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Dr. Matthew Bai berichtet von seinem Alltag in der Corona-Abteilung. screenshot: youtube/washingtonpost

«Die Dinge, die ich hier sehe, sind beängstigend» – ein Arzt aus New York berichtet

New York ist das neue Epizentrum der Corona-Pandemie. Die Tausenden Kranken bringen das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Ein Arzt zeigt in einem Video, wie dramatisch die Lage ist.



Matthew Bai, ein Arzt im Mount Sinai Queens Hospital in New York City, zeigt in einem Video seinen Arbeitsalltag im Umgang mit dem Coronavirus. Er beschreibt den Druck, welcher auf ihm und seinen Kollegen lastet, und was ihn daran hindert, aufzugeben. Seine Schicht beginnt um 7 Uhr.

«Heute Morgen verabschiedete ich mich von meiner Frau und meiner Tochter, ohne zu wissen, wann ich sie wieder sehen kann.»

«Es ist hart», sagt er. «Meine Frau und ich haben entschieden, es sei sicherer für sie und unsere 17-monatige Tochter, wenn ich unser gemeinsames Apartment vorerst verlasse, bis das Ganze vorbei ist.» Der Grund dafür: Seine Arbeit in einer «High-Risk»-Umgebung.

Die Situation im Spital ist ernst

Ein Ausschnitt aus dem Video zeigt die Umgebung, in der Dr. Bai und seine Kollegen jeden Tag Leben retten: Normalerweise seien die Gänge breit und leer, aber heute liegen Patienten überall im Gang herum und werden beatmet. «Dies erschwert die Arbeit natürlich», so Bai. «Wir geben aber unser Bestes, jeden Patienten zu versorgen.»

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Schutzanzüge, Patienten im Gang, Ärzte unter Druck: So sieht der Spital-Alltag in New York aus. screenshot: youtube/washingtonpost

Die Sicherheitsausrüstung

Dr. Bai zeigt im Video, welches er am 30. März aufgenommen hatte und danach auf Social Media veröffentlichte, seine persönliche Sicherheitsausrüstung, welche er jeden Tag bei seiner Arbeit mit Corona-Patienten tragen muss:

12-Stunden-Tage sind die traurige Realität

Um 17.00 Uhr wäre seine Schicht zu Ende. Aber Bai kann erst um 19.00 Uhr das Krankenhaus verlassen – er hat einen 12-Stunden-Tag hinter sich. Das zeichnet sich an seinen müden Augen und den roten Abdrücken der Maske auf seiner Haut ab. «Es war ein harter Tag», so das Fazit. «Ich bin müde, und jetzt gehe ich nach Hause, versuche zu schlafen, denn morgen geht es wieder los.»

«Die Dinge, die ich hier sehe, sind beängstigend.»

«Ich habe selbst Angst. Aber es tut gut, all diese Leute von anderen Bereichen und Regionen zu sehen, die uns unterstützen. Es ist nicht einfach, es ist sehr hart. Und es wird bestimmt noch härter in den nächsten zwei Wochen.»

«Wir werden das überstehen», fügt Bai an. «Wir versuchen, die Ressourcen, die wir haben, bestmöglich zu nutzen und so möglichst vielen Menschen zu helfen.»

Corona-Fälle in New York steigen rasant

In New York nimmt die Zahl der Corona-Fälle dramatisch zu. Das Krankenhaussystem und die Arbeiter im Gesundheitssektor sind längst überfordert.

Der Bundesstaat New York ist gemäss worldometers.info mit knapp 93'000 Infizierten und 2500 Corona-Toten auf Platz 1 aller amerikanischen Bundesstaaten.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio appellierte am Donnerstag an die Einwohner der Stadt, sich das Gesicht zu bedecken, wenn sie sich nach draussen begeben. Dafür könne ein Schal, ein Kopftuch oder selbst hergestellter Atemschutz verwendet werden. Wenn sich die Bevölkerung daran hält, werden auch die Fallzahlen nicht mehr so rasant steigen und das Gesundheitssystem wird wieder weniger ausgelastet sein.

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