Schweiz
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Reisende in einem Reisezugwagen der 3. Klasse der Schweizerischen Bundesbahn SBB, aufgenommen um 1940. (KEYSTONE/SBB/HO/Str) ===  === Und so sahen Reisende in einem Reisezugwagen der 3. Klasse der SBB im Jahr 1940 aus.

Aufnahme von Reisenden in einem SBB-Zugwagen der 3. Klasse im Jahr 1940. Bild: SBB

Die «Holzklasse» stösst bei Bürgerlichen auf Anklang – die Linken sehen das ganz anders



Eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr empfiehlt die Einführung einer 3. Klasse in Zügen. Dadurch sollen mehr Personen zu günstigeren Preisen transportiert werden können. Bei der SBB löst die Idee wenig Begeisterung aus – bei bürgerlichen Verkehrspolitikern hingegen schon.

Zustimmung bei Bürgerlichen

Einer davon ist Gregor Rutz, wie der «TagesAnzeiger» berichtet. Der Zürcher SVP-Nationalrat spricht von unzumutbaren Zuständen im ÖV. Er sagt, dass der Platz in Zügen wegen der Zuwanderung immer knapper werde.

Gregor Rutz, Nationalrat SVP, spricht waehrend eines Streitgespraechs ueber die No Billag Initiative waehrend der Dreikoenigstagung des Verband Schweizer Medien in Zuerich am Dienstag 9. Januar 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Gregor Rutz, Bild: KEYSTONE

Unterstützung erhält er vom Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Er findet, man solle den Vorschlag genauer prüfen. Allerdings befürchtet er, dass die Umsetzung sehr kostspielig sein könnte, da die Züge umgebaut werden müssten.

Mobility Pricing

Skeptisch gegenüber einer «Holzklasse» ist die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher. Das heutige System habe sich bewährt und Sparbillette tragen heute schon zu einer flexiblen Preisgestaltung bei.

Edith Graf-Litscher, Nationalraetin SP-TG, Praesidentin der Kommissionen fuer Verkehr und Fernmeldewesen KVF-N, aeussert sich an einer Medienkonferenz unter anderem zur Foerderung der Velo-,Fuss-und Wanderwege (Velo-Initiative), am Dienstag, 16. Januar 2017, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Edith Graf-Litscher Bild: KEYSTONE

Auch Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen, lehnt eine 3. Klasse ab. Der Berner Nationalrat befürchtet, dass dadurch der Pendlerverkehr noch weiter zunehmen könnte. Allerdings befürwortet er Stehplätze im Nahverkehr.

Grossen fordert «intelligente Massnahmen zur Verkehrsvermeidung», wie der «TagesAnzeiger» berichtet. Dazu beitragen würde das Wohnen in der Nähe des Arbeitsplatzes. Zudem unterstützt er das sogenannte Mobility Pricing. Will heissen: Je nach Reisezeit sollen für die gleiche Strecke unterschiedliche Preise gelten.

Konkurrenz für SBB

Inwiefern das Bundesamt für Verkehr der von ihr aufgetragenen Studie Beachtung schenkt, ist nicht klar. Die Bundesbehörde liess lediglich verlauten, man habe die Ergebnisse der Untersuchung zur Kenntnis genommen.

Die Studie kommt jedenfalls zum Schluss, dass sich Schweizer Bahnbetriebe neu ausrichten müssen. Denn: Mit Carsharing, Uber und Fernbussen drängen neue Anbieter auf den Markt.

Auch wenn letztere sehr schwach ausgelastet sind und somit noch keine ernsthafte Konkurrenz darstellen, könnte sich schon bald ein neuer Anbieter in der Schweiz etablieren. Gemäss dem «TagesAnzeiger» möchte das österreichische Busunternehmen Dr. Richard hierzulande vier Strecken betreiben. Der Entscheid zur Konzession soll bald getroffen werden.

Neu ist die Idee der 3. Klasse allerdings nicht. Bei der Ostschweizer Eisenbahngesellschaft Thurbo AG können pro Reihe fünf Personen (2+3) Platz nehmen. Die SBB hat die dreiklassige Unterteilung in den 1960er Jahren abgeschafft. (vom)

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146 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Zanzibar
12.03.2019 05:35registriert December 2015
Der Platz im Zug wird wegen der zuwanderung knapp?🧐
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bebby
12.03.2019 05:52registriert February 2014
Es ist nur logisch, dass bürgerliche Politiker die 3. Klasse gut finden, denn in der guten alten Zeit waren die die etwas waren in der 1. Klasse, die Angestellten in der 2. Klasse und der Pleps in der Dritten, damit der Herr Fabrikbesitzer möglichst viel Abstand waren konnte...
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Ökonometriker
12.03.2019 05:30registriert January 2017
Wie wäre es mit längeren Zügen / engerem Takt zu Stosszeiten?
Mittelfristig braucht es Massnahmen zu Verkehrsvermeidung, aber nicht mobility pricing - dies trifft die falschen - sondern eher einen höheren Anteil an home office.
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