Schweiz
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160'000 statt 6 Millionen Franken: Rheinauer Versuch mit Grundeinkommen scheitert am Geld



In der Zürcher Gemeinde Rheinau sieht es nicht gut aus für den Versuch mit dem bedingungslosen Grundeinkommen: Bis zur Geld-Sammel-Deadline am 4. Dezember 2018 um 14.26 Uhr sind lediglich rund 160'000 Franken gespendet worden, angestrebt wurden 6,1 Millionen Franken.

Natürlich sei es schade, dass das Crowdfunding nicht funktioniert habe, teilte Initiantin Rebecca Panian am Dienstag mit. «Es war aber definitiv nicht für nichts».

Grosses Interesse

Denn seit Projekt-Start hätten sich die Einwohnerinnen und Einwohner von Rheinau intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und für sich persönlich durchgespielt, was es konkret bedeuten könnte. Auch ausserhalb des Dorfes habe der geplante Versuch grosses Interesse geweckt.

Im Juni war bekannt geworden, dass Rheinau es wagt, den Versuch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen in Angriff zu nehmen. Ende September waren 770 von 1302 Rheinauern bereit, am Versuch teilzunehmen. «Das war bereits eine kleine Sensation», lässt sich Panian in der Mitteilung zitieren.

Kommunikation nicht optimal

Durch den intensiven Crowdfunding-Prozess haben man nun aber auch ziemlich klar erfahren, was auf Kommunikations-Ebene zu wenig gelungen ist – etwa die Menschen in der Schweiz mehr ins Dorf-Projekt einzubeziehen.

Gemäss Panian dachten nämlich viele Menschen: «Warum soll ich den Rheinauern Geld geben?» Folglich hätten es die Verantwortlichen zu wenig geschafft zu vermitteln, «dass der Versuch Erfahrungen ermöglicht, die uns allen zugutekommen».

Offene Zukunft

Die bis anhin gewonnenen Erkenntnisse wird das Projekt-Team rund um Panian zusammen mit dem Rheinauer Gemeinderat, dem Wissenschaftsteam sowie weiteren Involvierten analysieren und auswerten.

«Wir haben so viel erreicht bis hierhin. Viele Türen stehen noch offen. Viele Türen gingen erst jetzt auf. Der Versuch in Rheinau ist eine Chance, die wir nutzen sollten», so Panian. Ob es weitergehe, hänge von den Teilnehmenden ab. Mit ihnen stehe man im Dialog. Über weitere Neuigkeiten zum Projekt werde «zu gegebener Zeit» informiert. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • derEchteElch 04.12.2018 18:18
    Highlight Highlight Und eieder einmal habe ich Recht gehabt. Es scheitert und scheitert und funktioniert nicht und wird auch nie funktionieren!

    Wo bleiben die ganzen Blitzer, Hater und Liebhaber dieser nicht möglichen Idee?
    • Dan Ka 04.12.2018 20:28
      Highlight Highlight Denken Sie Mal nach, wieviele gesagt haben: 2 Tage frei - niemals! Sozialversicherung - niemals! Demokratie - niemals!

      Aber einverstanden. Solange unsere Köpfe das Mantra der Elitepolitik verinnerlichen wird das effektiv nie was.

      Aktuell sieht‘s danach aus, als dass sich der Frust gegen die Feindbilder der Elitepolitik richtet. Wenn aber der nächste Finanz-Kollaps eintritt wird der letzte Depp begreifen wer der „Böse“ ist. Weil wir Deppen dann direkt bezahlen und nicht der desolate Staat.

      Und dann... ja dann geht‘s rund und etwa 30 Jahre später gibt‘s das BGE. 😋
    • FrancoL 04.12.2018 23:29
      Highlight Highlight Wenn wir nicht plötzlich weniger lang leben und die Technologie in den Wind werfen wird die Arbeit pro Kopf und Lebensjahr immer kleiner werden.
      Ob es Dir passt oder nicht, wir werden alternative Muster und Lebensformen suchen müssen und diese auch alternativ finanzieren.
      Das BGE oder Aehnliches, finanziert durch eine noch nicht bekannte aber schon angedachte Steuer, wird einmal Realität werden.
    • Rabbi Jussuf 05.12.2018 08:56
      Highlight Highlight Das BGE rechnet nicht mit dem Faktor Mensch, darum kann das nicht gut gehen.
      Eigentlich erstaunlich, dabei könnte man das doch wissen, nach all den Zusammenbrüchen der sozialistischen und kommunistischen Systemen, die den Menschen auch nicht einbezogen haben, beziehungsweise von einer ihnen ideologisch genehmen Idealvorstellung von "Mensch" ausgegangen sind, genau wie die BGEler heute.

      Alleine schon das Wörtchen "bedingungslos" müsste einem mindestens misstrauisch machen. Weder in dieser noch in sonst einer Welt gibt es etwas gratis.
  • foe (1) 04.12.2018 17:56
    Highlight Highlight Ich beschäftige mich schon ein paar Jahre mit der Idee eines BGE. Es freute mich, dass die Gemeinde Rheinau die Idee in die Praxis umsetzen wollte. Habe mich darum auch finanziell beteiligt.

    Ich kann allerdings fast nicht glauben, dass man tatsächlich gemeint hat, man bringe per Crowdfunding eine solche Summe zusammen.

    Offenbar wurden die Initianten des Projekts nicht oder nur sehr schlecht beraten.
  • patientzero 04.12.2018 17:26
    Highlight Highlight da gehört mehr dazu als bloss das einkommen. der gedanke dass jede existenz gesichert ist, ist eigentlich so naheliegend wie provokativ. das experiment müsste demnach auch menschen beinhalten die geld einbringen und einverstanden sind damit dass es verteilt wird. rheinau wiederum müsste sich um die versicherungen kümmern, um verhandlungen mit den krankenkassen, etc. ich bin überzeugt dass es nur gewinner gäbe dabei. aber auch fast genaudo überzeugt dass dies geenwärtig in der welt der trumps und macrons fast unmöglich umzusetzen ist. aber denken sie mal wie mächtig rheinau dann plötzlich wäre.
  • Maracuja 04.12.2018 17:19
    Highlight Highlight Offensichtlich wollen all die Journalisten und Kommentatoren, die das Grundeinkommen immer wieder anpreisen, nicht in die eigene Tasche greifen, um den Versuch zu finanzieren.
  • Pafeld 04.12.2018 16:57
    Highlight Highlight Meine Güte, dass einzige, was dieser Schuss in den Ofen beweisst, ist, dass die libertäre Idee vom auf freiwilligen Almosen basierten Sozialwesen nicht funktioniert.

    Das das BGE nicht ohne grundseriöse Finanzierung funktioniert und das dies auf Gemeindeebene bei uns nur schwer zu realisieren ist, war von vornherein schon offensichtlich. Aber danke dafür, dass man mit solchen Stümpereien die wichtigste sozialstaatliche Errungenschaft des 21. Jahrhunderts in den Dreck zieht. Gibt ja sonst kaum genug Unkenrufer, die jetzt neben den üblichen Plattitüden noch ein Scheinargument mehr haben...
  • p4trick 04.12.2018 15:54
    Highlight Highlight Ich möchte das für mich mal testen ob ich auch mit 10'000 im Monat auskommen würde. Ich sammle gerade und bräuchte 600'000 für die nächsten 5 Jahre.
    Wer hilft mit? Es kommt euch allen zu Gute wenn der Test positiv verläuft!!
  • crik 04.12.2018 15:48
    Highlight Highlight 6 Millionen reichen für 2400 Monats-BGE á 2500.-, resp. 200 Jahres-BGE á 12x2500.-.

    Heisst das, dass von den 770 Interessenten mehr als ein Viertel null Einkommen/Rente/Arbeitslosengeld/IV hat, oder plant, für dieses Experiment die Stelle aufzugeben? Sobald man mehr als 2500.-/Monat einnimmt, bezahlt man ja das BGE wieder zurück.

    Schwer zu glauben in einer durchschnittlichen Zürcher Gemeinde. Vielleicht verstehe ich aber auch das Prinzip des Experiments nicht.
  • Dr no 04.12.2018 15:47
    Highlight Highlight das zeigt doch einmal mehr das die Idee blöd ist. Alles hat funktioniert, nur die Finanzierung nicht ? Na leider ist das aber die Hauptproblem dieser Idee. Ist in etwa so wie wenn ich sage, ich baue ein Auto, dass ohne externe Energiezufuhr fährt. Leider geht es nicht, weil ich das Problem des Antriebs ohne externe Energiezufuhr nicht lösen konnte -:)
    • EvilBetty 04.12.2018 17:07
      Highlight Highlight Mit so einer isolierten Verauchsanordnung kann das auch nicht gehen. Man müsste quasi die gesamte Gemeinde auf dieses System umstellen. Es wird keine AHV, kein Arbeitslosengeld etc. mehr ausbezahlt, dafür das BGE. Diese Kosten werden von Steuern und Lohnangaben gedeckt. Die Finanzierung lässt sich nicht so ihne weiteres simulieren.
  • suchwow 04.12.2018 15:33
    Highlight Highlight 6 Mio. wurden benötigt, und knapp 2.7% wurden auch gesammelt? Wie genau soll das Ganze eigentlich funktionieren? Von irgendwo her müssten ja 6 Mio. herkommen (aus Steuern oder was auch immer). Warum sollte ich 10 Steine für jemanden einschiessen? Warum soll ich nochmehr zahlen? Geht es nur mir so oder kommen solche Vorschläge immer nur von verblendeten Theoretikern? Geht doch selber arbeiten!
  • MaxiMuster 04.12.2018 15:18
    Highlight Highlight Naja, wäre das Geld vom Staat und nicht durch Spenden finanziert worden, wäre das locker gegangen. 6Mio werden täglich für viel blöderes vom Staat finanziert!
    • Roterriese 04.12.2018 15:38
      Highlight Highlight Scheinbar weisst du nicht, wohee das Geld beim Staat kommt 😂😂
    • Tomjumper 04.12.2018 16:12
      Highlight Highlight Roterriese hast du dich nicht schon über die viel zu hohen Sozialabgaben beschwert und die böse Bürokratie? Genau daher würde das Geld kommen.
    • Henzo 04.12.2018 16:57
      Highlight Highlight Also bei den Fallschirmaufklärern lässt man an einem Tag mit Schiessübung gewaltiges an Geld raus ....in der Summe mit all den Grenis, etc. gibt es da schon ein riesiges Vermögen, welches man in Rauch und Lärm auflöst....
    Weitere Antworten anzeigen
  • MacB 04.12.2018 15:12
    Highlight Highlight Gemäss Panian dachten nämlich viele Menschen: «Warum soll ich den Rheinauern Geld geben?»

    Auf welchem Planeten lebt Panian? Natürlich denken das die Menschen, schliesslich arbeiten sie täglich hart für ihr Geld.
    • Conguero 04.12.2018 18:21
      Highlight Highlight Panian ist "Regisseurin" und "Schriftstellerin". Sie ist sich arbeiten wohl nicht gewohnt, sondern lässt sich ihren künstlerischen Egotrip von anderen finanzieren. So steht auf ihrer Website, dass ein Film, entstanden während eines 6-monatigen Aufenthaltes in Berlin, vom Kanton Aargau gestiftet wurde. In ihrer Welt funktioniert es offenbar tadellos, das Leben auf Kosten anderer...
  • Tomjumper 04.12.2018 15:09
    Highlight Highlight Schade, dass sich die Wirtschaft nicht für das Projekt interessiert. Für Unternehmen mit einem hohen Personalbedarf könnte es durchaus interessant sein. Da scheint der Weitblick ein wenig zu fehlen.
    • Hexentanz 04.12.2018 15:26
      Highlight Highlight Spiel doch das Szenario für dich durch, warum es sich für dich als Unternehmer lohnen soll.. Eben.
    • MacB 04.12.2018 15:30
      Highlight Highlight Unternehmen mit hohem Personalbedarf werden sich nicht nur in einem 1300-Seelen-Dorf eindecken. Wieso sollten sie da 6 Mio. investieren? Da fehlt der Weitblick auch ein wenig.
    • Tomjumper 04.12.2018 16:09
      Highlight Highlight MacB Genau, wenn es auf Rheinau beschränkt bleiben würde hättest du recht. Dann solltest du das Wort Weitblick das nächste Mal weglassen. In ein Pilotprojekt zu investieren, dass zukünftig die Sozialabgaben sparen könnte ist genau für Unternehmen mit einem hohen Personalbestand sehr interessant.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roterriese 04.12.2018 15:03
    Highlight Highlight Daran wird das Grundeinkommen immer scheitern - niemand weiss, wo das Geld herkommen soll.
    • Phiilofofi 04.12.2018 16:34
      Highlight Highlight "Niemand..." naja ich denke da greifst du ein wenig zu weit. Der Vorschlag ging immer einher inkl. möglichen Geldquellen.

      Es gibt Bücher zu dieser Thematik, die du mit deinem Kommentar in einer Bewegung wegwischst.
    • patientzero 04.12.2018 17:48
      Highlight Highlight das stimmt nicht, es ist klar wo das geld herkommen muss. dort wo es heute schon herkommt, aus rheinau. die leute zahlen steuern, sozialversicherungen und andere beiträge, und es ginge nur um eine reorganisation/vereinheitlichung, von der jede person profitieren würde ohne ausnahme. aber soviel einigkeit und zusammenhalt aufzubringen und all die reglemente zu ändern wird wohl extrem schwierig sein. das geld war und ist eigentlich nie ein problem, wenn man daraus nicht künstlich eines macht.
    • FrancoL 04.12.2018 18:03
      Highlight Highlight @Roterriese, Ich hoffe Du gehst mit mir einige, dass auch in Zukunft alle Bürger im Staat gestützt werden, wenn sie finanziell ihr Leben nicht präsentieren können.
      Und da wir dies tun werden müssen wir eine Auslegeordnung der bestehenden und auch möglichen neunen Einnahmequellen erstellen. Darum ist es falsch zu behaupten dass man nicht weiss woher das Geld kommen wird. Man weiss es so gut wie man weiss dass man auch in Zukunft Geld für Sozialleistungen bereit zu stellen hat. Oder denkst Du man werde plötzlich dieses Geld nicht bereit stellen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pointer 04.12.2018 14:56
    Highlight Highlight Warum wurde da Geld von aussen gesammelt? Wenn das Bedingungslose Grundeinkommen dereinst funktonieren soll, muss das selbsttragend sein.
    • Phiilofofi 04.12.2018 16:40
      Highlight Highlight Das ganze klingt schon irgendwie nach einem finanziellen Perpetuum Mobile. Aber offensichtlich besteht das Problem auch darin, dass man im Experiment nicht das ganze System mit einbeziehen kann.

      Um es beurteilen zu können müsste man den genauen Rahmen kennen. Ansonsten ist jedes Urteil sinnlos.
    • FrancoL 04.12.2018 18:06
      Highlight Highlight Es ist eben KEIN Perpetuum Mobile. Es werden bestehende Kanäle gebraucht und auch neue Einnahmequellen, genau wie wir diese bräuchten, wenn wir wie bis anhin alles über die Steuern finanzieren würden. Da der Finanzbedarf aber zunehmen wird, werden wir neue Steuern angehen müssen, zB eine Mikrosteuer.

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