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Klimawandel löst Konflikte und Migrationswellen mit aus



UNDATIERTES HANDOUT - Eine Frau mit einem Kind im Afar-Gebiet, Aethiopien. In Aethiopien herrscht die schlimmste Duerre seit 30 Jahren, wie die Stiftung Menschen fuer Menschen am Donnerstag, 28. Januar 2016 mitteilt. Um eine Hungersnot zu vermeiden, brauchen rund zehn Millionen Menschen akut Nahrungsmittel. Menschen fuer Menschen Schweiz startet im besonders betroffenen Afar-Gebiet erste Hilfsmassnahmen. (PHOTOPRESS/obs/Stiftung Menschen fuer Menschen/Rainer Kwiotek)

Weiterer Text ueber ots und www.presseportal.ch/de/nr/100007199

Bild: PHOTOPRESS

Durch den Klimawandel werden Extremereignisse wie Dürren und Wassernöte häufiger. Das habe die Unruhen, Revolutionen und Bürgerkriege in Syrien, Libyen, Tunesien und im Jemen mit ausgelöst, berichten Forscher.

Ein Forschungsteam um Raya Muttarak vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien recherchierte, wann und woher die in 157 Ländern Asyl suchenden Menschen im Zeitraum 2006 bis 2015 geflüchtet sind, wie die klimatischen Bedingungen in ihren Heimatländern waren, und wie viele Kriegstote es dort gab.

Sie speisten diese Daten in ein eigens dafür entwickeltes Modell, um herauszufinden, ob extreme Klimaereignisse mit ein Grund für die Konflikte und Fluchtbewegungen waren. Von den Ergebnissen berichten sie im Fachjournal «Global Environmental Change».

Dürre verstärkt Konflikten

«Die Studie macht deutlich, dass die wachsende Zahl an Dürreperioden und Wasserknappheiten Konflikte und Krisen verstärkt», erklärte Studienautor Jesus Crespo Cuaresma von der Wirtschaftsuniversität Wien in einer Aussendung. Dies wäre etwa beim «Arabischen Frühling» passiert. Bei dieser Serie von Protesten, Aufständen und Unruhen, die mit einer Revolution in Tunesien im Dezember 2010 begann und sich in Nordafrika und dem Nahen Osten ausbreitete, kämpften die Menschen gegen die autoritären Regimes und ungerechte soziale Bedingungen.

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Video: srf

«In Syrien beispielsweise führten die lang anhaltende Trockenheit und Wasserknappheit aufgrund des Klimawandels zum Ausfall der Ernte. Zahlreiche bäuerliche Familien flohen in die urbanen Gebiete», so Cuaresma. Die Städte waren daraufhin massiv überbevölkert und viele Menschen fanden keine Arbeit. «Der Grundstein für politische Unruhen und Krieg war gelegt», meint der Forscher. In afrikanischen Ländern südlich der Sahara wäre Ähnliches vorgefallen.

Bestätigung früherer Studien

Die Ergebnisse der Forschenden decken sich mit früheren Studien, dass der Klimawandel Fluchtursachen wie Konflikte, Armut und Hunger verschärft. So hatten Wissenschaftler beispielsweise in einer Studie von 2016 im Fachblatt «PNAS» einen signifikanten Zusammenhang zwischen klimabedingten Naturkatastrophen - beispielsweise Dürren - und dem Ausbruch von Konflikten in ethnisch besonders gespaltenen Regionen gezeigt.

Die grössten Klimasünder

Auch die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hielt 2017 in einer Studie fest, dass der Klimawandel zu häufigeren extremen Wetterereignissen führt und damit zur Verschärfung von Hunger und Armut beiträgt. Dies zwinge mehr und mehr Menschen zur fluchtartigen Aufgabe ihrer Heimat.

Es sei nun belegt, dass extreme klimatische Bedingungen zu Migrationsströmen führen, indem sie Konflikte auslösen und verstärken. Besonders gefährdet seien Staaten, die nicht unbedingt Vorbilder in Sachen Demokratie sind, und wo die Institutionen nicht effektiv genug funktionieren, um knappe Ressourcen bei extremen Klimaereignissen aufzubessern. Ausserdem könne man aus der Studie lernen, dass es Konsequenzen des Klimawandels gibt, wie Konflikte und forcierte Auswanderung, die bisher nicht in der moralischen Diskussion berücksichtigt wurden, erklärte Cuaresma der Nachrichtenagentur APA. (aeg/sda/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alex_Phil 24.01.2019 12:14
    Highlight Highlight Ich dachte immer, dass Migrationswellen durch die USA ausgelöst wurden. Auf der Suche nach ÖL und nach natürlichen Resourcen muss das Volk durch Krieg vertrieben werden. Oder warum sind die Ölfelder in Syrien duch die Amis besetzt??
  • Eh Doch 24.01.2019 11:35
    Highlight Highlight Das wird sich noch viel mehr verschärfen.
    Leider begreifen wir das dann erst wenns bei uns auch prekär wird.
  • rodolofo 24.01.2019 06:59
    Highlight Highlight Dort wo der Klimawandel "Weniger zu essen" bedeutet, stimmt der Zusammenhang sicher.
    Zusätzlich gibt es noch andere Faktoren:
    - Überbauen und Zubetonieren von Landwirtschaft-fähigem Land (Verstädterung, Urbanisierung)
    - Raubbau, Übernutzung, Verwüstung und Erosion
    (konventionelle Agro-Industrie)
    - Vergiftung, Verstrahlung, Vermüllung
    (nicht nachhaltige Abfall-Wirtschaft)
    Alle diese Verhaltensweisen der modernen "Zivilisation" hängen mit dem vom Menschen verursachten Anteil an der Klimaerwärmung zusammen.
    Wir Menschen müssen endlich unseren Teil an der Verantwortung sehen und wahrnehmen!
  • Pjotr 23.01.2019 23:19
    Highlight Highlight Jaja, der Klimawandel ist mittlerweile an allem schuld. Der Hype um das Thema Klimawandel ist auch in der Konfliktforschung angekommen und es ist nun mal einfacher, Forschungsgelder für solche hippe Themen zu bekommen. Trotzdem gibt es nachwievor mehr seriöse Studien, welche keine Korrelation (bzw. Kausalität) von klimabedingten Naturkatastrophen und Konflikten/Fluchtbewegungen belegen können. Hört doch bitte auf, die Verantwortung auf den Klimawandel abzuwälzen. Konflikte entstehen nicht dort wo sich das Klima verändert, sondern dort, wo die Politik versagt.
    • Eh Doch 24.01.2019 11:36
      Highlight Highlight Ah Pjotr, komm uns nicht mit Hype und hipp, wie alt bist du? 100? Ja dann kann einem die Klimakatastrophe egal sein betrifft einem ja nicht mehr lange
  • Gubbe 23.01.2019 12:20
    Highlight Highlight Nur so viel, Forscher ist kein erlernbarer Beruf. Alle können 'Forscher' sein und ihre Annahmen veröffentlichen.
    • glüngi 23.01.2019 17:11
      Highlight Highlight ja dumm nur das dies nicht stimmt und forscher angestellte bei universitäten ect. sind.

      aber die «forscher» denen sie folgen, ja bei denen stimmt das wohl.
    • Fischli64 24.01.2019 07:51
      Highlight Highlight Vorsicht.... Du bewegst Dich hier auf heissem Terain.
      Die Klimafrage ist zur Glaubensfrage geworden. Kritische Äusserungen diesbezüglich sind etwa so beliebt, wie ein Bibelstand in der Türkei.
      Also: Hirn abschalten, Fähnchen hoch, mitmaraschieren und schnauze halten.

      Sapere aude
    • Whaaaat?_Son 24.01.2019 08:57
      Highlight Highlight Im Gegensatz zu den sogenannten Flat-Earth-Forschern ist dies eine Arbeit publiziert in einem anerkannten peer-reviewed Journal.

      Hier noch der original Artikel:

      https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959378018301596?via%3Dihub
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