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Basel

Fertig mit Kavalierstart: Basler Politikerin fordert «Lärm-Blitzer» gegen Motorengeheul

Fertig mit Kavalierstart: Basler Politikerin fordert «Lärm-Blitzer» gegen Motorengeheul

Basler Politiker wollen prüfen, ob nicht nur zu schnelle, sondern auch zu laute Autos kontrolliert werden müssen.
06.03.2019, 11:25
Samuel Hufschmid / ch media

Die Basler Basta-Grossrätin Tonja Zürcher hat genug: «Mit dem Aufheulenlassen von Motoren, übermässig hochtourigem Fahren oder extra dröhnenden Auspuffen wird die Bevölkerung aus dem Schlaf gerissen», begründet sie eine Anfrage zuhanden der Basler Regierung.

Darin fordert Zürcher zusammen mit zwölf Mitunterzeichnern, dass der Regierungsrat prüft, ob sich Basel an der Entwicklung eines «Lärmblitzers» beteiligen und diesen auf dem Kantonsgebiet einsetzen kann.

22.04.2018, Hessen, Reichelsheim: Ein sachverständiger der Polizei überprüft bei einer Verkehrskontrolle an der B38 den Auspuff eines Motorrades. Die Polizei war tätig, um die Fahrzeuge zu überprüfen  ...
Polizei überprüft Auspuff auf Lärm.Bild: dpa

Gesetz verbietet vermeidbare Lärmbelästigung

Vorbild für den Schall-Radar ist der Kanton Genf. Dort prüft die Regierung derzeit ebenfalls, ob ein entsprechendes Gerät entwickelt und eingesetzt werden kann. Grüne Lokalpolitiker haben dazu bereits mit Forschern der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) Rücksprache gehalten. Diese bestätigen, dass eine solche Maschine «innerhalb von zwei bis vier Jahren» einsatzbereit wäre.

Das Hauptproblem besteht darin, den Lärm aus der Distanz zuverlässig zu bestimmen und korrekt einem Fahrzeug zuordnen zu können. Die EPFL-Forscher sagen, dass es bereits ein Verfahren gebe, das die Geschwindigkeit von Fahrzeugen anhand ihres Lärms bestimmen könne. Der gesetzliche Rahmen ist dabei klar und schweizweit derselbe: Das Strassenverkehrsgesetz verbietet jede vermeidbare Belästigung durch Lärm.

Basler Polizei schaut nach Genf

Zürcher argumentiert, dass die Kontrolle dieser Regeln ohne «Lärm-Blitzer» schwierig und somit der Vollzug des Lärmschutzes kaum möglich sei. Sie schreibt: «Die Folgen von Lärm sind ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Hirnblutungen, Bluthochdruck und Schlafstörungen.» Nebst des konstanten Lärmpegels, der in Basel an vielen Orten die Grenzwerte überschreitet, sei der punktuelle Motorenlärm ein grosses Problem.

Die Basler Polizei schreibt, die Entwicklungen in Genf würden beobachtet. Sprecher Toprak Yerguz erklärt auf Anfrage: «Es kommt vor, dass Lenker auf dem Stadtgebiet in niedrigen Gängen und somit hochtourig herumfahren und dadurch die Anwohner stören, namentlich in den wärmeren Monaten. Zwar führen wir diesbezüglich keine eigene Statistik, aber die Zahl der Meldungen dürfte nach unseren Erfahrungen tief sein.» (bzbasel.ch)

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So wollen Lärmschützer den Strassenverkehr leiser machen

Video: srf
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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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derEchteElch
06.03.2019 11:44registriert Juni 2017
Bezüglich gesetzliche Grundlagen:
Bevor alle damit kommen, dass man ja gar nicht mehr Auto fahren dürfte. Der im Text zitierte Artikel (Art. 42 SVG) ist nur die halbe Wahrheit.

Viel präziser ist Art. 33 VRV.

Hier wird konkret auf zu hohe Drehzahlen, fahren in niedrigen Gängen oder zu schnelles Beschleunigen beim Anfahren (z.B. an Ampeln) eingegangen. Vor allem aber das unnötige Herumfahren in Ortschaften (die klassiche Bahnhofrunde) könnte mal ernsthafter verfolgt werden. Das Problem, es lässt sich schwer nachweisen..
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TheRealDonald
06.03.2019 13:15registriert Juli 2017
Derjenige im Auto / auf dem Motorrad mit dem extralauten Auspuff denkt, „Wow, wie cool mich jetzt alle finden!“ Und alle darum herum denken, „Was für ein hirnloser Idiot!“ Da liegen Eigen- und Fremdwahrnehmung oft weit auseinander. Leider wird es bei vielen wohl eine Busse brauchen, damit sie begreifen, dass ihre „Spass-Freiheit“ sehr begrenzt ist.
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El Vals del Obrero
06.03.2019 14:12registriert Mai 2016
Aber wehe ein Strassenmusiker spielt irgendwo 5 Minuten zu lang oder eine Gartenbeiz schliesst nicht schon um 20 Uhr.
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