Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR HERBSTSESSION AM FREITAG, 25. SEPTEMBER 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Severin Schwander, Schwinger, Denis Zakaria, Fussballer bei Young Boys Bern, und Franziska Widmer, Kanufahrerin, von links, fotografiert waehrend der Brevetierung der Absolventen der Spitzensport Rekrutenschule, am Freitag, 3. Februar 2017, in Magglingen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

«Wehrdienstverweigerung ist ein Grundrecht, welches nicht eingeschränkt werden darf», sagt Balthasar Glättli, Nationalrat der Grünen. Bild: KEYSTONE

«Dienstverweigerung ist ein Grundrecht» – Grüne wehren sich gegen Zivildienst-Hürden

Die Armee braucht mehr Soldaten. Deshalb will der Bundesrat die Hürden für den Zivildienst erhöhen und die Zulassungen «substanziell» verringern, wie er heute bekannt gab. Das sorgt bei linken Politikern für rote Köpfe. 



Der Bundesrat will die Hürden für den Zivildienst erhöhen. Heute entschied er daher, die Zahl der Zulassungen zum Zivildienst substanziell verringern zu wollen. Eine konkrete Zahl nennt er nicht. Der Grund: Die Armee hat zu wenig Rekruten. Pro Jahr werden rund 20’000 Rekruten gebraucht, um die Bestände zu füllen.

Lisa Mazzone, Nationalrätin der Grünen und Co-Präsidenten des Zivildienstverbandes CIVIVA, kritisiert den Angriff auf den Zivildienst scharf. «Ich bin sehr enttäuscht vom Vorschlag des Bundesrates und halte ihn für absolut unangemessen. Personen, die den Zivildienst absolvieren, leisten einen wichtigen Beitrag an die Gesellschaft», sagt Mazzone.

Und fährt fort: «Zudem gibt es jedes Jahr mehr Schulen, Bauernhöfe oder Altersheime, wo es Zivildienstler braucht». Mazzone ist zudem der Meinung, dass man ein Recht hat, auf die Armee zu verzichten und stattdessen Zivildienst zu leisten.

«Wehrdienstverweigerung ist ein Grundrecht, welches nicht eingeschränkt werden darf.»

Balthasar Glättli

Auch der Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli spricht in einer Mitteilung der Grünen von einem «schweren Rückschritt». «Wehrdienstverweigerung ist ein Grundrecht, welches nicht eingeschränkt werden darf», so Glättli.

Auch die SP wehrt sich gegen den Vorstoss

Keine Wahlfreiheit

Dem widerspricht SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt. Er ist gegen die Wahlfreiheit zwischen Zivildienst und Militär. «Der unüberwindbaren Gewissenskonflikt, den man früher nachweisen musste, ist heute keine Voraussetzung mehr für den Zivildienst. Die Leute wollen einfach nicht mehr in die Armee. Das darf nicht sein», so Vogt zu watson. Er unterstützt den Vorstoss des Bundesrates. «Es ist richtig und wichtig, damit die bereits stark dezimierte Armee die Rekruten erhält, die sie braucht.»

«Der unüberwindbaren Gewissenskonflikt, den man früher nachweisen musste, ist heute keine Voraussetzung mehr für den Zivildienst. Die Leute wollen einfach nicht mehr in die Armee. Das darf nicht sein.»

Hans-Ueli Vogt

Vogt sieht auch kein Problem in der Reduktion der Zivildienststellen: «Die Betriebe haben sich an die Zivildienstler gewöhnt. Es kann jedoch nicht sein, dass beispielsweise ein Altersheim sich darauf abstützt, Leute vom Staat zur Verfügung gestellt zu bekommen. Wir leben nicht in einer Staatswirtschaft.»

Zivildienstverband droht mit Referendum

Sollten die vorgeschlagenen Massnahmen des Bundesrates tatsächlich umgesetzt werden, droht der Schweizerische Zivildienstverband CIVIVA mit einem Referendum. Dies bestätigt auch Co-Präsidentin Lisa Mazzone.

(mit Material von sda)

Ein Krieg an der Schweizer Grenze sei praktisch undenkbar

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Sechs «Eisenjugend»-Mitglieder verhaftet

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Warum wir dringend über den indirekten Impfzwang reden müssen

Bis zum Sommer sollen alle Impfwilligen ihre Dosis erhalten haben. Doch die Frage nach dem indirekten Impfzwang darf nicht erst dann diskutiert werden.

Die Schweiz steht mit der Impfung zwar noch ganz am Anfang. Gemäss den Experten des Bundes sollten aber bis zum Sommer alle Impfwilligen ihre Dosen erhalten haben.

Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gehören zu den Impfwilligen rund 49 Prozent der Schweizer Bevölkerung. 25 Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen, 26 Prozent sind noch unschlüssig.

Obwohl noch gar nicht klar ist, wie sich das unschlüssige Viertel entscheiden wird, wird den Impfskeptikern …

Artikel lesen
Link zum Artikel