International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this photo taken Tuesday, March 28, 2017, newly displaced Somali mother Sahra Muse, 32, comforts her malnourished child Ibrahim Ali, 7, in their makeshift shelter at a camp in the Garasbaley area on the outskirts of Mogadishu, Somalia. Drought-stricken families facing a hunger crisis are on the move, trying to reach international aid agencies that cannot distribute food in areas under the control of al-Shabab, Somalia's homegrown Islamic extremist rebels who are affiliated to al-Qaida. (AP Photo/Farah Abdi Warsameh)

Auch in Somalia leiden zahlreiche Menschen unter Hunger. Vor allem Kleinkinder sind stark betroffen.  Bild: Farah Abdi Warsameh/AP/KEYSTONE

Klima, Terrorismus, Bürgerkrieg: Sechs Nahrungsmittel-Krisen und was sie ausgelöst hat



Bewaffnete Konflikte führen nicht nur zu Tod und Vertreibung – sie schaffen auch Hunger. Ebenso lassen Dürren und Naturkatastrophen Nahrungsmittel knapp werden. Eine Studie im Auftrag der Welternährungsorganisation FAO und der EU-Kommission beleuchtet die Ursachen für Lebensmittelknappheit. Sechs Beispiele:

Jemen

epa05870207 Yemenis stand over the rubble of buildings allegedly destroyed by Saudi-led airstrikes on buildings two years ago, in Sana'a, Yemen, 25 March 2017. On 26 March 2015, the Saudi-led coalition launched a military campaign against the Houthi rebels and allied positions in Yemen, sparking a full-blown armed conflict. United Nations figures show more than 10 thousand people have been killed, more than 32 thousand injured and three million others displaced in two years of fighting in Yemen.  EPA/YAHYA ARHAB

Auch die Kinder leiden stark unter der Nahrungsmittelknappheit im Jemen. Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

Bereits vor Ausbruch des Bürgerkriegs vor zwei Jahren war im Jemen mehr als jedes zehnte Kind akut unterernährt, mehr als jedes vierte war aus Mangel an Nährstoffen unterentwickelt.

Der Konflikt zwischen der sunnitischen, international anerkannten Regierung und schiitischen Huthi-Rebellen hat die Lage noch verschlimmert: Es fehlt an Treibstoff für die Bewässerung und den Transport landwirtschaftlicher Güter.

Viele Menschen in dem Land südlich von Saudi-Arabien haben ihre Arbeit verloren oder müssen auf Sozialleistungen verzichten, eine galoppierende Inflation macht Geld schnell wertlos.

Äthiopien

epa05873314 A photograph made available on 27 March 2017 shows a herd of camels passing by an Internally Displaced Person (IDP) camp in the outskirts of Qardho in Somalia's semi-autonomous region of Puntland, Somalia, 26 March 2017. The food crisis caused by lack of rainfall in the region affects 5.6 million people in Ethiopia according to the Red Cross, which aims to raise 13.8 million US dollars to 'provide food for tens of thousands of people, screen children for malnutrition, and improve access to health services and clean water'. East Africa has been suffering from a severe drought since 2015 due to the El Nino weather phenomenon.  EPA/DAI KUROKAWA

In der Wüste Äthiopiens kommt es extrem selten zu Regenfällen. Darunter leidet die Bevölkerung stark, da sie zu mehr als 85 Prozent von der Landwirtschaft lebt.  Bild: DAI KUROKAWA/EPA/KEYSTONE

Das Klimaphänomen El Niño, das alle paar Jahre für eine Verschiebung globaler Wetterbedingungen sorgt, hat in Äthiopien eine der schlimmsten Dürren in fünf Jahrzehnten ausgelöst.

Die Regenfälle lagen bis zur Hälfte unter dem Durchschnitt. Die Bevölkerung des ostafrikanischen Landes trifft das hart, weil sie zu mehr als 85 Prozent von der Landwirtschaft lebt.

Südsudan

In this photo taken Friday, March 10, 2017, a boy named Giel wears a small white bracelet on his ankle indicating that he's just finished treatment at an outpatient therapeutic program, as he stands on the outskirts of Udhaba, near Aweil, in South Sudan. The world's largest humanitarian crisis in 70 years has been declared in three African countries on the brink of famine, just as President Donald Trump's proposed foreign aid cuts threaten to pull the United States back from its historic role as the world's top emergency donor. (Mackenzie Knowles-Coursin/UNICEF via AP)

Auch im Nachbarland Südsudan sieht es düster aus: Die UNO hat für einen Teil des Landes eine Hungersnot ausgerufen. Bild: AP/UNICEF

Besonders düster ist die Lage in Äthiopiens Nachbarland Südsudan. Die Vereinten Nationen haben für Teile des Landes eine Hungersnot ausgerufen.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs Ende 2013 werden Nahrungsmittel zunehmend knapper. Lebensmittel sind teuer, die Landwirtschaft produziert wenig, der Handel leidet und vielen Menschen fehlt das Einkommen.

Schon vor dem Konflikt mangelte es an Investitionen in Landwirtschaft und Infrastruktur. Die meisten Bauern erwirtschaften schon in guten Zeiten gerade genug für den Eigenbedarf, hinzu kommen Jagd, Fischfang und Tauschhandel. Banken oder Handelsplätze werden kaum genutzt. Auch Überflutungen, Dürren und häufig wiederkehrende Tierkrankheiten behindern die landwirtschaftliche Produktion.

Für die kommenden Monate wird mit einer Verschlechterung der Situation gerechnet, noch mehr Menschen dürften unter akuter Mangelernährung leiden und sterben.

Nord-Nigeria

epa04653427 A photograph made available 08 March 2015 shows the burnt examination hall of the Government Secondary School in Chibok where 215 students were abducted by Boko Haram Islamic militants about a year ago, Chibok, North East Nigeria 05 March 2015.  According to reports two busy markets and a bus station wre the targets of an alleged Boko Haram suicide attack which killed 54 people and injured 143 in the city of Maiduguri in north-eastern Nigeria 07 March 2015.  EPA/Henry Ikechukwu

Eine von der Terrormiliz Boko Haram niedergebrannte Schule in Nord-Nigeria.  Bild: Henry Ikechukwu/EPA/KEYSTONE

Im Nordosten Nigerias sorgt die radikalislamische Terrormiliz Boko Haram für Furcht und Schrecken. Die Krise dort verhindert Entwicklung und einen wirksamen Kampf gegen Armut, Analphabetismus und Arbeitslosigkeit.

Trotz günstiger Wetterbedingungen lagen mancherorts grosse landwirtschaftliche Flächen brach. Auch Umweltschäden beeinträchtigen die Produktion.

Afghanistan

In this March 27, 2017, file photo, men sit on the Nadir Khan hilltop overlooking Kabul, Afghanistan. As America’s 16-year war in Afghanistan drags on, Russia is resurrecting its own interest in the “graveyard of empires.” The jockeying includes engaging the Taliban and leading a new diplomatic effort to tackle Afghanistan’s future, all while Washington leaves the world guessing on its strategy for ending the conflict. (AP Photo/Rahmat Gul)

Für Menschen, die innerhalb von Afghanistan vor Auseinandersetzungen fliehen oder aus dem Ausland zurückkehren, fehlen geeignete Flüchtlingslager und Einkunftsmöglichkeiten. Bild: Rahmat Gul/AP/KEYSTONE

Seit fast 35 Jahren wird Afghanistan von Konflikten zerfressen, was die Entwicklung und den Kampf gegen Armut beeinträchtigt hat. Auf immer wiederkehrende Naturkatastrophen wie Erdrutsche, Lawinen oder Erdbeben ist das Land deshalb schlecht vorbereitet.

In manchen Provinzen hindert die Gewalt den Zugang zu Nahrung und Gesundheitsversorgung. Für Menschen, die innerhalb des Landes vor Auseinandersetzungen fliehen oder aus dem Ausland zurückkehren, fehlen geeignete Flüchtlingslager und Einkunftsmöglichkeiten.

Syrien

People walk along a damaged neighbourhood in the northern Syrian town of al-Bab, Syria March 6, 2017. REUTERS/Khalil Ashawi

Die Stadt Aleppo ist komplett zerstört. Der Bürgerkrieg lässt die Menschen in Syrien hungern. Bild: KHALIL ASHAWI/REUTERS

Der grausame sechsjährige Bürgerkrieg lässt die Menschen in Syrien hungern. Im über Monate hinweg belagerten Ost-Aleppo ging im vergangenen Jahr die Nahrung aus. Syrischen Flüchtlinge fehlt ein Einkommen, viele von ihnen sind auf Überweisungen von Verwandten im Ausland angewiesen.

Der Konflikt hält in manchen Regionen Bauern und Arbeiter von den Feldern fern, es fehlt an einer stabilen Stromversorgung, Lagermöglichkeiten, Bewässerungssystemen und Maschinen. Die Weizenproduktion lag nach Schätzungen zuletzt 55 Prozent unter dem Niveau vor dem Krieg – allerdings wurde mehr unempfindliche Gerste angebaut. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ellen Page outet sich als Transgender

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mugabe ist tot – doch diese 20 Diktatoren sind immer noch an der Macht

Robert Mugabe ist tot. Der 2017 entmachtete Präsident von Simbabwe war einer der zähesten Diktatoren des afrikanischen Kontinents – wo Autokraten alles andere als Mangelware sind. Der einst als Befreiungskämpfer gefeierte Mugabe entwickelte sich nach seiner Wahl zum Präsidenten immer mehr zum Despoten.

Auch nach seinem Tod gibt es weltweit noch viel zu viele Machthaber, die sich um die demokratischen Rechte ihres Volkes foutieren und die Menschenrechte mit Füssen treten.

Hier eine Auswahl von …

Artikel lesen
Link zum Artikel