Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR HANDY-STUDIE DER ZHAW (ZUERCHER HOCHSCHULE FUER ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN) STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 23. MAERZ 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. GEMAESS DER STUDIE KOENNEN HANDYS DIE SCHLAFQUALITAET DER JUGENDLICHEN BEEINTRAECHTIGEN. - Jugendlicher nutzt die Foto App Instagram auf seinem Mobiltelefon, auf dem Zuercher Turbinenplatz am 12. Maerz 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Bei der Gewerkschaft Unia sieht man keine Handy-Probleme im Baugewerbe. Bild: KEYSTONE

Schluss mit Snapchat und Co.: Neu gibt es ein Handy-Verbot für Lehrlinge auf dem Bau

Diesen Sommer greift Implenia durch: Schluss mit privaten Anrufen und SMS während der Arbeitszeit.

sacha ercolani / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Wer diesen Sommer beispielsweise eine Ausbildung zum Mauerer oder Gipser antritt, kann sich schon jetzt auf fünf handyfreie Tage pro Woche einstellen: «Da die Versuchung, SMS- und Whatsapp-Nachrichten während der Arbeitszeit zu beantworten, bei Jugendlichen am grössten ist, haben sich viele Betriebe entschlossen, die Smartphones ihrer Lehrlinge bei Arbeitsbeginn einzuziehen und die Geräte in der Baubaracke zwischenzulagern», sagt Matthias Engel, Sprecher des Schweizerischen Baumeisterverbands. Das ist neu, mache aber Sinn: «Hierbei geht es darum, den Jugendlichen die nicht immer einfache Umstellung von der Schulzeit auf die Berufswelt zu erleichtern.»

So sah die Lehre früher aus

Die Digitalisierung verändert den Arbeitsalltag auf dem Bau, wobei Smartphone und Tablet immer wichtigere Arbeitsinstrumente werden. «Ihre Verwendung wird von den Baumeistern begrüsst und sogar gefördert», so Engel. Doch auf der Baustelle sind die Probleme gross, denn die meisten Handwerker beantworten während der Arbeit auch private SMS, telefonieren mit ihrem Handy oder surfen mehrmals kurz auf Facebook. Was früher die von den Chefs vielbeklagte Rauchpause war, ist heute die Handypause. Der Maurerberuf ist einer der wichtigsten im Baugewerbe. Rund 1200 Lehrverträge werden jährlich abgeschlossen.

Beim Baukonzern-Riesen Implenia will man künftig bei den Lehrlingen hart durchgreifen und Handys auf der Baustelle komplett verbieten, denn «auch wir stellen fest, dass das Mobiltelefon auf der Baustelle unter anderem für private Zwecke zum Einsatz kommt», sagt Sprecher Reto Aregger. «Implenia ist es wichtig, dass sich ihre Mitarbeitenden auf ihre Arbeit konzentrieren, insbesondere auf der Baustelle, wo es bei Unachtsamkeit gefährlich werden kann.»

Auch diverse andere Handwerksverbände diskutieren die Problematik, und auf Anfrage bei mehreren Grossbetrieben heisst es, selbst einige Mitarbeiter seien mittlerweile genervt, wenn vor allem die jüngeren Kollegen zu viel die Handy-Kopfhörer im Ohr hätten oder allgemein Zeit mit dem Smartphone verbrächten. Denn jede Unterbrechung lenkt ab und kostet zusätzliche Zeit, um sich wieder einzudenken. Manchmal sind es ein paar Sekunden, manchmal mehr.

Zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter Material aus dem Auto holt und ein Teil vergisst, weil das Handy klingelt. Also muss er noch einmal los. Während alle anderen warten. Nebst der Konzentration leidet so auch die Sicherheit.

Das sind die 30 populärsten Handys aller Zeiten

Der Schweizerischen Unfallversicherung Suva ist das Thema bekannt. Studien oder genaue Zahlen gäbe es dazu noch nicht und es wäre auch keine Sensibilisierungskampagne unterwegs, «aber jedes Jahr gibt es rund 100'000 Stolperunfälle auf Treppen. Sei es in der Freizeit oder bei der Arbeit», sagt Mediensprecher Serkan Isik. Das Unfallrisiko könne reduziert werden, wenn beim Treppensteigen konsequent auf Telefongespräche und SMS verzichtet werde. Für ein Handyverbot auf dem Bau spricht sich die Suva noch nicht aus, schlägt aber vor: «Einige Baubetriebe lassen die private Handynutzung nur während den Pausenzeiten zu. Für unsere Sicherheitsspezialisten ist dies eine gute und für alle verträgliche Lösung.»

Bei der Gewerkschaft Unia sieht man keine Handy-Probleme im Baugewerbe: «Wir teilen die Auffassung nicht, dass Bauarbeiter mehr als andere Arbeitnehmende Zeit am Handy verbrächten. Das entspricht nicht unseren Beobachtungen», sagt Pepo Hofstetter. Und er ist sicher, dass das Handy «grundsätzlich in den Pausen genutzt wird». Es dürfe nicht vergessen werden, dass das Handy auch ein Arbeitsinstrument sei, mit dem Aufträge empfangen werden. «Ein Handyverbot ist deshalb nicht angezeigt.»

Egal ob sich die Unia wehrt, die neuen Handyverbote sind rechtens: Nach Schweizer Arbeitsrecht ist die private Handy- oder Internetnutzung am Arbeitsplatz grundsätzlich eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers. In Notfällen oder wegen nicht aufschiebbarer Dringlichkeit darf ein Arbeitnehmer sein Handy am Arbeitsplatz aber benutzen.

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

Themen
32
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pisti 28.05.2017 18:51
    Highlight Highlight Nach der Pflicht ständig einen Helm zu tragen, nur noch mit langen Hosen und Shirts arbeiten, jetzt die nächste Schnapsidee! Was kommt als nächstes, fixe Pinkelpausen? Zum Glück arbeite ich nicht mehr auf dem Bau.
  • koks 28.05.2017 13:19
    Highlight Highlight Implenia, die Speerspitze der globalen Baufirmen und des neoliberalen Arbeitsmarkts in der Schweiz. Arbeiterrechte abbauen, Dumpinglöhne mittels ausländischer Subunternehmer etablieren, Bauherren mit Anwälten in Schach behalten, Aktionärsrendite maximieren.

    War da übrigens nicht ein SP-Bundesrat im Verwaltungsrat? Angeblich für die Unternehmenskultur? Oder halt doch eher seine Werte für gutes Geld verkauft?
    • Christian Gerber 28.05.2017 14:59
      Highlight Highlight Was hat das jetzt mit einem Handyverbot zu tun?
  • Hierundjetzt 28.05.2017 12:35
    Highlight Highlight Natürlich, Berufsanfänger schauen strikt *nur* während den Pausen ins Handy. Klar. Logo. Immer.

    Die UNIA ist wiedermal dermassen weltfremd 🙄

    Oh ich vergas, bei der UNIA schaut man nicht aufs Handy sondern drangsaliert gerne Mitarbeiterinnen sexuell (aber bestimmt nur während den Pausen...)
    • koks 28.05.2017 13:53
      Highlight Highlight Und ich habe in Erinnerung, dass bei der UNIA männliche Mitarbeiter in leitender Position (Stichwort Burger) weggemobbt würden, und mit hohen Geldabfindungen davon abgehalten werden, Anzeige zu erstatten.
    • goldmandli 28.05.2017 21:17
      Highlight Highlight Natürlich beschränkt sich die handynutzung nicht nur konsequent auf die pausen. Na und? Als ob da soviel Arbeitszeit flöten ginge. Hauptsache den Mitarbeitern noch mehr Freiheiten Rauben.
  • Pontifex 28.05.2017 11:33
    Highlight Highlight Am besten man verbieten auch das Rauchen. Der Qualm tut den Mitmenschen bestimmt nicht gut. Ausserdem sollte man auch den Baustellenstaub verbieten. Noch dazu sollte man den Lärm verbieten und auch noch das schwere Gewichte tragen. Der Dreck ist bestimmt auch nicht Gesund vielleicht verbietet man auch den.
  • Lavamera 28.05.2017 11:30
    Highlight Highlight Aber Raucher dürfen immernoch ihre Raucherpausen machen? Ist das fair?
    • Pisti 28.05.2017 18:52
      Highlight Highlight Raucherpausen auf dem Bau? Da wird ständig geraucht, mit der Schaufel oder Kelle in der Hand! 😉
  • Simon Kopp 28.05.2017 11:18
    Highlight Highlight Verbote sind sicher eine klasse Idee, wenns darum geht den jungen Leute einen verantwortlichen Umgang mit diesen Geräten beizubringen.. 🤦‍♂️ Wieder einmal betreibt man Symptombekämpfung anstelle das Problem wirklich anpacken zu wollen, beispielsweise durch aufklärung und sensibilisierung.. aber halt, das würde ja Geld kosten! 🙄
    Mal ganz davon abgesehen das diese jungen Leute ja auch nicht dumm sind; nehm ich halt ein zweites Handy mit - würd ich vermutlich nicht anders machen, wäre ich noch auf dem Bau tätig.
    • Christian Gerber 28.05.2017 15:01
      Highlight Highlight Wie genau wollen Sie denn die jungen Berufsleute auf der Baustelle "aufklären und sensibilisieren?
  • WatsonLeser 28.05.2017 10:44
    Highlight Highlight Wow! Grosses Vertrauen haben die in ihre Mitarbeiter / Lehrlinge...
  • seeKy 28.05.2017 07:42
    Highlight Highlight Wird bei mir seit 2009 so auf den Grossbaustellen gehandhabt.
    Morgens vor Arbeitsbeginnwird das Handy in eine Utz-Kiste gelegt, während den Pausen dürfen sie dann natürlich wieder gebraucht werden. Funktioniert tadellos und die Elektroarbeiten werden auch konzentrierter ausgeführt. Die Auszubildenden haben Anfangs immer etwas Mühe, doch mit der Zeit lernen sie es zu schätzen nicht ständig antworten zu "müssen".
  • Gustav.s 28.05.2017 07:13
    Highlight Highlight Wegnehmen ist eine Sauerei. Verwarnungen aussprechen sind hingegen ok. Sollte aber für alle Berufsarten gelten. Privates gehört in die Pause.
    Bei uns sind alle Phones für alle die mit "der Materie" arbeiten aus Hygienischen Gründen verboten.
    Smartphones haben nur diejenigen Produktionsleiter die die Ware nicht berühren und der "Filialleiter" samt StV
    Sogar die Stifte verstehen dies.
  • manu9989 28.05.2017 06:50
    Highlight Highlight Bis der erste in die Grube fällt und man nicht alarmieren kann...
    • Hierundjetzt 28.05.2017 12:36
      Highlight Highlight Stimmt! Bis 2'004 Jahre lang fiel niemand in eine Grube. Seit dem Jahr 2005 täglich. Darum wurde auch das Handy erfunden 🤔
  • manu9989 28.05.2017 00:36
    Highlight Highlight Aber das Handy dann trotzdem abnehmen müssen wenn der Chef nach Feierabend anruft ...
    • Wolf2000 28.05.2017 07:49
      Highlight Highlight Einfach 2 Handys , 2 Nummern. Wobei eine öffentlich ist und die 2te privat. Das heisst die zweite Nummer haben nur die Leute die einen nicht nerven und nichts mit der Arbeit zu tun haben. Ansonsten ist man bald ausgebrannt....
    • suchwow 28.05.2017 09:43
      Highlight Highlight Es ist ja dann Feierabend und man ist nicht mehr auf der Baustelle :)
  • LeCorbusier 28.05.2017 00:25
    Highlight Highlight Ich denke (subjektives empfinden), dass mehr Mitarbeiter das handy im Büro nutzen.
    Kenne Büro und Baustelle.
    • who cares? 28.05.2017 06:32
      Highlight Highlight Mag sein. Jedoch gefährdet man im Büro wohl kaum sich selbst oder andere, wenn man kurz am Handy ist.
    • koks 28.05.2017 13:20
      Highlight Highlight Es gibt immer mehr Büros, die alles private konsequent verbieten: Mail schreiben, Telefonieren u.ä.
    • LeCorbusier 28.05.2017 13:24
      Highlight Highlight Ja, da haben sie wohl Recht.
  • capako 28.05.2017 00:02
    Highlight Highlight Nicht sch!echt die Idee, auch die Erklärung dazu. In vielen Berufen lässt man das Handy in der Tasche oder ausgeschaltet.
    Doch während den Pausen kann mir doch Niemand sagen was ich zu tun und zu lassen habe. Oder sehe ich das falsch?
    • Lümmel 28.05.2017 08:16
      Highlight Highlight Wer bitteschön trinkt denn auf dem Bau Alkohol während der Pause?
      Als ob das irgend ein Arbeitgeber dulden würde.
    • Charlie Brown 28.05.2017 08:33
      Highlight Highlight @Silent: Alkohol ist in der Pause verboten, weil er danach in die Arbeitszeit weiter wirkt.

      Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich...
    • Charlie Brown 28.05.2017 21:04
      Highlight Highlight @Silent: Ich bin recht passiv auf SoMe, ausser du zählst watson dazu. Kein Grund also, mich anzufeinden.

      Was ist denn genau von wem bewiesen? Gibts da Quellen? Und a propos Entzug; der zeigt sich ja genau bei einem Smartphone-Verbot.
  • Pasch 27.05.2017 23:21
    Highlight Highlight Langer Text, blöder Sinn! Gerade auf dem Bau sollten Handys sogar vom Arbeitgeber bezahlt werden, auch bei Lehrlingen. Jeder sollte in allen denkbaren Notfällen erreichbar sein oder die Möglichkeit haben Hilfe herbei zurufen. Schwachsinniger gehts wohl nicht. Besser wäre ein genaueres Auge drauf zu werfen, oder die gute alte Konsequenz-Drohung. Aber nee lieber ein Diktat aufsagen womit niemandem geholfen ist. Ausser einigen Steinzeitlern.
    • bastardo 28.05.2017 09:37
      Highlight Highlight pasch hat im grossen und ganzen recht. den blitzen nach zu urteilen scheint der durchschnitts-watson-leser keine ahnung vom baualltag zu haben. das handy ist genauso wichtig wie der hammer oder die sicherheitsschuhe.

      silent speaker: funkt's?
    • Simon Kopp 28.05.2017 11:09
      Highlight Highlight @Silent Speaker als ob die Unternehmen bereit wären für sämtliche Angestellten ein Funkgerät zu beschaffen. Haben doch alle ein Handy! Wozu also noch zusätzlich Geld ausgeben? Und im Notfall direkt die Notfallzentrale anzufunken, dürfte sich auch als schwierig erweisen.
      So viele Gefahren das Handy auf der Baustelle auch bieten mag, ist es aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Anstatt einfach zu verbieten sollte man seine Angestellten einfach besser auf das Thema sensibilisieren? Sind ja auch keine kleinen Kinder mehr, denen man grundsätzlich alles verbieten muss..
  • Skater88 27.05.2017 23:19
    Highlight Highlight Ehm.....Wäre mir nicht mal sicher ob wegnehmen tatsächlich erlaubt ist. Das Handy ist schliesslich Privates Eigentum...

    Nichts destotrotz finde ich die Massnahme übertrieben. Als ehem. Ausbilder wie auch als Lehrling. Es gibt bessere Wege seinen Lernenden dies klar zu machen, das dies in Massen genutzt werden sollte. Wenn der Lernende dann nicht hört, Riskiert er irgendwann die Lehre selber - aber dann ist nichr nur def Handykonsum schuld, sondern die gesamte Einsgellung des Lehrlings und des Lehrbetriebes.
    Nebst der Tatsache, das es gegenüber den anderen Angestellten eine Diskriminierung ist
  • ralck 27.05.2017 22:54
    Highlight Highlight Am Stift das Handy wegnehmen, aber alle anderen Büezer telefonieren am Steuer des Geschäftsautos...

Mob-Angriff an Zürcher Seepromenade: Messerstecher zu 5 Jahren Haft verurteilt

Der Fall sorgte letzten Sommer für grosses Aufsehen: Am späten Abend des 18. August 2018 waren an der Zürcher Seepromenade einige junge Dominikaner - darunter der Beschuldigte - und eine Gruppe junger Araber aneinander geraten. Man schaukelte sich gegenseitig hoch.

Am Ende hatte ein Araber eine tiefe Stichwunde im oberen Rücken, in der das Messer noch steckte. Für diese Verletzung übernahm der Beschuldigte die Verantwortung. Sie wurde vom Gericht als versuchte Tötung eingestuft.

Jener Augustabend …

Artikel lesen
Link zum Artikel