International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Putin first: Russland mischt sich in Kongress- und Präsidentschaftswahlen ein

Russland versucht nach Einschätzung der US-Geheimdienste nicht nur die Kongresswahl im November zu beeinflussen, sondern auch die Präsidentenwahl 2020.



Man sei weiterhin besorgt wegen der Bedrohung der kommenden Wahlen, sagte der Direktor der nationalen Geheimdienste, Dan Coats, am Donnerstag an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Chefs anderer Nachrichtendienste.

In Bezug auf die Kongresswahl gebe es eine weit verbreitete Nachrichten-Kampagne, durch die Russland versuche, die USA zu schwächen und zu spalten. «Wir werden das weiterhin beobachten und vor jeglichem Versuch warnen», sagte Coats.

Director of National Intelligence Dan Coats speaks during the daily press briefing at the White House, Thursday, Aug. 2, 2018, in Washington. The White House says President Donald Trump has directed a

Dan Coats, Direktor der nationalen Geheimdienste. Bild: AP/AP

Bei den Wahlen am 6. November werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben. Daneben stehen auch eine Reihe von Wahlen in Bundesstaaten an.

Die Bundespolizei FBI habe Ermittlungen hinsichtlich einer Einmischung in die Wahl aufgenommen, sagte FBI-Direktor Christopher Wray. «Wir wissen, dass die Russen versucht haben, Computer zu hacken und Informationen von Kandidaten und Regierungsvertretern zu stehlen.» Nach US-Angaben reicht die Beeinflussung von illegaler Wahlkampffinanzierung bis zu Cyber-Angriffen auf die Wahlinfrastruktur.

Nach Erkenntnissen der US-Sicherheitsbehörden hatte sich Russland bereits massiv in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt. Die US-Geheimdienste gelangten bereits während des damaligen Wahlkampfs zu der Erkenntnis, dass Russland hinter den Hackerangriffen auf das Umfeld von Trumps Kontrahentin Hillary Clinton steckte.

FILE - In this May 23, 2018, file photo, Hillary Clinton speaks during the New York state Democratic convention in Hempstead, N.Y. “Madam Secretary” won’t lack secretaries of state this fall. CBS on Tuesday, July 24, announced former secretaries Clinton, Madeleine Albright and Colin Powell will appear on the drama’s fifth season premiere on Oct. 7. (AP Photo/Julie Jacobson, File)

Wurde Hillary Clinton von Russland im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 gehackt? Bild: AP/AP

Trump bleibt im Fokus des Sonderermittlers

Diese mutmasslichen russischen Interventionen und mögliche diesbezügliche Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Moskau werden vom früheren FBI-Chef Robert Mueller untersucht, den das Justizministerium im Mai 2017 als Sonderermittler eingesetzt hat. Seine Ermittlungen führten bislang zu Anklageerhebungen unter anderem gegen vier frühere Trump-Mitarbeiter und 25 russische Staatsbürger.

President Donald Trump speaks during a news conference with Italian Prime Minister Giuseppe Conte in the East Room of the White House, Monday, July 30, 2018, in Washington. Trump is diving deep into Florida's Republican politics, joining his preferred candidate for governor in a competitive primary. (AP Photo/Evan Vucci)

Donald Trump bleibt im Fokus von Robert Mueller. Bild: AP/AP

Die Mueller-Ermittlungen machen Trump schwer zu schaffen – er bezeichnet sie als politisch motivierte «Hexenjagd». Zuletzt schlug ihm nach seiner Rückkehr vom Gipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Mitte Juli in Helsinki daheim heftige Kritik entgegen, weil er es unterlassen hatte, die mutmasslichen russischen Wahlinterventionen zu verurteilen.

Stattdessen nannte er Putins Beteuerungen, Russland habe nichts mit den Cyber-Attacken zu tun, in einer Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten «extrem stark und kraftvoll».

Facebook in Visier russischer Trolle

Das Onlinenetzwerk Facebook hatte erst am Dienstag mitgeteilt, wegen eines koordinierten Versuchs zur verdeckten Wahlbeeinflussung im Vorfeld der Kongresswahlen 32 Nutzerkonten geschlossen zu haben. Die Ermittlungen zu den Hintergründen seien noch in einer frühen Phase, daher könne das Unternehmen keine verantwortlichen Länder oder Gruppen nennen.

Nach Angaben von Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos gibt es aber Hinweise auf Verbindungen zu im vergangenen Jahr geschlossenen Konten der Internet Research Agency (IRA), die als «Trollfabrik» der russischen Regierung angesehen wird. Trolle werden Internetnutzer genannt, die bewusst Online-Debatten stören und die Atmosphäre in Chats vergiften. Die US-Regierung hatte die IRA bereits im vergangenen März mit Sanktionen belegt.

Im Herbst 2017 hatte Facebook erklärt, etwa zehn Millionen Nutzer in den USA hätten in der Vergangenheit von Russland gesponserte Beiträge gesehen. Sie seien von fast 500 Nutzerkonten gekommen. Im jüngsten Fall unterrichtete der Konzern nach eigenen Angaben bereits die US-Strafverfolgungsbehörden, den Kongress sowie andere grosse Internetunternehmen. (sda/afp/reu/dpa)

33 Bilder, bei denen dir die Kinnlade runterfällt

New Yorker Zoo hat Zuwachs bekommen: Rote Panda-Zwillinge

Video: srf

Donald Trump

Selbst das amerikanische Wappentier ist vor Trump nicht sicher

Link zum Artikel

Trump hat die USA in eine nationale Sicherheitskrise gestürzt

Link zum Artikel

Make America Weak Again: Trump beschleunigt den Niedergang der USA

Link zum Artikel

Trump bleibt Trump: Bei der Richterwahl denkt er nur an sich selbst

Link zum Artikel

«F**k July 4th»: Kritische Stimmen und Proteste gegen Trump am Unabhängigkeitstag

Link zum Artikel

Warum US-Medien besessen sind von Donald Trump

Link zum Artikel

Harry-Potter-Autorin macht sich via Twitter über Donald Trump lustig

Link zum Artikel

Trump kann sein giftiges Erbe auf Jahre hinaus zementieren

Link zum Artikel

Gestern hatte Trump einen «Wow!»-Tag – aber diese Frau könnte ihm den Spass noch verderben

Link zum Artikel

Donald Trump ätzt gegen 2 US-Comedians – und die schiessen so zurück 😅

Link zum Artikel

Harley-Davidson ist nur der Anfang: Wie Trump sich im Handelskrieg verfahren hat

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Exil oder Knast: Was bei einer Abwahl auf Donald Trump zukommt

Strafverfahren, Pleiten und narzisstischer Tod drohen: Trump hat allen Grund, um die Macht zu kämpfen.

Der Comedian Jimmy Kimmel brachte es mit einem Wortspiel auf den Punkt: «Trump will do another term, either in the White House or in jail.» Übersetzt heisst dies: Der Präsident wird die nächsten vier Jahre entweder im Oval Office oder in einer Gefängniszelle verbringen.

Im Trump-Lager dürfte dieser Witz schlecht angekommen sein. Tatsächlich ist der Präsident derzeit schon in mehr als ein Dutzend Strafverfahren und Zivilklagen verwickelt. In einem davon ist er de facto schon schuldig …

Artikel lesen
Link zum Artikel