DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Lawinenunglück in Crans-Montana: Die Piste stand kurz vor der Schliessung

Auch in den Tagen vor dem Lawinenunglück im Skigebiet Crans-Montana wurde die Piste „Kandahar“ jeweils am Nachmittag geschlossen.



epa07381513 Rescue crews work on the avalanche site in the ski resort of Crans-Montana, Switzerland, 19 February 2019. Several skiers were swept away by an avalanche that occurred on a track 'Kandahar' in Crans-Montana.  EPA/DENIS MENTHA

Rettungsleute suchen am Montag nach Verschütteten. Bild: EPA/KEYSTONE

Daniel Fuchs / ch media

Am Donnerstagnachmittag standen die Bahnen im Skigebiet Crans-Montana aus Trauer um den an den Folgen des Lawinenunglücks vom Dienstag verstorbenen Pistenretter still. Immer mehr offenbart sich das ganze Ausmass der Tragik: Die Piste stand kurz vor der Schliessung, wie Recherchen nun zeigen.

„Wie bereits am Sonntag und am Montag hätte die Piste auch am Unglückstag um 14.45 Uhr geschlossen werden sollen. Diese Information gaben wir am Dienstag jedenfalls unseren Kundinnen und Kunden weiter, zum Beispiel wenn sie bei uns Skis mieteten“, sagt der Inhaber eines lokalen Sportgeschäfts dieser Zeitung.

Die Schliessung im Laufe des Nachmittags sei typisch für diese Jahreszeit, bestätigt Nicolas Masserey, Leiter der Skischule Crans-Montana, diese Information. Masserey weiss keine genaue Zeit, ist sich aber sicher: „Die Piste war noch offen, als die Lawine um 14.20 Uhr niederging. Geplant war das gleiche Vorgehen wie an den beiden Tagen zuvor, die Piste also am Nachmittag zu schliessen.“

Die Gondelbahn zur Bergstation La Plaine-Morte, von wo die von der Lawine getroffene schwarze Piste Kandahar als einzige talwärts führt, befördert kurz vor Pistenschliessung jeweils keine Schneesportler mehr. Im Frühling bei noch höheren Temperaturen werde die Piste häufig bereits um die Mittagszeit geschlossen, so Masserey.

Lawinenforscher vermuten eine Gleitschneelawine

Laut dem Skivermieter ist ausgeschlossen, dass Schneesportler die Lawine ausgelöst hätten. „Dort oben fährt niemand in den Hang. Jemand hätte ja den Gipfel besteigen müssen, doch das tat niemand“, sagt er.

Was also geschah am Dienstag? Allmählich setzen sich die Puzzleteile zusammen. Lawinenforscher vermuten eine sogenannte Gleitschneelawine. Ein Phänomen, das in den letzten Jahren an Bedeutung gewann. In Medien zitierte Pistenchefs orten das Problem bei den zu hohen Temperaturen im Herbst und zu Winterbeginn. Der Schnee fällt auf den warmen Boden, die Wärme wird unter der Schneeschicht quasi isoliert. Der Hang beginnt zu rutschen, was sich gerade an sonnigen steilen Hängen in Form sogenannter Fischmäuler zeigt. Die Schneedecke wird immer weiter auseinandergerissen, bis der untere Teil plötzlich wegbricht.

Eine Untersuchung der Walliser Justiz ist im Gang. Der folgenschwere Entscheid der Sicherheitsverantwortlichen in Crans-Montana, die Piste bis zum Nachmittag geöffnet zu halten, wird dabei eine Rolle spielen. Auch die Frage, ob Schneesportler, zum Beispiel Freerider, die Lawine auslösten oder ob sich die Schneemassen spontan in Bewegung setzten. (tam/aargauerzeitung.ch)

Suche nach Lawinen-Verschütteten in Crans-Montana läuft

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

21 Bergleute in Bergwerk in China eingeschlossen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

RhB-Bauzug kracht auf Bauzug – viel Sachschaden, ein Verletzter

Eine heftige Kollision zwischen zwei Bauzügen der Rhätischen Bahn (RhB) in Cazis GR ist in der Nacht auf Donnerstag verhältnismässig glimpflich ausgegangen. Ein Bahnmitarbeiter wurde leicht verletzt. Es entstand aber Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.

Der Unfall ereignete sich mitten in der Nacht um halb drei Uhr, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte. Eine Lokomotive mit sieben Schotterwagen krachte auf einer Baustelle in einen anderen stehenden Bauzug.

Wie auf Unfallbildern …

Artikel lesen
Link zum Artikel