Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Deshalb ist die Fair-Food-Initiative gescheitert

Die Sorge vor steigenden Lebensmittelpreisen hat bei der Volksabstimmung vom vergangenen 23. September die Fair-Food-Initiative zu Fall gebracht. Beim Velobeschluss legten die Stimmenden gemäss der Voto-Analyse ein Bekenntnis zur Veloförderung ab.



Obwohl die Fair-Food-Initiative mit einem Nein-Anteil von 61,3 Prozent deutlich scheiterte, seien die Kernanliegen der Vorlage bei den Stimmenden auf überaus grossen Zuspruch gestossen, heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Abstimmungsanalyse.

So hätten insgesamt drei Viertel aller Befragten die Forderungen unterstützt, dass das Angebot an regional produzierten Lebensmitteln vergrössert werden sollte, und dass für landwirtschaftliche Importprodukte die gleichen sozialen und ökologischen Anforderungen gelten müssten wie für Lebensmittel aus Schweizer Produktion. So hätten sich 71 Prozent für ein Verbot von Fleisch und Eiern aus Massentierhaltung ausgesprochen.

ZUR FRUEHLINGSSESSION MIT THEMEN WIE BAHNINFRASTRUKTUR, MEDIENVIELFALT, VIA SICURA, FAIR-FOOD UND MAIENSAESSE, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 27. FEBRUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG. Kirschernte auf dem Rueschenhof in Zug am Dienstag, 25. Juni 2013. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bild: KEYSTONE

Selbst bei jenen, die Nein gestimmt hätten, seien diese Anliegen mehrheitlich unterstützt worden. Die Volksinitiative sei deshalb gescheitert, weil bei den Stimmenden die Sorge vor steigenden Lebensmittelpreisen und Zweifel an ihrer Praktikabilität überwogen hätten.

Die Initiative für Ernährungssouveränität, die sogar mit einem Nein-Anteil von 68,4 Prozent verworfen wurde, sei im Schatten der Fair-Food-Initiative gestanden. Neun von zehn Stimmenden hätten identisch gestimmt wie bei der Fair-Food-Initiative. Auch die Hauptgründe für ein Ja respektive ein Nein seien wenig differenziert ausgefallen.

Bekenntnis und Bedenken zum Velofahren

Beim Velobeschluss, der mit 73,6 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen wurde, sei die Veloförderung das wichtigste Motiv für die Unterstützung gewesen. Aber auch Eigeninteressen hätten eine Rolle gespielt. Menschen, die täglich mit dem Velo unterwegs seien, hätten sich geschlossen für die Vorlage ausgesprochen.

Demgegenüber sei die Ablehnung Ausdruck von verfassungsrechtlichen Bedenken und einer Kritik an der Veloförderung gewesen. Bemerkenswerterweise habe ein Viertel der Nein-Stimmenden ihren Entscheid mit einem Unbehagen gegenüber den Velofahrenden begründet. Diese seien rücksichtslos, ignorierten Verkehrsregeln und würden gegenüber den Autofahrenden bevorteilt.

Die Voto-Studie wurde von den drei Instituten Fors, ZDA und Link im Nachgang zur eidgenössischen Volksabstimmung durchgeführt. Sie beruht auf einer Befragung von 1502 Stimmberechtigten aus der ganzen Schweiz. Die Studie wurde von der Bundeskanzlei finanziert. (sda)

«Die Landwirtschaft kostet die Schweiz jährlich 20 Mrd.»

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

«Lockdown ist möglich» – Berset zu Corona-Krise

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Skip Bo 09.11.2018 07:31
    Highlight Highlight Das Abstimmungsresultat ist ein ehrliches Bekenntnis zu tiefen Preisen.
  • G. Nötzli 08.11.2018 13:40
    Highlight Highlight FairFood-Initiative war schön auf dem Papier, aber unklar in der Umsetzung...
  • Matrixx 08.11.2018 10:31
    Highlight Highlight "Die Volksinitiative sei deshalb gescheitert, weil bei den Stimmenden die Sorge vor steigenden Lebensmittelpreisen und Zweifel an ihrer Praktikabilität überwogen hätten."

    Da haben die Bürgerlichen ja grossartige Arbeit geleistet.
    • Pafeld 08.11.2018 15:20
      Highlight Highlight Ich bin definitiv links und ich hab die Initiative auch abgelehnt. Weil sie gespickt war mit esoterischen Ideen von "guten Lebensmittelstandards", kurios-realitätsfernen Vorstellungen von Massentierhaltung, Antibiotika- und Pestizideinsatz, und weil sie die Lebenshaltungskosten gerade für Leute verteuert hätten, die sich Bio eh schon nicht leisten können. Die Initiative war sehr gut gemeint, aber grottenschlecht formuliert.

Unbekannte Person verbrennt in Zürcher Toiletten-Häuschen

Bei einem Brand eines öffentlichen Toilettenhäuschens in Zürich ist am Freitagmorgen eine Person ums Leben gekommen. Das Todesopfer ist bisher nicht identifiziert. Unklar ist auch noch, weshalb das «ZüriWC» brannte.

Um halb vier Uhr morgens wurden die Einsatzkräfte alarmiert, dass in der Nähe eines Robinson-Spielplatzes im Kreis 7 ein Toilettenhäuschen brenne und sich eine Person darin befinde.

Die Einsatzkräfte von Ambulanz und Polizei stiessen dann im Innern des WCs auf die Leiche. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel