Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Polizisten stehen in der Naehe der Reitschule, aufgenommen am Samstag, 29. Maerz 2014, in Bern. Die Polizei war nach trotz der abgesagten Demonstrationen gegen Kuscheljustiz sowie den Gegendemonstrationen mit einem Grossaufgebot aufgefahren. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Sichere Distanz zur Reitschule: Angriffe auf Polizisten sind an der Tagesordnung. Bild: KEYSTONE

Vorwurf der Berner Polizei: Reitschüler sollen Kurse für Störaktionen organisiert haben

Der aktuelle Bericht der Regionalpolizei Bern birgt Zündstoff: So soll die Reitschule die Arbeit der Polizei systematisch boykottieren. Die Reitschule streitet die Vorwürfe ab.



15. Februar 2015

Vermummte werfen vom Dach der Reitschule aus eine vorbeifahrende Autopatrouille mit Flaschen.

25. September 2015

Ein Unbekannter nähert sich einem Polizisten der Bike-Control und zieht ihm eine Flasche über den Kopf.

23. Januar 2016

Ein Unbekannter greift in der Reitschule eine Person mit einer abgebrochenen Flasche an und verletzt diese am Hals schwer. Die Polizei erfährt nur davon, weil diese ins Spital eingeliefert werden muss. Die danach eingeleitete Spurensicherung am Tatort verweigern die Reitschul-Betreiber.

Dies ist nur eine Kostprobe der Vorfälle, die die Regionalpolizei Bern im aktuellen siebenseitigen Bericht zu den «Vorkommnissen bei der Reitschule im Jahr 2015» auflistet. 42 Fälle von Gewalt und Drohungen gegen Beamte kommen da zusammen. Auf den Magen schlägt der Polizei offenbar auch die fehlende Kooperation, wie Martin Willi, Chef der Regionalpolizei Bern, betont. Auch wenn immer wieder einzelne Straftäter ermittelt werden könnten, sei dies in der Regel äusserst schwierig und aufwändig, weil seitens der Betreiber der Reitschule die Arbeit der Polizei aktiv behindert werde. Er fordert: «Das Gewalt- und Aggressionspotenzial im Raum Reitschule darf nicht weiter unterstützt und muss endlich eingedämmt werden.»

Gezielte Schulungen

Eigentlicher Zündstoff birgt ein nur am Rande erwähnter Vorwurf: So soll die Reitschule gezielt Schulungen durchgeführt haben, um die Polizeieinsätze zu stören. «Es handelt sich um mehrere solche Veranstaltungen. Dies wurde uns – unabhängig voneinander – von verschiedenen Reitschulbesuchern bestätigt», so Kapo-Sprecher Christoph Gnägi gegenüber 20 Minuten Online.

ARCHIV - Jugendliche feiern mit Freibier das Abstimmungsergebnis vor der Reitschule in Bern, am Sonntag, 26. September 2010. - Die Stadtregierung arbeitet seit laengerem an einem Massnahmenpaket, um die Gewalt im Umfeld der Reitschule einzudaemmen. Als

Die Reitschule: Immer wieder in den Schlagzeilen. 
Bild: KEYSTONE

Die Mediengruppe der Reitschule wehrt sich gegen den Vorwurf. Solche Kurse habe es nie gegeben. Sie weiss aber von einer Veranstaltung des vergangenen Jahres mit dem Titel «Was tun wenn's brennt?». Wo diese stattfand und wer sie durchgeführt hat, ist ihr aber unbekannt. Tatsächlich kursiert im Netz ein Dokument mit Massnahmen, um die Reitschule zu «schützen» und die Polizei zu stören. Autor ist die Antira, welche sich mit Aktionen gegen Rassismus einsetzt.

Wasser auf die Mühlen der SVP

Fest steht: Der Bericht spielt vor allem der SVP und ihrer Initiative «Keine Steuergelder für die Berner Reithalle» in die Hände. SVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat war es denn auch, der bei der Stadt ein Akteneinsichtsgesuch gestellt und das Papier nun öffentlich macht. Laut dem «Bund» fordert er, dass der Gemeinderat nun endlich repressive Massnahmen bis hin zur temporären Schliessung ergreift. (rwy)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Trump: Haben «Millionen Leben» in Pandemie gerettet

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Aktuelle Polizeibilder: Mann wird bei Unfall vom Traktor geschleudert und stirbt

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

36
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 30.06.2016 01:27
    Highlight Highlight Ach ihr lieben Berner ihr seit nicht die einzigen.. in st.gallen schliesst auch alles...
  • Paul_Partisan 29.06.2016 12:59
    Highlight Highlight Ich habe selbst an solchen Workshops teilgenommen.
    1. bei diesen Workshops ging es um Selbstschutz z.B. bei Demonstrationen, um Verschlüsselungen von Geräten, Schulung im Umgang mit Repression etc. Also schlicht um die Ausübung von Grundrechten.
    2. wurden diese Schulungen nicht von der Reitschule durchgeführt sondern von politischen Gruppen aus Bern.
    • sailinj 29.06.2016 13:30
      Highlight Highlight Grundrechte werden dort beschnitten wo die Sicherheit anderer gefährdet wird... Die Freiheit des Einen hört dort auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Braucht es dazu diese Kurse?
  • src 29.06.2016 09:45
    Highlight Highlight Man stelle sich vor, es würden Rechtsextreme in der Reitschule Randale machen. In nullkommanix würde die Reitschule ein funktionierendes Sicherheitskonzept erstellen und die Idioten rauswerfen.
    PS: Ich besuche die Reitschule regelmässig.
    • Luca Andrea 29.06.2016 10:03
      Highlight Highlight es gibt keine links- oder rechtsextreme in diesem zusammenhang, dass sind alles bloss unterstellungen um seinen eigenen politischen willen durchzusetzen zu können. der richtige begriff wäre meiner meinung nach: gewaltbereite personen.
  • ivo_ry 29.06.2016 09:02
    Highlight Highlight Wieso haben alle immer das Gefühl das eine Dchliessung der Reitschule etwas gutes wäre? So sind sie wenigstens an einem Ort.
  • Miikee 29.06.2016 09:00
    Highlight Highlight Strassenschlachten in 3..2..

    Die Reitschule sollte sich endlich klar von den Gangs/Krawallmachern distanzieren und dafür sorgen das die Ruhig bleiben. 98% der Gäste würde es schade finden, würde die Reitschule verschwinden. Wegen ein paar Idioten wäre schon wieder eine coole Location in Bern weg ...

    Die SVP und die Polizei sollten mal aufhören mit der unnötigen Provokation. Patrouillieren in Kampf Uniform trägt nun mal nicht zum Frieden bei.

    Die Medien dürfen auch ein wenig neutraler Berichten, nicht nur die Reitschule ist schuld. Die Gangs/031 und die Polizei sind da auch einzubeziehen.
    • goschi 29.06.2016 10:37
      Highlight Highlight Patrouillen ohne Grenadier-Ausrüstung ist leider potentiell lebensgefährlich im Raum der Reithalle.

      Ziemlich verfahren die ganze Situation...
  • Blitzableiter 29.06.2016 08:40
    Highlight Highlight Wer wirklich Schuld ist wird wohl nie wirklich klar sein, da sowohl Reitschule als auch Polizei nicht wirklich lösungsfähig sind und voreingenommen sind. Tatsache ist aber, die Reitschule hat seit Jahren die Kontrolle verloren und das Sicherheitskonzept ist gescheitert. Also entweder schliessen oder die Stadt übernimmt die Bude und schluss mit Autonomie.
  • RiotGurl 29.06.2016 08:14
    Highlight Highlight Ach. Ich lkebe die Reitschule. 90% der Leute dort sind 100% apolitischer Natur dort. Niemand weiss genau, was sich in den unmengen von Zimmern innerhalb der Reitschule abspielt. Und das ist auch gut so!
    Solange die PNOS nicht verboten wird, soll auch die Reitschule bleiben!
  • Blutgruppe 29.06.2016 07:28
    Highlight Highlight Ich sage das nur ungern, aber die Reitschule sollte geschlossen oder zumindest unter ständige (staatliche) Aufsicht gestellt werden.
    • revilo 29.06.2016 08:09
      Highlight Highlight Hört zu. Bevor Ihr (SVP, Reitschulgegner) über Schliessung redet, gebt uns Alternativen für den Ausgang! Ihr redet ständig von etwa 1% aller Reitschüler, welche die restlichen, friedlichen 99% in den Schatten stellen unf vergessen lassen.
    • Dr Barista 29.06.2016 08:28
      Highlight Highlight @revilo: dann sollten die 99% mal was gegen diese 1% unternehmen. Sonst reiten diese euch in den untergang...
    • Dexta 29.06.2016 08:42
      Highlight Highlight Und die Betreiber sollten endlich anfangen die Polizei zu unterstützen anstatt sich querzustellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 29.06.2016 07:23
    Highlight Highlight Undemokratischer als die berner SVP geht nicht mehr. 6 Abstimmungen und sie wollen den Volkswillen immer noch nicht akzeptieren.
    • Raembe 29.06.2016 07:55
      Highlight Highlight Ein Haufen Polizeieinsätze und die Reitschule bessert sich immernoch nicht..
    • Walter Sahli 29.06.2016 09:13
      Highlight Highlight Nicht nur, dass sie den Volkswillen nicht respektieren, jetzt wollen sie der Stadt Bern auch noch fremde Richter aufzwingen.
    • Bobo B. 29.06.2016 09:14
      Highlight Highlight @Hoppla: Nein, aber die Linken sind die Guten! Kapiert das endlich mal ihr pösen, pösen rechten Wichte...
    Weitere Antworten anzeigen
  • sailinj 29.06.2016 07:07
    Highlight Highlight Allenfalls könnte man ja mal die Unterstützung streichen und schauen, wie sich die Reitschule auf dem freien Markt behauptet. Bei so vielen Gästen ist nicht ganz klar weshalb noch Subventionen nötig sind... Und vielleicht wärs auch nicht schlecht eine neutrale Vermittlung einzubeziehen - auch zum Berichte schreiben - Polizei und Leitung Reitschule sind wohl ein kleines Bisschen voreingenommen...
    • Bambulee 29.06.2016 07:43
      Highlight Highlight fand ich eh schon immer irgendwie schizophren geld vom bösen kapitalismus annehmen und bei jeder sich bittenden gelegenheit betonen wie autonom und selbstbestimmt man sei...
    • Knut Atteslander 29.06.2016 07:50
      Highlight Highlight Kultur ist wohl nur in Ordnung, wenn dazu Cuppli und Lachs serviert wird, was?
    • Paul_Partisan 29.06.2016 08:29
      Highlight Highlight Bambulee: die Reitschule erhält kein Geld von der Stadt. Die Stadt erässt derReitschule die Mietkosten. Eigentlich ist die Reitschule ein besetztes Haus, dieser Nutzungsvertrag ist vorallem für die Stadt, sollte der gestrichen werden, ist die Reitschule halt eben wieder "richtig" besetzt.
    Weitere Antworten anzeigen

Kommentar

Liebe Velofahrer, ihr seid leider die schlimmsten Verkehrsteilnehmer

Das Coronavirus hat dazu geführt, dass in der ganzen Schweiz mehr Leute mit dem Velo unterwegs sind. Das Geschäft boomt, auch mit den E-Bikes. Zusätzlich stimmt die Stadt Zürich am 27. September darüber ab, ob man sich verpflichten will, 50 Kilometer Veloschnellrouten einzurichten.

Das Velo – und besonders die Velofahrer – stehen damit wieder einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein guter Zeitpunkt, euch die Leviten zu lesen. Oder sollte ich sagen: uns? Denn bevor ihr mich in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel