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«Pretty Woman»-Fall bei Implenia Aarau – leider ohne Happy End

Eine Prostituierte erhält dank einem Freier einen Job bei Implenia in Aarau. Dort zweigt sie einen Millionenbetrag ab. 
21.02.2018, 12:2821.02.2018, 12:44
Szene aus «Pretty Woman»: Bei Implenia Aarau gabs kein Happy End.
Szene aus «Pretty Woman»: Bei Implenia Aarau gabs kein Happy End.

Es ist ein Fall nach dem Muster des Hollywood-Films «Pretty Woman». Allerdings ohne Happy End. Und mit einem «Richard Gere», der von seiner Bordell-Geliebten als «pervers, sex- und kokainsüchtig» beschrieben wird. Und einer «Julia Roberts», die am Dienstag als Folge der Amour fou zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Zu 51 Monaten Gefängnis unbedingt wegen gewerbsmässigen Betrugs, wie «Blick.ch» und der «Zürcher Unterländer» berichten. Die 36-Jährige hatte während ihrer Zeit bei Implenia Aarau 1.1 Millionen Franken abgezweigt. Mit 50 auf einfache Art gefälschten Rechnungen.

Die gebürtige Bernerin war eine erfolgreiche Eiskunstläuferin und hat sogar Auftritte bei der renommierten Gala «Art on Ice». Daneben arbeitete sie in einem Zürcher Bordell. Dort lernte sie den Implenia-Manager, einen verheirateten Mann, kennen. Sie feierte mit ihm Sex- und Koks-Partys.

Irgendwann wurde aus dem Geschäftsverhältnis zwischen dem Freier und der Prostituierten mehr. Er habe ihr eine Stelle als Sekretärin bei Implenia in Aarau angeboten. Etwa 2007. «Das war für mich wie ein Sechser im Lotto», erklärte die Angeklagte vor Gericht. Denn sie brachte für den Job keinerlei Qualifikationen mit.

Schwanger in U-Haft

Aber sie war offensichtlich schlau und hatte erhebliche kriminelle Energie. Um ihre Drogensucht zu finanzieren, begann die Frau zu betrügen – mit Hilfe von vier alten Millieukumpels. Sie liess nicht erbrachte Leistungen bezahlen. Dafür fälschte sie letztlich die Unterschrift ihres Vorgesetzten. In 50 Tranchen flossen ihr und ihren Hintermännern insgesamt rund 1.1 Millionen Franken zu.

Weshalb halfen Ihr die Hintermänner? «Aus verschiedenen Gründen: Der eine war verliebt in die Beschuldigte, ein anderer hat ihr Drogen verkauft», erklärte der Staatsanwalt am Prozess. Der Verteidiger versuchte, die Angeklagte als Opfer darzustellen. Der Mann, der ihr den Job besorgt habe – also jener, zu dem die Beschuldigte eine Beziehung aufgebaut hatte –, sei schuld. Er habe das Geld abgezweigt. Weil er es dringend für Kokain und bezahlten Sex gebraucht habe.

Die vom Bezirksgericht Bülach ZH verurteilte Frau sass während 115 Tagen in U-Haft. Sie war damals schwanger. Ihr Sohn ist jetzt vier Jahre alt. (uhg) (aargauerzeitung.ch)

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