Schweiz
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Nach Verrat von Mutterpartei – die Juso hält zu Alain Roth

Auch wenn ihn die SP Langenthal fallen liess, fehlt es nicht an Solidarität für Alain Roth. Juso Schweiz kritisiert den SP-Entscheid.



Alain Roth

Unklar ist bis heute, was Alain Roth – Präsident der Juso Oberaargau, Informatik-Projektleiter und Offizier der Schweizer Armee – an der Demonstration in Paris genau getan hat: Ob er ein simpler Mitläufer war oder ein aktiver Demonstrant, der die Polizei angriff. Fest steht nur: Er war vermummt, trug einen schwarzen Kapuzenpulli, eine Sonnenbrille und Handschuhe. So zeigen es Fotos und Videos, die derzeit im Netz kursieren.

Der genaue Hergang des Vorfalls sei ihm nicht bekannt, sagt Stefan Ryser, Präsident der SP Langenthal, gegenüber dem «Bund». «Wir wollen nicht weiter mutmassen, warum er vermummt war.» Und trotzdem griffen seine Parteigenossen zum Telefon und forderten den schwerverletzt in Paris im Krankenbett liegenden 23-Jährigen auf, von seiner Kandidatur für den Gemeinderat zurückzutreten. 

Kritik an SP-Entscheid

Nun meldet sich die Juso Schweiz zu Wort. Die frischgebackene Präsidentin Tamara Funiciell kritisiert den Entscheid der SP Langenthal als «voreilig». Sie betont zudem, dass noch andere Juso-Mitglieder an der Demo teilgenommen hatten. Zumal es für die Juso selbstverständlich sei, sich mit der französischen Arbeiterschaft im Kampf gegen das neue Arbeitsgesetz zu solidarisieren.

Solidarisch zeigen sich auch verschiedene Juso-Sektionen mit Roth. Allen voran die Juso Oberaargau, dessen Präsident er ist.

Auch die Twitter-Community übt Kritik.

Auch wenn unklar ist, inwiefern Roth Gewalt ausgeübt hat – Funiciell betont, dass er friedlich demonstriert habe –, kam es bei der Demo zu massiver Gewalt: Mehr als 20 Polizisten und zahlreiche Demonstranten wurden verletzt, Autos in Brand gesteckt, die Glasfassade eines Kinderspitals zertrümmert. (rwy)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • thomasmore 30.06.2016 10:32
    Highlight Highlight Die mediale Hetzjagd gibt ihm recht, was die Vermmumung betrifft, seine Verletzungen legen ihm nahe, das nächste Mal noch mehr/bessere Schutzkleidung zu tragen. Man sollte sich mal vor Augen führen, wer hier gewalttätig war: die Polizei hat eine grosse Demo der führenden Gewerkschaften massiv angegriffen. Der französische Staat versucht mit allen Mitteln seine Reform durch zu drücken, sei es mit roher Gewalt oder mit seinen Hofjournalisten und Geschichten von kaputten Scheiben (die vom unterwürfigen Bürger nur zu gerne nachgebellt werden).
  • Markus Hofstetter 29.06.2016 20:09
    Highlight Highlight "Ob er ein simpler Mitläufer war oder ein aktiver Demonstrant, der die Polizei angriff."

    Welch wirres Zeug. Noch in Frage stellen, ob er denn Mitläufer war, und dies trotz Sturmhaube.

    Und seit wann ist man nur ein aktiver Demonstrant, wenn man die Polizei angreift. Aktive Demonstranten müssen nicht zur Gewalt greifen.
  • Str ant (Darkling) 28.06.2016 11:00
    Highlight Highlight Auf Englisch nennst sich das was die Juso da treibt as being regressive Left
  • Qui-Gon 28.06.2016 10:13
    Highlight Highlight "die Glasfassade eines Kinderspitals zertrümmert."
    wtf?
    • Bambulee 28.06.2016 16:03
      Highlight Highlight Solidarität wie man sie sich vorstellt😔
  • retofit 28.06.2016 09:58
    Highlight Highlight "Und trotzdem griffen seine Parteigenossen zum Telefon und forderten den schwerverletzt in Paris im Krankenbett liegenden 23-Jährigen auf, von seiner Kandidatur für den Gemeinderat zurückzutreten." - das scheint mir doch ziemlich schäbig.
  • seventhinkingsteps 28.06.2016 09:11
    Highlight Highlight Da fragt man sich schon, wenn das für die SP ein Grund war ihn nicht als Gemeinde(!)rat kandidieren zu lassen und bei der SVP sitzt ein Vorbestrafter Gemeindeamann im Nationalrat und der Parteileitung.
    • Valindra Valindragam 28.06.2016 11:07
      Highlight Highlight Sie wollen allen ernstes sagen, dass sie so einen in der Politik wollen? Da lache ich mich tot ab so viel Ignoranz.
    • seventhinkingsteps 28.06.2016 11:42
      Highlight Highlight Das habe ich nicht gesagt. Ich will beide nicht in der Politik und die SP zu Recht auch nicht. Aber ich will einen Glarner auch nicht, die SVP aber offenbar schon.
    • Fabio74 29.06.2016 17:35
      Highlight Highlight Bei der SVP zählten schon immer eigene Massstäbe
  • DerTaran 28.06.2016 08:58
    Highlight Highlight Wenn ich mich als Schweizer Politiker mit eine Demonstration in Frankreich solidarisiere und mit marschiere, dann vermumme ich mich doch nicht, im Gegenteil, ich will das die ganze Welt sieht, das ich dabei bin.
    Auf der anderen Seite, weiss man ja, das die Französische Polizei bei solchen Aktionen nicht zimperlich ist. Das wiederum spricht für das Argument der 'Schutzkleidung'.
    Das er von der Liste genommen wurde halte ich für verständlich, schliesslich hat er mit seiner Aktion, seiner Partei geschadet. Die SVP wird den Fall schon noch für ihre Zwecke ausschlachten.
    Alles in allem dumm.
  • Theor 28.06.2016 08:42
    Highlight Highlight Wie kann man Gewaltbereitschaft als Solidarität betitteln? Wie alt und selbstgefällig sind diese JUSO-Parteien eigentlich? Ich bin entschieden kein SVP-Wähler, aber diese JUSO ist in meinen Augen ebenfalls ganz ganz schlimm.
  • philosophund 28.06.2016 08:39
    Highlight Highlight Roth mag vermummt aktiv oder passiv an der Demo teilnehmen... und alle schreien auf...

    Doch wenn z.B. Freysinger oder andere SVP-Exponenten an rechtskonservativen Auftritten im Ausland indirekt Brände legen und der aufgestachelte Mob irgendwelche Flüchtlingsheime in Brand setzt und Menschen zu Schaden kommen: fordert jemand einen Rücktritt?

    • Valindra Valindragam 28.06.2016 10:38
      Highlight Highlight Da ist halt schon die Frage wie man auftritt und ob man sich in Sachen einmischt welche einem rein gar nichts angehen. Die Art und Weise wie das Herr Roth getan hat scheint mir dann doch eher dem Verhalten einem Kleinkind zu entsprechen. Und wenn es halt dann aus der Reihe tanzt, gibt halt auch mal eins mit dem Teppichklopfer, dies wird auch in Frankreich so gehalten:-)) Ich bin schon jetzt auf seine Ausrede gespannt...
    • wonderwhy 28.06.2016 10:42
      Highlight Highlight Worte und Taten sind anders zu beurteilen! Wenn der Freysinger sich vermummt und Brandsätze auf Flüchtlingsheime wirft, dann fordert man Rücktritte!
  • Valindra Valindragam 28.06.2016 07:58
    Highlight Highlight Für einmal ist die SP konsequent und ein wenig sympathisch, bravo!! Was wäre hier die Hölle los wäre dieser Querulant ein SVP Mitglied;-))
    • philosophund 28.06.2016 08:30
      Highlight Highlight Hölle los? Bei der SVP interessiert es kein Schwein ob deren Mitglieder und Nationalräte im Ausland bei nationalistischen Anlässen ihre Auftritte abspulen und sich kruder Neonazi-Rhetorik bedienen.
    • Randy Orton 28.06.2016 08:39
      Highlight Highlight Ach was, jedes Mal wenn über ein SVP-Mitglied und seine Straftaten berichtet wird kommt ihr sofort und schreit Lügenpresse und das die Medien einseitig berichten würden.
  • ElenderKuschelwuschel 28.06.2016 07:25
    Highlight Highlight Ja, klar, ich ging in den späten 80ern und frühen 90ern auch immer in völlig friedlicher Absicht an die Demos, wenn ich die Hasskappe und die Handschuhe montiert hatte. Ich schwör.
    Wenigstens wusste ich damals jeweils, dass ich selber schuld war, wenns mich weghaute.
  • sailinj 28.06.2016 07:10
    Highlight Highlight Herr Roth ist dieser Meldung nach zu urteilen etwa ähnlich geeignet für einen Politiker-Job wie Herr Glarner.... Ob SVP oder JUSO/SP, die beiden passen nicht ins Stellenprofil.
    • Charlie Brown 28.06.2016 08:15
      Highlight Highlight Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass beim einen die (Mutter-)Partei die potentielle Fehlbesetzung früh genug erkannte. Beim anderen steht der Weg nach ganz oben unter tosendem Applaus der Basis offen.
  • Jarl Ivan 28.06.2016 05:20
    Highlight Highlight Sachbeschädigung an einem Kinderspital ist dann wohl für die SP gelebte Solidarität.
    • Durrutti 28.06.2016 07:56
      Highlight Highlight Vielleicht vor Faschos? Die gibts noch in Langenthal.
    • Asmodeus 28.06.2016 08:25
      Highlight Highlight @bigeasy
      In dem Fall ist legitim zu sagen. "Vor einem Tränengaskanister zum Beispiel"
    • Coach Cpt. Blaze 28.06.2016 08:29
      Highlight Highlight Vielleicht vor Tränengas, wie es diverse andere Personen wie Journalisten oder Sanitäter auch gemacht haben?
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