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Diese 5 berühmten Todesfälle sorgen bis heute für Fragezeichen

5 (ungelöste) Fälle, in denen Prominente auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kamen

Wenn Mordfälle nicht abschliessend aufgeklärt werden können, bilden sich schnell einmal Verschwörungstheorien. Besonders dann, wenn es sich beim Opfer um Prominenz handelt.
25.07.2023, 08:2325.07.2023, 13:00
Anna Böhler
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Nicht jedes Rätsel kann gelöst werden. Deshalb wird manch ein Mordfall ad acta gelegt, ohne dass die Hinterbliebenen jemals Antworten auf ihre Fragen erhalten. Manchmal werden die Ermittlungen Jahre oder gar Jahrzehnte später wieder aufgenommen – wie aktuell im Fall von Rapper Tupac Shakur. Hier fünf prominente Beispiele, in denen die Geschichte einfach nicht ganz aufzugehen scheint.

Biggie Smalls

Der US-amerikanischen Rapper Notorious B.I.G., undatierte Aufnahme. Notorious B.I.G. (aka Biggie Small), mit buergerlichem Namen Christopher Wallace, ist am 9. Maerz 1997 auf einem Parkplatz in Los An ...
Bild: BMG ARIOLA KEYSTONE

Am 9. März 1997, nur ein halbes Jahr nach dem Mord an Tupac Shakur, wurde die New Yorker Hiphop-Ikone Biggie Smalls in Los Angeles erschossen. Nachdem er eine Party besucht hatte, wurde er an einer roten Ampel aus einem anderen Auto mit vier Schüssen getroffen. Obwohl man ihn ins nächstgelegene Spital transportierte und notoperierte, erlag der Rapper seinen Verletzungen und verstarb im Alter von nur 24 Jahren.

Die grosse Allgemeinheit glaubte damals, die «Westcoast» habe für den Mord an Tupac Rache genommen, für den sie Biggie verantwortlich sah. Es herrschte damals ein explosives Klima zwischen den beiden Küsten, die sich beide mit ihrer eigenen Interpretation des Raps einen Namen machen wollten. Biggie war es nach dem Tod seines zum Feind gewordenen Freundes Tupac wichtig, die beiden Fronten zu vereinen und Frieden zu schliessen – dies beteuerte er auch öffentlich in Interviews.

Obwohl, oder gerade weil nie eine Verhaftung stattgefunden hat, gibt es einige Theorien darüber, wer hinter dem Anschlag stecken könnte. Darin taucht ein Name immer wieder auf: Marion «Suge Knight», der Mitgründer des Musiklabels Death Row Records, dem auch Tupac angehörte.

Ihm wurde nachgesagt, Beziehungen zu korrupten Polizisten des Los Angeles Police Departement zu pflegen. Und es gibt die Theorie, dass er seine Kontakte damals nutzte, um Biggie in einem Drive-by-Shooting von einem Beamten umbringen zu lassen. Es kursiert auch das Gerücht, die Schüsse hätten Sean Combs, in der Szene besser bekannt als P. Diddy, gegolten – da ihm das Eastcoast-Label Bad Boy Records gehörte und er somit in direkter Konkurrenz zu Death Row Records stand.

Suge Knights Weste ist erwiesenermassen nicht weiss: Er wurde bereits Ende der 90er wegen Körperverletzung verurteilt und geriet abermals wegen Drogen und Handgreiflichkeiten mit der Polizei in Konflikt. 2018 wurde er zu 28 Jahren Haft verurteilt, weil er beim Dreh von «Straight Outta Compton» zwei Darsteller überfahren hatte – einer von ihnen starb sofort, der andere musste schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Natalie Wood

Natalie Wood (1938-1981), US actress, wearing a dark blue dress in a studio portrait, against a pink background, circa 1965. (Photo by Silver Screen Collection/Getty Images)
Bild: getty images

Natalie Wood war eine Hollywood-Schauspielerin, die beispielsweise an der Seite von James Dean im 50er-Jahre-Drama «Rebel Without a Cause» mitspielte. Ihr Leben fand ein tragisches Ende. Man fand sie am 29. November 1981 unweit ihrer Yacht in einer Bucht tot im Wasser treibend. Am Strand fand man ausserdem das vermisste Schlauchboot, das zur Yacht gehörte. Sie war zusammen mit ihrem Ehemann Robert Wagner und ihrem Schauspielkollegen Christopher Walken für ein Boots-Wochenende nach Santa Catalina Island gereist. Am Abend des 28. November hatten die Herren bemerkt, dass Natalie fehlte – gefunden wurde sie am nächsten Morgen. Die Ermittler stellten versehentliches Ertrinken und Unterkühlung als Todesursache fest und stellten die Theorie auf, dass sie betrunken versucht hatte, in das Schlauchboot zu steigen, ins Wasser fiel und dann ertrank.

Diese Theorie machte in den Augen von Natalies Schwester jedoch wenig Sinn, da Natalie Angst vor dem Wasser gehabt haben soll und ihr somit nie in den Sinn gekommen wäre, nachts alleine in ein Schlauchboot zu steigen. Ein ehemaliger Praktikant, der zum Zeitpunkt der Ermittlungen gerade in jenem Untersuchungsbüro arbeitete, sagte zudem, Natalies Körper habe Blutergüsse aufgewiesen. Da diese darauf schliessen lassen könnten, dass sie ins Wasser gestossen worden war, erkundigte er sich bei seinen Vorgesetzten. Die sollen nur erwidert haben: «Manche Dinge lässt man besser ungesagt.»

Und es gibt weitere Indizien dafür, dass es sich bei Natalies Tod nicht um einen Unfall gehandelt haben könnte: Der Kapitän, der ebenfalls anwesend war, soll ihrer Schwester am Telefon betrunken gestanden haben, dass sich das Ehepaar gestritten habe. Anschliessend soll Wagner seine Frau über Bord gestossen und gesagt haben: «Lass sie dort, sie soll eine Lektion lernen.» 2011 wendete sich der Kapitän an die Öffentlichkeit und sagte, er glaube, Wagner sei verantwortlich für Natalies Tod. Im selben Jahr wurde der Fall wieder aufgenommen und 2013 wurde die Todesursache offiziell von «versehentliches Ertrinken» auf «Ertrinken und weitere unbestimmte Faktoren» abgeändert. 2018 wurde schliesslich publik gemacht, dass Robert Wagner im Fall «eine Person von Interesse» sei – bislang kam es aber zu keiner Verhaftung.

Jimi Hendrix

Jimi Hendrix Woodstock

Der amerikanische Musiker Jimi Hendrix war bekannt für seine Gitarren-Skills, schrille Outfits und Welthits wie «Little Wing». Und dafür, dass er ein Mitglied des traurigen «Club 27» ist – also einer jener Künstler ist, die bereits im jungen Alter von 27 Jahren verstorben sind. Von offizieller Seite hiess es im September 1970, Hendrix sei in einem Hotel im Londoner Viertel Notting Hill nach einer Überdosis an seinem Erbrochenen erstickt. Wie es aber überhaupt so weit kam, darüber sind sich die, die dabei waren, nicht einig.

Seine letzten Stunden lassen sich nicht zweifelsfrei rekonstruieren. Den 17. September verbrachte der Musiker mit seiner Freundin, der deutschen Ex-Eiskunstläuferin Monika Dannemann. Diese erzählte, sie seien gemeinsam shoppen gegangen und gegen den späteren Abend ins Hotel zurückgekehrt, wo Hendrix ein Bad nahm. Danach habe sie ihn an eine Party gefahren, wo Hendrix, der für seinen Drogenkonsum bekannt war, eine Amphetamin-Pille genommen haben soll. Nur kurze Zeit später sei er wieder im Hotel eingetroffen, habe ein Thunfisch-Sandwich gegessen, Wein getrunken und sei dann am frühen Morgen mithilfe von Schlaftabletten eingeschlafen. Als Dannemann sich am Vormittag auf den Weg macht, um Zigaretten zu kaufen, habe der Gitarrist friedlich geschlafen – als sie wieder im Hotel ankam und ihn wecken wollte, reagierte er nicht mehr. Statt direkt den Notruf zu tätigen, rief Dannemann einen von Hendrix' Freunden an, um ihm die Situation zu schildern. Dieser bat sie dann, dringend den Krankenwagen zu rufen. Als die Nothelfer eintrafen, war die Türe offen, Hendrix tot und Dannemann verschwunden. Ihre Schilderung des verhängnisvollen Morgens veränderte sich in den folgenden Jahren immer wieder.

Dr. John Bannister hatte an diesem Morgen Pikett-Dienst im Krankenhaus und erinnert sich daran, dass Hendrix zum Zeitpunkt, als die Nothelfer eintrafen, bereits eine Weile tot gewesen sein musste – und dass er voller Rotwein und Erbrochenem war. «Die Menge an Wein, die in seinen Lungen und seinem Magen gefunden wurde, ist abnormal», sagte der Arzt. Und auch seine Kleidung und Haare seien vom Rotwein durchnässt gewesen. Gemäss seinen Freunden hat Hendrix Rotwein aber nicht sonderlich gemocht. Ebenfalls mysteriös ist, dass die Autopsie einen tiefen Blutalkoholwert zum Zeitpunkt des Todes feststellen konnte. Es gibt deshalb die etwas wilde Theorie, dass er dazu gezwungen wurde, die Überdosis Pillen mit Wein hinunterzuspülen, oder dass der Wein gar benutzt wurde, um Hendrix mittels Waterboarding zu foltern.

Schuld an Hendrix Tod soll sein Manager Mike Jeffery sein. Jeffery wurden Verbindungen zu kriminellen Gangs nachgesagt. Als Jeffery fürchtete, dass Hendrix das Management wechseln werde und seine kriminellen Machenschaften auffliegen lassen könnte, habe er ihn töten lassen, so die Theorie. Über 50 Jahre nach dem Tod der Rock-Legende spekulieren seine Fans immer noch darüber, ob es ein Unfall, ein Suizid oder gar ein Mord war. 1992 wurde der Fall erneut aufgerollt, als eine Ex-Freundin von Hendrix, Kathy Etchingham, Druck machte. Weil die Ermittlungen ergebnislos blieben, wurde das Verfahren 1993 wieder eingestellt.

Richey Edwards

Richey Edwards of the Manic Street Preachers is interviewed in the offices of the NME, London, 1992. (Photo by Martyn Goodacre/Getty Images)
Bild: Hulton Archive

Richey Edwards war der Gitarrist der Band Manic Street Preachers – und ebenfalls ein Mitglied des «Club 27». Am 1. Februar 1995, nur einen Tag bevor er mit seiner Band in die USA fliegen wollte, um ihr neues Album zu promoten, verschwand der Musiker. Er checkte aus seinem Hotel in London aus und wurde in den kommenden zwei Wochen mehrmals gesichtet – einmal von einem Fan in Newport und einmal von einem Taxifahrer, der ihn nach Bristol gefahren haben soll. Sein Auto fand man ganz in der Nähe der Severn Bridge, die durch viele Suizide traurige Bekanntheit erlangt hat. Sein aufgefundenes Auto und seine psychische Instabilität – er litt an Depressionen – brachten die Öffentlichkeit zum Schluss, Edwards habe sich das Leben genommen. Obwohl sein Körper nie gefunden wurde, liessen ihn seine Eltern 2008 offiziell für tot erklären.

In den Jahren danach wurde Edwards mutmasslich immer wieder gesichtet. Mal auf Goa, mal auf den Kanarischen Inseln – aber es gibt ja auch Menschen, die behaupten, Elvis oder Tupac würden noch leben. Was diesen Fall besonders mysteriös macht, ist der Fakt, dass er laut seiner Schwester fasziniert war von der Idee des spurlosen Verschwindens. Bereits Jahre zuvor habe er davon gesprochen, seinen eigenen Tod vorzutäuschen.

Brian Jones

Brian Jones, British musician and co-founder of the band "The Rolling Stones", Sept. 1965. (Photo by Wolfgang Kuhn/United Archives via Getty Images)
Bild: getty images

Brian Jones war Ko-Gründer und Leadgitarrist der britischen Kultband The Rolling Stones. Am 2. Juli 1969, im Alter von – ebenfalls – 27 Jahren, wurde er tot im Pool seines Hauses in East Sussex aufgefunden. «The Guardian» berichtete am darauffolgenden Tag. Im Artikel erzählt Janet Lawson, wie Jones sie und ihren Freund Frank Thorogood zu sich nach Hause einlud. Thorogood war Baumeister und arbeitete zu jener Zeit gerade an der Modernisierung von Jones' Haus. Thorogood und Lawson gesellten sich also zu Jones und seiner Freundin Anna Wohlin – das Paar habe getrunken und Jones sei bereits etwas wacklig auf den Beinen gewesen. Jones soll ausserdem Schlaftabletten eingenommen haben. Er ging ungeachtet seines Zustandes in seinem Pool schwimmen. Als Lawson einen Moment später wieder nach ihm sehen will, entdeckt sie ihn am Grund des Pools. Seine drei Gäste ziehen Brian Jones aus dem Pool und beginnen den Versuch, ihn mittels Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung wiederzubeleben.

In seinem Autopsiebericht wurde «Ertrinken» als Todesursache angegeben – später wurde dies ergänzt mit «Tod durch Unglück». In den Jahren danach wurde spekuliert, ob Jones nicht Opfer eines Mordes geworden war. Frank Thorogood, der Jones als letztes lebendig gesehen hat, soll ihn Gerüchten zufolge umgebracht haben. Anscheinend wollte Thorogood von Jones mehr Geld für seine Arbeit am Haus und die beiden gerieten in einen Streit, der darin endete, dass Thorogood Jones in einem Trog ertränkte. Anschliessend soll der Baumeister die Leiche in den Pool geworfen haben, um das Ganze wie einen Unfall aussehen zu lassen. Ein Freund von Thorogood hat in einer Dokumentation zum Thema behauptet, Thorogood habe den Mord an seinem Totenbett gestanden.

Obwohl die Polizei von Sussex den Fall dreimal wieder aufrollte, bleibt sie bei ihrem Fazit, dass Jones versehentlich ertrunken sei.

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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deejay sensation
25.07.2023 00:40registriert Dezember 2022
Biggies Smalls und 2Pac laufen bei mir auch heute noch, pure Hiphop legends
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