Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Alain Roth

Die Juso steht voll und ganz hinter Alain Roth.
zvg.

Chaos bei den Berner Sozialisten: Jetzt schiesst die Juso wegen Alain Roth gegen die SP

Weil Juso-Politiker Alain Roth vermummt an einer Demo in Paris teilnahm, strich ihn die SP Langenthal von der Kandidatenliste. Die Juso geht nun auf die Barrikaden und SP-Politiker liebäugeln mit dem Ausschluss der Langenthaler Sektion.



Nachdem der SP-Gemeinde- und Stadtratskandidat Alain Roth in Paris demonstriert und sich dabei Verletzungen zugezogen hatte, strich ihn die SP Langenthal von ihrer Kandidatenliste. Dies laut eigenen Angaben aufgrund seiner Vermummung. Roth sei zudem auf Gesprächsangebote nicht eingegangen. Zur Erinnerung: Der junge Politiker wurde von einer Tränengasgranate getroffen und schwer verletzt.

«Das Verhalten der SP Langenthal beschämt uns zutiefst.»

Juso Kanton Bern

Juso kritisiert öffentliche Verurteilung

Der Entscheid der SP stösst der Juso Kanton Bern sauer auf. In einer Medienmitteilung kritisiert sie den Entscheid mit scharfen Worten: «Das Verhalten der SP Langenthal beschämt uns zutiefst.» Während Roth versucht habe, sich auf seine Genesung von seiner lebensgefährlichen Verletzung zu konzentrieren, sei er rücksichtslos ein zweites Mal getroffen worden – von der SP Langenthal. Besonders verärgert zeigt sich die Partei darüber, dass die SP Roth öffentlich verurteilte, «ohne die genauen Umstände zu kennen und ohne sich zu informieren».

Ihren Entscheid, den Juso-Politiker von der SP-Kandidatenliste für den Stadtrat zu streichen, begründen die Jungpolitiker wie folgt: «Die JUSO weigert sich mit solch unsolidarischen, respektlosen und Unwahrheiten verbreitenden Politiker_innen auf einer Liste an den Stadtratswahlen antreten.»

«Die Vermummung war letztlich nur als Schutz gedacht.»

Christian Boesch, Präsident der SP Bern-Nord

SP-Politiker wollen aktiv werden

Die Juso steht mit ihrer Haltung nicht allein. «Ich bin enttäuscht und wütend über den Entscheid, das Vorgehen und die Kommunikation der SP Langenthal», sagt Christian Boesch, Präsident der SP Bern-Nord gegenüber dem «Bund». Für Boesch macht die Vermummung durchaus Sinn. Die französische Polizei sei sehr brutal gegen die Demonstranten vorgegangen. Augenzeugen belegten zudem, dass Roth nicht gewalttätig gewesen sei. «Die Vermummung war letztlich nur als Schutz gedacht.»

Zusammen mit anderen SP-Politikern will er über eine Sanktion nachdenken. Die Diskussionen reichten von einer Resolution bis zu einem Ausschlussbegehren gegen die SP Langenthal bei der Kantonalpartei als Ultima Ratio.

Von der SP Kanton Bern sollte Boesch jedoch nicht zu viel erwarten. Ursula Marti, Präsidentin der SP Kanton Bern, begrüsst den Entscheid der SP Langenthal. (rwy)

Das könnte dich auch interessieren:

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Zürich stimmt für neues Hardturm-Stadion

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Richu 21.07.2016 21:39
    Highlight Highlight Der Präsident der SP-Bern Nord, Christian Boesch sollte bei seiner Beurteilung dieses Falles berücksichtigen, dass der Juso Alain Roth bei Ausschreitungen an der Demo in Paris durch eine Granate der Polizei verletzt wurde, d.h. die Demonstranten inkl. A. Roth haben sich an dieser Demo absolut nicht gesetzeskonform verhalten! Deshalb musste die Pariser Polizei eingreifen.
  • Albi Gabriel 21.07.2016 09:15
    Highlight Highlight Wenn einer vermummt an eine Demo geht, dann beabsichtigt er definitiv nicht, gewaltlos die Anliegen der Demo zu unterstützen. Sein Ziel ist ganz offensichtlich als Chaot unerkannt Gesetze zu verletzen! Bravo SP Langenthal, so einer hat in einem Parlament nichts verloren!
  • Amboss 21.07.2016 07:50
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht ist der Entscheid der SP Langenthal nachvollziehbar.

    Langenthal ist halt nicht Bern. Dieses ein bisschen Protest, Vermummen, Besetzen, Kampf gegen die Staatsgewalt mag in Bern chic sein und gut ankommen.

    Die SP Langenthal hingegen muss Politik für Büezer machen, die mit solchen Sachen Mühe haben.

    Der junge Mann hat genau gewusst, was er tat - und soll jetzt auch mal die Konsequenzen tragen. Auch wenn mich das SP-Geplänkel ja eigentlich nichts angeht
    • Alex_Steiner 21.07.2016 10:18
      Highlight Highlight Was hat er denn getan? Er hatte eine Maske auf. Das ist ein Bussgeld von etwa 150Euro.
    • Amboss 21.07.2016 10:43
      Highlight Highlight Er hat nichts schlimmes getan.

      Es geht ja nur darum, dass die SP Langenthal nicht mit diesem Vermummer/Linksextremen/Staatsgewalt-Gegner/Besetzer/Steine-Schmeiss etc... Milieu in Verbindung gebracht werden will. Und das finde ich verständlich

    • Alex_Steiner 21.07.2016 14:28
      Highlight Highlight @Amboss: Warum wird er dann Bestraft wenn er nichts schlimmes getan hat?
    Weitere Antworten anzeigen

Interview

«Da ist ziviler Ungehorsam doch völlig legitim. Wie sollen die sich denn sonst wehren?»

Die zukünftige SP-Spitze erzählt im watson-Interview, was sie von der Besetzung des Bundesplatzes hält.

Bern hat turbulente Tage hinter sich. Wie ist die Stimmung im Bundeshaus?Mattea Meyer: Von unserer Seite her recht ruhig. Auf der rechten Ratsseite hat es einige, die haben offenbar das Gefühl, der Untergang der Schweizer Demokratie stehe kurz bevor.Cédric Wermuth: Uns erstaunt, wie schnell sich vermeintlich selbstsichere Multimillionäre hier empört haben.Meyer: Das ist eine künstliche Empörung. Das sind Nebelpetarden. Es geht darum, vom Inhalt abzulenken. Sie nehmen jetzt auch dankend …

Artikel lesen
Link zum Artikel