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Paarberatung online? Das könnte es in der Schweiz bald viel häufiger geben. Bild: Shutterstock

Wie die Coronakrise die Paarberatungen nachhaltig verändern könnte

Die Coronakrise bietet auch Chancen. Viele Paartherapeutinnen müssen umdenken und auf Online-Beratung umstellen. Das erste Fazit ist positiv. Das könnte die Branche nachhaltig verändern.



Die Coronakrise stellt viele Beziehungen auf die Probe. Viele Paare sitzen seit Wochen fast 24 Stunden am Tag aufeinander. Das sorgt nicht selten für Zoff. Dementsprechend sind Paartherapeutinnen und -therapeuten gefragt. Doch auch sie mussten aufgrund des Virus flexibler werden. Viele haben begonnen, ihr Klientel online zu beraten. Und merken nun: Das funktioniert eigentlich ziemlich gut.

«Die Online-Beratung stand bei uns schon länger auf der Agenda. Nun mussten wir sie gezwungenermassen etwas schneller umsetzen als geplant», sagt Stefan Brülhart, Geschäftsführer von Paarberatung & Mediation in Zürich. Anfangs seien viele der Beratenden skeptisch gewesen. «Sie befürchteten, dass die Therapie nicht die gleiche Qualität habe», so Brülhart.

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Doch nach mehr als zwei Wochen praktischer Erfahrung falle das Fazit zur Tele-Beratung äusserst positiv aus. «Paaren gelingt es besser, sich in heimischer Umgebung und vor der Webcam zu öffnen», sagt Paarberaterin Margareta Hofmann.

Für Robert Büchel-Thalmaier, ebenfalls Paartherapeut bei Paarberatung & Mediation in Zürich, war die Online-Beratung eine neue Erfahrung. «Ich war anfangs schon etwas kritisch, ob das menschlich und auch technisch wirklich funktioniert», so Büchel-Thalmaier.

«Paaren gelingt es besser, sich in heimischer Umgebung und vor der Webcam zu öffnen.»

Paarberaterin Margareta Hofmann

Doch auch er sei positiv überrascht worden. «Viele Paare waren extrem froh, dass sie die Therapie fortsetzen konnten.» Man könne zwar nicht alle Therapiemöglichkeiten ausschöpfen, aber er könne sich gut vorstellen, auch in Zukunft so zu arbeiten, so Büchel-Thalmaier.

Paar-Coach Andrea Salzmann aus Zug therapiert schon länger per Videotelefonie. «Ich habe einige Klienten aus Übersee, da arbeite ich bereits mit Videotools», sagt Salzmann. Für Salzmann sei die Online-Beratung eine «wunderbare Alternative» zur Beratung vor Ort. «Besonders Schweizerinnen und Schweizer waren meines Erachtens etwas kritischer, wenn es um die Online-Beratung ging. Da konnten nun viele positive erste Erfahrungen machen», meint Salzmann. Für sie werde sich nicht viel ändern. Sie werde auch nach der Coronakrise weiterhin live und per Video Paaren und Einzelpersonen beratend zur Seite stehen.

Bei der Paarberatung und Mediation im Kanton Zürich will Geschäftsführer Brülhart die Online-Beratung nun ebenfalls weiter vorantreiben. «Es bieten sich viele Chancen. Wir können jüngere Menschen abholen und unsere Klientinnen sind nicht mehr örtlich an die nächste Beratungsstelle gebunden, sondern können sich aus unserem Pool von Beratenden die für sie passende Person aussuchen.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • ChillDaHood 06.05.2020 16:46
    Highlight Highlight Kann ich mir allgemein im Beratungsbusiness gut vorstellen. Beispiel Psychologe/Motivationscoach. Statt 1h Anreise und intensive Beratung 2 h lang, könnte man häufiger kürzere Checks machen, obs wirkt und bestärken/motivieren.

    Die Frage ist, wie das abgerechnet werden kann, wenns Kassenleistungen sind.

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