun neben Dildos und Bondage-Sets Babynahrung und Milch gestapelt.
Zusätzlich organisiert das Geschäft gemeinsam mit anderen lokalen Unternehmen Spendenaktionen für Minnesota. «Wir sammeln Geld und Hilfsgüter für Familien, die zu Hause festsitzen, weil sie Angst vor der Präsenz der Einwanderungsbehörde ICE in der Stadt haben oder weil ihre Kinder nicht zur Schule gehen können», erklärt eine der Mitarbeiter:innen gegenüber dem Portal «goodgoodgood».
Wie die «New York Post» berichtet, wurden am Samstag mindestens 42 Menschen im Rahmen der Proteste festgenommen. Die örtlichen Behörden teilten mit, dass die Situation später eskaliert sei und einige der Demonstrierenden auch mit Eisblöcken geworfen hätten.
Mitte der Woche hatte die US-Regierung den sofortigen Abzug von 700 Einsatzkräften aus dem Bundesstaat Minnesota angekündigt. Der Grenzbeauftragte von Präsident Donald Trump, Tom Homan, sagte am Mittwoch, dazu gehörten Angehörige der Einwanderungsbehörde ICE wie auch der Grenzschutzagentur CBP. Ob diese Weisung bereits umgesetzt wurde, ist nicht klar.
