Schweiz
Gesellschaft & Politik

Baselland: Vermieter wollen keine Flüchtlinge unterbringen

ARCHIV - ZUM RUECKGANG DER ASYLGESUCHE IM ZWEITEN QUARTAL IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Ein asylsuchendes Kind spielt in der Schule, aufgenommen an einem Rund ...
Einige der Flüchtlinge haben nach fünf Monaten noch immer keine richtige Bleibe.
Bild: KEYSTONE

Flüchtlinge unerwünscht – Baselbieter Vermieter wollen keine syrischen Familien

Im Baselbiet verweigern Liegenschaftsbesitzer die Unterbringung von Flüchtlingen aus dem «Resettlement»-Programm der UNO. 
15.07.2016, 04:4815.07.2016, 06:48
Basel

Nachdem Rekingen (AG) seine Liegenschaftsbesitzer dazu aufrief, anerkannten Flüchtlingen keine Bleibe zu vermieten, wird nun ein weiterer Fall bekannt. Diesmal handelt es sich um das Baselbiet. Dort versucht der Ausländerdienst seit März, 17 Flüchtlinge aus Syrien unterzubringen. Diese kamen mit dem «Resettlement»-Programm der Vereinten Nationen in die Schweiz (siehe Kasten). Doch die Suche verläuft harzig. Der Grund: Unwillige Liegenschaftsverwaltungen.

«Asylbewerber stören die Stimmung in der Liegenschaft.»
Argument der Vermieter

Mieter nicht vergraulen

Oft lehnen diese die Bewerbungen ab. Ein Argument der Vermieter sei, dass das Einziehen eines Asylbewerbers «die Stimmung in der Liegenschaft stört», sagt Esmé Marie vom Ausländerdienst gegenüber der «Basler Zeitung». Die tatsächliche Befürchtung ist, dass die Unterbringung von Ausländern weitere Ausländer anzieht. Viele bevorzugen eine einheimische Mieterschaft, um attraktiv für die Mieter zu bleiben.

Da nützt es auch nichts, wenn die Mitarbeiterinnen des Ausländerdienstes mit den Familien bei den Vermietern vorbei gehen, um Berührungsängste abzubauen. Bislang blieben jedenfalls alle solche Versuche erfolglos.

Die Zeit drängt

Eigentlich war der Plan, die 17 Flüchtlinge spätestens nach einem halben Jahr im Kanton in Privatwohnungen untergebracht zu haben. Dieser geht wohl nicht auf: Noch immer warten eine Familie und zwei Einzelpersonen auf eine Bleibe. (rwy)

Das «Resettlement»-Programm
Der Bundesrat hat am 4. September 2013 beschlossen, im Rahmen eines Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) insgesamt 500 besonders verletzliche Flüchtlinge in Gruppen aufzunehmen. Ziel ist es, dass die Schweiz Flüchtlinge aufnimmt, die vom UNHCR bereits als Flüchtlinge anerkannt worden sind. Das Pilotprojekt sieht vor, dass 40 bis 60 % der aufzunehmenden Flüchtlinge Frauen und Mädchen und mindestens 7 % physisch und psychisch geschwächte Personen sein sollen. (Staatssekretariat für Migration)

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