Schweiz
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ARCHIV -- ZU DEN EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNGEN VOM SONNTAG, 23. SEPTEMBER 2018, UEBER DIE FAIR FOOD INITITAVE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Verschiedene Huehner der Rassen British Araucana, Marans, Araucana und Legbar von Ruedi Schaerer verweilen im zuercherischen Huetten, aufgenommen am Dienstag, 27. Maerz 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)....Various chicken of the breeds British Araucana, Marans, Araucana and Legbar of chicken farmer Ruedi Schaerer walk in the enclosure in Huetten Zurich, Switzerland, on Tuesday, March 27 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

In uns steckt eine seltsame Sehnsucht nach dem landwirtschaftlichen Idyll. Bild: KEYSTONE

Unsere Liebe zu den Bauern endet beim Portemonnaie

Trotz anfänglich grosser Sympathie sind die beiden Agrarinitiativen klar gescheitert. Wenn wir wirklich eine «bessere» Landwirtschaft wollen, müssen wir unser Konsumverhalten überdenken, im Laden und in der Beiz.



Erst sah es nach einer Sensation aus. Dann nach einer Überraschung. Am Ende war es Business as usual: Die Volksinitiative «für Ernährungssouveränität» und die Fair-Food-Initiative wurden klar abgelehnt. Ungewöhnlich ist höchstens die Deutlichkeit des Meinungsumschwungs. In den ersten Umfragen waren die Agrarinitiativen auf Ja-Anteile von 70 Prozent und mehr gekommen.

Offensichtlich existiert in der Schweizer Bevölkerung ein tief sitzendes Unbehagen über die Landwirtschaftspolitik. Allerdings nicht tief genug, um die Sorgen über das eigene Portemonnaie zu verdrängen. Vermutlich hat primär die Angst vor höheren Preisen zum Umdenken geführt. Die grosse Ausnahme ist die Romandie, wo bäuerliche Anliegen beträchtliche Sympathie geniessen. In Jura, Neuenburg, Genf und Waadt wurden die Initiativen teils deutlich angenommen.

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Video: watson/Lya Saxer, Angelina Graf

Dabei gibt es genug Gründe, warum die Ablehnung der beiden Initiativen gerechtfertigt ist. Das gilt besonders für die Ernährungssouveränität. Das Volksbegehren der Bauerngewerkschaft Uniterre erinnerte mit der Forderung nach gerechten Preisen oder einer Mengensteuerung an die glücklicherweise überwundene Planwirtschaft von einst. Durchschaubar war auch der Versuch, das Stimmvolk mit einem Gentechverbot zu ködern.

Berechtigtes Anliegen

Mit der Fair-Food-Initiative der Grünen hingegen können sich viele grundsätzlich identifizieren. Ihr Anliegen, dass Lebensmittel «umwelt- und ressourcenschonend, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden», ist berechtigt. Allerdings verhielten sich die Initianten taktisch ungeschickt, etwa indem sie einräumten, dass die Preise steigen könnten. Oder ihre Forderung relativierten, dass importierte Lebensmittel «Schweizer Standards» entsprechen sollten.

Der Weg zu fair und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln führt ohnehin nicht über den Stimmzettel, sondern den Kassenzettel. Wir können beim Einkaufen nach Bio- und Fair-Trade-Erzeugnissen greifen. Oder beim auswärts Essen darauf achten, woher das Restaurant seine Produkte bezieht und unter welchen Umständen sie hergestellt wurden.

Schwindende Biodiversität

Das Nein zu Fair Food deutet darauf hin, dass dieser Weg noch ziemlich weit ist. Die Bauern können dazu beitragen, indem sie das Angebot an qualitativ hochwertigen und vielfältigen Produkten weiter ausbauen. Das geschieht nicht, indem man das Rad der Zeit zurückdreht. Vielmehr muss die insgesamt bewährte Reformpolitik der letzten Jahrzehnte weitergeführt werden.

Was nicht heisst, dass in der Schweizer Landwirtschaft alles perfekt läuft. Obwohl die Bauern vermehrt Direktzahlungen für den ökologischen Ausgleich erhalten, schwindet die Biodiversität rapide. Auf dieses Problem aber hatten die gescheiterten Agrarinitiativen höchstens am Rand eine Antwort. Die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative sind als Druckmittel besser geeignet.

Der Bauer in uns

Bleibt die Frage, warum die beiden Initiativen in den ersten Umfragen so positiv bewertet wurden. Die oft erwähnte Sorge um die Qualität unserer Ernährung spielt kaum die zentrale Rolle. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass die Sehnsucht nach einer scheinbar unverfälschten ländlichen Idylle umso grösser ist, je mehr das Schweizer Mittelland zersiedelt und zubetoniert wird.

«In uns allen steckt ein Bauer», sagte der frühere Aargauer Regierungs- und Ständerat Thomas Pfisterer (FDP) mir gegenüber schon vor vielen Jahren. Als Jurist und ehemaliger Bundesrichter hatte er keine sehr enge Beziehung zur Landwirtschaft. Die Schweiz, ein Volk der virtuellen Hirtenknaben und -mädchen? Es wäre eine seltsame und bizarre Ironie, denn wirklich so leben wollen die wenigsten von uns. Und den heutigen Bauern ist damit sicher nicht geholfen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chili5000 24.09.2018 11:21
    Highlight Highlight Ich habe grösste Mühe damit noch mehr Geld für Bio-Produkte auszugeben. Die Marge der Lebensmittelhändler ist bei diesen Produkten überdurchschnittlich hoch. Bio Produkte beim Bauern einkaufen ist die einzige Lösung. Es ist absurd was für Preise für gewisse Produkte verlangt werden. Die Bauern sehen davon nicht viel...
    • Die Redaktion 24.09.2018 15:34
      Highlight Highlight @Chili5000

      Obwohl Bio zumeisst auch fair produziert wird, bedeutet es nicht, dass fair auch bio ist. Eind grundsätzliches Missverständnis befürchte ich.
  • Hoppla! 24.09.2018 06:51
    Highlight Highlight Also mir ging es in keinster Weise um den Preis. Da können sich die Lebensmittelkosten verdoppeln, ja nu so de.

    Wieso ich, obwohl ich für "faire Lebensmittel" bin die Initiativen trotzdem abgelehnt habe:
    - Völlig unnötig so etwas in eine Verfassung zu schreiben. Wir machen "uns" als Schweiz ja lächerlich.
    - Man schützt teilweise bewusst Ineffizienzen Schweizer Bauern.
    - Man fördert das "am Markt vorbei produzieren".
    - Umso mehr werden die Produkte halt einfach persönlich importieren.
    - Unsere Lebensmittel sind bereits toll.
    • Die Redaktion 24.09.2018 07:38
      Highlight Highlight @Hoppla!

      Völlig unnötig so etwas in eine Verfassung zu schreiben. Wir machen "uns" als Schweiz ja lächerlich.

      Die Umwelt zu schützen ist niemals lächerlich.

      - Man schützt teilweise bewusst Ineffizienzen Schweizer Bauern.

      Welche mit ineffizienten geschützen Bauern, oder bedenkelichen Industriebetrieben aus dem Ausland konkurrieren müssen.


      - Man fördert das "am Markt vorbei produzieren".

      Superfood ist kein echter Markt.

      - Umso mehr werden die Produkte halt einfach persönlich importieren.

      Unbedachte Bürger.

      - Unsere Lebensmittel sind bereits toll.

      In allem ist Glyphosat.

    • Samiklausi 25.09.2018 07:34
      Highlight Highlight - Unsere Lebensmittel sind bereits toll.

      Wirklich? Woher kommt diese Aussage? Von den ach so schön polierten Äpfeln im Regal?
      Weisst du warum die so aussehen?

      Ich schon, denn ich arbeite in der Lebensmittelanalytik und kann dir eins sagen: Ich kaufe gewisse Früchte nicht mehr!

      Und wusstest du, dass du nach dem Schälen einer Grapefruit oder Orange mal lieber die Hände gründlich mit Seife waschen solltest?

      https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Chemie-auf-Orangen-und-Zitronen-,zitrusfruechte104.html

      Tja, das sagt dir im Supermarkt niemand gell?!
  • Die Redaktion 24.09.2018 02:32
    Highlight Highlight Eine Gesellschaft, die heute 1/3 der Nahrungsmittel einfach wegwerfen kann, soll nicht in der Lage sein alle zu ernähren, wenn es etwas teurer wird? Wir wurden gerade mächtig verarscht.

    http://foodwaste.ch/was-ist-food-waste/
    • Sommersprosse 24.09.2018 09:18
      Highlight Highlight 👏🏻👏🏻👏🏻

      Oldie but goldie:
      User Image
  • Die Redaktion 24.09.2018 02:18
    Highlight Highlight Wisst ihr eigentlich wie extrem Produkte aus der EU subventioniert werden, oder unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden, die nicht subventioniert sind? Die Natur wird uns für dieses System einmal hart bestrafen. Ihr wolltet es so.
    • dan2016 24.09.2018 11:37
      Highlight Highlight ja, weniger extrem als die schweizerirschen Produkte. Und sowohl schweizerische als auch EU-Produkte werden nicht unter einheitlichen Bedingungen hergestellt. Und Bauernbrot. Dein Ton ist - einmal mehr - ich und ein paar andere SCHWEIZERBauern - gegen den Rest der Welt. Wir arbeiten hart, die anderen nicht, wir sind die guten, die anderen, sofern sie uns mehr Kohle nachwerfen, dürfen auch zu den Guten kommen. Damit kann man/Du letztendlich keinen Blumentopf gewinnen.
    • Die Redaktion 24.09.2018 15:32
      Highlight Highlight @dan2016

      Wo habe ich gesagt, dass andere nicht hart arbeiten? Alternativ zu den Subventionen könnte man die Bauern weltweit einfach fair bezahlen. Das schweizer Stimmvolk war aber dagegen. Wir hätten die Mittel, aber wir wollen nicht, es sollen gefälligst die damit beginnen denen die Mittel fehlen.
      Play Icon
  • Die Redaktion 23.09.2018 22:16
    Highlight Highlight Schön, dass ihr euch jetzt amtlich verbrieft nicht ändern müsst.
  • Scooby doo 23.09.2018 22:13
    Highlight Highlight Der typische schweizer meckert, wenn die milch 30 rp. teurer wird, kauft sich aber jedes 2te jahr ein ei-phone für über tausend stutz..... Komische welt in der wir leben.....
    • Astrogator 24.09.2018 08:04
      Highlight Highlight Dann gibt es noch diejenigen die 4000 Franken im Monat verdienen, kein iPhone für 1000 Stutz kaufen, nie die Maximalrente beziehen und denen auch der Maximalbetrag der 3. Säule egal ist weil sie sich das eh nicht keisten können - die sollten die Wahl haben.
      Die Bauern mit ihrer SVP sind massgeblich am Sozialabbau beteiligt und jetzt schlägt es auf sie zurück.
  • whatthepuck 23.09.2018 21:54
    Highlight Highlight "Der Weg zu fair und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln führt ohnehin nicht über den Stimmzettel, sondern den Kassenzettel."

    Das ist kreuzfalsch und dem würde höchst wahrscheinlic hauch die Forschung widersprechen. Dieses Thema wurde kürzlich auch im "Magazin" aufgegriffen.

    Die Schweiz hat bereits hohe Standards in der Landwirtschaft (mal vom rekordhohen Pestizideinsatz abgesehen) und wir lassen uns das die mitunter höchsten Lebensmittelpreise in Europa kosten. Woher kommt die Denke, dass uns unsere LW nichts wert sei?

    Unsere Bauern sind fantasielos und im Subventionssystem gefangen.
    • bebby 24.09.2018 06:25
      Highlight Highlight Ich sehe das ähnlich, die Bauern werden jetzt schon massiv subventioniert und gefördert, da braucht es nicht noch mehr Förderung.
      Dass es weniger Bauern gibt, ist eine notwendige Strukturbereinigung. Lieber weniger dafür wirtschaftlichere Bauern.
    • Homes8 24.09.2018 16:55
      Highlight Highlight Auch die Industrie wird, durch den Frankenkurs der Nationalbank, subventioniert. Das sind auch Mia. die da verbraten werden.
      Kaum ein Beruf in der Schweiz welcher nicht von der Steuerflucht, ausländischer Konzerne in die Schweiz, profitiert.
    • Homes8 24.09.2018 18:01
      Highlight Highlight @bebby
      Je wirtschaftlicher produziert wird, um so mehr leidet die Artenvielfalt. (Monokulturen, Pestizide und immer noch mehr Menschen und deren Überbauungen).
      Durch das Ungleichgewicht, dass der Mensch verursacht, werden wir schon bald einen Kolaps in der Natur erleben.
      https://www.bluewin.ch/de/news/wissen-technik/beunruhigende-studie-zunehmende-anzeichen-fuer-fatales-insektensterben-151416.html
  • Vinnie 23.09.2018 21:20
    Highlight Highlight Fair Food war für mich nein da es etwas ist was die ganze EU oder Welt entscheiden muss. Mit der Schweizer alleine führt das nur zu krasser Bürokratie. Bei der anderen war es das „btw, verbot von GMO lol“.
    • Snowy 23.09.2018 21:30
      Highlight Highlight Dieses Argument hinkt...

      Könnte wir auch mit co2 etc Einsparen aufhören- ist global gesehen ein Tropfen auf den heissen Stein
    • rodolofo 24.09.2018 19:19
      Highlight Highlight Wer immer zuerst abwartet, um zu beobachten, wohin die meisten Andern hin gehen, um ihnen dann zu ihrem Ziel zu folgen, der wird letztlich immer im "Ballermann"landen...
      Viel Spass beim Besäufnis und beim Kotzen!
      Zum Glück gibt es Bio-Fair/Trade-PionierInnen, die nicht warten wollen, bis der träge Bauernverband und der Giftmischer-Unfair-Trade-Freihandel ihnen das Okay gibt.
      Sie wollen und machen es JETZT!
      Darum ist der Anfang gemacht, ähnlich wie bei den Erneuerbaren Energien.
      Die Methoden, das Know How und die Technologie sind da.
      Wir brauchen sie nur noch vermehrt anwenden!
  • rodolofo 23.09.2018 20:46
    Highlight Highlight Zwei Lehren können wir aus der klaren Ablehnung beider Agrar-Initiativen durch das Schweizer Stimmvolk ziehen:
    Die Zeit für das "Bioland Schweiz" ist (noch) nicht reif.
    Die meisten KonsumentInnen glauben immer noch, dass sie von billigen Lebensmitteln profitieren können.
    Dabei steigen die Krankenkassen-Prämien, und die Krebs-Erkrankungen könnten mit Pestizid-Rückständen und chemischen Konservierungsmitteln in Lebensmitteln zusammenhängen...
    Rot-Grün kann sich das Unterschriftensammeln für Initiativen von jetzt an sparen.
    Und die Umfragen-Institute sollten keine Fragen mehr stellen!
  • NurEineMeinung 23.09.2018 20:13
    Highlight Highlight Nein, unsere Liebe zu den Bauern endet nicht beim Portemonnaie, sie endet bei der Bevormundung durch den Staat und das ist gut so!
    • Die Redaktion 24.09.2018 07:43
      Highlight Highlight Was bis auf Gänsestopfleber könnte nicht auch fair produziert werden? Wir hätten genau gar nicht verloren, aber die Welt viel gewonnen. Es gäbe keine Vorbilder, wenn sich alle Menschen gleich verhielten.
  • MediaEye 23.09.2018 16:42
    Highlight Highlight Ich hatte ja durchaus Sympathie fuer die Fairfood-Initiative, aber keinerlei Verstaendnis fuer die Bauern-Fundies aus der Westschweiz!
    Die war einzig und allein gegen JSA und seine Plaene gerichtet!
    Da nun aber der BR die AHV "erhoht" und zwar um Fr. 10 fuer Minimum und Fr 20 fuer Maximum, anstatt umgekehrt, sollte sich jeder BIO leisten koennen (Ironie )
    Nein zum Teufel; die Wertschoepfungskette muss veraendert werden; d.h der Bauer erhaelt etwas mehr, und die Grosisten etwas weniger, so profitiert auch mal wieder der Konsument !!!
    • AlteSchachtel 23.09.2018 17:04
      Highlight Highlight Die "Bauern Fundies" bekommen hautnah mit, was Frankreichs Bauern zuweilen blüht.

      Frag mal einen Schaffhauser, Aargauer oder Zürcher Bauern ob er mit seinem Deutschen Kollegen tauschen möchte?
    • Caturix 23.09.2018 19:49
      Highlight Highlight Ja ja Bauern Fundies. Die Schweizer Bauern werden untergehen in den nächsten Jahren, die die überleben werden immer mehr auf Quantität anstatt Qualität setzten. So ist der Schweizer glücklich wenn er immer weniger Geld fürs Essen ausgibt und dafür mehr Geld für ein Schrott Smartphone hat oder anderen unötigen Mist.
  • Whatif... 23.09.2018 16:41
    Highlight Highlight Im Titel die Ablehnung der Initiativen auf einen Punkt zu reduzieren ist zu einfach und völlig unkritisch betrachtet!
  • Simsalam Shrimbam 23.09.2018 16:30
    Highlight Highlight Ich denke die Initiativen und Abstimmung sollte uns auch zum Nachdenken über den eigenen Konsum anregen. Könnte ich ein Schwein, Kalb, Rind oder Huhn selbst töten um es dann zu essen? Auch dann wenn ich es selbst aufgezogen habe? Würde ich nicht mehr ganz so frisches Brot oder Gemüse auch wegwerfen wenn ich es selber gemacht oder geerntet hätte und wüsste was für eine Arbeit dahinter steckt?
    Ich glaube die Produktion oder das Schlachten ist heute zu weit vom Konsumenten entfernt als dass ein nachhaltiger Konsum stattfinden kann.
    Was denkt Ihr darüber?
  • skofmel79 23.09.2018 16:15
    Highlight Highlight Den bauern gehts gut genug...die schauen im parlament immer für ihre vorteile...darum galt für mich an der urne nur eins: ablehnen
    • Die Redaktion 24.09.2018 02:14
      Highlight Highlight Stimmt darum war die SVP auch gegen beide Initiativen und die Bio-Bauern dafür.... oder so.
  • na ja 23.09.2018 16:13
    Highlight Highlight Juhuuu, ab sofort dürfen wir hier in der CH auch so produzieren, wie im Ausland. Die Stimmbürger wollen ja billig, Geiz ist ja geil!
    • Skip Bo 23.09.2018 16:39
      Highlight Highlight Nein, wir werden weiterhin nach CH Richtlinien produzieren und weiterhin werden diese Produkte mit Produkten aus tieferen Standards verglichen. Wir werden hier weiterhin regelmässig die höheren Preise für Produkte mit höheren CH Produktionskosten rechtfertigen müssen.
      Courant normal.
    • na ja 23.09.2018 17:00
      Highlight Highlight Leider ist und bleibts so...
  • Sandra72 23.09.2018 16:08
    Highlight Highlight Ich habe drei Jahre in einem coop pronto gearbeitet. Büezer, Arbeitslose und Mütter mit Kindern kamen täglich in den Laden kauften Zigaretten, Bier und RedBull - nicht billig. Wieviele billige Artikel aus allen Hetrenländern werden gekauft - und grosse Teile landen im Müll? Wenn ich mir mit meinem KV-Lohn Schweizer BIO Produkte kaufe, kaufe ich bewusst ein. Da ich sehr wohl weiss, dass mein Einkaufsbudget für meine dreiköpfige Familie Fr. 150.-- in der Woche ist. Ich schaffe zu diesem Preis Regional, zum Teil BIO und Gesund einzukaufen. Schade wurde diese Initiative abgelehnt.
  • Alnothur 23.09.2018 15:57
    Highlight Highlight "Der Weg zu fair und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln führt ohnehin nicht über den Stimmzettel, sondern den Kassenzettel."

    DANKE!
    • Die Redaktion 24.09.2018 07:48
      Highlight Highlight @Alnothur


      Für diesen Kassenzettel wurden keine Tiere gequält und keine Böden zu Brachland gemacht.
  • cassio77 23.09.2018 15:19
    Highlight Highlight Eine bessere Landwirtschaft gibt's nicht durch eine Marktabschottung resp. einer Bevorzugung der inländischen Produzenten. Denselben Trugschluss fasste auch Trump und dir europäische Union mit ihren Zöllen auf Stahlprodukten. Diese 15% sorgen nur dafür, dass sich die Produzenten nicht optimieren müssen. Die Qualität des US Stahls ist gemäss gewissen Experten nicht von ausserordentlicher Qualität. Jetzt können sie sogar noch schlechtere Qualität produzieren, um mit tieferen Kosten die Verluste der Vorjahre zu decken. Staatseingriffe sind selten gut!
  • Lami23 23.09.2018 15:15
    Highlight Highlight Die Liebe zur Umwelt leider auch...
  • MyPersonalSenf 23.09.2018 15:06
    Highlight Highlight Ich war dagegen! Und die Preise waren mir komplett egal! Ich bin gegen jede Art von Protektionismus und dazu bin ich es leid von den ach so Armen Bauern in der Schweiz ein gejammer zu hören! Entstamme selber einer grossen Bauernfamilie mit Hof und Hühnern und Kühen usw.. und Kenne dadurch auch viele weitere Bauern! Viele lamentieren oft (wie jeder Schweizer irgendwie), aber KEINEM geht es wirklich schlecht! Ich kanns nicht mehr hören..dazu war dies ein riesen Papiertiger von einer Initiative ohne konkreten und nützlichen Nutzen.. eher Woodstock-mässig..so und jetzt blitzt mich zu
    • Thomas Aeschbacher 23.09.2018 19:32
      Highlight Highlight Ich hätte es nicht besser schreiben können!
    • pali2 23.09.2018 23:01
      Highlight Highlight Nein, du kriegst ein Herz. Bin vollkommen deiner Meinung.
    • Die Redaktion 24.09.2018 07:51
      Highlight Highlight @MyPersonalSenf

      Und das ist ihr Grund, das wir uns weiter an der Verwüstung (im wahrsten Sinne des Wortes) anderer Länder beteiligen sollen? Brillant.
  • AlteSchachtel 23.09.2018 14:54
    Highlight Highlight Konsequenterweise müssten jetzt Bauern (und ich meine Bauern, nicht CEOs industrieller Landwirtschaftsunternehmen) aus der SVP austreten. Und die, welche die Eier dazu nicht haben, verdienen es auch nicht geschützt zu werden.

    Und dem heutigen Sieg des Geizes und der Ignoranz, kann ich nur entgegnen:

    "........... werdet ihr feststellen, dass ihr Geld nicht essen könnt". (Der Spruch stimmt, egal welchen Ursprung er wirklich hat)
    • Matti_St 23.09.2018 15:10
      Highlight Highlight Nein, nicht Geiz, nicht können. Wenn ich heute im Laden Bio einkaufe, zahle ich 10 - 20% mehr. Woher soll das Geld kommen? Wenn du dir das leisten kannst, Glückwunsch.
    • AlteSchachtel 23.09.2018 15:30
      Highlight Highlight @Matti_St

      1) Die Rechtsbürgerlichen wollten die Initiativen nicht, weil sie dann logischerweise auch wieder soziale Verantwortung übernehmen und für faire Löhne, zahlbare Mieten etc. einstehen müssten, statt möglichst viel Kohle auf ihre Bankkonten zu scheffeln.

      2) Wer nicht gerade vom Existenzminimum leben muss, kann selbst Prioritäten setzen.
      Es gab Zeiten, da waren die Ausgaben für Essen prozentual viel höher als heute, die Nahrung war etwas wert. Heute haben wir eine total kranke und qualitätsverachtende Einstellung zu unserer Ernährung, Hauptsache billig.
    • The Count 23.09.2018 15:35
      Highlight Highlight Matti, schön dass du es dir leisten kannst die kollektiv getragenen Gesundheitskosten helfen mitzuerhöhen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MaxHeiri 23.09.2018 14:52
    Highlight Highlight Es war ein unnötiger Papiertiger. Punkt. Schluss.
  • 0xDEADBEEF 23.09.2018 14:50
    Highlight Highlight Bei den steigenden Lebenshaltungskosten kann man mit Initiativen, die Mehrkosten zur Folge haben können, natürlich nicht punkten. Da kann man niemanden verurteilen.
    Zuerst muss an sinnvollen Stellen „Spielraum" geschaffen werden, indem wir z.B. das verlogene Gesundheitssystem ausmisten, das wiederum am Zweck vorbei ausgenutzt wird. Dann wären noch die verschiedenen Willkür-Steuern wie die MwSt., wo man nicht über die Höhe, sondern nur über den Freipass oder den angedrohten „Staats-Crash“ abstimmen kann.
    Sobald wir das im Griff haben, sind solche Initiativen eventuell gar nicht mehr nötig.
    • The Count 23.09.2018 15:32
      Highlight Highlight Solche Initiativen sind Chancen sich Gedanken über sein eigenes Konsumverhalten zu machen. Leider sind die Schweizer alles andere als mutig und suhlen sich nur zu gerne in ihren eigenen konservativen Verhaltensmustern.
    • 0xDEADBEEF 23.09.2018 17:01
      Highlight Highlight Ich frage mich jeweils, ob der fehlende Mut hauptsächlich auf existentiellen Ängsten beruht. Es bräuchte Massnahmen, die eine positive Entwicklung ohne Zwänge und Ängste erlauben. Jene, die nicht wollen, oder den Idealismus nur vorheucheln, wird es immer geben. Die anderen soll man entlasten, sowohl auf Kunden-, als auch auf Produzenten-Seite.
      Mit anderen Worten: Die Produkte würden im Idealfall soviel Gewinn abwerfen, dass der Produzent ohne Subventionen davon leben kann, während sie für den Kunden erschwinglich sind. Anfangen könnte man mit der Abschaffung der MwSt. auf solchen Produkten.
    • hueberstoebler 23.09.2018 17:07
      Highlight Highlight immer dieselben ausreden; zuerst müssen wir an ort x und y aufräumen, dann schauen wir weiter. Und wenn dann an ort x&y aufgeräumt ist findet man dann doch wieder andere stellen, wo man zuerst noch aufräumen möchte. alles auf die lange bank schieben, aber ist ja logisch, es wäre ja schliesslich unbequem wenn man neu den preis für die waren bezahlen muss, den sie auch wert sind.
      Was ihr lieben da gutheisst nennt sich sklavenarbeit. die sklaven sind nicht bei uns in der schweiz vor ort, aber das heisst nicht dass es sie nicht gibt.

      immer das portmonnaie an erster stelle, genau wie bei novartis
    Weitere Antworten anzeigen
  • Markus97 23.09.2018 14:44
    Highlight Highlight Die Fair-Food Initiative habe ich angenommen. Die Initiative für Ernährungsouveränität jedoch nicht. Meiner Meinung nach ist Gen-Food zu unrecht verpönt. Dazu ein gutes Video von Kurzgesagt:
    Play Icon
  • Asmodeus 23.09.2018 14:42
    Highlight Highlight Ich habe beide Initiativen klar abgelehnt.

    Ich unterstütze einige der Forderungen. Aber ich weiss wie es ist, wenn man kaum Geld zum Überleben hat. Wenn sich dann Lebensmittel teilweise massiv verteuern bedeutet das für Menschen am oder unter dem Existenzminimum riesige Probleme.

    Ich werde nicht die Ärmsten der Schweiz für eine Ideologie unter den Bus werfen. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
    • poga 23.09.2018 15:28
      Highlight Highlight Bei mir war es eher die Planwirtschaft, die meine ablehnende Haltung hervor gebracht hat. Ich denke dass Initiativen dieser Art in Zukunft, einfach viel genauere Antworten geben müssen. Aber ich bin bei dir. Ich möchte nicht dass zum Beispiel 10% der arbeitenden Bevölkerung noch mit Essensmarken unterstützt werden muss.
    • Ökonometriker 23.09.2018 15:45
      Highlight Highlight Und die ärmsten in der Schweiz haben immer noch mehr als in vielen anderen Ländern. Wenn wir wirklich den Planeten retten wollen, müssen wir bessere Technologien erfinden um saubere, qualitativ hochwertige Lebensmittel billiger herzustellen. Die Welt endet nicht an der Landesgrenze.
    • leibea00 23.09.2018 16:25
      Highlight Highlight Genau das war das Problem, die Bauerlobby Inititaive wollte weitere Regularien um sich zu schützen, dies wurdenunter dem Deckmantel der Souveränität versucht durch zu beingen.
      Fairfood ist ansich ein gutes Anliegen, nur ist die Verfassung das falsche Instrument um das zu erreichen! In der Schweiz wird immer suggeriert, dass hier alles besser ist. Nur gibt es weltweit wesentlich nachhaltigere Produktiinsformen, wenn man da produziert wo die Natur alles dazu gibt.... aber das ist ja verpönt zu erwähnen.
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  • c_meier 23.09.2018 14:35
    Highlight Highlight es wird doch immer mehr Bio und Max Havelaar gekauft? und diese Produkte sind ja teurer als normal produzierte Lebensmittel, daher kann ich den Titel nicht so nachvollziehen
    • Brunhilde 23.09.2018 15:13
      Highlight Highlight Ja. Freiwillig und nicht vom Staat indirekt verordnet. Das ist der Unterschied.
    • Lami23 23.09.2018 15:15
      Highlight Highlight Der Anteil ist nach wie vor klein, der Anstieg stagniert.
    • BoJack Horseman 23.09.2018 22:43
      Highlight Highlight was war wohl zuerst da? die nachfrage der konsumenten danach oder das premium positionieren von coop/migros vom biozeugs, da sie fette marge drauf haben?
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  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.09.2018 14:33
    Highlight Highlight Der zweitletzte Abschnitt trifft es denke ich sehr gut. Unabhängig vom konkreten Anliegen der beiden Initiative gibt es in meinen Augen in der Landwirtschaftspolitik eine unheillige Allianz zwischen Globalisierungs- (Blockade von Freihandel) und Technologiekritischen (Gentech) Linken und grundsätzlich konservativen Bauern, die sich um ihre Pfründer und Subventionen sorgen. Das Ergebniss ist ein zurück-zur-Scholle-Landwirtschaftsromantik und die Negation einer einfachen Tatsache: Lebensmittel sind wie alles das uns umgiebt Teil und Produkt weltweiter Warenketten und Isolation ist keine Lösung.

Das Volk fällt nicht auf die Gaga-Kampagne der «Volkspartei» herein

Die Selbstbestimmungs-Initiative hätte die Balance zwischen nationalem und internationalem Recht ausgehebelt. Das Nein ist deshalb folgerichtig – wobei sich die SVP mit ihrer Gaga-Kampagne selbst geschadet hat.

Am Ende konnten sie es nicht lassen. Bis kurz vor der Abstimmung hatte die SVP ihre Samtpfoten-Kampagne für die Selbstbestimmungs-Initiative durchgehalten. Die unerfreulichen letzten Umfragen sorgten für die Kehrtwende. Auf gekauften «20-Minuten»-Titelseiten und in den sozialen Medien kehrten SVP und Konsorten zurück in den bekannten Kampf- und Hetzmodus.

So mussten die Scharia und der UNO-Migrationspakt als Gründe dafür herhalten, warum ein Ja zur SBI angeblich dringend notwendig war. Dabei …

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